Glossar · 2 · 24/7 Carbon-Free Energy, CFE, Strombeschaffung, Grünstrom, Stromsystem, Emissionen 24/7 Carbon Free Energy bezeichnet eine Form der Strombeschaffung, bei der der eigene Stromverbrauch möglichst in jeder Stunde durch CO₂ freie Stromerzeugung gedeckt wird. Gemeint ist nicht nur, dass über ein Jahr bilanziell genauso viele Megawattstunden aus erneuerbaren oder anderen CO₂ freien Quellen beschafft werden, wie ein Unternehmen verbraucht. Der Anspruch liegt in der zeitlichen Zuordnung: Für jede Stunde des Verbrauchs soll eine entsprechende Menge CO₂ freier Erzeugung nachgewiesen oder vertraglich gesichert sein. [Weiterlesen]
Glossar · A · Abrechnung, Glossar, Energie, Stromsystem, Strommarkt, Netzentgelte Abrechnung bezeichnet im Stromsystem den geordneten Vorgang, bei dem gemessene oder ersatzweise ermittelte Strommengen, vertragliche Preise, regulierte Entgelte, Steuern, Umlagen und Marktprozesse in konkrete Zahlungsansprüche übersetzt werden. Sie ist damit nicht nur eine Rechnung an einen Haushalt oder ein Unternehmen, sondern ein institutioneller Prozess zwischen Lieferanten, Netzbetreibern, Messstellenbetreibern, Bilanzkreisverantwortlichen, Übertragungsnetzbetreibern und Letztverbrauchern. [Weiterlesen]
Glossar · A · Abregelung, Stromnetz, Erzeugung, Netzstabilität, Redispatch, Flexibilität, Erneuerbare Energien Abregelung bezeichnet die gezielte Verringerung der Einspeisung einer Stromerzeugungsanlage, obwohl diese Anlage technisch Strom erzeugen könnte. Eine Windenergieanlage wird dann etwa aus dem Wind gedreht oder in ihrer Leistung begrenzt, eine Photovoltaikanlage reduziert ihre Einspeisung über den Wechselrichter, ein Kraftwerk fährt seine Erzeugung herunter. Abregelung betrifft also nicht die installierte Leistung einer Anlage, sondern deren tatsächliche Einspeisung zu einem bestimmten Zeitpunkt. [Weiterlesen]
Glossar · A · Abwärme, Wärme, Wirkungsgrad, Umwandlungsverluste, Fernwärme, Kraft-Wärme-Kopplung Abwärme ist Wärme, die bei einem technischen Prozess entsteht, ohne selbst der beabsichtigte Hauptnutzen dieses Prozesses zu sein. Sie fällt etwa bei der Stromerzeugung in thermischen Kraftwerken, in Industrieanlagen, Rechenzentren, Müllverbrennungsanlagen, Elektrolyseuren, Kühlprozessen oder Motoren an. Physikalisch handelt es sich um Energie in Form von Wärme. Für ihre praktische Bewertung reicht die Energiemenge allein jedoch nicht aus. Relevant sind auch Temperatur, zeitlicher Verlauf, Leistung, Ort, Medium und Nutzbarkeit. [Weiterlesen]
Glossar · A · Additionality, Zusätzlichkeit, Strombezug, PPA, Grünstrom, Herkunftsnachweis, 24/7 Carbon-Free Energy, Klimabilanz Additionality oder Zusätzlichkeit im Strombezug bezeichnet die Frage, ob ein Strombezug, ein Stromliefervertrag oder ein Grünstromprodukt zusätzliche emissionsarme Erzeugung ermöglicht, die ohne diese Nachfrage nicht entstanden wäre. Der Begriff zielt auf Kausalität: Hat die Beschaffungsentscheidung eines Verbrauchers einen Beitrag dazu geleistet, dass neue erneuerbare Anlagen gebaut, finanziert oder wirtschaftlich abgesichert werden? [Weiterlesen]
Glossar · A · aFRR, automatic Frequency Restoration Reserve, Regelreserve, Frequenzhaltung, Regelenergie, Stromsystem aFRR steht für automatic Frequency Restoration Reserve und bezeichnet eine automatisch aktivierte Regelleistung, mit der Übertragungsnetzbetreiber nach einer Störung oder Prognoseabweichung die Netzfrequenz und die vereinbarten Austauschleistungen zwischen Regelzonen wieder in den geplanten Bereich führen. Im deutschen Sprachgebrauch entspricht aFRR weitgehend der früheren Sekundärregelreserve. Der Begriff ist Teil der europäischen Systematik für Regelreserven und beschreibt eine konkrete Funktion in der Frequenzhaltung des synchron gekoppelten Stromsystems. [Weiterlesen]
Glossar · A · Aggregator, Flexibilität, Demand Response, Prosumer, Speicher, Regelenergie Ein Aggregator ist ein Markt oder Betriebsakteur, der viele kleinere elektrische Anlagen, Speicher oder steuerbare Verbraucher bündelt und diese gebündelte Leistung gegenüber Strommärkten, Netzbetreibern oder anderen Vertragspartnern nutzbar macht. Einzelne Wärmepumpen, Batteriespeicher, Elektroautos, Kühlhäuser, Notstromaggregate oder industrielle Lasten sind für viele Märkte zu klein, zu unregelmäßig oder organisatorisch zu aufwendig. Der Aggregator macht aus vielen dezentralen Einheiten ein steuerbares Portfolio. [Weiterlesen]
Glossar · A · Akzeptanz, Energiewende, Windenergie, Netzausbau, Infrastruktur, Beteiligung, Governance, Flächenbedarf Akzeptanz bezeichnet die Bereitschaft von Menschen, Gruppen, Unternehmen oder Institutionen, eine Maßnahme, Anlage, Regel oder Veränderung hinzunehmen, zu unterstützen oder aktiv mitzutragen. Im Stromsystem betrifft der Begriff vor allem Windenergie, Netzausbau, Freiflächen Photovoltaik, Speicher, Umspannwerke, neue Leitungen, Wärmenetze, Wasserstoffinfrastruktur und Regeln zur Steuerung von Verbrauch und Erzeugung. Akzeptanz ist damit keine technische Größe wie Leistung oder Energie. Sie beschreibt eine soziale und institutionelle Bedingung dafür, dass technische Lösungen geplant, genehmigt, gebaut und dauerhaft betrieben werden können. [Weiterlesen]
Glossar · A · Ammoniak, Wasserstoff, Energieträger, Industrie, Speicher, Transport, Power-to-X Ammoniak ist eine chemische Verbindung aus Stickstoff und Wasserstoff mit der Summenformel NH₃. Im Energiesystem bezeichnet der Begriff vor allem einen möglichen Trägerstoff für Wasserstoff, einen industriellen Grundstoff und einen chemischen Speicher für erneuerbar erzeugte Energie. Ammoniak ist bei Raumtemperatur gasförmig, lässt sich aber bei minus 33 Grad Celsius oder unter moderatem Druck verflüssigen. Diese Eigenschaft macht es für Transport und Lagerung einfacher handhabbar als elementaren Wasserstoff, der sehr geringe volumetrische Energiedichte hat und für viele Anwendungen stark verdichtet oder tiefgekühlt werden muss. [Weiterlesen]
Glossar · A · Ammoniak-Cracker, Ammoniak, Wasserstoff, Wasserstoffderivat, Power-to-X, Industrie, Energieinfrastruktur Ein Ammoniak Cracker ist eine technische Anlage, die Ammoniak in Wasserstoff und Stickstoff zerlegt. Die chemische Reaktion lautet vereinfacht: Aus zwei Molekülen Ammoniak entstehen ein Molekül Stickstoff und drei Moleküle Wasserstoff. Relevant wird diese Anlage, wenn Ammoniak nicht als eigener Energieträger oder Rohstoff genutzt werden soll, sondern als Transport oder Speicherform für Wasserstoff. Ammoniak kann bei moderatem Druck oder tiefer Temperatur verflüssigt werden und besitzt eine etablierte internationale Handels und Hafeninfrastruktur. Reiner Wasserstoff ist dagegen schwerer zu speichern und über weite Strecken zu transportieren. Der Cracker ist die technische Gegenstelle zu diesem Vorteil: Er macht aus transportfähigem Ammoniak wieder nutzbaren Wasserstoff. [Weiterlesen]
Glossar · A · Angebots- und Nachfragebilanz, Stromsystem, Erzeugung, Verbrauch, Netzfrequenz, Regelenergie, Versorgungssicherheit, Bilanzkreis, Flexibilität Die Angebots und Nachfragebilanz bezeichnet im Stromsystem den laufenden Ausgleich zwischen eingespeister und entnommener elektrischer Leistung. Zu jedem Zeitpunkt muss die Summe aus Kraftwerkserzeugung, Speicherentladung, Importen und sonstiger Einspeisung der Summe aus Verbrauch, Speicherladung, Exporten, Netzverlusten und betrieblichen Eigenbedarfen entsprechen. Diese Bilanz ist keine statistische Jahresrechnung, sondern eine physikalische Betriebsbedingung im Sekundenbereich. [Weiterlesen]
Glossar · A · Anreizregulierung, Netzentgelt, Netzbetreiber, Regulierung, Effizienz, Stromnetz Anreizregulierung ist ein Regulierungsmodell für Strom und Gasnetze, bei dem die zulässigen Erlöse der Netzbetreiber nicht einfach aus den tatsächlich angefallenen Kosten abgeleitet werden. Stattdessen setzt die Regulierungsbehörde für eine mehrjährige Regulierungsperiode eine Erlösobergrenze fest. Innerhalb dieser Grenze muss der Netzbetreiber seine Aufgaben erfüllen: Netzbetrieb, Instandhaltung, Anschluss neuer Anlagen, Erweiterung, Erneuerung und Systemführung. [Weiterlesen]
Glossar · A · Anschluss- und Benutzungszwang, Wärmenetz, Fernwärme, Kommune, Satzung, Wärmeplanung Anschluss und Benutzungszwang bezeichnet eine öffentlich rechtliche Pflicht, ein Grundstück oder Gebäude an eine bestimmte kommunale Einrichtung anzuschließen und diese Einrichtung für den vorgesehenen Zweck zu nutzen. Im Energiebereich betrifft der Begriff vor allem leitungsgebundene Wärmeversorgung, also Wärmenetze und Fernwärme. Der Anschlusszwang verpflichtet Eigentümer dazu, die technische Verbindung zum Netz herzustellen oder zu dulden. Der Benutzungszwang geht weiter: Er verpflichtet dazu, den Wärmebedarf tatsächlich über diese Einrichtung zu decken, soweit die Satzung dies vorsieht. [Weiterlesen]
Glossar · A · Anschlussleistung, Netzanschluss, Hausanschluss, Leistung, Ladeinfrastruktur, Wärmepumpe, Industrie, Verteilnetz Anschlussleistung bezeichnet die elektrische Leistung, die an einem Netzanschluss maximal bezogen oder eingespeist werden darf oder für die ein Anschluss technisch ausgelegt ist. Sie beschreibt keine Energiemenge über ein Jahr, sondern eine mögliche Momentanbelastung. Angegeben wird sie meist in Kilowatt (kW), Megawatt (MW) oder, bei der Auslegung elektrischer Betriebsmittel, in Kilovoltampere (kVA). Für Netzbetreiber, Elektroplanung und Anschlussnehmer ist sie eine zentrale Größe, weil Leitungen, Sicherungen, Transformatoren, Schaltanlagen und Zählerplätze nicht nach Jahresverbrauch dimensioniert werden, sondern nach der Leistung, die gleichzeitig auftreten kann. [Weiterlesen]
Glossar · A · Arbitrage, Strommarkt, Speicher, Batteriespeicher, Pumpspeicher, Preisunterschiede, Flexibilität, Spotmarkt Arbitrage bezeichnet die Nutzung von Preisunterschieden zwischen verschiedenen Zeitpunkten, Orten oder Produkten. Im Stromsystem meint der Begriff meist zeitliche Arbitrage: Strom wird aufgenommen, gekauft oder der Verbrauch wird erhöht, wenn der Preis niedrig ist; später wird Strom abgegeben, verkauft oder Verbrauch vermieden, wenn der Preis höher ist. Der wirtschaftliche Ertrag entsteht aus der Differenz zwischen Einkaufs und Verkaufspreis, abzüglich technischer Verluste, Betriebskosten, Netzentgelte, Abgaben, Steuern, Finanzierungskosten und gegebenenfalls Alterungskosten eines Speichers. [Weiterlesen]
Glossar · A · Asset Management, Netzbetreiber, Instandhaltung, Stromnetz, Investition, Betriebsmittel, Alterung, Regulierung Asset Management bezeichnet die systematische Bewirtschaftung technischer Anlagen über ihren gesamten Lebenszyklus. Im Stromsystem geht es um Leitungen, Kabel, Transformatoren, Schaltanlagen, Schutztechnik, Leittechnik, Kraftwerke, Speicher, Messsysteme und digitale Infrastruktur. Der Begriff beschreibt nicht eine einzelne Tätigkeit, sondern die Verbindung von technischer Zustandsbewertung, Risikosteuerung, Instandhaltung, Erneuerung, Investitionsplanung und wirtschaftlicher Priorisierung. [Weiterlesen]
Glossar · A · Auktionierung, EU-Emissionshandel, Zertifikatehandel, CO2-Bepreisung, Strommarkt, Klimaschutz Auktionierung im Emissionshandel bezeichnet die Versteigerung von Emissionszertifikaten durch staatliche oder europäische Stellen. Unternehmen, die unter ein Emissionshandelssystem fallen, müssen für jede ausgestoßene Tonne CO₂ oder CO₂ Äquivalent ein Zertifikat abgeben. Bei der Auktionierung erhalten sie diese Zertifikate nicht kostenlos, sondern erwerben sie über organisierte Versteigerungen oder anschließend am Sekundärmarkt. Der Preis entsteht dadurch aus dem Verhältnis von begrenztem Angebot, Nachfrage der verpflichteten Unternehmen und Erwartungen über künftige Knappheit. [Weiterlesen]
Glossar · A · Ausfallarbeit, Abregelung, Einspeisemanagement, Redispatch, Erneuerbare Energien, Netzengpass, Entschädigung Ausfallarbeit bezeichnet die elektrische Energiemenge, die eine Erzeugungsanlage voraussichtlich produziert hätte, die aber wegen eines netz oder systembedingten Eingriffs nicht eingespeist wurde. Der Begriff wird vor allem bei der Abregelung von Windenergie und Photovoltaikanlagen, beim früheren Einspeisemanagement und im heutigen Redispatch verwendet. Gemeint ist also nicht ein technischer Defekt der Anlage, sondern eine unterlassene Einspeisung, die durch eine Anweisung oder Steuerung von außen ausgelöst wird. [Weiterlesen]
Glossar · A · Ausgleichsenergie, Bilanzkreis, Bilanzkreisverantwortung, Regelenergie, Strommarkt, Abrechnung, Prognosefehler, Fahrplan Ausgleichsenergie ist die Energiemenge, die einem Bilanzkreis nachträglich zugerechnet wird, wenn seine tatsächliche Einspeisung oder Entnahme vom angemeldeten Fahrplan abweicht. Sie beschreibt keine eigene Stromart und kein zusätzliches Kraftwerk, sondern die abrechnungsrelevante Differenz zwischen Planung und Wirklichkeit. In dieser Differenz treffen sich Stromhandel, Prognose, Netzbetrieb und Verantwortung für die kurzfristige Stabilität des Stromsystems. [Weiterlesen]
Glossar · A · Ausschreibung, Erneuerbare Energien, Förderung, Marktprämie, Kapazitätsmarkt, Strommarkt, Gebot Eine Ausschreibung ist ein geregeltes Wettbewerbsverfahren, in dem eine öffentliche Stelle oder ein beauftragter Akteur eine bestimmte Leistung, Energiemenge oder Kapazität nach vorher festgelegten Bedingungen vergibt. Im Stromsystem betrifft das zum Beispiel Förderansprüche für erneuerbare Energien, gesicherte Leistung in einem Kapazitätsmarkt, Regelreserve, Netzbetriebsmittel, abschaltbare Lasten oder bestimmte Dienstleistungen für den Netzbetrieb. Anbieter geben Gebote ab. Der Zuschlag entscheidet, wer liefern, bauen, vorhalten oder eine Förderung erhalten darf. [Weiterlesen]
Glossar · A · Autarkiegrad, Eigenverbrauch, Photovoltaik, Batteriespeicher, Prosumer, Stromverbrauch, Netzbezug Der Autarkiegrad gibt an, welcher Anteil des eigenen Stromverbrauchs innerhalb eines bestimmten Zeitraums durch eigene Erzeugung oder durch zuvor selbst erzeugten und gespeicherten Strom gedeckt wird. Er ist eine Verhältniszahl und wird meist in Prozent angegeben. Ein Haushalt mit einem jährlichen Stromverbrauch von 5.000 Kilowattstunden und 3.000 Kilowattstunden selbst genutztem Solarstrom erreicht rechnerisch einen Autarkiegrad von 60 Prozent. [Weiterlesen]
Glossar · A · Autotherme Reformierung, Wasserstoff, Blauer Wasserstoff, Erdgas, CCS, Industrie, CO2-Abscheidung Autotherme Reformierung ist ein chemisches Verfahren zur Herstellung von Wasserstoff aus Erdgas, Biomethan, Naphtha oder anderen kohlenwasserstoffhaltigen Einsatzstoffen. Der Begriff bezeichnet einen Reaktorprozess, in dem partielle Oxidation und Reformierung miteinander gekoppelt werden. Ein Teil des eingesetzten Brennstoffs reagiert mit Sauerstoff. Dabei entsteht Wärme. Diese Wärme treibt die endothermen Reformierungsreaktionen an, bei denen aus Kohlenwasserstoffen, Wasserdampf und teilweise Kohlendioxid ein Synthesegas aus Wasserstoff, Kohlenmonoxid und Kohlendioxid entsteht. [Weiterlesen]
Glossar · B · Balkonkraftwerk, Steckersolargerät, Photovoltaik, Prosumer, Eigenverbrauch, Niederspannung, Stromverbrauch Ein Balkonkraftwerk ist eine kleine Photovoltaikanlage für den Eigenverbrauch, die aus einem oder mehreren Solarmodulen, einem Wechselrichter und einer Anschlussleitung besteht. Der technisch genauere Begriff lautet Steckersolargerät, weil die Anlage nicht als eigenständiges Kraftwerk im klassischen Sinn betrieben wird, sondern über einen definierten Anschluss Strom in die elektrische Anlage eines Haushalts einspeist. Der erzeugte Strom wird vorrangig von Geräten verbraucht, die gleichzeitig in derselben Kundenanlage laufen. Nur wenn die Erzeugung den momentanen Verbrauch übersteigt, fließt Überschussstrom in das öffentliche Niederspannungsnetz. [Weiterlesen]
Glossar · B · Baseload, Peakload, Stromhandel, Terminmarkt, Grundlast, Spitzenlast, Strombeschaffung, Lastprofil Baseload und Peakload sind standardisierte Handelsprodukte für Stromlieferungen in festgelegten Zeitblöcken. Baseload bezeichnet eine gleichmäßige Lieferung über alle Stunden eines Lieferzeitraums, etwa eines Tages, Monats, Quartals oder Jahres. Peakload bezeichnet eine Lieferung für definierte Tagesstunden an Werktagen, in vielen europäischen Handelsprodukten zum Beispiel von Montag bis Freitag zwischen 8 und 20 Uhr. Die genaue Abgrenzung hängt vom jeweiligen Markt, Produktkalender und Börsenregelwerk ab. [Weiterlesen]
Glossar · B · Basisrisiko, Preisabsicherung, Hedging, PPA, Terminmarkt, Gebotszone, Strompreis, Strommarkt Basisrisiko bezeichnet das Risiko, dass ein Absicherungsinstrument nicht exakt dieselbe Preisentwicklung abbildet wie die wirtschaftliche Position, die abgesichert werden soll. Im Strommarkt entsteht es, wenn Erzeugung, Beschaffung oder Verbrauch an einem bestimmten Preis, Profil oder Ort hängen, die Absicherung aber auf einen anderen Referenzpreis, ein anderes Marktgebiet, ein anderes Produkt oder eine andere zeitliche Struktur bezogen ist. [Weiterlesen]
Glossar · B · Batteriemanagementsystem, BMS, Batteriespeicher, Ladezustand, C-Rate, Zyklenfestigkeit, Sicherheit Ein Batteriemanagementsystem, kurz BMS, ist die Überwachungs und Steuerungseinheit einer Batterie. Es misst Zellspannungen, Temperaturen, Ströme und weitere Betriebsgrößen, berechnet daraus Zustände wie Ladezustand und Alterung und greift ein, wenn einzelne Zellen oder der gesamte Batteriesatz außerhalb zulässiger Grenzen betrieben würden. Ohne BMS wäre eine moderne Lithium Ionen Batterie kein verlässlich nutzbarer Speicher, sondern eine Ansammlung elektrochemischer Zellen mit schwer kontrollierbarem Verhalten. [Weiterlesen]
Glossar · B · Batteriespeicher, Speicher, Flexibilität, Regelenergie, Photovoltaik, C-Rate, Ladezustand, Zyklenfestigkeit Ein Batteriespeicher ist ein elektrochemischer Speicher, der elektrische Energie aufnimmt, in chemischer Form zwischenspeichert und später wieder als elektrische Energie abgibt. Im Stromsystem dient er nicht der Erzeugung zusätzlicher Energie, sondern der zeitlichen Verschiebung von Strom und der Bereitstellung schnell verfügbarer Leistung. Diese Unterscheidung ist zentral: Ein Batteriespeicher kann Strommengen verlagern, Leistung bereitstellen und Netz oder Marktprozesse stabilisieren, aber er ersetzt keine dauerhafte Energiequelle. [Weiterlesen]
Glossar · B · BECCS, Bioenergy with Carbon Capture and Storage, Biomasse, CCS, Negative Emissionen, Klimaneutralität BECCS steht für Bioenergy with Carbon Capture and Storage. Gemeint ist eine Prozesskette, bei der Biomasse energetisch genutzt wird, das dabei entstehende Kohlendioxid abgeschieden und anschließend dauerhaft geologisch gespeichert wird. Der Begriff verbindet also drei Ebenen: die Bereitstellung biogener Rohstoffe, die Erzeugung von Energie und die Speicherung von CO₂. Als negative Emission gilt BECCS nur dann, wenn über die gesamte Kette hinweg mehr CO₂ der Atmosphäre entzogen und dauerhaft gebunden wird, als durch Anbau, Ernte, Transport, Verarbeitung, Energieeinsatz, Abscheidung und Speicherung freigesetzt wird. [Weiterlesen]
Glossar · B · Beihilferecht, EU-Recht, Förderung, Kapazitätsmechanismus, CfD, Strommarkt, Wettbewerb, Energiewende Beihilferecht bezeichnet die Regeln, nach denen staatliche Unterstützungen für Unternehmen, Branchen oder bestimmte wirtschaftliche Tätigkeiten im europäischen Binnenmarkt geprüft, begrenzt oder genehmigt werden. Im Stromsystem betrifft es etwa Förderungen für erneuerbare Energien, Kapazitätsmechanismen, Differenzverträge, Kraftwerksreserven, Wasserstoffprojekte, Strompreiskompensationen, Netzentgeltbefreiungen, Transformationshilfen für Industrieunternehmen oder staatlich abgesicherte Investitionsprogramme. [Weiterlesen]
Glossar · B · Benchmarking, Begriff, Glossar, Energie, Stromsystem, Regulierung, Effizienz, Anreizregulierung Benchmarking bezeichnet den methodisch geregelten Vergleich von Kosten, Leistungen, Emissionen, technischen Kennwerten oder Prozessen mit einem Referenzwert. Dieser Referenzwert kann aus dem Durchschnitt vergleichbarer Akteure, aus den besten beobachteten Werten, aus technischen Zielgrößen oder aus politisch gesetzten Schwellen entstehen. Im Stromsystem wird Benchmarking eingesetzt, um Effizienz, Qualität und Zielerreichung messbar zu machen, besonders dort, wo normale Wettbewerbssignale fehlen oder politisch definierte Ziele in konkrete Vorgaben übersetzt werden müssen. [Weiterlesen]
Glossar · B · Benchmarking, EU-Emissionshandel, Free Allocation, Zertifikatehandel, Industrie, CO2-Intensität Benchmarking im Emissionshandel bezeichnet die Festlegung von Vergleichswerten, nach denen die kostenlose Zuteilung von Emissionszertifikaten berechnet wird. Ein Benchmark gibt an, welche Menge an Treibhausgasemissionen pro Produkteinheit bei besonders effizienten Anlagen als Referenz gilt. Im europäischen Emissionshandel wird damit nicht jede Tonne historischer Emissionen einer Anlage abgesichert, sondern eine produktbezogene Emissionsintensität als Maßstab verwendet. [Weiterlesen]
Glossar · B · Betriebssicherheit, Netzsicherheit, Versorgungssicherheit, Frequenzhaltung, Spannungshaltung, N-1-Kriterium, Netzbetrieb, Systemstabilität Betriebssicherheit bezeichnet die Fähigkeit eines Stromsystems, im laufenden Betrieb innerhalb seiner technischen Grenzwerte zu bleiben und Störungen so zu beherrschen, dass sie nicht zu großflächigen Versorgungsunterbrechungen führen. Gemeint ist die operative Sicherheit des Systems in Minuten, Sekunden und teilweise Millisekunden: Frequenz, Spannung, Stromflüsse, Schutztechnik, Stabilität von Erzeugungsanlagen und Netzen sowie die Verfügbarkeit der notwendigen Eingriffsmöglichkeiten. [Weiterlesen]
Glossar · B · Bezahlbarkeit, Strompreis, Energiearmut, Versorgungssicherheit, Klimaschutz, Governance, Strompreisbestandteile Bezahlbarkeit bezeichnet im Energiesystem die Fähigkeit von Haushalten, Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen, Strom, Wärme und andere Energiedienstleistungen zu Kosten zu nutzen, die ihre wirtschaftliche Handlungsfähigkeit nicht überfordern. Der Begriff beschreibt damit kein einzelnes Preisniveau, sondern das Verhältnis zwischen Energiekosten, Einkommen, Wertschöpfung, Investitionsbedarf und politisch festgelegter Kostenverteilung. [Weiterlesen]
Glossar · B · Bidirektionales Laden, Vehicle-to-Grid, Vehicle-to-Home, Vehicle-to-Building, Elektromobilität, Speicher, Ladeinfrastruktur, Flexibilität, Stromnetz Bidirektionales Laden bezeichnet den Betrieb eines Elektrofahrzeugs, bei dem die Fahrzeugbatterie über eine geeignete Ladeinfrastruktur nicht nur Strom aufnimmt, sondern Strom auch wieder abgeben kann. Das Fahrzeug wird damit zeitweise zu einem steuerbaren elektrischen Speicher. Technisch betrifft der Begriff den Energiefluss zwischen Batterie, Ladegerät, Gebäudeinstallation und Stromnetz. Praktisch geht es um die Frage, ob ein geparktes Fahrzeug nur geladen wird oder ob seine Batterie gezielt für Eigenverbrauch, Notstrom, Lastverschiebung oder Netzdienstleistungen genutzt werden kann. [Weiterlesen]
Glossar · B · Bilanzielle Speicherung, Virtueller Stromspeicher, Bilanzkreis, Speicher, Strommarkt, Fahrplan, Flexibilität Bilanzielle Speicherung bezeichnet die rechnerische, vertragliche oder marktliche Zuordnung von Strommengen über verschiedene Zeitpunkte hinweg, ohne dass dieselbe physische Strommenge tatsächlich in einem bestimmten Speicher aufgenommen und später wieder abgegeben worden sein muss. Eine Stromerzeugung zu einem Zeitpunkt wird dabei so bilanziert, dass sie einem Verbrauch zu einem anderen Zeitpunkt zugeordnet werden kann. Die Speicherwirkung entsteht in der Abrechnung, im Bilanzkreis, im Liefervertrag, im Fahrplanmanagement oder im Portfolio eines Marktakteurs. [Weiterlesen]
Glossar · B · Bilanzieller Strombezug, Herkunftsnachweis, Grünstrom, Stromkennzeichnung, PPA, Strommarkt, Stromfluss Bilanzieller Strombezug bedeutet, dass eine bestimmte Strommenge oder eine bestimmte Erzeugungseigenschaft rechnerisch einem Verbraucher zugeordnet wird, ohne dass der physische Strom genau aus der genannten Anlage zu diesem Verbraucher fließt. Der Begriff beschreibt also eine buchhalterische, vertragliche und regulatorische Zuordnung im Stromsystem. Er sagt zunächst nichts darüber aus, welche Elektronen an einer Steckdose ankommen. [Weiterlesen]
Glossar · B · Bilanzkreis, Strommarkt, Bilanzkreisverantwortung, Ausgleichsenergie, Stromhandel, Verbrauch, Erzeugung, Marktregeln, Regelenergie, Fahrplan Ein Bilanzkreis ist eine rechnerische Abrechnungseinheit des Strommarkts, in der Einspeisungen, Entnahmen und Handelsgeschäfte einem verantwortlichen Marktakteur zugeordnet und über festgelegte Zeitintervalle bilanziert werden. Er beschreibt keine Leitung, kein Netzgebiet und keinen physischen Stromfluss. Ein Bilanzkreis ordnet vielmehr wirtschaftlich zu, wer geplant hat, wie viel Strom zu welchem Zeitpunkt geliefert, beschafft, erzeugt oder verbraucht werden soll, und wer für Abweichungen von dieser Planung einsteht. [Weiterlesen]
Glossar · B · Bilanzkreisabweichung, Bilanzkreis, Bilanzkreisverantwortung, Ausgleichsenergie, Fahrplan, Regelenergie, Strommarkt Eine Bilanzkreisabweichung ist die Differenz zwischen dem geplanten und dem tatsächlich eingetretenen Saldo eines Bilanzkreises in einem Abrechnungsintervall. Geplant sind Einspeisungen, Entnahmen und Handelsgeschäfte, die der Bilanzkreisverantwortliche als Fahrplan anmeldet. Tatsächlich zählen die gemessenen Strommengen und die verbindlichen Handelspositionen, die nach den geltenden Marktregeln dem Bilanzkreis zugeordnet werden. Weicht beides voneinander ab, entsteht eine Über oder Unterdeckung im Bilanzkreis. [Weiterlesen]
Glossar · B · Bilanzkreisverantwortung, Bilanzkreis, Strommarkt, Ausgleichsenergie, Prognose, Fahrplan, Regelenergie, Marktakteure Bilanzkreisverantwortung bezeichnet die Pflicht eines Marktakteurs, Einspeisung, Entnahme und Handelsgeschäfte in einem Bilanzkreis so zu planen und zu bewirtschaften, dass sie für jede Abrechnungsperiode möglichst ausgeglichen sind. Der Bilanzkreisverantwortliche trägt die wirtschaftlichen Folgen, wenn die tatsächlichen Mengen von den angemeldeten oder erwarteten Mengen abweichen. Damit wird die physikalische Anforderung des Stromsystems, Erzeugung und Verbrauch jederzeit im Gleichgewicht zu halten, in eine marktliche Verantwortlichkeit übersetzt. [Weiterlesen]
Glossar · B · Biogas, Biomasse, Erneuerbare Energien, Steuerbare Erzeugung, KWK, BHKW, Flexibilität, Biomethan, Methan Biogas ist ein brennbares Gasgemisch, das entsteht, wenn organische Stoffe unter Luftabschluss mikrobiell abgebaut werden. Dieser Prozess heißt anaerobe Vergärung. Das Gas enthält vor allem Methan und Kohlendioxid, dazu kleinere Mengen Wasserdampf, Schwefelwasserstoff, Ammoniak und Spurengase. Für die energetische Nutzung zählt vor allem der Methananteil, weil Methan der brennbare Bestandteil ist. Rohbiogas aus landwirtschaftlichen Anlagen enthält häufig etwa 50 bis 65 Prozent Methan. Der genaue Wert hängt von Substrat, Prozessführung und Aufbereitung ab. [Weiterlesen]
Glossar · B · Biomasse, Bioenergie, Erneuerbare Energien, Steuerbare Erzeugung, Nachhaltigkeit Biomasse bezeichnet organisches Material pflanzlichen, tierischen oder mikrobiellen Ursprungs, das energetisch genutzt werden kann. Im Stromsystem meint der Begriff vor allem feste Biomasse wie Holzreste oder Landschaftspflegematerial, gasförmige Energieträger wie Biogas, Biomethan, Klärgas und Deponiegas sowie biogene Anteile von Abfällen. Aus Biomasse wird nicht unmittelbar Strom, sondern zunächst ein Brennstoff oder ein brennbares Gas, das in einem Kraftwerk, Blockheizkraftwerk oder Gasmotor in Strom und häufig zugleich in Wärme umgewandelt wird. [Weiterlesen]
Glossar · B · Bivalente Wärmeversorgung, Wärmepumpe, Gaskessel, Wärmeversorgung, Heizlast, Spitzenlast, Stromnetz, Flexibilität Bivalente Wärmeversorgung bezeichnet ein Heizsystem, in dem zwei unterschiedliche Wärmeerzeuger oder Energieträger zur Deckung des Wärmebedarfs eingesetzt werden. Häufig gemeint ist die Kombination einer Wärmepumpe mit einem Gas , Öl , Biomasse oder Elektroheizsystem. Die beiden Erzeuger können abwechselnd oder gleichzeitig betrieben werden. Welche Anlage gerade Wärme liefert, hängt von Außentemperatur, Heizlast, Strompreis, Brennstoffpreis, technischer Auslegung und Regelstrategie ab. [Weiterlesen]
Glossar · B · Bivalenzpunkt, Bivalente Wärmeversorgung, Wärmepumpe, Heizlast, Außentemperatur, Gaskessel, Wärmeversorgung, Heizstab, Stromnetz Der Bivalenzpunkt ist die Außentemperatur, bei der in einem bivalenten Heizsystem ein zweiter Wärmeerzeuger zugeschaltet wird oder die Wärmepumpe die benötigte Heizleistung nicht mehr allein bereitstellt. Er beschreibt damit keine Eigenschaft des Wetters allein, sondern den Schnittpunkt zwischen dem Wärmebedarf eines Gebäudes und der verfügbaren oder wirtschaftlich sinnvoll nutzbaren Leistung der Wärmepumpe. [Weiterlesen]
Glossar · B · Blackout, Stromausfall, Versorgungssicherheit, Resilienz, Schwarzstartfähigkeit Ein Blackout ist ein großflächiger, länger andauernder Zusammenbruch der Stromversorgung, bei dem Teile des Übertragungs oder Verteilnetzes nicht mehr stabil betrieben werden können und viele Verbraucher gleichzeitig ohne Strom sind. Gemeint ist damit kein einzelner lokaler Stromausfall durch ein beschädigtes Kabel, keine kurze Unterbrechung in einem Stadtteil und auch kein angekündigtes Abschalten einzelner Lasten. Ein Blackout betrifft die Funktionsfähigkeit des Stromsystems selbst: Frequenz, Spannung, Netzstabilität, Schutztechnik, Erzeugung, Last und Wiederaufbau müssen danach wieder in eine betriebsfähige Ordnung gebracht werden. [Weiterlesen]
Glossar · B · Blauer Wasserstoff, Wasserstofffarben, Erdgas, CCS, Methanemissionen, Klimabilanz, Industrie Blauer Wasserstoff ist Wasserstoff, der in der Regel aus Erdgas hergestellt wird, wobei ein Teil des entstehenden Kohlendioxids abgeschieden und dauerhaft gespeichert werden soll. Die übliche technische Route ist die Dampfreformierung von Methan oder eine verwandte Reformierungstechnik. Dabei wird der Kohlenstoff aus dem Erdgas nicht vollständig vermieden, sondern nachträglich teilweise aus dem Prozessgas oder Abgas entfernt. Blauer Wasserstoff ist deshalb kein erneuerbarer Wasserstoff, sondern ein fossiler Wasserstoffpfad mit CO₂ Abscheidung und Speicherung, meist als CCS bezeichnet. [Weiterlesen]
Glossar · B · Blindleistung, Spannungshaltung, Netzbetrieb, Wechselstrom, Umrichter, Transformator, Systemdienstleistung, Stromnetz Blindleistung ist die elektrische Leistung in einem Wechselstromsystem, die zwischen elektrischen oder magnetischen Feldern und dem Netz hin und herpendelt, ohne dauerhaft in Wärme, Bewegung, Licht oder chemische Energie umgesetzt zu werden. Sie verrichtet keine nutzbare Arbeit wie die Wirkleistung, verursacht aber Ströme, beeinflusst Spannungen und beansprucht Leitungen, Transformatoren und Schaltanlagen. Im Stromnetz ist Blindleistung deshalb keine Nebengröße, sondern eine Betriebsgröße für die Spannungshaltung. [Weiterlesen]
Glossar · B · Blindleistungskompensation, Blindleistung, Spannungshaltung, Leistungsfaktor, STATCOM, SVC, Netzbetrieb Blindleistungskompensation bezeichnet technische und betriebliche Maßnahmen, mit denen Blindleistung in einem Wechselstromnetz reduziert, ausgeglichen oder gezielt bereitgestellt wird. Sie dient vor allem der Spannungshaltung, der Entlastung von Leitungen und Transformatoren sowie der Verbesserung des Leistungsfaktors. Blindleistung verrichtet keine nutzbare Arbeit wie das Antreiben eines Motors oder das Erwärmen eines Heizstabs, sie beeinflusst aber die Stromstärke, die Spannungsverhältnisse und die Auslastung elektrischer Betriebsmittel. [Weiterlesen]
Glossar · B · Blindleistungsmanagement, Blindleistung, Spannungshaltung, Stromnetz, STATCOM, Umrichter, Transformator, Systemdienstleistung, Wechselstrom, Netzbetrieb Blindleistungsmanagement bezeichnet die gezielte Bereitstellung, Aufnahme und Steuerung von Blindleistung in einem Wechselstromnetz. Es dient vor allem der Spannungshaltung, also dem Betrieb des Netzes innerhalb zulässiger Spannungsgrenzen. Blindleistungsmanagement entscheidet damit nicht darüber, wie viele Kilowattstunden elektrische Energie geliefert werden, sondern darüber, ob die elektrischen Bedingungen im Netz die Übertragung und Verteilung dieser Energie technisch ermöglichen. [Weiterlesen]
Glossar · B · Blockheizkraftwerk, BHKW, Kraft-Wärme-Kopplung, Wärme, Stromerzeugung, Fernwärme Ein Blockheizkraftwerk, kurz BHKW, ist eine meist kompakte Anlage, die Strom und nutzbare Wärme gleichzeitig erzeugt. Technisch gehört es zur Kraft Wärme Kopplung. Ein Motor, eine Turbine oder eine Brennstoffzelle erzeugt mechanische oder direkt elektrische Energie; ein Generator speist daraus Strom in ein Gebäude, ein Arealnetz oder das öffentliche Stromnetz ein. Die bei der Umwandlung entstehende Wärme wird nicht an die Umgebung abgegeben, sondern für Raumwärme, Warmwasser, Prozesswärme oder ein Wärmenetz genutzt. [Weiterlesen]
Glossar · B · Brennstoffwechsel, Kraftwerk, H2-ready, Wasserstoff, Erdgas, Biomasse, Dekarbonisierung, Industrie Brennstoffwechsel bezeichnet die Umstellung einer Anlage, eines Kraftwerks oder eines industriellen Prozesses von einem Brennstoff auf einen anderen. Gemeint ist zum Beispiel der Wechsel von Kohle zu Erdgas, von Erdgas zu Wasserstoff, von fossilen Brennstoffen zu Biomasse oder von konventionellen Kraftstoffen zu synthetischen Energieträgern. Der Begriff beschreibt damit keine einzelne Technik, sondern eine Veränderung der energetischen Grundlage eines Prozesses. [Weiterlesen]
Glossar · B · Brownout, Spannung, Stromversorgung, Lastabwurf, Versorgungssicherheit Ein Brownout ist eine zeitweise Absenkung der elektrischen Spannung in einem Stromnetz oder Netzbereich, bei der die Versorgung nicht vollständig ausfällt, aber elektrische Geräte nur noch unter eingeschränkten oder instabilen Bedingungen betrieben werden. Der Begriff stammt aus dem Bild schwächer leuchtender Glühlampen bei sinkender Spannung. Technisch geht es nicht um „zu wenig Strom“ im allgemeinen Sinn, sondern um eine Abweichung der Spannung von ihrem vorgesehenen Bereich. [Weiterlesen]
Glossar · B · Bruttoleistung, Nettoleistung, Kraftwerk, Eigenbedarf, Stromerzeugung, Leistung, Kraftwerkspark Bruttoleistung bezeichnet die elektrische Leistung, die eine Erzeugungsanlage an ihren Generator oder Wechselrichterklemmen bereitstellt, bevor der Eigenbedarf der Anlage abgezogen wird. Nettoleistung bezeichnet die Leistung, die nach Abzug dieses Eigenbedarfs tatsächlich am Netzanschlusspunkt oder für externe Verbraucher verfügbar ist. Beide Größen beschreiben Leistung, also eine momentane elektrische Bereitstellung in Kilowatt, Megawatt oder Gigawatt. Sie sagen nicht unmittelbar aus, wie viel elektrische Energie über eine Stunde, einen Tag oder ein Jahr erzeugt wird. [Weiterlesen]
Glossar · B · Bruttostromerzeugung, Stromerzeugung, Stromsystem, Kraftwerk, Eigenbedarf Bruttostromerzeugung bezeichnet die gesamte elektrische Energie, die eine Stromerzeugungsanlage an ihren Generatoren erzeugt, bevor der Eigenbedarf der Anlage abgezogen wird. Sie umfasst also auch den Strom, den das Kraftwerk selbst benötigt, etwa für Pumpen, Lüfter, Kohlemühlen, Förderbänder, Kühlung, Rauchgasreinigung, Steuerungstechnik oder andere Hilfsaggregate. Gemessen wird sie wie andere Strommengen in Kilowattstunden, Megawattstunden oder Terawattstunden. [Weiterlesen]
Glossar · B · Bundesnetzagentur, BNetzA, Regulierung, Netzentgelt, Netzausbau, Strommarkt, Anreizregulierung Die Bundesnetzagentur, kurz BNetzA, ist die zentrale deutsche Regulierungsbehörde für Netzsektoren. Im Stromsystem beaufsichtigt sie vor allem Netzbetreiber, reguliert die wirtschaftlichen Bedingungen des Netzbetriebs, setzt Regeln für den Netzzugang durch und übernimmt Aufgaben bei Netzausbau, Marktüberwachung und Versorgungssicherheit. Sie ist keine Stromerzeugerin, kein Netzbetreiber und kein Ministerium. Ihre Aufgabe besteht darin, dort Regeln durchzusetzen und Verfahren zu führen, wo Märkte allein nicht zuverlässig funktionieren oder wo monopolartige Infrastrukturen besondere Kontrolle brauchen. [Weiterlesen]
Glossar · B · Börsenstrompreis, Strombörse, Strommarkt, Day-Ahead-Markt, Intraday-Markt, Spotmarkt Der Börsenstrompreis ist der Preis, zu dem Strom an einer organisierten Strombörse für einen genau definierten Lieferzeitraum gehandelt wird. Er bezieht sich nicht auf Strom im allgemeinen Sinn, sondern auf ein standardisiertes Produkt: eine Megawattstunde elektrische Energie, geliefert in einer bestimmten Viertelstunde, Stunde, einem Tagesblock, Monatskontrakt oder Jahreskontrakt. Im deutschen Sprachgebrauch ist mit Börsenstrompreis häufig der kurzfristige Großhandelspreis am Spotmarkt gemeint, besonders der Day Ahead Preis der Strombörse EPEX Spot. Der Begriff kann aber auch Intraday Preise oder Terminmarktpreise umfassen, wenn dies ausdrücklich gesagt wird. [Weiterlesen]
Glossar · B · Bürgerenergie, Erneuerbare Energien, Energy Sharing, Prosumer, Genossenschaft, Beteiligung, Akzeptanz, Energiewende Bürgerenergie bezeichnet Energieprojekte, bei denen Bürgerinnen und Bürger, lokale Gemeinschaften, Energiegenossenschaften, kommunale Unternehmen oder andere örtlich verankerte Akteure wirtschaftlich, organisatorisch oder eigentumsrechtlich beteiligt sind. Der Begriff wird vor allem für Projekte mit Erneuerbaren Energien verwendet, etwa Windparks, Photovoltaikanlagen, Nahwärmenetze, Speicher, Mieterstrommodelle oder gemeinschaftliche Stromnutzung. Gemeint ist dabei nicht jede kleine Anlage und auch nicht jede private Solaranlage auf einem Hausdach, sondern eine Form der Energieversorgung, bei der Eigentum, Risiko, Erträge und Mitgestaltung anders verteilt sind als bei rein zentralen Investorenmodellen. [Weiterlesen]
Glossar · C · C-Rate, Batteriespeicher, Speicherleistung, Speicherkapazität, Ladegeschwindigkeit Die C Rate beschreibt bei einer Batterie, wie schnell sie im Verhältnis zu ihrer Kapazität geladen oder entladen wird. Eine C Rate von 1C bedeutet, dass eine Batterie rechnerisch innerhalb einer Stunde vollständig geladen oder entladen würde, wenn der Strom über diese Zeit konstant fließt und die gesamte Nennkapazität nutzbar ist. 0,5C entspricht ungefähr zwei Stunden, 2C etwa einer halben Stunde. Die C Rate setzt also Lade oder Entladeleistung ins Verhältnis zur Speicherkapazität. [Weiterlesen]
Glossar · C · Cap, Emissionshandel, EU-ETS, CO2-Bepreisung, Zertifikatehandel, Klimaschutz, Emissionsbudget Das Cap im Emissionshandel ist die politisch festgelegte Obergrenze für die Emissionen, die innerhalb eines bestimmten Emissionshandelssystems insgesamt ausgestoßen werden dürfen. Es legt fest, wie viele Emissionszertifikate in einem Zeitraum verfügbar sind. Jedes Zertifikat berechtigt zur Emission einer bestimmten Menge Treibhausgas, im Regelfall einer Tonne CO₂ Äquivalent. Wer unter das System fällt, muss für seine berichteten Emissionen entsprechend viele Zertifikate abgeben. [Weiterlesen]
Glossar · C · Capture Price, Marktwert, Strompreis, Erneuerbare Energien, Strommarkt Der Capture Price beschreibt den durchschnittlichen Strompreis, den eine Erzeugungsanlage, ein Kraftwerk oder eine Erzeugungstechnologie während ihrer tatsächlichen Einspeisezeiten erzielt. Er wird meist in Euro pro Megawattstunde angegeben und ergibt sich als mengengewichteter Durchschnitt der Strompreise in den Stunden oder Viertelstunden, in denen die Anlage Strom erzeugt und am Markt verkauft. Eine Solaranlage erhält ihren Capture Price also nicht aus dem Jahresdurchschnitt aller Börsenpreise, sondern aus den Preisen genau jener Zeiträume, in denen sie einspeist. [Weiterlesen]
Glossar · C · Capture Price, Marktwert, Marktwertfaktor, Photovoltaik, Windenergie, Strommarkt, Kannibalisierungseffekt, Börsenstrompreis Capture Price, auf Deutsch meist Marktwert, bezeichnet den durchschnittlichen Strompreis, den eine Erzeugungsanlage oder eine Erzeugungstechnologie mit ihrem tatsächlichen Einspeiseprofil erzielt. Er wird berechnet, indem die in jeder Marktzeit erzielte Strommenge mit dem jeweiligen Börsenpreis gewichtet und anschließend durch die gesamte eingespeiste Strommenge geteilt wird. Die übliche Einheit ist Euro je Megawattstunde. Formal beschreibt der Marktwert also keinen einfachen Durchschnittspreis, sondern einen mengengewichteten Preis. [Weiterlesen]
Glossar · C · Capture Rate, Capture Price, Marktwert, Marktwertfaktor, Windenergie, Photovoltaik, Strommarkt, Kannibalisierungseffekt Capture Rate bezeichnet das Verhältnis zwischen dem erzielten Marktwert einer Stromerzeugung und dem durchschnittlichen Marktpreis im betrachteten Zeitraum. Sie misst, welchen Anteil am durchschnittlichen Strompreis eine Anlage, ein Portfolio oder eine Technologie mit ihrem tatsächlichen Einspeiseprofil erlöst. Liegt die Capture Rate bei 100 Prozent, entspricht der erzielte Preis dem Durchschnittspreis. Liegt sie darunter, wurde der Strom überwiegend in Stunden mit unterdurchschnittlichen Preisen eingespeist. Liegt sie darüber, fiel die Erzeugung stärker in Stunden mit hohen Preisen. [Weiterlesen]
Glossar · C · CCU, Carbon Capture and Utilization, CO2-Nutzung, E-Fuels, Industrie, Klimabilanz, Power-to-X Carbon Capture and Utilization, kurz CCU, bezeichnet die Abscheidung von Kohlendioxid und seine anschließende Nutzung als kohlenstoffhaltiger Rohstoff. Das abgeschiedene CO₂ wird dabei nicht unmittelbar in die Atmosphäre abgegeben, sondern in einen technischen oder industriellen Prozess eingespeist. Es kann zum Beispiel in chemischen Produkten, Kunststoffen, synthetischen Kraftstoffen, Baustoffen, Getränken, Gewächshäusern oder bestimmten industriellen Anwendungen verwendet werden. [Weiterlesen]
Glossar · C · CCU, Carbon Capture and Utilization, CO2-Nutzung, E-Fuels, Industrie, Klimabilanz, Power-to-X Carbon Capture and Utilization, kurz CCU, bezeichnet die Abscheidung von Kohlendioxid und seine anschließende Nutzung als kohlenstoffhaltiger Rohstoff. Das abgeschiedene CO₂ wird dabei nicht unmittelbar in die Atmosphäre abgegeben, sondern in einen technischen oder industriellen Prozess eingespeist. Es kann zum Beispiel in chemischen Produkten, Kunststoffen, synthetischen Kraftstoffen, Baustoffen, Getränken, Gewächshäusern oder bestimmten industriellen Anwendungen verwendet werden. [Weiterlesen]
Glossar · C · Carbon Leakage, EU-Emissionshandel, Industrie, Klimapolitik, Wettbewerbsfähigkeit, Treibhausgasemissionen Carbon Leakage bezeichnet die Verlagerung von Treibhausgasemissionen in andere Länder oder Regionen, wenn Klimaschutzregeln, CO₂ Preise oder andere klimapolitische Anforderungen die Produktion an einem Standort verteuern und dadurch Produktion, Investitionen oder Nachfrage in Gebiete mit geringeren Klimaschutzauflagen wandern. Die Emissionen erscheinen dann in der Statistik des streng regulierten Gebietes niedriger, können global aber gleich bleiben oder sogar steigen. [Weiterlesen]
Glossar · C · CBAM, CO2-Grenzausgleich, EU-Emissionshandel, Klimapolitik, Industrie, Stromsystem CBAM steht für Carbon Border Adjustment Mechanism. Gemeint ist der CO₂ Grenzausgleich der Europäischen Union für bestimmte emissionsintensive Importgüter. Er soll dafür sorgen, dass eingeführte Produkte in ausgewählten Branchen einen vergleichbaren CO₂ Kostenanteil tragen wie Produkte, die innerhalb der EU unter dem EU Emissionshandel hergestellt werden. [Weiterlesen]
Glossar · C · CfD, Contracts for Difference, Differenzvertrag, Förderung, Strommarkt Ein CfD, kurz für Contracts for Difference, ist ein Differenzvertrag, der Erlöse aus Stromerzeugung gegen einen vorher festgelegten Referenzwert absichert. Im Stromsystem wird damit meist ein Förder oder Absicherungsinstrument bezeichnet, bei dem ein Anlagenbetreiber weiterhin Strom am Markt verkauft, seine Erlöse aber nachträglich mit einem vereinbarten Preis abgeglichen werden. Liegt der Marktpreis unter diesem Preis, erhält der Betreiber eine Ausgleichszahlung. Liegt der Marktpreis darüber, zahlt er die Differenz ganz oder teilweise zurück. Bei dieser zweiseitigen Ausgestaltung begrenzt ein CfD also sowohl das Erlösrisiko des Betreibers als auch übermäßige Zusatzerlöse bei hohen Marktpreisen. [Weiterlesen]
Glossar · C · Clean Dark Spread, Kohlekraftwerk, Strommarkt, Kohle, EU-Emissionshandel, CO2-Preis, Kraftwerkseinsatz, Deckungsbeitrag Der Clean Dark Spread ist die rechnerische kurzfristige Marge eines Kohlekraftwerks je erzeugter Megawattstunde Strom nach Abzug der Kohlekosten und der Kosten für CO₂ Zertifikate. Er beschreibt also, wie viel vom Strompreis übrig bleibt, wenn die wichtigsten variablen Kosten der kohlebasierten Stromerzeugung berücksichtigt sind. Gemessen wird er üblicherweise in Euro je Megawattstunde elektrischer Energie, also in €/MWh. [Weiterlesen]
Glossar · C · Clean Spark Spread, Gaskraftwerk, Strommarkt, Erdgas, EU-Emissionshandel, CO2-Preis, Kraftwerkseinsatz, Deckungsbeitrag Der Clean Spark Spread ist die rechnerische Marge eines Gaskraftwerks je erzeugter Megawattstunde Strom nach Abzug der Brennstoffkosten und der Kosten für CO₂ Zertifikate. Er vergleicht den erzielbaren Strompreis mit den variablen Kosten der Stromerzeugung aus Erdgas. Ist der Wert positiv, kann das Kraftwerk aus dem Stromverkauf einen Deckungsbeitrag erzielen. Ist er negativ, reichen die Stromerlöse allein nicht aus, um Gas und Emissionsrechte zu bezahlen. [Weiterlesen]
Glossar · C · Clearing, Glossar, Energie, Stromsystem, Stromhandel, Strommarkt, Börse, Bilanzkreis, Gegenparteirisiko Clearing bezeichnet im Stromhandel die nachgelagerte Abwicklung, Verrechnung und finanzielle Absicherung von Handelsgeschäften, nachdem ein Kauf oder Verkauf abgeschlossen wurde. Es sorgt dafür, dass aus einem gehandelten Geschäft ein erfüllbarer Zahlungs und Lieferanspruch wird. Im Kern beantwortet Clearing drei praktische Fragen: Wer schuldet wem welchen Betrag, welche Sicherheiten müssen hinterlegt werden, und wie wird das Risiko begrenzt, dass eine Vertragspartei ausfällt? [Weiterlesen]
Glossar · C · Clipping, Photovoltaik, Wechselrichter, DC-AC-Verhältnis, Solarmodul, Abregelung, Ertrag Clipping bezeichnet bei einer Photovoltaikanlage die Begrenzung der AC Ausgangsleistung durch den Wechselrichter, wenn die Solarmodule auf der DC Seite mehr elektrische Leistung bereitstellen könnten, als der Wechselrichter in Wechselstrom umwandeln und abgeben kann. Die mögliche Erzeugung oberhalb dieser Grenze wird dann nicht genutzt. Im Erzeugungsprofil erscheint das als abgeflachte Leistungsspitze: Die Kurve steigt bis zur maximalen Wechselrichterleistung und bleibt dort, obwohl die Einstrahlung kurzzeitig eine höhere Modulleistung erlauben würde. [Weiterlesen]
Glossar · C · CO2-Abscheidung, Glossar, Energie, Stromsystem, CCS, Klimaschutz, Industrie CO2 Abscheidung bezeichnet technische Verfahren, mit denen Kohlendioxid aus einem Gasstrom getrennt wird. Dieser Gasstrom kann das Abgas eines Kraftwerks sein, ein Prozessgas aus der Zement , Kalk , Stahl oder Chemieindustrie, Biogas, Rauchgas aus einer Müllverbrennungsanlage oder Umgebungsluft. Die Abscheidung selbst löst das Klimaproblem nicht. Sie ist der erste Schritt einer Kette, die anschließend Transport, Nutzung oder dauerhafte Speicherung des abgeschiedenen CO2 benötigt. [Weiterlesen]
Glossar · C · COP, Glossar, Energie, Stromsystem, Wärmepumpe, Leistungszahl, Energieeffizienz COP steht für Coefficient of Performance und bezeichnet bei einer Wärmepumpe das Verhältnis zwischen abgegebener Wärmeleistung und eingesetzter elektrischer Leistung in einem bestimmten Betriebszustand. Ein COP von 4 bedeutet: Aus 1 Kilowatt elektrischer Leistung werden unter den angegebenen Bedingungen 4 Kilowatt Wärmeleistung bereitgestellt. Die Differenz stammt nicht aus der Steckdose, sondern aus der Umweltquelle, etwa Außenluft, Erdreich, Grundwasser oder Abwärme. [Weiterlesen]
Glossar · C · COP, Leistungszahl, Wärmepumpe, Jahresarbeitszahl, Effizienz, Temperaturhub Der COP, kurz für „Coefficient of Performance“, bezeichnet bei einer Wärmepumpe das Verhältnis zwischen abgegebener Nutzwärme und aufgenommener elektrischer Leistung in einem bestimmten Betriebszustand. Im Deutschen wird dafür meist der Begriff Leistungszahl verwendet. Ein COP von 3 bedeutet: Aus 1 Kilowatt elektrischer Leistung werden unter den angegebenen Bedingungen 3 Kilowatt Wärmeleistung bereitgestellt. Die zusätzlichen 2 Kilowatt stammen nicht aus dem Stromnetz, sondern aus der Umweltwärme, etwa aus Außenluft, Erdreich oder Grundwasser. [Weiterlesen]
Glossar · C · cos phi, Leistungsfaktor, Wirkleistung, Blindleistung, Scheinleistung, Wechselstrom, Phasenwinkel cos φ, gesprochen cos phi, bezeichnet in einem sinusförmigen Wechselstromsystem den Kosinus des Phasenwinkels φ zwischen Spannung und Strom. Er beschreibt, welcher Anteil der elektrischen Scheinleistung als Wirkleistung umgesetzt wird. Mathematisch gilt unter ideal sinusförmigen Bedingungen: cos φ = P / S. P ist die Wirkleistung, S die Scheinleistung. Der Wert ist dimensionslos und liegt betragsmäßig zwischen 0 und 1. [Weiterlesen]
Glossar · C · CO2-Bepreisung, CO2-Preis, EU-Emissionshandel, Klimaschutz, Emissionen, Strommarkt, Grenzkosten, Merit-Order CO₂ Bepreisung bezeichnet Regeln, durch die der Ausstoß von Kohlendioxid oder anderen Treibhausgasen einen Geldwert erhält. Gemessen wird meist in Euro je Tonne CO₂ oder in Euro je Tonne CO₂ Äquivalent, wenn auch Methan, Lachgas oder andere Treibhausgase einbezogen werden. Der Preis soll eine Kostenposition sichtbar machen, die ohne Regulierung bei der Allgemeinheit, bei künftigen Generationen oder bei anderen Weltregionen anfällt: die Belastung des Klimas durch Emissionen. [Weiterlesen]
Glossar · C · CO2-Budget, Klimaschutz, Treibhausgasemissionen, Netto-Null, Klimaneutralität, Dekarbonisierung, Stromsystem Ein CO₂ Budget bezeichnet die Menge an Kohlendioxid, die noch ausgestoßen werden kann, wenn ein bestimmtes Temperaturziel mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit eingehalten werden soll. Es verbindet also ein Klimaziel, etwa die Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5 oder deutlich unter 2 Grad Celsius, mit einer verbleibenden Emissionsmenge. Der Begriff ist deshalb keine politische Zielmarke für ein einzelnes Jahr, sondern eine Mengenrechnung über die Zeit. [Weiterlesen]
Glossar · C · CO2-Intensität, Emissionsfaktor, Strommix, Dekarbonisierung, Stromerzeugung, Bilanzierung CO₂ Intensität bezeichnet die Menge an Kohlendioxid, die je erzeugter oder verbrauchter Einheit Strom anfällt. Im Stromsystem wird sie meist in Gramm CO₂ pro Kilowattstunde angegeben, also g CO₂/kWh. Gemeint ist damit eine spezifische Emissionsgröße: Sie sagt nicht, wie viele Emissionen insgesamt entstehen, sondern wie emissionsreich eine Kilowattstunde Strom innerhalb einer festgelegten Systemgrenze ist. [Weiterlesen]
Glossar · C · CO₂-Preis, Emissionshandel, Klimapolitik, Stromsystem, Strommarkt Der CO₂ Preis ist der Preis, der für den Ausstoß einer Tonne Kohlendioxid oder einer Tonne CO₂ Äquivalent anfällt. Er übersetzt eine Emission in eine Geldgröße, meist angegeben in Euro pro Tonne CO₂. Gemeint ist nicht ein einzelner, überall gleicher Preis, sondern ein Instrument der Klimapolitik: Wer fossile Brennstoffe nutzt oder emissionsintensive Prozesse betreibt, soll die Klimawirkung dieser Emissionen in seinen Kosten berücksichtigen. [Weiterlesen]
Glossar · C · CO2-Äquivalente, Treibhausgase, Klimabilanz, Emissionsfaktor, Klimaneutralität, Lebenszyklusanalyse CO₂ Äquivalente sind eine Maßeinheit, mit der die Klimawirkung verschiedener Treibhausgase in eine gemeinsame Vergleichsgröße übersetzt wird. Angegeben wird, welche Menge Kohlendioxid über einen festgelegten Zeitraum eine ähnliche Erwärmungswirkung hätte wie die betrachtete Menge eines anderen Treibhausgases. Die Einheit lautet meist Kilogramm CO₂e oder Tonnen CO₂e. Das „e“ steht für „Äquivalent“, nicht für eine besondere Form von Kohlendioxid. [Weiterlesen]
Glossar · C · Curtailment Risk, Abregelungsrisiko, Abregelung, Windenergie, Photovoltaik, PPA, Netzengpass, Marktwert Curtailment Risk oder Abregelungsrisiko bezeichnet das wirtschaftliche Risiko, dass eine Erzeugungsanlage weniger Strom einspeisen oder vermarkten kann, als sie technisch erzeugen könnte, weil ihre Einspeisung begrenzt, verschoben oder vollständig unterbunden wird. Gemeint ist also nicht nur der technische Vorgang der Abregelung, sondern seine erwartbare Wirkung auf Strommengen, Erlöse, Vertragspositionen, Finanzierung und Bewertung eines Projekts. [Weiterlesen]
Glossar · D · Dampfreformierung, Wasserstoff, Grauer Wasserstoff, Blauer Wasserstoff, Erdgas, CO2-Emissionen, Industrie, CCS, Elektrolyse Dampfreformierung ist ein industrielles Verfahren, bei dem aus Erdgas oder anderen kohlenstoffhaltigen Energieträgern Wasserstoff hergestellt wird. Im häufigsten Fall wird Methan, der Hauptbestandteil von Erdgas, bei hohen Temperaturen mit Wasserdampf umgesetzt. Die zentrale Reaktion lautet vereinfacht: Methan und Wasserdampf werden zu Wasserstoff und Kohlenmonoxid. In einer nachgeschalteten Wassergas Shift Reaktion reagiert das Kohlenmonoxid mit weiterem Wasserdampf zu Kohlendioxid und zusätzlichem Wasserstoff. [Weiterlesen]
Glossar · D · Datenschutz, Stromsystem, Smart Meter, Messwesen, Digitalisierung, Regulierung Datenschutz bezeichnet den Schutz personenbezogener Daten vor unzulässiger Erhebung, Verarbeitung, Verknüpfung, Auswertung oder Weitergabe. Personenbezogen sind Daten, wenn sie sich auf eine bestimmte oder bestimmbare Person beziehen. Im Stromsystem betrifft das nicht nur Namen, Adressen und Vertragsdaten, sondern auch Messwerte, Zeitreihen des Verbrauchs, Steuerinformationen, Gerätekennungen und Abrechnungsdaten, sobald sie einem Haushalt, einem Betrieb oder einer einzelnen Anschlussnutzerin zugeordnet werden können. [Weiterlesen]
Glossar · D · Datensicherheit, Stromsystem, IT-Sicherheit, Leittechnik, Smart Meter Gateway, Kritische Infrastruktur, Cyber-Sicherheit Datensicherheit im Stromsystem bezeichnet den Schutz von Daten, Kommunikationswegen und digitalen Steuerungsprozessen gegen unbefugten Zugriff, Manipulation, Verlust, Fehlverarbeitung oder Ausfall. Sie betrifft nicht nur Büro IT und Abrechnungssysteme, sondern auch Leittechnik, Fernwirktechnik, Schutztechnik, Smart Meter Gateways, Marktkommunikation, Netzbetrieb, Kraftwerke, Speicher, Ladeinfrastruktur und dezentrale Erzeugungsanlagen. Sobald Messwerte, Schaltbefehle, Fahrpläne oder Netzzustandsdaten digital erfasst, übertragen oder verarbeitet werden, entsteht eine sicherheitsrelevante Datenbeziehung. [Weiterlesen]
Glossar · D · Day-Ahead-Markt, Strommarkt, Merit-Order, Preisbildung, Stromhandel, Fahrplan, Erzeugung, Nachfrage Der Day Ahead Markt ist der organisierte Strommarkt, auf dem elektrische Energie für den folgenden Liefertag gehandelt wird. Marktteilnehmer geben Gebote für einzelne Stunden, Viertelstunden oder standardisierte Blöcke ab; aus allen Geboten wird in einer Auktion ein Marktergebnis berechnet. Dieses Ergebnis besteht aus Preisen und Mengen für definierte Lieferzeiträume. Der Day Ahead Markt übersetzt erwartete Erzeugung, erwarteten Verbrauch und grenzüberschreitende Handelsmöglichkeiten in verbindliche Handelspositionen für den nächsten Tag. [Weiterlesen]
Glossar · D · Day-Ahead-Preis, Day-Ahead-Markt, Strombörse, Markträumungspreis, Pay-as-Clear, Strommarkt, Merit-Order, Spotmarkt Der Day Ahead Preis ist der Börsenpreis für Strom, der am Vortag für die Lieferung am folgenden Tag ermittelt wird. Er bezieht sich auf konkrete Lieferperioden, in Europa häufig auf Stunden und zunehmend auch auf Viertelstunden. Angegeben wird er in Euro pro Megawattstunde, oft abgekürzt als €/MWh. Eine Megawattstunde entspricht 1.000 Kilowattstunden. Ein Day Ahead Preis von 100 €/MWh entspricht rechnerisch 10 Cent pro Kilowattstunde auf der Großhandelsebene, enthält aber noch keine Netzentgelte, Steuern, Umlagen, Abgaben, Vertriebskosten oder Risikozuschläge eines Stromliefervertrags. [Weiterlesen]
Glossar · D · DC-AC-Verhältnis, Photovoltaik, Wechselrichter, Solarmodul, Clipping, Anlagenplanung, Einspeiseleistung Das DC/AC Verhältnis beschreibt bei einer Photovoltaikanlage das Verhältnis zwischen der installierten Gleichstromleistung der Solarmodule und der Wechselstromleistung des Wechselrichters. Die Modulseite arbeitet mit Gleichstrom, die Netzseite mit Wechselstrom. Deshalb steht DC für Direct Current, also Gleichstrom, und AC für Alternating Current, also Wechselstrom. Ein DC/AC Verhältnis von 1,2 bedeutet, dass beispielsweise 12 Kilowatt Modulleistung an einem Wechselrichter mit 10 Kilowatt AC Nennleistung angeschlossen sind. [Weiterlesen]
Glossar · D · Deckungsbeitrag, Strommarkt, Kraftwerk, Grenzkosten, Fixkosten, Missing-Money-Problem, Investition, Erlöse Deckungsbeitrag bezeichnet den Teil eines Erlöses, der nach Abzug der variablen Kosten verbleibt. Im Strommarkt ist damit meist der Betrag gemeint, den eine Anlage in einer bestimmten Stunde erwirtschaftet, wenn der erzielte Strompreis über ihren kurzfristigen Erzeugungskosten liegt. Dieser Betrag ist noch kein Gewinn. Er steht zunächst zur Deckung von Fixkosten, Kapitalkosten, Instandhaltung, Personal, Finanzierung, Abschreibungen und möglichen Risikoaufschlägen zur Verfügung. [Weiterlesen]
Glossar · D · Degradation, Batterie, Batteriespeicher, Zyklenfestigkeit, Alterung, Elektrolyseur, Leistung, Kapazität Degradation bezeichnet die schrittweise Alterung einer technischen Anlage oder Komponente, durch die nutzbare Eigenschaften verloren gehen. Im Stromsystem betrifft das vor allem Anlagen, deren technische Leistungsfähigkeit über viele Jahre verlässlich verfügbar sein muss: Batterien, Elektrolyseure, Brennstoffzellen, Photovoltaikmodule, Leistungselektronik, Transformatoren oder Kabel. Der Begriff beschreibt keinen einzelnen Defekt, sondern eine fortlaufende Veränderung. Eine Anlage funktioniert weiter, aber sie kann weniger Energie speichern, weniger Leistung bereitstellen, einen schlechteren Wirkungsgrad erreichen oder schneller an ihre Betriebsgrenzen stoßen. [Weiterlesen]
Glossar · D · Dekarbonisierung, Klimaschutz, CO2-Emissionen, Elektrifizierung Dekarbonisierung bezeichnet die dauerhafte Verringerung und schließlich weitgehende Vermeidung von Kohlendioxid Emissionen in einem Bereich, einer Branche oder einem ganzen Energiesystem. Im Stromsystem meint der Begriff vor allem den Ersatz fossiler Stromerzeugung aus Kohle, Erdgas und Öl durch emissionsarme Erzeugung, ergänzt durch Netze, Speicher, flexible Nachfrage und Regeln, die einen verlässlichen Betrieb ohne laufende CO2 Emissionen ermöglichen. Der Begriff beschreibt also keinen einzelnen technischen Schritt, sondern einen Umbau der Erzeugung, des Verbrauchs und der institutionellen Steuerung. [Weiterlesen]
Glossar · D · Demand Response, Nachfragereaktion, Lastverschiebung, Flexibilität, Stromverbrauch, Strommarkt, Netzentlastung, Verbraucher Demand Response, auf Deutsch Nachfragereaktion, bezeichnet die gezielte Anpassung des Stromverbrauchs als Reaktion auf Preissignale, Netzsignale oder vertraglich vereinbarte Steuerungsanforderungen. Die Verbrauchsseite verhält sich dabei nicht mehr vollständig passiv, sondern stellt dem Stromsystem eine steuerbare oder zumindest beeinflussbare Last zur Verfügung. Demand Response ist damit eine Form von Flexibilität auf der Nachfrageseite. [Weiterlesen]
Glossar · D · Demand Side Management, Lastmanagement, Demand Response, Energieeffizienz, Lastverschiebung, Stromverbrauch, Flexibilität Demand Side Management bezeichnet die geplante Beeinflussung der Stromnachfrage durch technische Steuerung, wirtschaftliche Anreize, vertragliche Vereinbarungen oder Effizienzmaßnahmen. Gemeint ist nicht der Verbrauch als abstrakte Jahresmenge, sondern das Verhalten von Lasten im Zeitverlauf: Wann wird Strom nachgefragt, mit welcher Leistung, für welche Dauer und mit welcher technischen Verschiebbarkeit? [Weiterlesen]
Glossar · D · Differentialschutz, Netzschutz, Schutztechnik, Transformator, Leitung, Sammelschiene, Kurzschluss, Betriebssicherheit Differentialschutz ist ein Schutzprinzip der elektrischen Energietechnik, bei dem die Ströme an den Grenzen eines klar abgegrenzten Schutzbereichs miteinander verglichen werden. Unter normalen Betriebsbedingungen muss die Stromsumme in diesem Bereich bilanziell null sein: Was in einen Transformator, eine Leitung, einen Generator oder eine Sammelschiene hineinfließt, muss an anderer Stelle wieder herausfließen. Entsteht eine relevante Differenz, wertet das Schutzgerät sie als Hinweis auf einen Fehler innerhalb dieser Zone und löst die zugeordneten Leistungsschalter aus. [Weiterlesen]
Glossar · D · Differenzkosten, EEG-Umlage, Marktprämie, CfD, Förderung, Strommarkt, Erneuerbare Energien Differenzkosten sind die Kosten, die entstehen, wenn ein zugesicherter Vergütungswert für Stromerzeugung höher liegt als der am Markt erzielte oder rechnerisch angesetzte Erlös. Im Stromsystem beschreibt der Begriff vor allem die finanzielle Lücke zwischen einem Förderanspruch und dem Marktwert des erzeugten Stroms. Er wird bei Einspeisevergütungen, gleitenden Marktprämien und Contracts for Difference verwendet, also bei Instrumenten, die Investitionen absichern, ohne den Strom vollständig dem Marktpreisrisiko auszusetzen. [Weiterlesen]
Glossar · D · Direct Air Capture, DAC, Negative Emissionen, CO2-Entnahme, CCS, E-Fuels, Klimaneutralität Direct Air Capture, kurz DAC, bezeichnet technische Verfahren, mit denen Kohlendioxid direkt aus der Umgebungsluft abgeschieden wird. Das abgeschiedene CO₂ kann anschließend dauerhaft geologisch gespeichert, mineralisch gebunden oder als Kohlenstoffquelle für Produkte genutzt werden. Für die Klimabilanz ist diese Unterscheidung zentral: Eine dauerhafte CO₂ Entnahme entsteht nur, wenn das abgeschiedene Kohlendioxid über lange Zeiträume vom atmosphärischen Kohlenstoffkreislauf getrennt bleibt. [Weiterlesen]
Glossar · D · Direktverbrauch, Eigenverbrauch, Photovoltaik, Prosumer, Stromverbrauch, Netzanschluss Direktverbrauch bezeichnet Strom, der in unmittelbarer räumlicher Nähe zu seiner Erzeugung verbraucht wird, häufig innerhalb desselben Gebäudes, derselben Kundenanlage oder desselben Netzanschlusspunktes. Gemeint ist also nicht nur, dass Strom irgendwo rechnerisch einer Erzeugungsanlage zugeordnet wird, sondern dass Erzeugung und Verbrauch technisch, messtechnisch und vertraglich eng miteinander verbunden sind. Typische Beispiele sind eine Photovoltaikanlage auf einem Einfamilienhaus, deren Strom zeitgleich im Haushalt genutzt wird, eine PV Anlage auf einem Mehrfamilienhaus mit Versorgung einzelner Wohnungen oder ein Gewerbebetrieb, der Strom aus einer Anlage auf dem eigenen Dach direkt in seinen Produktionsprozessen verwendet. [Weiterlesen]
Glossar · D · Direktvermarkter, Erneuerbare Energien, Strommarkt, Marktprämie, Direktvermarktung Ein Direktvermarkter ist ein Marktakteur, der Strom aus Erzeugungsanlagen im Auftrag des Anlagenbetreibers oder auf eigene Rechnung an Strommärkten verkauft. In Deutschland ist der Begriff vor allem mit Strom aus erneuerbaren Energien verbunden, weil viele Windkraft , Photovoltaik , Biomasse und Wasserkraftanlagen ihren Strom nicht mehr ausschließlich über eine feste Einspeisevergütung abgeben, sondern über die Direktvermarktung in den Markt eingebunden werden. [Weiterlesen]
Glossar · D · Direktvermarktung, Direktvermarkter, Erneuerbare Energien, Strommarkt, Marktprämie, Bilanzkreis, Strombörse Direktvermarktung bezeichnet den Verkauf von Strom aus einer Erzeugungsanlage am Strommarkt, statt diesen Strom ausschließlich zu einem festen Vergütungssatz an den Netzbetreiber abzugeben. Der Begriff wird vor allem bei erneuerbaren Energien verwendet, etwa bei Windenergieanlagen, Photovoltaikanlagen, Biomasseanlagen oder Wasserkraftanlagen. Der erzeugte Strom wird dabei kaufmännisch vermarktet, häufig über einen Direktvermarkter, der die Mengen an der Strombörse, über außerbörsliche Geschäfte oder über langfristige Lieferverträge verkauft. [Weiterlesen]
Glossar · D · Distanzschutz, Netzschutz, Schutztechnik, Übertragungsnetz, Kurzschluss, Leitung, Impedanz, Betriebssicherheit Distanzschutz ist ein Verfahren des Netzschutzes, das Fehler auf elektrischen Leitungen anhand der vom Schutzgerät gemessenen Impedanz erkennt. Diese Impedanz beschreibt den scheinbaren elektrischen Widerstand zwischen Messort und Fehlerstelle. Ein Schutzgerät misst Strom und Spannung, berechnet daraus eine Impedanz und ordnet diese einem Schutzbereich zu. Je kleiner die gemessene Impedanz ist, desto näher erscheint der Fehler aus Sicht des Geräts. [Weiterlesen]
Glossar · D · Drehstrom, Wechselstrom, Phasenlage, Stromnetz, Verteilnetz, Motoren, Hausanschluss Drehstrom ist ein Wechselstromsystem mit drei sinusförmigen Spannungen, die dieselbe Frequenz haben und zeitlich um jeweils 120 Grad gegeneinander verschoben sind. In europäischen Niederspannungsnetzen beträgt die Frequenz 50 Hertz. Zwischen einem Außenleiter und dem Neutralleiter liegen typischerweise 230 Volt, zwischen zwei Außenleitern 400 Volt. Diese drei Außenleiter werden oft als Phasen bezeichnet, genauer handelt es sich um Leiter, deren Spannungen unterschiedliche Phasenlagen haben. [Weiterlesen]
Glossar · D · Druckluftspeicher, Speicher, Mittelfristige Speicher, Stromsystem, Flexibilität, Kavernen, Wirkungsgrad Ein Druckluftspeicher ist ein mechanischer Stromspeicher, der elektrische Energie nutzt, um Luft zu komprimieren, und die gespeicherte Druckenergie später wieder in elektrische Energie umwandelt. Beim Laden treibt Strom einen Kompressor an. Dieser verdichtet Luft auf einen höheren Druck. Beim Entladen strömt die Druckluft durch eine Expansionsmaschine oder Turbine und treibt einen Generator an. Gespeichert wird also nicht Strom selbst, sondern ein physikalischer Zustand: komprimierte Luft in einem Speicherraum. [Weiterlesen]
Glossar · D · Stromsystem, Versorgungssicherheit, Erneuerbare Energien, Residuallast, Flexibilität Als Dunkelflaute bezeichnet man eine Wetterlage, in der Windkraftanlagen und Photovoltaikanlagen über mehrere Stunden bis mehrere Tage gleichzeitig nur wenig Strom erzeugen. Der Begriff beschreibt keinen Stromausfall, sondern eine Phase geringer Einspeisung aus den beiden wichtigsten wetterabhängigen erneuerbaren Energien. Besonders relevant sind Dunkelflauten im Winter, weil die Tage kurz sind, die Sonne niedrig steht und Hochdrucklagen häufig mit wenig Wind, Nebel oder dichter Bewölkung verbunden sind. [Weiterlesen]
Glossar · D · Dunkelflaute, Residuallast, Versorgungssicherheit, Langfristige Speicher, Reservekraftwerke, Importe, Flexibilität Eine Dunkelflaute bezeichnet eine Wetterlage, in der Windenergieanlagen und Photovoltaikanlagen über einen relevanten Zeitraum nur wenig Strom einspeisen. Betriebliche Konsequenz meint, was daraus für den laufenden Betrieb, die Einsatzplanung und die Absicherung des Stromsystems folgt. Der Begriff beschreibt damit keine bloße Knappheit an Sonne und Wind, sondern die Frage, welche anderen Ressourcen die fehlende Einspeisung ersetzen können, zu welchem Zeitpunkt sie verfügbar sind und ob sie an der richtigen Stelle im Netz wirken. [Weiterlesen]
Glossar · D · Dynamischer Stromtarif, Strompreis, Smart Meter, Flexibilität, Spotmarkt, Lastverschiebung, Elektromobilität, Wärmepumpe, Strommarkt Ein dynamischer Stromtarif ist ein Stromliefervertrag, bei dem der Arbeitspreis für verbrauchte Kilowattstunden zeitlich veränderlich ist und sich meist an den Preisen des Großhandelsmarktes orientiert. Für Haushalte und kleinere Gewerbekunden bedeutet das: Eine Kilowattstunde Strom kostet nicht zu jeder Tages und Nachtzeit gleich viel, sondern kann stündlich oder in anderen Zeitintervallen teurer oder günstiger werden. Häufig bildet der Tarif den Day Ahead Preis der Strombörse ab, also den Preis, der am Vortag für jede Stunde des folgenden Tages festgestellt wird. [Weiterlesen]
Glossar · E · Begriff, E-Fuels, Synthetische Kraftstoffe, Power-to-X, Wasserstoff, CO2, Mobilität, Industrie, Flugverkehr E Fuels sind künstlich hergestellte Kraftstoffe, deren Energie ursprünglich aus Strom stammt. Meist wird mit erneuerbarem Strom per Elektrolyse Wasserstoff erzeugt. Dieser Wasserstoff wird anschließend mit einer Kohlenstoffquelle, häufig abgeschiedenem CO₂, zu gasförmigen oder flüssigen Kohlenwasserstoffen weiterverarbeitet. Je nach Verfahren entstehen synthetisches Methan, Methanol, synthetisches Kerosin, Diesel ähnliche Kraftstoffe oder Vorprodukte für die chemische Industrie. [Weiterlesen]
Glossar · E · Echtzeit-Markt, Balancing Market, Regelenergie, Ausgleichsenergie, Frequenzhaltung, Bilanzkreis, Strommarkt, Systembetrieb Der Echtzeit Markt, häufig auch Balancing Market genannt, bezeichnet die Markt und Abrufmechanismen, mit denen kurzfristige Abweichungen zwischen Stromerzeugung und Stromverbrauch im laufenden Betrieb ausgeglichen werden. Im Stromsystem müssen Einspeisung und Entnahme zu jedem Zeitpunkt nahezu übereinstimmen, weil elektrische Energie im Netz selbst nur in sehr geringem Umfang gespeichert wird. Wenn diese Leistungsbilanz aus dem Gleichgewicht gerät, verändert sich die Netzfrequenz. Der Balancing Market ist die organisierte Schnittstelle, über die Übertragungsnetzbetreiber kurzfristig verfügbare Leistung aktivieren, um die Frequenz zu stabilisieren und die Bilanz des Systems wieder herzustellen. [Weiterlesen]
Glossar · E · EEG-Umlage, Erneuerbare Energien, Finanzierung, Einspeisevergütung, Marktprämie, Strompreis Die EEG Umlage war ein Finanzierungsmechanismus des deutschen Erneuerbare Energien Gesetzes. Über sie wurden die Kosten gedeckt, die entstanden, wenn Betreiber erneuerbarer Stromerzeugungsanlagen einen gesetzlichen Förderanspruch hatten und die Erlöse aus der Vermarktung ihres Stroms am Großhandelsmarkt dafür nicht ausreichten. Die Umlage wurde bis 2022 über den Stromverbrauch erhoben und war deshalb über viele Jahre ein sichtbarer Bestandteil des Strompreises für Haushalte, Gewerbe und viele Unternehmen. [Weiterlesen]
Glossar · E · Effizienz, Energie, Stromsystem, Energieeffizienz, Wirkungsgrad, Glossar Effizienz beschreibt das Verhältnis zwischen einem eingesetzten Aufwand und einem erreichten Nutzen. Im Stromsystem meint der Begriff meist, dass eine bestimmte Energiedienstleistung mit weniger Energie, weniger Leistung, geringeren Verlusten oder niedrigeren Kosten bereitgestellt wird. Welche Aussage damit verbunden ist, hängt davon ab, was als Aufwand und was als Nutzen gezählt wird. Eine effiziente Lampe liefert mehr Licht pro Kilowattstunde. Ein effizienter Elektromotor erzeugt mehr mechanische Arbeit aus derselben Strommenge. Ein effizient organisiertes Stromsystem stellt Versorgung, Netzstabilität und Dekarbonisierung mit weniger unnötigen Umwandlungen, geringeren Engpässen und besser genutzten Anlagen sicher. [Weiterlesen]
Glossar · E · Eigenbedarf, Kraftwerk, Nettostromerzeugung, Bruttostromerzeugung, Pumpen, Kühlung, Wirkungsgrad Der Eigenbedarf eines Kraftwerks ist die elektrische Energie, die eine Kraftwerksanlage für ihren eigenen Betrieb benötigt. Sie wird von der im Generator erzeugten Bruttostrommenge abgezogen, bevor die tatsächlich ins Netz eingespeiste oder an externe Verbraucher gelieferte Strommenge bestimmt wird. Zum Eigenbedarf gehören unter anderem Speisewasserpumpen, Kühlwasserpumpen, Gebläse, Förderbänder, Brennstoffaufbereitung, Rauchgasreinigung, Leittechnik, Umrichter, Transformatorenhilfsanlagen, Beleuchtung, Druckluftversorgung und weitere Hilfsaggregate. [Weiterlesen]
Glossar · E · Eigenverbrauch, Photovoltaik, Speicher, Prosumer, Stromverbrauch, Verteilnetz, Lastverschiebung, Wärmepumpe, Elektromobilität Eigenverbrauch bezeichnet Strom, der von einer Erzeugungsanlage vor Ort erzeugt und im selben Anschluss oder in einem klar abgegrenzten räumlichen Zusammenhang verbraucht wird, ohne zuvor vollständig als Netzeinspeisung behandelt zu werden. Der Begriff wird vor allem bei Photovoltaikanlagen auf Gebäuden verwendet. Eine Dachanlage erzeugt Strom, der zunächst Haushaltsgeräte, eine Wärmepumpe, eine Wallbox, gewerbliche Verbraucher oder einen Batteriespeicher versorgen kann. Nur der nicht gleichzeitig nutzbare Überschuss wird in das öffentliche Netz eingespeist. [Weiterlesen]
Glossar · E · Eigenverbrauchsquote, Eigenverbrauch, Photovoltaik, Prosumer, Batteriespeicher, Autarkiegrad, Stromverbrauch Die Eigenverbrauchsquote gibt an, welcher Anteil des selbst erzeugten Stroms am Ort der Erzeugung verbraucht wird. Bei einer Photovoltaikanlage beschreibt sie also, wie viel der erzeugten Kilowattstunden nicht ins öffentliche Stromnetz eingespeist, sondern im Gebäude, auf dem Grundstück oder innerhalb eines dafür zulässigen lokalen Verbrauchszusammenhangs genutzt werden. [Weiterlesen]
Glossar · E · Einphasig, Dreiphasig, Drehstrom, Hausanschluss, Wallbox, Wärmepumpe, Schieflast, Ladeleistung, Verteilnetz Einphasig und dreiphasig beschreiben, wie ein elektrisches Gerät an das Niederspannungsnetz angeschlossen ist: einphasig nutzt eine der drei Außenleiter, dreiphasig nutzt alle drei Außenleiter eines Drehstromsystems. Im deutschen Haushaltsnetz liegen zwischen einem Außenleiter und dem Neutralleiter typischerweise 230 Volt an. Zwischen zwei Außenleitern liegen 400 Volt. Diese technische Grundordnung erklärt, warum kleine Haushaltsgeräte meist einphasig betrieben werden, während größere Verbraucher und Erzeuger häufig dreiphasig angeschlossen sind. [Weiterlesen]
Glossar · E · Einspeisemanagement, Abregelung, Engpassmanagement, Windenergie, Photovoltaik, Netzbetrieb, Netzengpass, Erneuerbare Energien Einspeisemanagement bezeichnet Eingriffe in die Einspeisung von Stromerzeugungsanlagen, wenn der Netzbetrieb sonst gefährdet wäre. Eine Anlage kann technisch Strom erzeugen, speist aber zeitweise weniger oder gar nicht ein, weil das Netz an dieser Stelle, zu diesem Zeitpunkt oder unter den geltenden Sicherheitsregeln nicht die volle Einspeisung aufnehmen kann. Betroffen sind häufig Windenergieanlagen und Photovoltaikanlagen, grundsätzlich können aber auch andere Erzeugungsanlagen in Maßnahmen des Engpassmanagements einbezogen werden. [Weiterlesen]
Glossar · E · Einspeiseprognose, Windenergie, Photovoltaik, Prognosefehler, Strommarkt, Bilanzkreis, Netzbetrieb Eine Einspeiseprognose ist die Vorhersage, wie viel elektrische Leistung eine Erzeugungsanlage, eine Gruppe von Anlagen oder ein gesamter Erzeugungspark zu bestimmten Zeitpunkten in das Stromnetz einspeisen wird. Sie beschreibt damit keine installierte Leistung, sondern eine erwartete tatsächliche Einspeisung. Bei Windenergieanlagen und Photovoltaikanlagen hängt diese Einspeisung vor allem vom Wetter ab. Bei konventionellen Kraftwerken, Biomasseanlagen, Wasserkraftwerken oder Speichern spielen zusätzlich Fahrpläne, Brennstoffverfügbarkeit, technische Restriktionen, Marktpreise und Betriebsentscheidungen eine Rolle. [Weiterlesen]
Glossar · E · Einspeisevergütung, Erneuerbare Energien, Förderung, Photovoltaik, Windenergie, EEG, Direktvermarktung, Strommarkt Einspeisevergütung bezeichnet eine gesetzlich oder vertraglich festgelegte Zahlung für Strom, der aus einer Erzeugungsanlage in das öffentliche Stromnetz eingespeist wird. Im deutschen Stromsystem ist der Begriff eng mit dem Erneuerbare Energien Gesetz verbunden. Betreiber von Anlagen, etwa Photovoltaikanlagen, Windenergieanlagen, Biomasseanlagen oder kleinen Wasserkraftwerken, erhalten für jede eingespeiste Kilowattstunde eine Vergütung nach festgelegten Regeln. Die Vergütung wird nicht nach der installierten Leistung der Anlage gezahlt, sondern nach der tatsächlich ins Netz gelieferten Strommenge. [Weiterlesen]
Glossar · E · Einspeisevorrang, EEG, Erneuerbare Energien, Einspeisemanagement, Abregelung, Marktintegration Einspeisevorrang bezeichnet eine rechtliche Priorität bei der Aufnahme und Weiterleitung von Strom aus bestimmten Erzeugungsanlagen. Im deutschen Stromsystem ist der Begriff vor allem mit dem Erneuerbare Energien Gesetz verbunden. Strom aus erneuerbaren Energien sollte vorrangig an das Netz angeschlossen, abgenommen, übertragen und verteilt werden, solange die Sicherheit und Zuverlässigkeit des Stromsystems nicht gefährdet wird. Der Vorrang richtete sich damit an Netzbetreiber und bestimmte, wie sie sich bei konkurrierenden Einspeisungen und begrenzter Netzkapazität zu verhalten haben. [Weiterlesen]
Glossar · E · Elektrifizierung, Stromsystem, Energiewende, Effizienz, Wärmepumpe, Elektromobilität, Flexibilität, Dekarbonisierung, Sektorkopplung, Stromverbrauch, Netzausbau Elektrifizierung bezeichnet die Umstellung von Anwendungen, die bisher mit fossilen Brennstoffen, biogenen Brennstoffen oder anderen nicht elektrischen Energieträgern betrieben werden, auf Strom. Gemeint sind zum Beispiel Wärmepumpen statt Öl oder Gasheizungen, Elektroautos statt Verbrennerfahrzeugen, elektrische Industrieöfen statt gasbefeuerter Anlagen oder elektrische Antriebe statt hydraulischer oder pneumatischer Systeme. Der Bedarf hinter der Anwendung verschwindet dadurch nicht. Menschen wollen weiterhin warme Wohnungen, Mobilität, industrielle Produkte oder gekühlte Räume. Elektrifizierung verändert den Weg, auf dem diese Energiedienstleistung bereitgestellt wird. [Weiterlesen]
Glossar · E · Elektrische Arbeit, Energie, Leistung, Kilowattstunde, Stromverbrauch, Abrechnung Elektrische Arbeit ist die Energiemenge, die durch elektrische Leistung während einer bestimmten Zeit übertragen, umgewandelt oder genutzt wird. Sie beschreibt also nicht, wie stark ein Gerät oder eine Anlage in einem Moment das Stromsystem beansprucht, sondern welche Energiemenge über einen Zeitraum zusammenkommt. Mathematisch ergibt sich elektrische Arbeit aus Leistung mal Zeit. Ein Gerät mit einer elektrischen Leistung von 1 Kilowatt, das eine Stunde lang betrieben wird, nimmt eine elektrische Arbeit von 1 Kilowattstunde auf. [Weiterlesen]
Glossar · E · Elektrodenkessel, Power-to-Heat, Fernwärme, Wärmenetz, Flexibilität, Stromverbrauch, Wärme Ein Elektrodenkessel ist eine elektrische Wärmeerzeugungsanlage, bei der Strom durch ein leitfähiges Medium, meist aufbereitetes Wasser, fließt und dieses durch seinen elektrischen Widerstand erwärmt. Er gehört zu den Power to Heat Technologien, weil elektrische Energie in nutzbare Wärme für ein Wärmenetz, einen Industriebetrieb oder eine größere Heizungsanlage umgewandelt wird. Anders als bei einem klassischen Heizstab wird die Wärme nicht in einem metallischen Widerstandselement erzeugt, das anschließend Wasser erwärmt. Beim Elektrodenkessel entsteht die Wärme unmittelbar im Medium zwischen den Elektroden. [Weiterlesen]
Glossar · E · Elektrolyse, Wasserstoff, Power-to-Gas, Power-to-X, Strom, Umwandlungsverluste, Langfristige Speicher, Sektorkopplung Elektrolyse ist ein Verfahren, bei dem elektrische Energie eine chemische Reaktion erzwingt, die ohne diese Energiezufuhr nicht oder nicht in dieser Richtung ablaufen würde. Im Energiesystem ist damit meist die Wasserelektrolyse gemeint: Wasser wird mithilfe von Strom in Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt. Der Wasserstoff ist anschließend kein Strom mehr, sondern ein chemischer Energieträger und Rohstoff. Er kann gespeichert, transportiert, in Industrieprozessen eingesetzt oder später wieder in Strom, Wärme oder synthetische Kraftstoffe umgewandelt werden. [Weiterlesen]
Glossar · E · Elektrolyseur, Elektrolyse, Wasserstoff, Power-to-Gas, Stromverbrauch, Flexibilität, Industrie Ein Elektrolyseur ist eine Anlage, die elektrische Energie nutzt, um eine chemische Reaktion zu erzwingen. In der Energiewirtschaft ist damit fast immer die Wasserelektrolyse gemeint: Wasser wird in Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt. Der erzeugte Wasserstoff kann als Rohstoff, Brennstoff oder speicherbarer Energieträger genutzt werden. Wird der Strom aus erneuerbaren Energien bezogen und die dafür geltenden Nachweisregeln werden erfüllt, spricht man von grünem Wasserstoff. [Weiterlesen]
Glossar · E · Elektromobilität, Elektrifizierung, Stromverbrauch, Ladeinfrastruktur, Flexibilität, Verteilnetz, Speicher, Verkehr Elektromobilität bezeichnet die Nutzung elektrischer Energie für den Antrieb von Fahrzeugen. Im engeren Sinn geht es um batterieelektrische Pkw, Lieferfahrzeuge, Busse, Lkw, Zweiräder und Schienenfahrzeuge, deren Antriebsenergie aus dem Stromsystem stammt. Im weiteren Sinn umfasst der Begriff auch die Ladeinfrastruktur, die Batterien, die Steuerung von Ladevorgängen, die Einbindung in Verteilnetze und die Regeln, nach denen Fahrzeuge Strom beziehen oder künftig auch wieder abgeben können. [Weiterlesen]
Glossar · E · Glossar, Energie, Stromsystem, Klimaschutz, Treibhausgase, Stromerzeugung Emissionen sind Abgaben von Stoffen, Partikeln, Strahlung, Geräuschen oder anderen Einwirkungen aus einer Quelle in die Umwelt. Im Stromsystem meint der Begriff meistens die Freisetzung von Treibhausgasen und Luftschadstoffen bei der Erzeugung, Umwandlung, Speicherung, dem Transport oder der Nutzung von Energie. Im Klimaschutz stehen Kohlendioxid, Methan, Lachgas und fluorierte Gase im Mittelpunkt. Für die Stromwirtschaft ist vor allem relevant, welche Emissionen bei der Bereitstellung einer Kilowattstunde Strom entstehen, an welchem Ort sie bilanziert werden und durch welche Anlagen, Brennstoffe oder Marktregeln sie verursacht werden. [Weiterlesen]
Glossar · E · Emissionsarme Erzeugung, Stromerzeugung, Klimaneutralität, Erneuerbare Energien, Kernenergie, CO2-Intensität Emissionsarme Erzeugung bezeichnet Stromerzeugung mit niedrigen Treibhausgasemissionen je erzeugter Strommenge. Üblicherweise wird diese Wirkung als CO₂ Äquivalent pro Kilowattstunde angegeben, etwa in Gramm CO₂e/kWh. Die Einheit macht verschiedene Treibhausgase vergleichbar, indem Methan, Lachgas und andere klimawirksame Gase auf die Klimawirkung von Kohlendioxid umgerechnet werden. [Weiterlesen]
Glossar · E · Emissionsfaktor, CO2-Intensität, Strommix, Klimabilanz Ein Emissionsfaktor gibt an, wie viele Treibhausgasemissionen einer bestimmten Energiemenge, einem Brennstoffeinsatz, einem Produkt oder einer Dienstleistung zugerechnet werden. Im Stromsystem wird er meist als Gramm CO₂ Äquivalent pro Kilowattstunde Strom angegeben, also etwa g CO₂e/kWh. Die Kilowattstunde beschreibt dabei eine Energiemenge, der Emissionsfaktor die zugehörige Klimawirkung innerhalb einer festgelegten Bilanzgrenze. [Weiterlesen]
Glossar · E · Glossar, Klima, CO2, Emissionshandel, Strommarkt, Regulierung, EU ETS, CO2-Preis Emissionshandel ist ein klimapolitisches Instrument, bei dem der Ausstoß von Treibhausgasen nur erlaubt ist, wenn dafür handelbare Emissionsberechtigungen abgegeben werden. Die zuständige Regelsetzung legt eine Obergrenze für die insgesamt zulässige Menge an Emissionen fest. Innerhalb dieser Menge können Unternehmen Zertifikate kaufen, verkaufen oder für die eigene Abgabepflicht verwenden. Die Klimawirkung entsteht aus der begrenzten Menge, der wirtschaftliche Anreiz aus dem Preis, der sich für diese knappen Berechtigungen bildet. [Weiterlesen]
Glossar · E · Emissionsminderung, Klimaschutz, Treibhausgase, Stromsystem, CO2 Emissionsminderung bezeichnet die Verringerung von Treibhausgasen oder anderen Schadstoffen gegenüber einem definierten Ausgangszustand. Im Klimaschutz meint der Begriff meist die Senkung von Emissionen aus Kohlendioxid, Methan, Lachgas und weiteren klimawirksamen Gasen. Damit unterschiedliche Gase vergleichbar werden, werden sie häufig in CO2 Äquivalenten angegeben. Diese Einheit rechnet die Klimawirkung verschiedener Treibhausgase auf die Wirkung von Kohlendioxid um. [Weiterlesen]
Glossar · E · Endanwendung, Energiedienstleistung, Elektrifizierung, Wärme, Mobilität, Industrie Eine Endanwendung ist der konkrete Zweck, für den Energie am Ende der Umwandlungs und Lieferkette eingesetzt wird. Gemeint ist also nicht der Energieträger selbst, sondern die Anwendung, die mit ihm betrieben wird: Raumwärme, Warmwasser, Prozesswärme, Kälte, Licht, mechanische Bewegung, Informations und Kommunikationstechnik, Transport, Trocknung, Verdichtung oder elektrochemische Prozesse. Im Stromsystem bezeichnet der Begriff die Ebene, auf der aus gelieferter Energie eine nutzbare Funktion wird. [Weiterlesen]
Glossar · E · Energie, Physik, Leistung, Kilowattstunde, Joule, Energiewirtschaft, Umwandlung, Wirkungsgrad Energie bezeichnet in der Physik die Fähigkeit, Arbeit zu verrichten oder Wärme zu übertragen. In technischen und energiewirtschaftlichen Zusammenhängen ist Energie vor allem eine Bilanzgröße: Sie beschreibt, welche Menge innerhalb eines Zeitraums umgesetzt, übertragen, gespeichert oder in eine andere Form umgewandelt wird. Gemessen wird Energie im Internationalen Einheitensystem in Joule. Im Strom und Wärmekontext ist die Kilowattstunde gebräuchlicher, weil sie näher an technischen Leistungen und Abrechnungen liegt. Eine Kilowattstunde entspricht der Energiemenge, die bei einer Leistung von einem Kilowatt über eine Stunde umgesetzt wird. [Weiterlesen]
Glossar · E · Energiearmut, Bezahlbarkeit, Strompreis, Wärme, Grundversorgung, Sozialpolitik, Haushalte, Energieeffizienz Energiearmut bezeichnet eine Lage, in der Haushalte notwendige Energiedienstleistungen nicht verlässlich, ausreichend oder ohne unverhältnismäßige finanzielle Belastung nutzen können. Gemeint sind Heizen, Warmwasser, Beleuchtung, Kochen, Kühlen, der Betrieb von Haushaltsgeräten und zunehmend auch digitale Teilhabe. Der Begriff beschreibt damit keinen einzelnen Preis und keine einzelne Rechnung, sondern das Verhältnis zwischen Einkommen, Energiebedarf, Wohnsituation, technischen Anlagen und den Regeln, nach denen Kosten auf Haushalte verteilt werden. [Weiterlesen]
Glossar · E · Energiedienstleistung, Energieverbrauch, Energieträger, Effizienz, Nutzenergie, Wärme, Mobilität, Systemgestaltung Eine Energiedienstleistung ist der Nutzen, der durch den Einsatz von Energie ermöglicht wird: ein warmer Raum, gekühlte Lebensmittel, beleuchtete Arbeitsflächen, mechanische Bewegung, Mobilität, Prozesswärme oder Datenverarbeitung. Der Begriff beschreibt also nicht die verbrauchte Energiemenge, sondern die erfüllte Funktion. Menschen, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen benötigen in der Regel keine Kilowattstunden als Selbstzweck. Sie benötigen Bedingungen, Tätigkeiten oder Produktionsschritte, für die Energie eingesetzt wird. [Weiterlesen]
Glossar · E · Energieeffizienz, Wirkungsgrad, Nutzenergie, Energiedienstleistung, Stromverbrauch, Endenergie, Elektrifizierung, Flexibilität Energieeffizienz beschreibt das Verhältnis zwischen einem gewünschten Nutzen und der dafür eingesetzten Energie. Der Nutzen kann eine warme Wohnung, eine Tonne Stahl, ein gefahrenes Fahrzeugkilometer, ein gekühlter Raum, Licht auf einer Arbeitsfläche oder eine digitale Rechenleistung sein. Effizienter wird ein Prozess, wenn derselbe Nutzen mit weniger Energie erreicht wird oder wenn mit derselben Energiemenge mehr nutzbare Leistung, Wärme, Bewegung oder Dienstleistung entsteht. [Weiterlesen]
Glossar · E · Energiemanagementsystem, HEMS, Prosumer, Eigenverbrauch, Photovoltaik, Batteriespeicher, Wärmepumpe, Wallbox, Flexibilität, Lastmanagement Ein Energiemanagementsystem koordiniert Erzeuger, Verbraucher und Speicher innerhalb einer Kundenanlage, eines Gebäudes, eines Gewerbebetriebs oder eines Quartiers. Im privaten Haushalt wird dafür häufig der Begriff Home Energy Management System, kurz HEMS, verwendet. Gemeint ist eine technische Steuerungs und Optimierungseinheit, die misst, berechnet und schaltet: Sie erfasst zum Beispiel die aktuelle Photovoltaik Erzeugung, den Stromverbrauch im Haus, den Ladezustand eines Batteriespeichers, den Wärmebedarf einer Wärmepumpe oder den Ladebedarf eines Elektroautos und leitet daraus Betriebsentscheidungen ab. [Weiterlesen]
Glossar · E · Energieträger, Energiequelle, Strom, Erdgas, Wasserstoff, Fernwärme, Speicherung, Umwandlungsverluste, Infrastruktur Ein Energieträger ist ein Medium oder eine Form, in der Energie gespeichert, transportiert, gehandelt und in einer Anwendung nutzbar gemacht werden kann. Strom, Erdgas, Benzin, Heizöl, Wasserstoff, Biomasse und Fernwärme sind Energieträger. Wind, Sonnenstrahlung, Wasserkraft oder geothermische Wärme sind dagegen Energiequellen. Der Unterschied ist wichtig, weil eine Quelle beschreibt, woher Energie stammt, während ein Energieträger beschreibt, in welcher Form diese Energie durch technische, wirtschaftliche und institutionelle Prozesse bewegt wird. [Weiterlesen]
Glossar · E · Begriff, Energie, Stromsystem, Endenergie, Primärenergie, Nutzenergie, Elektrifizierung Energieverbrauch bezeichnet die Energiemenge, die innerhalb einer bestimmten Zeit für Wärme, Bewegung, Licht, mechanische Arbeit, chemische Prozesse, Kühlung, Informationstechnik oder andere Anwendungen eingesetzt wird. Er wird meist in Kilowattstunden, Megawattstunden, Terawattstunden, Joule oder Petajoule angegeben. Der Begriff klingt einfach, ist aber ohne Angabe der Systemgrenze unvollständig: Gemeint sein kann Primärenergie, Endenergie oder Nutzenergie. Diese drei Ebenen beschreiben verschiedene Stellen in der Umwandlungskette vom Energieträger bis zur tatsächlichen Dienstleistung. [Weiterlesen]
Glossar · E · Energiewirtschaftsgesetz, EnWG, Strommarkt, Stromnetz, Regulierung, Versorgungssicherheit Das Energiewirtschaftsgesetz, kurz EnWG, ist das zentrale deutsche Gesetz für die leitungsgebundene Versorgung mit Strom und Gas. Es legt fest, nach welchen Regeln Energieversorgungsnetze betrieben werden, wer Zugang zu diesen Netzen erhält, wie Netzbetreiber reguliert werden, welche Pflichten Energieversorgungsunternehmen haben und welche staatlichen Stellen für Aufsicht, Genehmigung und Marktüberwachung zuständig sind. Für das Stromsystem bildet das EnWG einen rechtlichen Grundrahmen, in dem technische Netzführung, Marktprozesse, Verbraucherrechte und Versorgungssicherheit miteinander verbunden werden. [Weiterlesen]
Glossar · E · Energy Sharing, Erneuerbare-Energie-Gemeinschaft, Bürgerenergie, Prosumer, Eigenverbrauch, Verteilnetz, Mieterstrom, Bilanzierung Energy Sharing bezeichnet Modelle, bei denen mehrere Akteure Strom aus erneuerbaren Anlagen gemeinschaftlich erzeugen, verbrauchen, speichern oder wirtschaftlich zuordnen. Eine Erneuerbare Energie Gemeinschaft ist die institutionelle Form, in der solche Aktivitäten organisiert werden können: Bürgerinnen und Bürger, Kommunen, kleine Unternehmen oder lokale Einrichtungen schließen sich zusammen, um erneuerbare Energie gemeinsam zu nutzen und die daraus entstehenden Vorteile zu teilen. [Weiterlesen]
Glossar · E · Energy-Only-Markt, Strommarkt, Missing-Money-Problem, Kapazitätsmarkt, Versorgungssicherheit, Knappheitspreise Ein Energy Only Markt ist ein Strommarktdesign, bei dem die gehandelte und vergütete Hauptgröße die tatsächlich gelieferte oder abgenommene elektrische Energie ist. Bezahlt wird die Megawattstunde Strom, nicht die bloße Bereitschaft, zu einem späteren Zeitpunkt Leistung bereitzustellen. Ein Kraftwerk erzielt Erlöse, wenn es Strom verkauft. Ein Speicher erzielt Erlöse, wenn er Strom günstig aufnimmt und später teurer abgibt. Ein flexibler Verbraucher kann profitieren, wenn er seinen Verbrauch in Zeiten niedriger Preise verlagert oder in Zeiten hoher Preise reduziert. [Weiterlesen]
Glossar · E · Engpasserlöse, Interkonnektor, Preiszone, Market Coupling, Strommarkt, Grenzkuppelkapazität, Netzengpass Engpasserlöse sind Erlöse, die bei der Vergabe knapper grenzüberschreitender Übertragungskapazität entstehen. Sie fallen an, wenn Strom zwischen zwei Preiszonen gehandelt wird, die Preise in diesen Zonen auseinanderfallen und die verfügbare Übertragungskapazität vollständig genutzt oder wirtschaftlich knapp ist. Der Erlös ergibt sich aus der Preisdifferenz zwischen den Zonen multipliziert mit der grenzüberschreitend gehandelten Strommenge. [Weiterlesen]
Glossar · E · Engpassmanagement, Netzbetrieb, Netzsicherheit, Redispatch, Abregelung, Einspeisemanagement, Netzengpass, Leittechnik, Systemdienstleistung Engpassmanagement bezeichnet alle betrieblichen Maßnahmen, mit denen Netzbetreiber Überlastungen im Stromnetz vermeiden oder beheben. Ein Engpass entsteht, wenn eine Leitung, ein Transformator oder ein anderes Betriebsmittel durch die erwarteten oder tatsächlichen Stromflüsse stärker beansprucht würde, als es nach technischen Sicherheitsregeln zulässig ist. Engpassmanagement verändert deshalb nicht den Stromverbrauch selbst, sondern die räumliche und zeitliche Verteilung von Einspeisung, Bezug und Lastflüssen innerhalb eines vorhandenen Netzes. [Weiterlesen]
Glossar · E · Entladeleistung, Speicher, Batteriespeicher, Speicherleistung, Speicherkapazität, Flexibilität, C-Rate Entladeleistung bezeichnet die elektrische Leistung, mit der ein Speicher Energie wieder abgeben kann. Sie wird in Watt, Kilowatt, Megawatt oder Gigawatt angegeben und beschreibt eine Momentangröße: Wie viel elektrische Leistung kann der Speicher zu einem bestimmten Zeitpunkt bereitstellen? Bei einem Batteriespeicher betrifft das in der Regel die Leistung am Wechselstromanschluss, also dort, wo der Speicher mit einer Anlage, einem Kundenanschluss oder dem öffentlichen Stromnetz verbunden ist. [Weiterlesen]
Glossar · E · Entladetiefe, Depth of Discharge, DoD, Batterie, Ladezustand, Zyklenfestigkeit, Batteriespeicher, Batteriemanagement Entladetiefe, englisch Depth of Discharge oder DoD, bezeichnet den Anteil der nutzbaren Batteriekapazität, der bei einer Entladung aus der Batterie entnommen wird. Eine Entladetiefe von 80 Prozent bedeutet, dass 80 Prozent des dafür freigegebenen Kapazitätsbereichs genutzt wurden. Bei einem Batteriespeicher mit 10 Kilowattstunden nutzbarer Kapazität entspricht eine Entladetiefe von 80 Prozent einer entnommenen Energiemenge von 8 Kilowattstunden. [Weiterlesen]
Glossar · E · Entschädigungszahlung, Abregelung, Ausfallarbeit, Redispatch, Einspeisemanagement, Systemkosten, Netzengpass Eine Entschädigungszahlung ist im Stromsystem eine Zahlung an einen Anlagenbetreiber oder Marktakteur, wenn eine technisch verfügbare oder vermarktete Anlage aufgrund eines netz oder systembedingten Eingriffs nicht wie geplant einspeisen, Strom aufnehmen oder am Markt wirken kann. Besonders häufig wird der Begriff bei der Abregelung erneuerbarer Stromerzeugung, beim früheren Einspeisemanagement und beim heutigen Redispatch verwendet. Die Zahlung soll den wirtschaftlichen Nachteil ausgleichen, der entsteht, weil eine Anlage nicht nach ihrer Verfügbarkeit, ihrem Fahrplan oder ihrer Marktposition betrieben werden darf. [Weiterlesen]
Glossar · E · ENTSO-E, Übertragungsnetzbetreiber, Europäisches Verbundnetz, Network Codes, TYNDP, Strommarkt, Netzbetrieb ENTSO E ist das European Network of Transmission System Operators for Electricity, der europäische Verband der Übertragungsnetzbetreiber. Seine Mitglieder betreiben die Höchstspannungsnetze und verantworten den sicheren Betrieb ihrer jeweiligen Regelzonen. ENTSO E selbst betreibt kein Stromnetz, verkauft keinen Strom und ist keine Regulierungsbehörde. Die Organisation koordiniert Aufgaben, die im europäischen Stromsystem nicht sinnvoll an nationalen Grenzen enden: Netzbetrieb, Systemsicherheit, grenzüberschreitende Kapazitätsberechnung, Marktintegration, Datenveröffentlichung und langfristige Netzplanung. [Weiterlesen]
Glossar · E · EPEX SPOT, EEX, Strombörse, Day-Ahead-Markt, Intraday-Markt, Terminmarkt, Stromhandel EPEX SPOT und EEX sind organisierte Handelsplätze für Strom und energienahe Produkte in Europa. EPEX SPOT steht für den kurzfristigen Stromhandel, vor allem für den Day Ahead Markt und den Intraday Markt. Die EEX, die European Energy Exchange mit Sitz in Leipzig, ist vor allem für Terminprodukte relevant, also für Strom Futures und andere Verträge, mit denen Marktteilnehmer Preise für künftige Lieferzeiträume absichern. Beide Namen werden oft gemeinsam genannt, beschreiben aber unterschiedliche Marktebenen. [Weiterlesen]
Glossar · E · Erdgas, Glossar, Energie, Stromsystem, Methan, Gaskraftwerk Erdgas ist ein fossiler Energieträger, der überwiegend aus Methan besteht und aus unterirdischen Lagerstätten gefördert wird. Es wird in Haushalten und Gebäuden zur Wärmeerzeugung, in der Industrie als Brennstoff und Rohstoff sowie in Kraftwerken zur Stromerzeugung eingesetzt. Im Stromsystem ist Erdgas vor allem relevant, weil Gaskraftwerke technisch gut regelbar sind und deshalb Leistung bereitstellen können, wenn Wind und Solarstrom nicht ausreichen oder wenn kurzfristig zusätzliche Erzeugung gebraucht wird. [Weiterlesen]
Glossar · E · Erdkabel, Stromnetz, Netzausbau, Freileitung, Übertragungsnetz, Verteilnetz, Infrastruktur Ein Erdkabel ist eine elektrische Leitung, die unterirdisch verlegt wird und Strom zwischen Netzpunkten, Anlagen oder Verbrauchern transportiert. Es besteht je nach Spannungsebene aus einem oder mehreren Leitern, einer elektrischen Isolierung, Schutzschichten, gegebenenfalls metallischen Schirmen sowie einer äußeren Ummantelung gegen Feuchtigkeit, mechanische Belastung und chemische Einflüsse im Boden. Im Niederspannungs und Mittelspannungsnetz sind Erdkabel in vielen Regionen der Normalfall. Im Höchstspannungsnetz sind sie ebenfalls technisch möglich, stellen aber höhere Anforderungen an Planung, Bau, Betrieb und Reparatur als eine Freileitung. [Weiterlesen]
Glossar · E · Erdschluss, Kurzschluss, Schutztechnik, Stromnetz, Fehlerfall, Netzschutz Ein Erdschluss ist ein elektrischer Fehler, bei dem ein aktiver Leiter eine leitfähige Verbindung zur Erde, zu einem geerdeten Anlagenteil oder zu einem geerdeten Schutzleiter erhält. Betroffen sein kann zum Beispiel ein Außenleiter einer Freileitung, ein Leiter in einem Kabel, eine Sammelschiene in einer Schaltanlage oder eine Wicklung in einem Transformator. Die Verbindung kann niederohmig sein, etwa durch einen metallischen Kontakt, oder hochohmig, etwa über feuchte Isolierstoffe, verschmutzte Oberflächen, Lichtbögen, Bewuchs oder beschädigte Kabelmäntel. [Weiterlesen]
Glossar · E · Erdschlusskompensation, Petersen-Spule, Erdschluss, Mittelspannungsnetz, Netzschutz, Stromnetz, Betriebssicherheit Erdschlusskompensation ist ein Verfahren der Sternpunktbehandlung in Wechselstromnetzen, bei dem der Strom eines einpoligen Erdschlusses gezielt verringert wird. Dafür wird eine induktive Spule zwischen dem Sternpunkt eines Transformators oder einer Sternpunktbildnereinrichtung und Erde geschaltet. Diese Spule heißt Petersen Spule oder Erdschlusslöschspule. Sie erzeugt bei einem Erdschluss einen induktiven Strom, der dem kapazitiven Erdschlussstrom des Netzes weitgehend entgegenwirkt. [Weiterlesen]
Glossar · E · Glossar, Energie, Energiewende, Stromerzeugung, Klima, Windenergie, Solarenergie, Versorgungssicherheit Erneuerbare Energien sind Energiequellen, die sich im menschlichen Zeithorizont laufend erneuern oder aus menschlicher Sicht praktisch unerschöpflich verfügbar sind. Im Stromsystem sind damit vor allem Windenergie, Photovoltaik, Wasserkraft, Biomasse und Geothermie gemeint. Außerhalb des Stromsektors zählen auch Solarthermie, Umgebungswärme für Wärmepumpen und erneuerbare Brennstoffe dazu. Der Begriff beschreibt also keine einzelne Technik, sondern eine Gruppe sehr unterschiedlicher Energiequellen mit unterschiedlichen technischen Eigenschaften, Kostenstrukturen und Einsatzmöglichkeiten. [Weiterlesen]
Glossar · E · Erneuerbare-Energien-Gesetz, EEG, Erneuerbare Energien, Einspeisevergütung, Marktprämie, Einspeisevorrang Das Erneuerbare Energien Gesetz, kurz EEG, ist das zentrale deutsche Gesetz zur Förderung, Finanzierung und Marktintegration von Strom aus erneuerbaren Energien. Es regelt, unter welchen Bedingungen Anlagen für Windenergie, Photovoltaik, Biomasse, Wasserkraft, Geothermie und bestimmte weitere erneuerbare Technologien Strom in das Netz einspeisen, welche Vergütung oder Marktprämie sie erhalten, wie diese Förderung ermittelt wird und welche Pflichten Anlagenbetreiber, Netzbetreiber und Direktvermarkter haben. [Weiterlesen]
Glossar · E · Begriff, Erzeugungsmix, Stromerzeugung, Stromsystem, Energiemarkt, Erneuerbare Energien Der Erzeugungsmix beschreibt, aus welchen Energiequellen und Kraftwerkstechnologien der erzeugte Strom in einem bestimmten Gebiet und Zeitraum stammt. Gemeint sein können zum Beispiel Anteile von Windenergie, Photovoltaik, Wasserkraft, Biomasse, Kernenergie, Braunkohle, Steinkohle, Erdgas oder Öl an der gesamten Stromerzeugung. Der Begriff ist deshalb mehr als eine statistische Aufteilung nach Energieträgern: Er verweist auf technische Eigenschaften der Erzeugung, auf Kostenstrukturen, Emissionen, Verfügbarkeit, Regelbarkeit und auf die Art, wie ein Stromsystem betrieben werden muss. [Weiterlesen]
Glossar · E · Erzeugungspark, Kraftwerkspark, Stromerzeugung, Erneuerbare Energien, Speicher, Kapazitätswert, Stromsystem Erzeugungspark bezeichnet die Gesamtheit der Anlagen, die innerhalb einer festgelegten Systemgrenze Strom erzeugen können. Diese Grenze kann ein Land, eine Regelzone, ein Marktgebiet, ein Netzgebiet oder ein einzelnes Unternehmen sein. Zum Erzeugungspark gehören klassische Kraftwerke ebenso wie Windenergieanlagen, Photovoltaikanlagen, Biomassekraftwerke, Wasserkraftwerke, Anlagen der Kraft Wärme Kopplung, Notstromaggregate, industrielle Eigenerzeugung und in bestimmten Betrachtungen auch Speicher, sofern sie Strom in das Netz einspeisen. [Weiterlesen]
Glossar · E · Begriff, Erzeugungsprofil, Stromerzeugung, Windenergie, Photovoltaik, Lastprofil, Residuallast, Marktwert, Flexibilität Ein Erzeugungsprofil beschreibt den zeitlichen Verlauf der Stromerzeugung einer Anlage, einer Technologie oder eines Erzeugungsparks. Es zeigt, zu welchen Zeitpunkten welche elektrische Leistung eingespeist wird. Ein solches Profil kann für Minuten, Stunden, Tage, Monate oder Jahre dargestellt werden. Für das Stromsystem ist diese zeitliche Struktur genauso wichtig wie die jährliche Energiemenge, weil Stromerzeugung und Stromverbrauch in jedem Moment zusammenpassen müssen. [Weiterlesen]
Glossar · E · EU-Emissionshandel, EU ETS, CO2-Preis, Zertifikate, Strommarkt, Merit-Order, Dekarbonisierung, Klimaschutz Der EU Emissionshandel, kurz EU ETS, ist ein europäisches Mengeninstrument zur Begrenzung von Treibhausgasemissionen. Anlagen, die unter das System fallen, müssen für jede ausgestoßene Tonne CO₂ oder CO₂ Äquivalent ein Emissionszertifikat abgeben. Die Gesamtmenge dieser Zertifikate ist politisch festgelegt, wird jährlich abgesenkt und bildet die Obergrenze für die Emissionen der erfassten Sektoren. Gehandelt wird also nicht mit Emissionen selbst, sondern mit dem Recht, innerhalb dieser Obergrenze eine bestimmte Menge Treibhausgase auszustoßen. [Weiterlesen]
Glossar · E · EU-Taxonomie, Nachhaltige Finanzierung, Energie, Klimaschutz, Investitionen, Regulierung, Stromsystem, Kapitalmarkt Die EU Taxonomie ist ein verbindliches europäisches Klassifikationssystem, das festlegt, unter welchen Bedingungen eine wirtschaftliche Tätigkeit als ökologisch nachhaltig ausgewiesen werden darf. Sie bewertet nicht Unternehmen als Ganzes, sondern einzelne Aktivitäten: etwa den Bau eines Windparks, den Betrieb eines Stromnetzes, die Herstellung von Batterien, Investitionen in Gebäudesanierung oder bestimmte Formen der Energieerzeugung. Für das Stromsystem ist sie relevant, weil sie Kapitalflüsse, Berichtspflichten und die Sprache nachhaltiger Finanzierung ordnet. [Weiterlesen]
Glossar · E · Exergie, Energiequalität, Thermodynamik, Wirkungsgrad, Energiedienstleistung, Umwandlungsverluste, Strom, Wärme, Wärmepumpe Exergie bezeichnet den Anteil einer Energiemenge, der unter gegebenen Umweltbedingungen theoretisch in nutzbare Arbeit umgewandelt werden kann. Sie beschreibt damit nicht die Menge an Energie allein, sondern deren Qualität. Eine Kilowattstunde Strom und eine Kilowattstunde Raumwärme enthalten als Energiemenge denselben Wert. Ihr Arbeitsvermögen ist jedoch sehr verschieden. Strom kann nahezu vollständig in mechanische Arbeit, Licht, Informationstechnik oder Wärme umgewandelt werden. Wärme knapp oberhalb der Umgebungstemperatur kann dagegen nur zu einem sehr kleinen Teil in Arbeit zurückverwandelt werden. [Weiterlesen]
Glossar · F · FACTS, Flexible AC Transmission Systems, Übertragungsnetz, Blindleistung, Spannungshaltung, STATCOM, SVC, Lastfluss FACTS steht für Flexible AC Transmission Systems. Der Begriff bezeichnet leistungselektronische Betriebsmittel, mit denen elektrische Zustände in Wechselstromnetzen gezielt beeinflusst werden. FACTS Anlagen können Spannung stützen, Blindleistung aufnehmen oder bereitstellen, Lastflüsse verändern, Netzschwingungen dämpfen und die Stabilität des Übertragungsnetzes verbessern. Sie erzeugen keine zusätzliche Energie und ersetzen keine Kraftwerke. Ihr Nutzen liegt in der schnellen und regelbaren Beeinflussung eines Wechselstromnetzes, das physikalisch nicht einfach nach vertraglichen Handelsbeziehungen fließt, sondern nach Impedanzen, Spannungswinkeln und Netzschaltungen. [Weiterlesen]
Glossar · F · Fahrplan, Bilanzkreis, Strommarkt, Day-Ahead-Markt, Intraday-Markt, Ausgleichsenergie, Prognose Ein Fahrplan ist im Strommarkt die zeitlich aufgelöste Anmeldung geplanter Einspeisungen, Entnahmen oder Handelsgeschäfte. Er legt fest, welche elektrische Leistung in welchem Zeitintervall einem Bilanzkreis, einem Handelspartner oder einer Regelzone zugeordnet werden soll. Im deutschen und europäischen Strommarkt wird dabei in der Regel in Viertelstunden gedacht: Für jede Viertelstunde wird eine Leistung in Megawatt angemeldet; daraus ergibt sich über die Dauer des Intervalls eine Energiemenge in Megawattstunden. [Weiterlesen]
Glossar · F · Fahrplantreue, Fahrplan, Bilanzkreis, Bilanzkreisverantwortung, Ausgleichsenergie, Strommarkt Fahrplantreue bezeichnet die Übereinstimmung zwischen den angemeldeten Fahrplänen eines Marktteilnehmers und den tatsächlich gemessenen Einspeisungen oder Entnahmen im Stromsystem. Gemeint ist damit nicht die technische Zuverlässigkeit einer einzelnen Anlage, sondern die Genauigkeit, mit der geplante Strommengen in einem Bilanzkreis tatsächlich eingehalten werden. Fahrplantreue ist damit eine praktische Messgröße für die Qualität von Prognose, Handel, Einsatzplanung und Bilanzkreisbewirtschaftung. [Weiterlesen]
Glossar · F · Fault Ride Through, Fehlerdurchfahrt, Wechselrichter, Windenergie, Photovoltaik, Netzanschluss, Netzstabilität, Schutztechnik Fault Ride Through bezeichnet die Fähigkeit einer Erzeugungsanlage, eines Speichers oder eines Umrichters, bei kurzzeitigen Netzfehlern nicht sofort vom Netz zu trennen, sondern für eine definierte Dauer am Netz zu bleiben und sich nach vorgegebenen Regeln zu verhalten. Im Deutschen wird dafür meist der Begriff Fehlerdurchfahrt verwendet. Gemeint ist vor allem das Verhalten bei Spannungseinbrüchen, Spannungserhöhungen oder anderen kurzzeitigen Störungen, die durch Kurzschlüsse, Schalthandlungen oder Fehler in Netzbetriebsmitteln entstehen können. [Weiterlesen]
Glossar · F · FCR, Frequency Containment Reserve, Regelreserve, Frequenzhaltung, Netzfrequenz, Systemdienstleistung FCR steht für Frequency Containment Reserve und bezeichnet die Regelreserve, die unmittelbar auf eine Abweichung der Netzfrequenz reagiert. Ihre Aufgabe besteht darin, eine Frequenzabweichung nach einer plötzlichen Störung einzudämmen, damit die Frequenz nicht weiter absinkt oder ansteigt. Im deutschsprachigen Stromsystem entspricht FCR weitgehend dem früheren Begriff Primärregelreserve. [Weiterlesen]
Glossar · F · Fernauslesbarkeit, Smart Meter, Messsystem, Stromzähler, Messstellenbetrieb, Remotereadout, Digitalisierung, Messdaten, Smart-Meter-Gateway Fernauslesbarkeit bezeichnet die Fähigkeit eines Messsystems, Zählerstände oder Messwerte ohne physischen Zugriff auf den Zähler auszulesen. Die Daten werden dabei nicht durch eine Person vor Ort abgelesen, sondern über eine Kommunikationsverbindung an berechtigte Marktakteure, Netzbetreiber oder Messstellenbetreiber übertragen. Im einfachsten Fall geht es um einen einzelnen Zählerstand für die Abrechnung. In weiter entwickelten Anwendungen können auch zeitlich aufgelöste Messwerte übertragen werden, etwa Viertelstundenwerte eines Strombezugs oder einer Einspeisung. [Weiterlesen]
Glossar · F · Fernwirktechnik, Leittechnik, Netzbetrieb, Steuerung, Messung, Smart Grid, Verteilnetz, Automatisierung Fernwirktechnik bezeichnet die technische Ausrüstung und die Kommunikationsverfahren, mit denen räumlich entfernte Anlagen gemessen, überwacht und gesteuert werden. Im Stromsystem verbindet sie Betriebsmittel wie Schaltanlagen, Umspannwerke, Ortsnetzstationen, Erzeugungsanlagen, Speicher oder größere Verbraucher mit einer Leitstelle. Über diese Verbindung werden Messwerte, Schaltzustände, Störmeldungen, Warnungen und Steuerbefehle übertragen. [Weiterlesen]
Glossar · F · Fernwärme, Wärme, Wärmenetz, Sektorkopplung, Abwärme, Wärmepumpe, Kraft-Wärme-Kopplung, Speicher, Exergie Fernwärme bezeichnet die leitungsgebundene Versorgung von Gebäuden, Quartieren oder Betrieben mit Wärme aus einem Wärmenetz. Die Wärme wird in einer oder mehreren Anlagen erzeugt, über gedämmte Rohrleitungen transportiert und in den angeschlossenen Gebäuden über eine Übergabestation an Heizungsanlage, Warmwasserbereitung oder gewerbliche Prozesse abgegeben. Fernwärme ist deshalb kein Brennstoff und keine bestimmte Erzeugungstechnologie. Sie ist eine Infrastruktur zur Verteilung von Wärme. [Weiterlesen]
Glossar · F · Ferraris-Zähler, Stromzähler, Messstellenbetrieb, Smart Meter, Moderne Messeinrichtung, Abrechnung Ein Ferraris Zähler ist ein elektromechanischer Stromzähler, der elektrische Arbeit über eine rotierende Aluminiumscheibe misst. Fließt Strom durch den Zähler, erzeugen Strom und Spannungsspulen magnetische Felder, die in der Scheibe Wirbelströme auslösen. Daraus entsteht ein Drehmoment. Je höher die momentan bezogene elektrische Leistung, desto schneller dreht sich die Scheibe. Ein mechanisches Zählwerk übersetzt die Umdrehungen in Kilowattstunden. Gemessen wird also nicht Strom im engeren physikalischen Sinn, sondern die über die Zeit bezogene elektrische Energie. [Weiterlesen]
Glossar · F · Fixkosten, Kosten, Stromsystem, Energiewirtschaft, Strommarkt, Netzentgelte Fixkosten sind Kosten, die unabhängig von der kurzfristigen Produktionsmenge anfallen. Ein Kraftwerk, ein Stromnetz, ein Umspannwerk, eine Leitwarte oder eine Messinfrastruktur verursacht solche Kosten auch dann, wenn in einer bestimmten Stunde wenig oder kein Strom erzeugt, transportiert oder abgerechnet wird. Typische Fixkosten sind Kapitalkosten für Anlagen, Abschreibungen, Zinsen, Wartung, Instandhaltung, Pacht, Versicherungen, Personal für Betrieb und Überwachung sowie Kosten für Genehmigung, Planung und Verwaltung. [Weiterlesen]
Glossar · F · Flexibilität, Stromsystem, Lastverschiebung, Speicher, Nachfrage, Erzeugung, Netzbetrieb, Systemdienstleistung, Verteilnetz, Marktregeln Flexibilität bezeichnet im Stromsystem die Fähigkeit von Verbrauchern, Erzeugungsanlagen oder Speichern, ihre elektrische Leistung zeitlich zu verändern, um auf technische oder wirtschaftliche Signale zu reagieren. Sie kann bedeuten, dass eine Last später eingeschaltet wird, dass eine Erzeugungsanlage ihre Einspeisung reduziert, dass ein Batteriespeicher lädt oder entlädt, oder dass ein Prozess für eine bestimmte Zeit unterbrochen wird. Flexibilität ist damit keine Energiemenge an sich, sondern eine steuerbare Veränderung von Leistung über eine bestimmte Dauer. [Weiterlesen]
Glossar · F · Flexibilitätsabruf, Flexibilität, Aggregator, Demand Response, Speicher, Verteilnetz, Regelenergie, Flexibilitätsmarkt Flexibilitätsabruf bezeichnet den konkreten Vorgang, bei dem eine verfügbare oder vertraglich zugesagte Flexibilitätsoption aktiviert wird. Eine Batterie lädt oder entlädt, eine Wärmepumpe reduziert vorübergehend ihre elektrische Leistung, ein Elektrofahrzeug verschiebt den Ladevorgang, eine Kälteanlage nutzt ihre thermische Trägheit, oder ein Industrieprozess verändert seine Last. Der Abruf ist damit nicht das bloße Vorhandensein von Flexibilität, sondern ihre tatsächliche Nutzung in einer bestimmten Situation, zu einem bestimmten Zeitpunkt und mit einem bestimmten technischen Ziel. [Weiterlesen]
Glossar · F · Flexibilitätsbedarf, Flexibilität, Residuallast, Speicher, Lastmanagement, Stromsystem, Erneuerbare Energien Flexibilitätsbedarf bezeichnet den Umfang an zeitlicher, räumlicher und technischer Anpassungsfähigkeit, den ein Stromsystem benötigt, um Erzeugung und Verbrauch jederzeit auszugleichen, Netzgrenzen einzuhalten und Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Gemeint ist damit keine einzelne Technik, sondern eine Systemanforderung: Strom muss in jeder Sekunde dort bereitstehen oder eingespart werden, wo er gebraucht wird, während Leitungen, Kraftwerke, Speicher, Verbraucher und Marktregeln nur begrenzt und unterschiedlich schnell reagieren können. [Weiterlesen]
Glossar · F · Flexibilitätsmarkt, Flexibilität, Demand Response, Speicher, Aggregator Ein Flexibilitätsmarkt ist ein organisierter Mechanismus, über den zeitlich begrenzte Änderungen von Stromerzeugung, Stromverbrauch oder Speicherung angeboten, nachgefragt, bepreist und aktiviert werden. Gehandelt wird dabei nicht Strom im einfachen Sinn einer Kilowattstunde zu einem beliebigen Zeitpunkt, sondern die Fähigkeit, Einspeisung oder Entnahme zu verschieben, zu erhöhen, zu senken oder schneller anzupassen. Diese Fähigkeit heißt Flexibilität. [Weiterlesen]
Glossar · F · Flexibilitätsoption, Flexibilität, Speicher, Lastmanagement, Demand Response, Erzeugung, Stromsystem Eine Flexibilitätsoption ist eine technische, organisatorische oder marktliche Möglichkeit, Einspeisung, Verbrauch oder Speicherung von Strom zeitlich und teilweise auch räumlich anzupassen. Sie beschreibt also keine einzelne Technologie, sondern eine Fähigkeit: Das Stromsystem kann auf veränderte Bedingungen reagieren, ohne dass Versorgungssicherheit, Netzstabilität oder wirtschaftlicher Betrieb unnötig belastet werden. [Weiterlesen]
Glossar · F · Flexibilitätspotenzial, Flexibilität, Lastmanagement, Demand Response, Speicher, Wärmepumpe, Elektromobilität Flexibilitätspotenzial bezeichnet die grundsätzlich vorhandene Fähigkeit von Anlagen, Verbrauchern, Speichern oder Erzeugern, ihre elektrische Leistung zeitlich zu verändern, ohne den eigentlichen Nutzen der Anwendung unzulässig zu beeinträchtigen. Gemeint ist also nicht jede denkbare technische Schaltbarkeit, sondern die Menge an Leistung, Energie und Zeitverschiebung, die unter bestimmten Bedingungen für das Stromsystem nutzbar gemacht werden könnte. [Weiterlesen]
Glossar · F · Flexibilitätsvermarktung, Flexibilität, Aggregator, Speicher, Demand Response, Regelenergie Flexibilitätsvermarktung bezeichnet die wirtschaftliche Nutzung der Fähigkeit, Erzeugung, Verbrauch oder Speicherung zeitlich zu verändern. Eine Anlage, ein Verbraucher oder ein Speicher stellt dabei nicht bloß Energie bereit oder nimmt Energie auf, sondern bietet eine steuerbare Änderung gegenüber einem erwarteten Verlauf an. Diese Änderung kann an Strommärkten, gegenüber Übertragungsnetzbetreibern oder Verteilnetzbetreibern, über Aggregatoren, in Regelenergiemärkten, im Intraday Handel oder über bilaterale Verträge vergütet werden. [Weiterlesen]
Glossar · F · Flicker, Spannungsschwankung, Power Quality, Stromqualität, Versorgungsqualität, Netzbetrieb, Laständerung, Netzanschluss Flicker bezeichnet wiederholte oder schnelle Spannungsschwankungen im Stromnetz, die von Menschen vor allem als Flimmern oder Helligkeitsschwankung von Licht wahrgenommen werden können. Technisch gehört Flicker zur Spannungsqualität und damit zur Stromqualität. Gemeint ist also nicht das Flackern einer einzelnen defekten Lampe, sondern eine Netzstörung, bei der die Versorgungsspannung so schwankt, dass angeschlossene Geräte darauf reagieren. [Weiterlesen]
Glossar · F · Flow-Based Market Coupling, Market Coupling, Strommarkt, Interkonnektor, Grenzkuppelkapazität, Ringfluss, Europäischer Strommarkt Flow Based Market Coupling ist ein Verfahren der europäischen Strommarktkopplung, bei dem grenzüberschreitender Stromhandel anhand seiner voraussichtlichen Wirkung auf das vermaschte Übertragungsnetz freigegeben wird. Handelskapazität wird dabei nicht als einfache Zahl je Grenze behandelt, sondern als Kombination möglicher Austauschpositionen zwischen Gebotszonen, die bestimmte Leitungen und Transformatoren im Netz nicht überlasten darf. [Weiterlesen]
Glossar · F · Fluktuierende Erzeugung, Windenergie, Photovoltaik, Erneuerbare Energien, Stromsystem, Prognosen, Flexibilität, Speicher, Netzausbau Fluktuierende Erzeugung bezeichnet Stromproduktion, deren verfügbare Leistung zeitlich schwankt, weil sie vom natürlichen Energieangebot abhängt. Im Stromsystem sind damit vor allem Windenergieanlagen und Photovoltaikanlagen gemeint. Ihre Einspeisung folgt Windgeschwindigkeit, Bewölkung, Sonnenstand, Jahreszeit und Wetterlage. Sie kann technisch begrenzt oder abgeregelt werden, aber sie kann ohne zusätzliche Energiequelle nicht beliebig erhöht werden, wenn gerade wenig Wind weht oder keine Sonne scheint. [Weiterlesen]
Glossar · F · Flächenbedarf, Windenergie, Photovoltaik, Biomasse, Netzausbau, Akzeptanz, Infrastruktur, Energiewende Flächenbedarf bezeichnet die räumliche Fläche, die für Energieanlagen, Netze, Speicher oder andere Infrastrukturen benötigt wird. Im Stromsystem geht es dabei um Windenergieanlagen, Photovoltaikanlagen auf Dächern und Freiflächen, Biomasseanbau, Stromtrassen, Umspannwerke, Speicherstandorte, Elektrolyseure, Leitungen für Wärme oder Wasserstoff und die dazugehörigen Betriebsflächen. Der Begriff beschreibt nicht nur Quadratmeter auf einem Plan, sondern auch Abstände, Nutzungseinschränkungen, Sichtbarkeit, ökologische Wirkungen und die Frage, welche andere Nutzung auf derselben Fläche weiterhin möglich bleibt. [Weiterlesen]
Glossar · F · Free Allocation, kostenlose Zuteilung, EU-Emissionshandel, Zertifikatehandel, Carbon Leakage, Benchmarking Free Allocation bezeichnet die kostenlose Zuteilung von Emissionszertifikaten an Unternehmen oder Anlagen in einem Emissionshandelssystem. Im EU Emissionshandel bedeutet das: Eine Anlage erhält für einen Teil ihrer zulässigen Emissionen Zertifikate, ohne sie bei einer Auktion kaufen zu müssen. Jedes Zertifikat berechtigt zur Emission einer bestimmten Menge Treibhausgas, im EU ETS in der Regel einer Tonne CO₂ Äquivalent. Kostenlos ist dabei nur die Zuteilung des handelbaren Rechts, nicht die Emission selbst im physikalischen Sinn und auch nicht die Knappheit im System. [Weiterlesen]
Glossar · F · Freileitung, Stromnetz, Netzausbau, Übertragungsnetz, Verteilnetz, Leitung, Infrastruktur Eine Freileitung ist eine elektrische Leitung, bei der die stromführenden Leiter oberirdisch an Masten befestigt und über Isolatoren gegenüber Mast und Erde getrennt werden. Sie dient dazu, elektrische Energie zwischen Erzeugungsanlagen, Umspannwerken, Netzknoten und Verbrauchsschwerpunkten zu übertragen oder zu verteilen. Im Höchst und Hochspannungsbereich ist die Freileitung in Deutschland die klassische Bauform des Stromtransports; im Mittel und Niederspannungsnetz wurde sie in vielen Siedlungsgebieten durch Erdkabel ersetzt, ist aber in ländlichen Räumen weiterhin verbreitet. [Weiterlesen]
Glossar · F · Frequenz, Elektrotechnik, Stromsystem, Netzstabilität, Regelenergie, Verbundnetz Frequenz bezeichnet im Wechselstromnetz die Anzahl der elektrischen Schwingungen pro Sekunde. Die Einheit ist Hertz, abgekürzt Hz. Im europäischen Verbundnetz liegt die Sollfrequenz bei 50 Hertz. Das bedeutet: Spannung und Strom wechseln fünfzigmal pro Sekunde ihre Richtung. Diese 50 Hertz sind keine bloße technische Konvention, sondern eine gemeinsame Betriebsgröße für ein großes synchron verbundenes Stromnetz. [Weiterlesen]
Glossar · F · Frequenzhaltung, Netzstabilität, Regelenergie, Momentanreserve, Stromsystem, Systemdienstleistung, Synchronmaschine, Umrichter Frequenzhaltung bezeichnet die technischen, betrieblichen und marktlichen Maßnahmen, mit denen die Netzfrequenz eines Wechselstromsystems nahe ihrem Sollwert gehalten wird. Im kontinentaleuropäischen Verbundnetz beträgt dieser Sollwert 50 Hertz. Die Frequenz zeigt an, ob Erzeugung und Verbrauch in jedem Moment im Gleichgewicht sind. Wird mehr elektrische Leistung entnommen als eingespeist, sinkt die Frequenz. Wird mehr eingespeist als verbraucht, steigt sie. [Weiterlesen]
Glossar · F · Frequenznadir, Frequenzhaltung, FCR, Momentanreserve, Netzfrequenz, Systemträgheit, Regelreserve Der Frequenznadir ist der niedrigste Wert, den die Netzfrequenz nach einer plötzlichen Störung erreicht, bevor sie wieder ansteigt oder sich auf einem neuen Niveau stabilisiert. Im europäischen Verbundsystem liegt die Sollfrequenz bei 50 Hertz. Fällt etwa ein großer Kraftwerksblock, eine Erzeugungsanlage, eine HGÜ Verbindung oder eine größere Importleistung abrupt aus, entsteht für einen kurzen Zeitraum ein Leistungsdefizit. Die elektrische Nachfrage ist dann größer als die eingespeiste Leistung. Die Frequenz sinkt, bis physikalische Trägheitswirkungen, automatische Regelung und weitere Reserven den Abfall abbremsen und umkehren. Der tiefste Punkt dieses Verlaufs ist der Frequenznadir. [Weiterlesen]
Glossar · F · Frequenzregelung, Frequenz, Regelenergie, Stromsystem, Netzbetrieb, Versorgungssicherheit Frequenzregelung bezeichnet die technischen und organisatorischen Maßnahmen, mit denen die elektrische Frequenz eines Wechselstromnetzes nahe ihrem Sollwert gehalten wird. Im europäischen Verbundnetz beträgt dieser Sollwert 50 Hertz. Die Frequenz zeigt unmittelbar an, ob Erzeugung und Verbrauch elektrischer Leistung im synchron gekoppelten Netz im Gleichgewicht sind. Wird mehr elektrische Leistung verbraucht als eingespeist, sinkt die Frequenz. Wird mehr eingespeist als verbraucht, steigt sie. [Weiterlesen]
Glossar · F · Futures, Forwards, Terminmarkt, Stromhandel, Preisabsicherung, Hedging, Strombeschaffung, Risiko Futures und Forwards sind Termingeschäfte über Strom. Zwei Parteien vereinbaren heute einen Preis für eine Strommenge, die erst in der Zukunft geliefert oder finanziell abgerechnet wird. Der Vertrag kann sich auf einzelne Tage, Monate, Quartale oder Jahre beziehen. Im Strommarkt dienen solche Geschäfte vor allem dazu, Preisrisiken zu begrenzen: Ein Versorger sichert künftige Beschaffungskosten, ein Industrieunternehmen stabilisiert seine Stromkosten, ein Kraftwerksbetreiber legt Erlöse für künftige Erzeugung fest. [Weiterlesen]
Glossar · G · Gaskraftwerk, Steuerbare Erzeugung, Versorgungssicherheit, Residuallast, Kraftwerk, Erdgas, Wasserstoff, Flexibilität Ein Gaskraftwerk ist ein Kraftwerk, das aus einem gasförmigen Brennstoff elektrische Energie erzeugt. In der heutigen Stromversorgung ist damit meistens Erdgas gemeint, technisch können bestimmte Anlagen aber auch mit Biogas, synthetischem Methan oder perspektivisch mit Wasserstoff betrieben werden. Für das Stromsystem zählt ein Gaskraftwerk vor allem als steuerbare Erzeugungsanlage: Es kann, anders als Wind und Solaranlagen, seine Einspeisung innerhalb technischer Grenzen gezielt erhöhen oder senken. [Weiterlesen]
Glossar · G · Gebotstermin, Ausschreibung, Erneuerbare Energien, Kapazitätsmarkt, Marktprämie, Strommarkt, Förderung Ein Gebotstermin ist der verbindlich festgelegte Zeitpunkt, bis zu dem Teilnehmer eines Ausschreibungsverfahrens ihre Gebote vollständig einreichen müssen. Im Stromsystem betrifft das vor allem Ausschreibungen für erneuerbare Energien, Regelreserve, Netzbetriebsmittel, Kapazitätsmechanismen oder andere wettbewerbliche Vergaben. Der Gebotstermin ist damit keine bloße Verwaltungsfrist, sondern ein Taktgeber für Investitionen, Finanzierung, Projektentwicklung und Marktverhalten. [Weiterlesen]
Glossar · G · Gebotszone, Preiszone, Strommarkt, Netzengpass, Strompreis, Marktdesign Eine Gebotszone ist ein räumlich abgegrenzter Bereich des Stromgroßhandels, in dem Stromgebote so behandelt werden, als könne elektrische Energie innerhalb dieses Bereichs ohne netzbedingte Einschränkungen gehandelt werden. Für alle erfolgreichen Gebote in einer Gebotszone ergibt sich im Day Ahead Markt in der Regel ein einheitlicher Großhandelspreis je Lieferstunde oder Viertelstunde. Die Gebotszone ist damit keine technische Anlage und keine physikalische Messgröße, sondern eine Marktgrenze. Sie legt fest, innerhalb welchen Gebiets der Marktpreis einheitlich gebildet wird und an welchen Grenzen grenzüberschreitende Übertragungskapazitäten explizit berücksichtigt werden. [Weiterlesen]
Glossar · G · Gebäudehülle, Wärmebedarf, Energieeffizienz, Heizlast, Wärmepumpe, Sanierung, Gebäude Die Gebäudehülle umfasst alle Bauteile, die beheizte Innenräume gegen Außenluft, Erdreich oder unbeheizte Gebäudeteile abgrenzen. Dazu gehören Außenwände, Dach oder oberste Geschossdecke, Fenster, Außentüren, Kellerdecke, Bodenplatte sowie Anschlüsse zwischen diesen Bauteilen. Sie ist die physische Grenze, an der Wärme das Gebäude verlässt oder in das Gebäude eintritt. [Weiterlesen]
Glossar · G · Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung, Mieterstrom, Photovoltaik, Eigenverbrauch, Prosumer, Mehrfamilienhaus, Stromversorgung Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung bezeichnet die Versorgung mehrerer Letztverbraucher in einem Gebäude mit Strom aus einer gebäudenahen Stromerzeugungsanlage, meist einer Photovoltaikanlage auf dem Dach, an der Fassade oder auf einer zugehörigen Nebenanlage. Der erzeugte Strom wird nicht nur einem einzelnen Haushalt oder Eigentümer zugerechnet, sondern vertraglich und messtechnisch auf mehrere Nutzerinnen und Nutzer im Gebäude verteilt. Typische Anwendungsfälle sind Mehrfamilienhäuser, Wohnungseigentümergemeinschaften, gemischt genutzte Gebäude oder Gebäude mit Mietwohnungen und Gewerbeeinheiten. [Weiterlesen]
Glossar · G · Genehmigungsverfahren, Infrastruktur, Windenergie, Netzausbau, Stromnetz, Regulierung, Planung, Beteiligung Ein Genehmigungsverfahren ist ein rechtlich geregelter Prüf und Entscheidungsprozess, in dem eine Behörde feststellt, ob ein geplantes Vorhaben gebaut, geändert oder betrieben werden darf. Im Stromsystem betrifft das zum Beispiel Windenergieanlagen, Freiflächen Photovoltaik, Stromleitungen, Umspannwerke, Batteriespeicher, Kraftwerke, Elektrolyseure, große Ladeinfrastruktur oder industrielle Anlagen mit erheblichem Energiebedarf. [Weiterlesen]
Glossar · G · Geothermie, Erdwärme, Wärme, Stromerzeugung, Wärmenetz, Grundlast, Erneuerbare Energien Geothermie bezeichnet die technische Nutzung von Wärme aus dem Untergrund. Diese Wärme stammt überwiegend aus dem natürlichen Wärmestrom der Erde und aus dem Zerfall radioaktiver Elemente im Gestein. Im Energiesystem wird sie vor allem zur Bereitstellung von Raumwärme, Prozesswärme und Warmwasser genutzt. In geeigneten Regionen kann Geothermie auch Strom erzeugen, wenn die Temperatur des geförderten Thermalwassers oder des erschlossenen Gesteins hoch genug ist. [Weiterlesen]
Glossar · G · Gesicherte Leistung, Versorgungssicherheit, Kapazitätswert, Kapazitätsangemessenheit, Steuerbare Erzeugung, Speicher, Flexibilität, Residuallast Gesicherte Leistung bezeichnet den Anteil einer Erzeugungsanlage, eines Speichers, einer Nachfrageflexibilität oder einer Importmöglichkeit, der in kritischen Stunden mit hoher Wahrscheinlichkeit zur Deckung der Stromnachfrage verfügbar ist. Der Begriff beschreibt keine theoretische Maximalleistung, sondern einen verlässlich anrechenbaren Beitrag zur Versorgungssicherheit. Eine Anlage mit 1.000 Megawatt installierter Leistung stellt daher nicht automatisch 1.000 Megawatt gesicherte Leistung bereit. [Weiterlesen]
Glossar · G · Gleichrichter, Leistungselektronik, Wechselstrom, Gleichstrom, Umrichter, Ladegerät, HGÜ, Netzrückwirkungen, Oberschwingungen Ein Gleichrichter ist eine elektrische Schaltung oder ein Gerät, das Wechselstrom in Gleichstrom umwandelt. Wechselstrom ändert periodisch Richtung und Betrag, im europäischen Stromnetz typischerweise mit 50 Hertz. Gleichstrom fließt dagegen mit gleichbleibender Polarität. Ein Gleichrichter stellt diese Polarität her, indem er den zeitlich wechselnden Stromfluss so führt und glättet, dass am Ausgang eine Gleichspannung oder ein Gleichstrom nutzbar wird. [Weiterlesen]
Glossar · G · Gleichstrom, Glossar, Elektrotechnik, Strom, Photovoltaik, Speicher, Leistungselektronik Gleichstrom ist elektrischer Strom, dessen Richtung sich im betrachteten Stromkreis nicht periodisch umkehrt. Die elektrische Spannung hat dabei eine feste Polarität: Ein Anschluss bleibt positiv, der andere negativ. In der Praxis kann Gleichstrom gleichmäßig sein, leicht schwanken oder durch elektronische Schaltungen gepulst werden. Entscheidend für die Einordnung ist nicht, dass jeder Augenblick exakt denselben Wert hat, sondern dass die Stromrichtung nicht wie beim Wechselstrom regelmäßig wechselt. [Weiterlesen]
Glossar · G · Gleichzeitigkeit, Gleichzeitigkeitsfaktor, Netzplanung, Spitzenlast, Anschlussleistung, Verteilnetz, Ladeinfrastruktur Gleichzeitigkeit beschreibt, in welchem Maß mehrere elektrische Verbraucher, Erzeugungsanlagen oder Speicher zur selben Zeit Leistung beziehen oder einspeisen. Für das Stromnetz zählt nicht allein, welche Geräte installiert sind, sondern welche Leistung sie im selben Moment beanspruchen. Ein Gebäude kann viele Geräte mit hoher Anschlussleistung enthalten, ohne dass diese jemals gemeinsam auf voller Leistung laufen. Ein Straßenzug kann aber auch eine moderate Zahl neuer Anlagen haben und trotzdem belastend für das Netz werden, wenn sie zur gleichen Tageszeit aktiv sind. [Weiterlesen]
Glossar · G · Gleichzeitigkeitsfaktor, Gleichzeitigkeit, Netzplanung, Anschlussleistung, Spitzenlast, Ladeinfrastruktur, Wärmepumpe, Verteilnetz, Lastmanagement, Elektrifizierung Der Gleichzeitigkeitsfaktor beschreibt das Verhältnis zwischen der höchsten gleichzeitig auftretenden Leistung einer Gruppe von Verbrauchern oder Erzeugern und der Summe ihrer einzelnen maximal möglichen Leistungen. Er gibt also an, welcher Anteil vieler theoretischer Einzelspitzen in der Praxis zur selben Zeit wirksam wird. Ein Gleichzeitigkeitsfaktor von 0,3 bedeutet zum Beispiel, dass von 100 Kilowatt installierter oder vertraglich möglicher Leistung in der betrachteten Gruppe nur 30 Kilowatt gleichzeitig als relevante Spitze angesetzt werden. [Weiterlesen]
Glossar · G · Gleichzeitigkeitsgrad Wärme, Gleichzeitigkeitsfaktor, Wärmebedarf, Wärmepumpe, Wärmenetz, Heizlast, Netzplanung Der Gleichzeitigkeitsgrad Wärme beschreibt das Verhältnis zwischen der tatsächlich gleichzeitig auftretenden Wärmeleistung einer Gruppe von Verbrauchern und der Summe ihrer jeweils einzeln angesetzten Spitzenleistungen. Er ist eine dimensionslose Planungsgröße und wird als Faktor zwischen 0 und 1 oder als Prozentwert angegeben. Ein Gleichzeitigkeitsgrad von 0,7 bedeutet, dass in einer betrachteten Gruppe nicht 100 Prozent der addierten Einzelspitzen gleichzeitig wirksam werden, sondern 70 Prozent davon für die gemeinsame Spitzenlast angesetzt werden. [Weiterlesen]
Glossar · G · Governance, Energiesystem, Regulierung, Institutionen, Marktregeln, Versorgungssicherheit, Klimaschutz, Bezahlbarkeit, Zielkonflikte Governance bezeichnet im Stromsystem die Gesamtheit der Regeln, Zuständigkeiten, Verfahren und Anreize, durch die Entscheidungen vorbereitet, getroffen, umgesetzt und kontrolliert werden. Der Begriff umfasst Gesetze, Regulierung, Marktregeln, technische Standards, Planungsverfahren, Datenpflichten, Aufsicht, Finanzierung und Verantwortlichkeiten. Governance beschreibt damit nicht eine einzelne Institution, sondern die Ordnung, nach der viele Akteure zusammenwirken: Ministerien, Parlamente, Regulierungsbehörden, Übertragungsnetzbetreiber, Verteilnetzbetreiber, Stromerzeuger, Lieferanten, Industrie, Kommunen, europäische Institutionen und Verbraucher. [Weiterlesen]
Glossar · G · Gradtagszahl, Heizgradtage, Wärmebedarf, Heizgrenze, Gebäude, Wetterbereinigung, Heizlast, Wärmepumpe Gradtagszahl und Heizgradtage sind Kennzahlen, die den temperaturabhängigen Heizbedarf eines Gebäudes, einer Stadt oder einer Region über einen bestimmten Zeitraum beschreiben. Sie werden aus Außentemperaturen und einer festgelegten Bezugstemperatur berechnet. Gezählt werden nur Tage, an denen die Außentemperatur unter einer definierten Heizgrenze liegt. Für diese Tage wird die Temperaturdifferenz aufsummiert. Das Ergebnis wird meist in Kelvin Tagen angegeben, abgekürzt Kd oder K·d. [Weiterlesen]
Glossar · G · Granulare Herkunftsnachweise, Herkunftsnachweis, Grünstrom, Temporal Matching, 24/7 Carbon-Free Energy, Stromkennzeichnung Granulare Herkunftsnachweise sind Nachweise für Strom aus bestimmten Erzeugungsanlagen mit einer feinen zeitlichen Auflösung. Sie dokumentieren nicht nur, dass eine bestimmte Strommenge aus erneuerbaren Energien oder einer anderen Erzeugungsart stammt, sondern auch, in welchem kurzen Zeitraum sie erzeugt wurde. Je nach System kann diese Zeitauflösung stündlich, viertelstündlich oder perspektivisch noch feiner sein. [Weiterlesen]
Glossar · G · Graue Energie, Lebenszyklus, Primärenergie, Infrastruktur, Klimabilanz Graue Energie bezeichnet die Energiemenge, die für Herstellung, Transport, Errichtung, Instandhaltung und je nach Abgrenzung auch Rückbau und Entsorgung eines Produkts, einer Anlage oder einer Infrastruktur aufgewendet wird, bevor diese im Betrieb Energie nutzt, erzeugt oder überträgt. Bei einer Photovoltaikanlage gehören dazu zum Beispiel die Energie für Siliziumgewinnung, Modulproduktion, Wechselrichter, Unterkonstruktion, Transporte und Montage. Bei einem Stromnetz zählen Stahl, Aluminium, Kupfer, Beton, Transformatoren, Bauarbeiten und Instandhaltung. Graue Energie ist damit ein Lebenszyklusbegriff. Er beschreibt nicht den laufenden Stromverbrauch einer Anlage, sondern die vorgelagerten und begleitenden Energieaufwendungen, die in ihr materiell und organisatorisch enthalten sind. [Weiterlesen]
Glossar · G · Grauer Wasserstoff, Wasserstofffarben, Erdgas, Dampfreformierung, CO2-Emissionen, Industrie Grauer Wasserstoff ist Wasserstoff, der aus fossilen Energieträgern hergestellt wird, ohne dass das dabei entstehende Kohlendioxid abgeschieden und dauerhaft gespeichert wird. In der Praxis stammt grauer Wasserstoff überwiegend aus Erdgas. Das wichtigste Verfahren ist die Dampfreformierung, bei der Methan mit Wasserdampf zu Wasserstoff, Kohlenmonoxid und anschließend Kohlendioxid umgesetzt wird. Der Wasserstoff selbst ist chemisch derselbe Stoff wie bei anderen Herstellungswegen. Die Farbe beschreibt keine physikalische Eigenschaft des Gases, sondern die Art seiner Herstellung und die damit verbundene Klimawirkung. [Weiterlesen]
Glossar · G · Grenzkosten, Merit-Order, Strommarkt, Preisbildung, Kraftwerke, Strompreis Grenzkosten sind die zusätzlichen Kosten, die entstehen, wenn eine Anlage eine weitere Einheit Strom erzeugt. Im Strommarkt wird diese Einheit meist als eine zusätzliche Megawattstunde beschrieben, die Kosten werden entsprechend in Euro je Megawattstunde angegeben. Bei einem Gaskraftwerk gehören dazu vor allem Brennstoffkosten, Kosten für CO₂ Zertifikate und variable Betriebskosten. Bei Wind und Solaranlagen sind die kurzfristigen Grenzkosten sehr niedrig, weil für eine zusätzliche Kilowattstunde kein Brennstoff gekauft werden muss. [Weiterlesen]
Glossar · G · Grenzkuppelkapazität, Interkonnektor, Kuppelleitung, Stromhandel, Import, Export, Market Coupling, Preiszone Grenzkuppelkapazität bezeichnet die elektrische Übertragungskapazität, die zwischen zwei Marktgebieten, Preiszonen oder nationalen Übertragungsnetzen für grenzüberschreitende Stromflüsse genutzt werden kann. Sie wird in der Regel als Leistung angegeben, meist in Megawatt. Eine Grenzkuppelkapazität von 1.000 Megawatt bedeutet, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt eine entsprechende elektrische Leistung zwischen zwei Gebieten übertragen oder dem Markt für Handelsgeschäfte zur Verfügung gestellt werden kann. [Weiterlesen]
Glossar · G · Grid Forming Inverter, Netzbildender Wechselrichter, Netzbildende Umrichter, Wechselrichter, Frequenz, Spannung, Systemstabilität, Umrichter, Batteriespeicher, Systemdienstleistungen Ein Grid Forming Inverter, auf Deutsch netzbildender Wechselrichter, ist ein leistungselektronischer Umrichter, der an seinem Netzanschlusspunkt eine elektrische Spannung mit bestimmter Frequenz, Amplitude und Phasenlage bereitstellen kann. Er folgt also nicht nur einer vorhandenen Netzspannung, sondern kann selbst eine Referenz bilden, an der sich andere Anlagen orientieren. Damit übernimmt er eine Funktion, die in klassischen Stromsystemen vor allem von Synchronmaschinen in Kohle , Gas , Wasser oder Kernkraftwerken erbracht wurde. [Weiterlesen]
Glossar · G · Großwärmepumpe, Wärmepumpe, Fernwärme, Wärmenetz, Abwärme, Sektorkopplung, Power-to-Heat Eine Großwärmepumpe ist eine Wärmepumpe mit hoher thermischer Leistung, die Wärme für Wärmenetze, größere Gebäudeensembles, Quartiere oder industrielle Anwendungen bereitstellt. Sie nutzt eine vorhandene Wärmequelle mit niedrigerem Temperaturniveau, etwa Flusswasser, Seewasser, Abwasser, Grubenwasser, oberflächennahe oder tiefe Geothermie, industrielle Abwärme oder Umgebungsluft, und hebt diese Wärme mithilfe von Strom auf ein nutzbares Temperaturniveau. Im Unterschied zu kleinen Gebäudewärmepumpen steht bei Großwärmepumpen meist nicht das einzelne Haus im Mittelpunkt, sondern eine Infrastruktur: ein Wärmenetz, ein Industriebetrieb oder eine zentrale Wärmeversorgung für mehrere Abnehmer. [Weiterlesen]
Glossar · G · Grundlast, Stromnachfrage, Stromsystem, Lastprofil, Kraftwerke, Versorgungssicherheit, Residuallast, Erzeugung Grundlast bezeichnet den Teil der elektrischen Last, der innerhalb eines betrachteten Zeitraums dauerhaft mindestens vorhanden ist. Sie ist die untere Linie im Lastverlauf: Auch nachts, an Wochenenden oder in verbrauchsarmen Jahreszeiten bleibt ein bestimmter Strombedarf bestehen, etwa für Industrieprozesse, Kühlung, Beleuchtung, Kommunikation, Verkehrsinfrastruktur, Pumpen, Rechenzentren und Haushaltsgeräte im Dauerbetrieb. Gemessen wird Grundlast als Leistung, also in Watt, Kilowatt, Megawatt oder Gigawatt. Sie ist keine Energiemenge. Erst wenn eine bestimmte Leistung über eine bestimmte Zeit abgerufen wird, entsteht Stromverbrauch in Kilowattstunden. [Weiterlesen]
Glossar · G · Grundversorgung, Grundversorger, Stromlieferant, Letztverbraucher, Strompreis, Haushaltskunden, Regulierung, Ersatzversorgung, Strommarkt Grundversorgung bezeichnet die gesetzlich geregelte Belieferung von Haushaltskunden mit Strom durch den örtlich zuständigen Grundversorger. Sie greift, wenn ein Haushaltskunde Strom nutzt, ohne einen besonderen Liefervertrag mit einem anderen Anbieter abgeschlossen zu haben. Damit schafft sie eine rechtliche Standardbeziehung zwischen Kunde und Lieferant: Der Kunde erhält Strom, der Lieferant darf dafür die veröffentlichten Allgemeinen Preise und Bedingungen der Grundversorgung abrechnen. [Weiterlesen]
Glossar · G · Grüner Strom, Grünstrom, Herkunftsnachweis, Stromkennzeichnung, Erneuerbare Energien, Stromlieferant Grüner Strom bezeichnet Strom, der als Strom aus erneuerbaren Energien vermarktet, bilanziert oder einem Verbraucher vertraglich zugeordnet wird. Gemeint sind in der Regel Strommengen aus Windenergie, Photovoltaik, Wasserkraft, Biomasse oder Geothermie. Der Begriff beschreibt jedoch nicht, welche Elektronen physisch an einer Steckdose ankommen. Im verbundenen Stromnetz vermischen sich Einspeisungen aus vielen Anlagen. Ein Haushalt oder Unternehmen entnimmt immer Strom aus dem lokalen Netz, nicht direkt aus einer bestimmten Windkraftanlage, solange keine eigene Direktleitung oder Eigenversorgungsanlage besteht. [Weiterlesen]
Glossar · G · Grüner Wasserstoff, Wasserstofffarben, Elektrolyse, Erneuerbare Energien, Zusätzlichkeit, Power-to-Gas, Speicher, Industrie Grüner Wasserstoff ist Wasserstoff, der durch Elektrolyse von Wasser hergestellt wird, wobei der eingesetzte Strom aus erneuerbaren Energien stammt. Der Begriff beschreibt keinen chemischen Unterschied. Ein Molekül Wasserstoff bleibt H₂, unabhängig davon, ob es aus Erdgas, Kohle, Biomasse oder Wasser gewonnen wurde. Die Farbe bezeichnet den Herstellungsweg und die damit verbundene Treibhausgasbilanz. [Weiterlesen]
Glossar · G · Grünstrom, Ökostrom, Herkunftsnachweis, Stromkennzeichnung, Erneuerbare Energien, Strommix, Zusätzlichkeit, PPA Grünstrom bezeichnet Strom, der einem Kunden, einem Tarif oder einem Unternehmen als Strom aus erneuerbaren Energien zugeordnet wird. Gemeint sind in der Regel Strommengen aus Windenergie, Solarenergie, Wasserkraft, Biomasse oder Geothermie. Der Begriff beschreibt damit weniger eine physische Eigenschaft des Stroms an der Steckdose als eine bilanzielle, vertragliche und nachweisbezogene Zuordnung. [Weiterlesen]
Glossar · H · H2-ready, Wasserstoff, Gaskraftwerk, Wasserstoffnetz, Kraftwerksstrategie, Erdgas, Umrüstung, Infrastruktur, Versorgungssicherheit, Dekarbonisierung H2 ready bezeichnet Anlagen, Komponenten oder Infrastrukturen, die zunächst für den Betrieb mit Erdgas ausgelegt sind, später aber ganz oder teilweise auf Wasserstoff umgestellt werden können. Der Begriff wird vor allem bei Gaskraftwerken, Gasturbinen, Gasleitungen, Speichern, Industrieöfen und einzelnen Netzkomponenten verwendet. Gemeint ist eine technische Vorbereitungsfähigkeit: Eine Anlage soll heute nutzbar sein und später ohne vollständigen Neubau in einen wasserstoffbasierten Betrieb überführt werden können. [Weiterlesen]
Glossar · H · Hausanschluss, Netzanschluss, Niederspannung, Anschlussleistung, Verteilnetz, Wallbox, Wärmepumpe, Photovoltaik Der Hausanschluss ist die technische Verbindung eines Gebäudes mit dem öffentlichen Stromnetz. Er verbindet die elektrische Anlage im Gebäude mit dem Niederspannungsnetz des örtlichen Netzbetreibers und bestimmt, welche elektrische Leistung unter normalen Betriebsbedingungen sicher bezogen oder eingespeist werden kann. In Wohngebäuden ist er meist als Drehstromanschluss ausgeführt, also mit drei Außenleitern, einem Neutralleiter und einem Schutzsystem. Die konkrete Auslegung hängt vom Gebäude, der Anschlussleistung, den technischen Anschlussbedingungen und der Leistungsfähigkeit des örtlichen Verteilnetzes ab. [Weiterlesen]
Glossar · H · Hedging, Glossar, Energie, Strommarkt, Risikomanagement, Terminmarkt, Stromsystem Hedging bezeichnet die Absicherung gegen Preisrisiken durch vertragliche oder finanzielle Gegenpositionen. Im Strommarkt bedeutet das: Ein Unternehmen legt für einen künftigen Zeitraum einen Preis, eine Preisspanne oder eine Preisformel fest, damit schwankende Marktpreise nicht unkontrolliert auf Beschaffungskosten, Erlöse oder Kundentarife durchschlagen. Genutzt werden dafür Terminverträge, Futures, Forwards, Optionen, Swaps, strukturierte Lieferverträge und langfristige Stromabnahmeverträge wie Power Purchase Agreements. [Weiterlesen]
Glossar · H · Heizgrenze, Wärmebedarf, Heizlast, Gebäude, Außentemperatur, Wärmepumpe, Wärmeversorgung Die Heizgrenze ist die Außentemperatur, unterhalb der ein Gebäude aktiv beheizt werden muss, damit die gewünschte Innentemperatur gehalten werden kann. Oberhalb dieser Grenze reichen Wärmegewinne im Gebäude meist aus: Personen, elektrische Geräte, Beleuchtung, Sonneneinstrahlung und die im Baukörper gespeicherte Wärme decken dann die laufenden Wärmeverluste. Die Heizgrenze beschreibt damit keinen technischen Schaltpunkt einer einzelnen Heizung, sondern eine energetische Schwelle des Gebäudes. [Weiterlesen]
Glossar · H · Heizkurve, Wärmepumpe, Vorlauftemperatur, Heizlast, Gebäude, Effizienz, Heizung, Wärmewende, Regelung Die Heizkurve beschreibt den Zusammenhang zwischen Außentemperatur und Vorlauftemperatur eines Heizsystems. Sie legt fest, wie warm das Heizwasser sein muss, das vom Wärmeerzeuger in Heizkörper, Fußbodenheizung oder andere Heizflächen fließt, damit die Räume bei unterschiedlichen Wetterbedingungen die gewünschte Temperatur erreichen. Bei niedriger Außentemperatur verlangt die Heizkurve eine höhere Vorlauftemperatur, bei milder Witterung eine niedrigere. [Weiterlesen]
Glossar · H · Heizlast, Wärmebedarf, Wärmepumpe, Gebäude, Leistung, Vorlauftemperatur, Wärmeplanung Heizlast bezeichnet die Wärmeleistung, die ein Heizsystem bereitstellen muss, um ein Gebäude bei einer festgelegten niedrigen Außentemperatur auf einer gewünschten Innentemperatur zu halten. Sie wird in Kilowatt angegeben und beschreibt eine momentane oder für einen Auslegungsfall angenommene Leistung, keine Energiemenge über ein Jahr. Wenn ein Einfamilienhaus eine Heizlast von 8 Kilowatt hat, bedeutet das: Bei den zugrunde gelegten Auslegungsbedingungen muss die Heizung dauerhaft etwa 8 Kilowatt Wärmeleistung liefern können, damit die Innenräume ihre Solltemperatur halten. [Weiterlesen]
Glossar · H · Heizstab, Power-to-Heat, Wärmespeicher, Stromverbrauch, Wärme, Photovoltaik, Eigenverbrauch Ein Heizstab ist ein elektrisches Widerstandsheizelement, das Strom direkt in Wärme umwandelt. Er sitzt meist in einem Warmwasserspeicher, Pufferspeicher oder Elektroboiler und erhitzt dort Wasser, indem elektrischer Strom durch einen leitenden Widerstand fließt. Die elektrische Energie wird dabei fast vollständig zu Wärme. Technisch ist der Heizstab deshalb ein sehr einfaches Bauteil: Er braucht keine Kältemittel, keinen Verdichter, keinen Brenner und keine komplexe Hydraulik. Seine Leistung wird in Kilowatt angegeben, die erzeugte Wärmemenge in Kilowattstunden. [Weiterlesen]
Glossar · H · Herkunftsnachweis, HKN, Grünstrom, Stromkennzeichnung, Erneuerbare Energien, Strommarkt, Bilanzierung Ein Herkunftsnachweis, kurz HKN, ist ein elektronisches Zertifikat für Strom aus erneuerbaren Energien. Er dokumentiert, dass eine bestimmte Strommenge in einer bestimmten Anlage aus einer bestimmten erneuerbaren Energiequelle erzeugt wurde. In Europa entspricht ein Herkunftsnachweis in der Regel einer Megawattstunde Strom. Er enthält Angaben etwa zur Energiequelle, zur Anlage, zum Standort, zum Erzeugungszeitraum, zur installierten Leistung und teilweise dazu, ob die Anlage eine Förderung erhalten hat. [Weiterlesen]
Glossar · H · Begriff, Herkunftsnachweise, Ökostrom, Stromkennzeichnung, Erneuerbare Energien, Strommarkt Herkunftsnachweise sind elektronische Zertifikate, die belegen, aus welcher Energiequelle eine bestimmte Strommenge erzeugt wurde. Im europäischen Strommarkt steht ein Herkunftsnachweis in der Regel für eine Megawattstunde Strom aus einer bestimmten Anlage, etwa aus Wasserkraft, Windenergie, Photovoltaik oder Biomasse. Der Nachweis enthält Angaben zur Erzeugungsanlage, zur Energiequelle, zum Produktionszeitraum und zur erzeugten Menge. Er dokumentiert damit eine Eigenschaft des erzeugten Stroms, nicht den physikalischen Weg einzelner Elektronen bis zu einem bestimmten Verbraucher. [Weiterlesen]
Glossar · H · Hertz, Hz, Frequenz, Netzfrequenz, 50 Hertz, Wechselstrom Hertz, abgekürzt Hz, ist die Maßeinheit der Frequenz. Ein Hertz bedeutet einen vollständigen Schwingungsvorgang pro Sekunde. Im Wechselstromsystem beschreibt die Frequenz, wie oft sich der elektrische Zustand periodisch wiederholt. Bei einer sinusförmigen Wechselspannung mit 50 Hertz gibt es 50 vollständige Perioden pro Sekunde; die Polarität wechselt dabei zweimal je Periode, also 100 mal pro Sekunde. [Weiterlesen]
Glossar · H · HGÜ, Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung, Übertragungsnetz, Netzausbau, Gleichstrom, Stromnetz, Netzbetrieb HGÜ steht für Hochspannungs Gleichstrom Übertragung. Gemeint ist eine Übertragungstechnik, bei der elektrische Energie mit hoher Spannung als Gleichstrom über größere Entfernungen transportiert wird. An den Endpunkten einer HGÜ Leitung stehen Umrichterstationen. Sie wandeln Wechselstrom aus dem bestehenden Stromnetz in Gleichstrom um und am anderen Ende wieder zurück in Wechselstrom. Die Leitung selbst transportiert also Gleichstrom, das öffentliche Stromsystem bleibt an den meisten Stellen ein Wechselstromsystem. [Weiterlesen]
Glossar · H · Hidden Flexibility, Versteckte Flexibilität, Flexibilität, Demand Response, Verteilnetz, Industrie, Wärmepumpe, Elektromobilität Hidden Flexibility, auf Deutsch versteckte Flexibilität, bezeichnet Anpassungsmöglichkeiten bei Stromverbrauch, Erzeugung oder Speicherung, die technisch vorhanden sind, im Stromsystem aber nicht als verfügbare Ressource erscheinen. Eine Anlage kann ihre elektrische Leistung zeitlich verschieben, kurzzeitig reduzieren, erhöhen oder anders betreiben, ohne ihren eigentlichen Zweck aufzugeben. Solange diese Fähigkeit nicht gemessen, steuerbar gemacht, vertraglich geregelt oder vergütet wird, bleibt sie verborgen. [Weiterlesen]
Glossar · H · Begriff, Glossar, Energie, Stromnetz, Spannungsebene, Übertragung, Verteilung, Netzbetrieb Hochspannungsnetz bezeichnet die Netzebene, auf der elektrische Energie mit hoher Spannung über regionale Entfernungen transportiert und auf größere regionale Last und Erzeugungsschwerpunkte verteilt wird. In Deutschland ist damit vor allem die 110 Kilovolt Ebene gemeint. Sie liegt unterhalb der Höchstspannungsebene mit 220 und 380 Kilovolt und oberhalb des Mittelspannungsnetzes, das Städte, Gewerbegebiete, kleinere Industrieanschlüsse und Ortsnetzstationen versorgt. [Weiterlesen]
Glossar · H · Hochtemperaturwärme, Prozesswärme, Industrie, Wasserstoff, Exergie Hochtemperaturwärme bezeichnet Wärme auf einem Temperaturniveau, das für industrielle Prozesse oberhalb gewöhnlicher Raumwärme, Warmwasserbereitung oder Niedertemperaturheizung liegt. Eine einheitliche Grenze gibt es nicht. Häufig wird von Hochtemperaturwärme gesprochen, wenn Temperaturen von mehreren hundert Grad Celsius erforderlich sind, etwa oberhalb von 400 oder 500 Grad. In einzelnen Branchen beginnt die Abgrenzung niedriger, in anderen erst deutlich höher. Für Zementklinker, Glas, Keramik, Stahl, chemische Grundstoffe oder Raffinerieprozesse sind Temperaturbereiche von 800 bis über 1.500 Grad Celsius relevant. [Weiterlesen]
Glossar · H · HEMS, Home Energy Management System, Energiemanagementsystem, Prosumer, Photovoltaik, Wärmepumpe, Wallbox, Flexibilität, Eigenverbrauch, Smart Meter Ein Home Energy Management System, kurz HEMS, ist ein Energiemanagementsystem für ein Gebäude, einen Haushalt oder eine kleine Liegenschaft. Es erfasst Messwerte, verarbeitet technische Zustände und steuert elektrische Anlagen so, dass Erzeugung, Verbrauch, Speicherung und Netzbezug besser aufeinander abgestimmt werden. Typische Komponenten sind Photovoltaik, Batteriespeicher, Wärmepumpe, Wallbox, Heizstab, Klimagerät, Haushaltsgeräte, Wechselrichter, Zähler und zunehmend auch Schnittstellen zu Stromtarifen oder Netzsignalen. [Weiterlesen]
Glossar · H · Hybridheizung, Bivalente Wärmeversorgung, Wärmepumpe, Gaskessel, Wärmeversorgung, Heizlast, Wärmewende Eine Hybridheizung ist ein Heizsystem, das mindestens zwei unterschiedliche Wärmeerzeuger in einem Gebäude oder in einer Anlage kombiniert. Im heutigen Sprachgebrauch ist damit meist die Verbindung einer elektrischen Wärmepumpe mit einem Gas oder Ölkessel gemeint. Technisch genauer handelt es sich häufig um eine bivalente Wärmeversorgung: Zwei Erzeuger können dieselbe Wärmenachfrage bedienen, übernehmen aber je nach Temperatur, Last, Effizienz, Energiepreis oder Regelstrategie unterschiedliche Anteile. [Weiterlesen]
Glossar · H · Hybridkraftwerk, Erzeugung, Speicher, Photovoltaik, Windenergie, Elektrolyseur, Netzanschluss, Flexibilität Ein Hybridkraftwerk ist eine Stromerzeugungsanlage oder ein Anlagenverbund, der mehrere technische Komponenten gemeinsam betreibt, zum Beispiel Windenergie, Photovoltaik, Batteriespeicher, Elektrolyseur oder steuerbare Verbraucher. Der Begriff beschreibt nicht nur die räumliche Nähe verschiedener Anlagen, sondern ihre technische, wirtschaftliche oder betriebliche Kopplung. Typisch ist ein gemeinsamer Netzanschlusspunkt, eine gemeinsame Steuerung oder eine Betriebsstrategie, die Erzeugung, Speicherung und Umwandlung aufeinander abstimmt. [Weiterlesen]
Glossar · H · Hybridwechselrichter, Wechselrichter, Photovoltaik, Batteriespeicher, Eigenverbrauch, Prosumer, Stromnetz Ein Hybridwechselrichter ist ein Wechselrichter, der eine Photovoltaikanlage und einen Batteriespeicher in einem gemeinsamen Gerät oder in einer eng gekoppelten Geräteeinheit verbindet. Er wandelt Gleichstrom aus Solarmodulen oder Batterie in netzfähigen Wechselstrom um und steuert zugleich, ob erzeugter Solarstrom direkt im Haus verbraucht, in die Batterie geladen oder in das öffentliche Stromnetz eingespeist wird. Umgekehrt kann er eine Batterie aus dem Netz oder aus der Photovoltaikanlage laden, sofern die technische Auslegung und die geltenden Regeln dies zulassen. [Weiterlesen]
Glossar · H · Hydraulischer Abgleich, Heizung, Wärmepumpe, Vorlauftemperatur, Rücklauftemperatur, Effizienz, Gebäude Hydraulischer Abgleich bezeichnet die fachliche Einstellung eines Heizsystems, damit jeder Heizkörper oder jeder Heizkreis genau den Volumenstrom an Heizwasser erhält, der für die notwendige Raumwärme gebraucht wird. Gemeint ist also nicht eine pauschale Optimierung der Heizung, sondern die Verteilung des Heizwassers im Rohrnetz. Ein abgeglichenes System versorgt nahe gelegene, strömungsgünstige Heizflächen nicht übermäßig und entfernt liegende oder ungünstig angebundene Heizflächen nicht zu schwach. [Weiterlesen]
Glossar · I · Inselbetrieb, Inselnetz, Microgrid, Netzbetrieb, Schwarzstartfähigkeit, Frequenzhaltung, Spannungshaltung, Resilienz Inselbetrieb bezeichnet den Betrieb eines Stromnetzes, eines Netzabschnitts oder eines Microgrids ohne elektrische Verbindung zum übergeordneten Verbundnetz. Erzeugung und Verbrauch müssen in diesem Zustand innerhalb der Insel ausgeglichen werden. Frequenz, Spannung, Schutztechnik und Netzstabilität werden nicht mehr durch das große Verbundnetz gestützt, sondern lokal hergestellt. [Weiterlesen]
Glossar · I · Inselnetz, Netzbetrieb, Netzbildende Umrichter, Resilienz, Schwarzstartfähigkeit, Frequenzhaltung, Spannungshaltung, Stromnetz Ein Inselnetz ist ein Stromnetz oder ein abgegrenzter Netzabschnitt, der ohne elektrische Verbindung zu einem größeren Verbundnetz betrieben wird. Es muss seinen Bedarf an elektrischer Energie, die momentane Leistungsbilanz, die Spannung und die Frequenz innerhalb der eigenen Grenzen stabil halten. Ein Inselnetz kann dauerhaft bestehen, etwa auf geografischen Inseln, in abgelegenen Regionen oder bei Industriearealen ohne Netzanbindung. Es kann auch zeitweise entstehen, wenn sich ein Netzabschnitt bei einer Störung vom Verbundnetz trennt oder wenn ein lokales Netz bewusst im Inselbetrieb weitergeführt wird. [Weiterlesen]
Glossar · I · Installierte Leistung, Nennleistung, Leistung, Erzeugung, Photovoltaik, Windenergie, Kapazitätswert, Volllaststunden Installierte Leistung bezeichnet die technische Nennleistung einer Anlage oder eines Anlagenbestands. Sie gibt an, welche maximale elektrische Leistung unter definierten Bedingungen bereitgestellt oder aufgenommen werden kann. Bei Kraftwerken, Windparks, Photovoltaikanlagen, Batteriespeichern, Elektrolyseuren oder großen Verbrauchsanlagen wird sie meist in Kilowatt, Megawatt oder Gigawatt angegeben. [Weiterlesen]
Glossar · I · Instandhaltung, Wartung, Inspektion, Instandsetzung, Stromnetz, Kraftwerk, Betriebssicherheit, Asset Management Instandhaltung bezeichnet alle technischen und organisatorischen Maßnahmen, mit denen Anlagen in einem funktionsfähigen, sicheren und wirtschaftlich vertretbaren Zustand gehalten oder nach einer Störung wieder in diesen Zustand gebracht werden. Im Stromsystem betrifft das Kraftwerke, Umspannwerke, Transformatoren, Leitungen, Schaltanlagen, Schutz und Leittechnik, Zählertechnik, Batteriespeicher, Hilfssysteme und zunehmend auch Softwarekomponenten. Instandhaltung ist damit keine Nebenaufgabe des Betriebs, sondern eine Grundbedingung dafür, dass elektrische Energie zuverlässig erzeugt, transportiert, verteilt und genutzt werden kann. [Weiterlesen]
Glossar · I · Intelligentes Messsystem, Smart Meter, Smart-Meter-Gateway, Messstellenbetrieb, Stromzähler, Messung, Flexibilität, Digitalisierung Ein intelligentes Messsystem ist im deutschen Stromsystem die Verbindung aus einer modernen Messeinrichtung und einem Smart Meter Gateway. Die moderne Messeinrichtung misst Stromverbrauch oder Stromeinspeisung digital. Das Smart Meter Gateway stellt die gesicherte Kommunikation mit berechtigten Marktakteuren her. Erst beide Komponenten zusammen bilden ein intelligentes Messsystem im rechtlichen und technischen Sinn. [Weiterlesen]
Glossar · I · Interkonnektor, Kuppelleitung, Übertragungsnetz, Stromhandel, Europäischer Strommarkt, Import, Export, HGÜ, Marktkopplung, Versorgungssicherheit Ein Interkonnektor ist eine grenzüberschreitende Verbindung zwischen zwei Übertragungsnetzen oder Marktgebieten. Im deutschen Sprachgebrauch wird dafür auch der Begriff Kuppelleitung verwendet. Über einen Interkonnektor können elektrische Energie und elektrische Leistung zwischen Ländern ausgetauscht werden. Er ist damit technische Infrastruktur, Marktinstrument und Sicherheitsreserve zugleich, ohne selbst Strom zu erzeugen oder Nachfrage zu senken. [Weiterlesen]
Glossar · I · Intraday-Handel, Intraday-Markt, Strommarkt, Prognosefehler, Bilanzkreis, Flexibilität, Ausgleichsenergie, Day-Ahead-Markt Intraday Handel bezeichnet den kurzfristigen Handel von Strom innerhalb des laufenden oder unmittelbar bevorstehenden Liefertages. Gehandelt wird also nach dem Handelsschluss des Day Ahead Markts und vor der tatsächlichen Lieferung. Marktteilnehmer nutzen den Intraday Markt, um ihre Strommengen näher an die erwartete reale Einspeisung und Entnahme anzupassen. Auslöser können neue Wetterprognosen, Kraftwerksausfälle, ungeplante Verbrauchsänderungen, geänderte Fahrpläne von Speichern oder kurzfristige Preissignale sein. [Weiterlesen]
Glossar · I · Intraday-Markt, Strommarkt, Prognosefehler, Stromhandel, Flexibilität, Windenergie, Photovoltaik, Bilanzkreis, Day-Ahead-Markt Der Intraday Markt ist der kurzfristige Strommarkt für Lieferungen innerhalb des laufenden oder unmittelbar bevorstehenden Liefertages. Dort kaufen und verkaufen Marktteilnehmer Strom, nachdem die Ergebnisse des Day Ahead Markts bereits feststehen, aber bevor die physische Lieferung erfolgt. Seine zentrale Funktion besteht darin, Handelspositionen, Fahrpläne und erwartete Einspeisung oder Entnahme an neue Informationen anzupassen. [Weiterlesen]
Glossar · I · Isolator, Stromnetz, Freileitung, Schaltanlage, Spannung, Betriebssicherheit, Hochspannung Ein Isolator ist ein Bauteil, das einen elektrischen Leiter mechanisch hält oder von anderen leitfähigen Teilen trennt, ohne im normalen Betrieb selbst Strom zu führen. Im Stromnetz sorgt er dafür, dass eine unter Spannung stehende Leitung nicht mit Mast, Erde, Gehäuse, Traverse, Sammelschiene oder benachbarten Leitern in leitende Verbindung gerät. Isolatoren kommen an Freileitungen, in Umspannwerken, in Schaltanlagen, an Transformatoren, Kabelendverschlüssen und vielen weiteren Betriebsmitteln vor. [Weiterlesen]
Glossar · J · Jahresarbeitszahl, Wärmepumpe, COP, Effizienz, Wärme, Stromverbrauch Die Jahresarbeitszahl beschreibt, wie viel nutzbare Wärme eine Wärmepumpe innerhalb eines Jahres im Verhältnis zu der dafür eingesetzten elektrischen Energie bereitstellt. Eine Jahresarbeitszahl von 4 bedeutet: Aus einer Kilowattstunde Strom werden über das Jahr gerechnet vier Kilowattstunden Wärme für Heizung oder Warmwasser. Drei Kilowattstunden stammen dann nicht aus dem Stromnetz, sondern aus der Umweltwärme, also aus Luft, Erdreich, Grundwasser oder Abwärme. [Weiterlesen]
Glossar · J · Jahresnutzungsgrad, Nutzungsgrad, Wirkungsgrad, Heizung, Kraftwerk, Energieeffizienz, Wärme Der Jahresnutzungsgrad beschreibt das Verhältnis zwischen der über ein Jahr nutzbar abgegebenen Energie und der im selben Zeitraum zugeführten Energie. Er wird meist als Prozentwert angegeben. Wird einer Anlage über ein Jahr beispielsweise Brennstoff mit einem Energieinhalt von 10.000 Kilowattstunden zugeführt und liefert sie 8.500 Kilowattstunden nutzbare Wärme, beträgt der Jahresnutzungsgrad 85 Prozent. [Weiterlesen]
Glossar · K · Kabelsalat, Elektrotechnik, Wartbarkeit, Infrastruktur Kabelsalat bezeichnet eine elektrische, elektronische oder informationstechnische Installation, in der Leitungen zwar noch ihre jeweilige Funktion erfüllen, die Ordnung der Verbindungen aber so weit verloren gegangen ist, dass Wartung, Fehlersuche, Erweiterung oder sichere Außerbetriebnahme erschwert werden. Der Begriff beschreibt damit keinen eigenen technischen Gerätetyp, sondern einen Zustand der Leitungsführung und Dokumentation. [Weiterlesen]
Glossar · K · Kalenderalterung, Batterie, Batteriespeicher, Degradation, State of Health, Temperatur, Ladezustand Kalenderalterung bezeichnet die Alterung einer Batterie durch den Ablauf von Zeit. Sie tritt auch dann auf, wenn die Batterie kaum geladen oder entladen wird. Gemeint sind chemische und physikalische Veränderungen in den Zellen, die Kapazität verringern, den Innenwiderstand erhöhen oder die nutzbare Leistung einschränken können. Eine Batterie kann deshalb an Wert und technischer Leistungsfähigkeit verlieren, obwohl sie selten betrieben wurde. [Weiterlesen]
Glossar · K · Kaltreserve, Reserve, Kraftwerk, Versorgungssicherheit, Strategische Reserve, Netzreserve, Kapazität Kaltreserve bezeichnet Kraftwerkskapazität, die außerhalb des laufenden Strommarkts und außerhalb des normalen Einsatzplans vorgehalten wird, aber bei besonderen Knappheits oder Sicherheitslagen wieder aktiviert werden kann. „Kalt“ bedeutet dabei, dass die Anlage nicht im laufenden Betrieb steht und auch nicht in einem warmen Bereitschaftszustand gehalten wird. Sie benötigt Vorlaufzeit, Personal, Brennstofflogistik, technische Prüfungen und in vielen Fällen eine formale Anforderung durch den zuständigen Akteur, bevor sie Strom erzeugen kann. [Weiterlesen]
Glossar · K · Kannibalisierungseffekt, Cannibalization Effect, Erneuerbare Energien, Photovoltaik, Windenergie, Strommarkt, Marktwert, Merit-Order Der Kannibalisierungseffekt bezeichnet im Strommarkt den Preis und Erlöseffekt, der entsteht, wenn viele Anlagen derselben Erzeugungstechnologie zur gleichen Zeit Strom einspeisen und dadurch den Marktpreis in genau diesen Stunden senken. Die Anlagen verdrängen mit ihrer zusätzlichen Einspeisung teurere Kraftwerke aus der Einsatzreihenfolge und reduzieren damit den Preis, den sie selbst für einen Teil ihrer Produktion erzielen. Besonders ausgeprägt ist dieser Effekt bei Photovoltaik und Windenergie, weil ihre Erzeugung wetterabhängig ist und sich zeitlich stark bündelt. [Weiterlesen]
Glossar · K · Kapazität, Glossar, Energie, Stromsystem, Leistung, Speicher, Netze, Versorgungssicherheit Kapazität bezeichnet im Stromsystem die Fähigkeit einer Anlage, eines Netzes, eines Speichers oder eines Anschlusses, eine bestimmte elektrische Leistung bereitzustellen, aufzunehmen, zu transportieren oder über eine bestimmte Zeit vorzuhalten. Der Begriff ist deshalb nur eindeutig, wenn angegeben wird, welche Art von Kapazität gemeint ist: Erzeugungskapazität, Speicherkapazität, Netzkapazität, Anschlusskapazität, gesicherte Kapazität oder Marktkapazität in einem Kapazitätsmechanismus. [Weiterlesen]
Glossar · K · Kapazitätsangemessenheit, Versorgungssicherheit, gesicherte Leistung, Betriebssicherheit, Residuallast, Dunkelflaute, Flexibilität, Speicher, Kapazitätsmechanismus Kapazitätsangemessenheit bezeichnet die Frage, ob in einem Stromsystem langfristig ausreichend verlässliche Ressourcen verfügbar sind, um die Stromnachfrage auch in angespannten Situationen mit einem gesellschaftlich akzeptierten Restrisiko zu decken. Der Begriff beschreibt keine einzelne Anlage, keine Momentaufnahme und keine Garantie, dass niemals Strom fehlt. Er beschreibt eine Eigenschaft des Gesamtsystems: die ausreichende Menge, Verfügbarkeit und zeitliche Einsetzbarkeit von Erzeugung, Speichern, Nachfrageflexibilität und Importmöglichkeiten. [Weiterlesen]
Glossar · K · Kapazitätsberechnung, Market Coupling, Grenzkuppelkapazität, Interkonnektor, Übertragungsnetz, Flow-Based Market Coupling Kapazitätsberechnung bezeichnet im grenzüberschreitenden Stromhandel die Ermittlung, wie viel Übertragungskapazität zwischen Preiszonen dem Markt sicher zur Verfügung gestellt werden kann. Gemeint ist in der Regel die sogenannte grenzüberschreitende oder zonenübergreifende Kapazität, also die handelbare Austauschmöglichkeit zwischen Gebotszonen im europäischen Strommarkt. Sie wird von Übertragungsnetzbetreibern berechnet und bildet eine technische Eingangsgröße für das Market Coupling, bei dem Stromangebote, Stromnachfragen und verfügbare Netzkapazitäten gemeinsam zu Marktergebnissen verarbeitet werden. [Weiterlesen]
Glossar · K · Kapazitätsfaktor, Volllaststunden, Installierte Leistung, Energieertrag, Windenergie, Photovoltaik, Kraftwerk Der Kapazitätsfaktor beschreibt, welchen Anteil der theoretisch maximal möglichen Stromerzeugung eine Anlage oder ein Anlagenpark in einem bestimmten Zeitraum tatsächlich erreicht. Er setzt die erzeugte Energiemenge ins Verhältnis zu der Energiemenge, die entstanden wäre, wenn die Anlage während des gesamten Zeitraums mit ihrer Nennleistung gelaufen wäre. Bei einer Anlage mit 1 Megawatt Leistung und 8.760 Megawattstunden Jahreserzeugung läge der Kapazitätsfaktor bei 100 Prozent. Erzeugt dieselbe Anlage im Jahr 2.190 Megawattstunden, beträgt der Kapazitätsfaktor 25 Prozent. [Weiterlesen]
Glossar · K · Kapazitätsmarkt, Kapazitätsmechanismus, Versorgungssicherheit, gesicherte Leistung, Kapazitätsangemessenheit, Strommarkt, Reserve, Flexibilität, Spitzenlast Ein Kapazitätsmarkt ist ein organisierter Mechanismus im Stromsystem, bei dem die verlässliche Bereitstellung von Leistung vergütet wird. Bezahlt wird dabei nicht die tatsächlich gelieferte Strommenge in Kilowattstunden, sondern die Fähigkeit, zu einem festgelegten Zeitpunkt oder in definierten Knappheitssituationen Leistung bereitzustellen oder Verbrauch zu reduzieren. Die relevante Größe ist daher vor allem Kilowatt oder Megawatt, nicht Kilowattstunde oder Megawattstunde. [Weiterlesen]
Glossar · K · Kapazitätsmarkt-Design, Kapazitätsmarkt, Kapazitätsmechanismus, Versorgungssicherheit, Auktion, Lieferantenverpflichtung, Strommarkt Kapazitätsmarkt Design bezeichnet die konkrete Regelarchitektur, mit der ein Kapazitätsmarkt organisiert wird. Ein Kapazitätsmarkt vergütet nicht die erzeugte Strommenge in Kilowattstunden, sondern die verlässlich verfügbare Leistung in Kilowatt oder Megawatt. Das Design legt fest, wer Kapazität beschaffen muss, welche Anlagen oder Flexibilitäten teilnehmen dürfen, wie Verfügbarkeit gemessen wird, welche Sanktionen bei Nichtverfügbarkeit gelten und wie die Kosten auf Marktakteure oder Verbraucher verteilt werden. [Weiterlesen]
Glossar · K · Kapazitätsmechanismus, Kapazitätsmarkt, Versorgungssicherheit, gesicherte Leistung, Strategische Reserve, Kapazitätsangemessenheit, Strommarkt Ein Kapazitätsmechanismus ist ein regulatorisches Instrument, mit dem im Stromsystem die Verfügbarkeit von Leistung organisiert und vergütet wird. Bezahlt wird dabei nicht primär die erzeugte Strommenge in Kilowattstunden, sondern die Fähigkeit, zu bestimmten Zeiten verlässlich Leistung in Kilowatt oder Megawatt bereitzustellen, Verbrauch zu reduzieren oder gespeicherte Energie einzuspeisen. Der Begriff umfasst mehrere Modelle, darunter Kapazitätsmärkte, strategische Reserven, Kapazitätszahlungen und Verpflichtungssysteme für Lieferanten. [Weiterlesen]
Glossar · K · Kapazitätsreserve, Kapazitätsmechanismus, Reserve, Versorgungssicherheit, Strommarkt, Deutschland, Strategische Reserve Kapazitätsreserve bezeichnet elektrische Leistung, die außerhalb des normalen Strommarkts vorgehalten wird und nur in eng definierten Knappheitssituationen eingesetzt werden darf. Sie ist keine zusätzliche Stromerzeugung für den laufenden Markt, sondern eine Sicherheitsfunktion: Anlagen oder Lasten werden dafür vergütet, verfügbar zu sein, obwohl sie nicht regulär am Handel teilnehmen. Aktiviert wird die Reserve erst, wenn die Versorgung über Marktgebote, Bilanzkreise, Regelenergie und sonstige Maßnahmen nicht ausreichend gesichert werden kann. [Weiterlesen]
Glossar · K · Kaskadeneffekt, Blackout, Schutztechnik, Netzstabilität, Lastflüsse Ein Kaskadeneffekt im Stromsystem ist eine Abfolge von Störungen, bei der ein erstes Ereignis weitere Ausfälle, Überlastungen oder Schutzabschaltungen auslöst und sich die Störung dadurch räumlich oder funktional ausbreitet. Gemeint ist keine beliebige „Kettenreaktion“, sondern ein Vorgang in einem elektrisch gekoppelten Netz: Wenn ein Betriebsmittel ausfällt, etwa eine Leitung, ein Transformator, ein Kraftwerksblock oder ein großer Verbraucher, verändern sich Stromflüsse, Spannungen und Frequenz. Andere Betriebsmittel können dadurch stärker belastet werden. Erreichen sie ihre technischen Grenzen, schalten Schutzsysteme sie ab. Diese Abschaltungen verändern die Lastflüsse erneut. Aus einem beherrschbaren Einzelereignis kann so eine größere Netzstörung werden. [Weiterlesen]
Glossar · K · Kaverne, Salzkaverne, Wasserstoffspeicher, Langfristige Speicher, Gas, Versorgungssicherheit, Speicher Eine Kaverne ist ein unterirdischer Hohlraum, der zur Speicherung von Gasen oder Flüssigkeiten genutzt werden kann. Im Energiesystem meint der Begriff meist künstlich geschaffene Speicherhohlräume in tief liegenden Salzformationen. Eine Salzkaverne entsteht, indem Wasser in eine geeignete Salzschicht oder einen Salzstock eingebracht wird, das Salz löst und die entstehende Sole abgeführt wird. Zurück bleibt ein technisch geformter Hohlraum, der unter Druck betrieben werden kann. [Weiterlesen]
Glossar · K · Kernenergie, Stromerzeugung, Grundlast, Versorgungssicherheit, Systemkosten Kernenergie bezeichnet die Nutzung von Energie, die bei Kernspaltungsprozessen freigesetzt wird, zur Erzeugung von Wärme und daraus meist von Strom. In einem Kernkraftwerk spaltet ein Reaktor schwere Atomkerne, in der heutigen Praxis vor allem Uran 235 oder Plutonium 239. Die dabei entstehende Wärme erhitzt Wasser oder ein anderes Kühlmittel. Über Dampf, Turbine und Generator wird daraus elektrische Energie. Für das Stromsystem ist Kernenergie deshalb keine eigene Stromart mit besonderen elektrischen Eigenschaften, sondern eine Form der thermischen Stromerzeugung mit spezifischem Brennstoff, spezifischen Sicherheitsanforderungen, langen Investitionszyklen und besonderen institutionellen Zuständigkeiten. [Weiterlesen]
Glossar · K · Kilowatt, Megawatt, Gigawatt, Leistung, Stromsystem, Kraftwerke, Netzbetrieb, Erzeugung Kilowatt, Megawatt und Gigawatt sind Einheiten für elektrische Leistung. Sie geben an, wie viel elektrische Energie pro Zeiteinheit umgesetzt wird. Ein Kilowatt entspricht 1.000 Watt, ein Megawatt entspricht 1.000 Kilowatt, ein Gigawatt entspricht 1.000 Megawatt. Im Stromsystem beschreiben diese Einheiten, wie viel Leistung ein Gerät aufnimmt, eine Anlage erzeugt, ein Netzabschnitt übertragen kann oder ein Kraftwerk bereitstellt. [Weiterlesen]
Glossar · K · Begriff, Glossar, Energie, Strom, Leistung, Verbrauch, Stromverbrauch, Abrechnung Eine Kilowattstunde ist eine Einheit für Energie. Sie beschreibt die Energiemenge, die umgesetzt wird, wenn eine Leistung von einem Kilowatt über eine Stunde wirkt. Die Abkürzung lautet kWh. Ein Heizlüfter mit 1.000 Watt Leistung verbraucht in einer Stunde eine Kilowattstunde Strom. Ein Gerät mit 500 Watt erreicht dieselbe Energiemenge nach zwei Stunden. Ein Gerät mit 2.000 Watt benötigt dafür eine halbe Stunde. [Weiterlesen]
Glossar · K · Klima- und Transformationsfonds, KTF, Energiewende, Klimaschutz, Finanzierung, EEG-Umlage Der Klima und Transformationsfonds, kurz KTF, ist ein Sondervermögen des Bundes, aus dem Programme für Klimaschutz, Energiewende, Gebäudesanierung, industrielle Transformation, Wasserstoff, Ladeinfrastruktur und weitere Maßnahmen finanziert werden. Er ist kein Fonds im privatwirtschaftlichen Sinn, der Kapital am Markt anlegt und Renditen erwirtschaftet, sondern ein haushaltsrechtliches Finanzierungsinstrument mit eigenem Wirtschaftsplan. Über ihn bündelt der Bund Ausgaben, die politisch der Dekarbonisierung und Modernisierung der Wirtschaft zugeordnet werden. [Weiterlesen]
Glossar · K · Klimaneutraler Strom, Grünstrom, Klimaneutralität, Herkunftsnachweis, CO2-Intensität, Netto-Null Klimaneutraler Strom bezeichnet Strom, dessen zugeordnete Treibhausgaswirkung innerhalb einer klar benannten Bilanzgrenze auf null gebracht wird. Gemeint ist also keine physikalische Eigenschaft einzelner Elektronen, sondern eine bilanzielle Aussage: Für eine bestimmte Strommenge wird berechnet, welche Emissionen ihr zugerechnet werden, welche Minderungen oder Nachweise angerechnet werden und ob verbleibende Emissionen ausgeglichen werden. Ohne diese Angaben bleibt der Begriff ungenau. [Weiterlesen]
Glossar · K · Klimaneutralität, Dekarbonisierung, Emissionen, CO2, Klimaschutz, Treibhausgase, Netto Null, Stromsystem Klimaneutralität bedeutet, dass innerhalb einer klar abgegrenzten Einheit über einen festgelegten Zeitraum keine zusätzlichen Treibhausgase in der Atmosphäre verbleiben. Emissionen werden dabei nicht zwingend vollständig vermieden. Der Begriff erlaubt auch verbleibende Restemissionen, wenn diese durch dauerhaft wirksame Entnahmen oder Bindungen von Treibhausgasen ausgeglichen werden. Die maßgebliche Größe ist in der Regel CO2 Äquivalent, abgekürzt CO2e. Damit werden unterschiedliche Treibhausgase wie Kohlendioxid, Methan oder Lachgas nach ihrer Klimawirkung vergleichbar gemacht. [Weiterlesen]
Glossar · K · Begriff, Glossar, Energie, Stromsystem, Strommarkt, Versorgungssicherheit, Flexibilität Knappheitspreise sind hohe Strompreise in Marktzeiträumen, in denen verfügbare Erzeugung, Speicherentladung, Importmöglichkeiten oder flexible Nachfrage knapp im Verhältnis zur nachgefragten Strommenge sind. Sie entstehen nicht, weil Strom als physikalisches Gut knapp „gelagert“ wäre, sondern weil zu einem bestimmten Zeitpunkt ausreichend elektrische Leistung bereitstehen muss. Im Stromsystem zählt deshalb nicht nur, wie viele Kilowattstunden im Jahr erzeugt werden können, sondern ob in einer konkreten Viertelstunde oder Stunde genug Leistung verfügbar ist, um Verbrauch und Verluste zu decken. [Weiterlesen]
Glossar · K · Knotenpreise, Nodal Pricing, Locational Marginal Pricing, Strommarkt, Netzengpass, Gebotszone, Preiszone, Marktdesign Knotenpreise sind Strompreise für einzelne Netzknoten. Sie zeigen, welchen Wert eine zusätzliche Megawattstunde Strom an einem bestimmten Ort und zu einem bestimmten Zeitpunkt hat, wenn Erzeugungskosten, Nachfrage, Netzverluste und Netzengpässe gemeinsam berücksichtigt werden. International werden solche Preise meist als Nodal Pricing oder Locational Marginal Pricing bezeichnet. Der Begriff „marginal“ meint dabei den Grenzwert: Bewertet wird die nächste zusätzliche Einheit Strom, nicht der Durchschnitt aller bereits erzeugten oder verbrauchten Strommengen. [Weiterlesen]
Glossar · K · Kombikraftwerk, Virtuelles Kraftwerk, Erneuerbare Energien, Windenergie, Photovoltaik, Biogas, Speicher, Flexibilität, Systemdienstleistungen Ein Kombikraftwerk ist ein koordinierter Verbund aus unterschiedlichen Erzeugungsanlagen, Speichern und gegebenenfalls flexiblen Verbrauchern, der gemeinsam geplant, gesteuert oder vermarktet wird. Im Stromsystem soll ein solcher Verbund nach außen verlässlicher wirken als die einzelne Anlage: Er kann Leistung bereitstellen, Fahrpläne einhalten, Prognosefehler ausgleichen oder bestimmte netz und marktbezogene Anforderungen erfüllen. Typische Bestandteile sind Windenergieanlagen, Photovoltaikanlagen, Biogasanlagen, Wasserkraft, Batteriespeicher und steuerbare Lasten. [Weiterlesen]
Glossar · K · Kommunale Wärmeplanung, Wärmeplanung, Wärmewende, Wärmenetz, Wärmepumpe, Gebäude, Kommune, Fernwärme Kommunale Wärmeplanung bezeichnet die systematische Planung, wie eine Stadt oder Gemeinde künftig mit Raumwärme, Warmwasser und Prozesswärme versorgt werden soll. Sie untersucht, wo heute wie viel Wärme verbraucht wird, welche Gebäude und Nutzungen dahinterstehen, welche Netze bereits vorhanden sind, welche erneuerbaren Wärmequellen oder Abwärmequellen erschließbar sind und welche Gebiete eher für ein Wärmenetz oder eher für dezentrale Heizungen geeignet sind. [Weiterlesen]
Glossar · K · Kraft-Wärme-Kopplung, KWK, Stromerzeugung, Wärme, Effizienz, Fernwärme, Steuerbare Erzeugung, Energiedienstleistung Kraft Wärme Kopplung, kurz KWK, bezeichnet die gleichzeitige Erzeugung von Strom und nutzbarer Wärme in einer technischen Anlage. Bei der Stromerzeugung entsteht fast immer Wärme. In einem reinen Kraftwerk wird ein großer Teil dieser Wärme über Kühltürme, Flüsse oder Luftkühler abgeführt. Eine KWK Anlage nutzt diese Wärme für Raumheizung, Warmwasser, Fernwärme, Nahwärme oder industrielle Prozesse. Der Begriff beschreibt also keine bestimmte Brennstoffart, sondern eine Art der Energienutzung. [Weiterlesen]
Glossar · K · Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz, KWKG, Kraft-Wärme-Kopplung, BHKW, Fernwärme, Förderung Das Kraft Wärme Kopplungsgesetz, kurz KWKG, ist ein deutsches Förder und Ordnungsgesetz für Strom aus Kraft Wärme Kopplung sowie für bestimmte Wärme und Kältenetze und Speicher. Es legt fest, unter welchen Bedingungen Betreiber von KWK Anlagen Zuschläge erhalten, wie diese Zuschläge abgewickelt werden und welche Anlagen, Netze oder Speicher förderfähig sind. Der Kern des Gesetzes ist die Unterstützung gekoppelter Erzeugung: Eine Anlage produziert Strom und nutzt die dabei entstehende Wärme, statt diese ungenutzt an die Umgebung abzugeben. [Weiterlesen]
Glossar · K · Glossar, Energie, Stromsystem, Stromerzeugung, Versorgungssicherheit, Netzbetrieb Ein Kraftwerk ist eine technische Anlage, die elektrische Energie erzeugt und in das Stromsystem einspeist. Dazu wird eine Primärenergiequelle oder eine bereits gespeicherte Energieform in Strom umgewandelt. Kohle , Gas , Kern , Biomasse , Wasser , Wind und Solaranlagen werden deshalb alle als Kraftwerke bezeichnet, obwohl sie technisch sehr unterschiedlich arbeiten und im Stromsystem verschiedene Aufgaben übernehmen. [Weiterlesen]
Glossar · K · Kraftwerkseinsatz, Glossar, Energie, Stromsystem, Kraftwerke, Merit Order, Redispatch Kraftwerkseinsatz bezeichnet die Entscheidung, welche Erzeugungsanlagen zu welchem Zeitpunkt Strom erzeugen, mit welcher Leistung sie fahren und welche Anlagen bereitstehen, ohne gerade einzuspeisen. Im Stromsystem ist diese Entscheidung notwendig, weil Erzeugung und Verbrauch in jedem Moment ausgeglichen sein müssen. Ein Kraftwerkseinsatzplan übersetzt erwartete Nachfrage, verfügbare Erzeugung, Brennstoffpreise, CO₂ Kosten, technische Mindestleistungen, Anfahrzeiten, Wartungen, Netzengpässe und Marktregeln in konkrete Fahrweisen einzelner Anlagen. [Weiterlesen]
Glossar · K · Kraftwerkseinsatzplanung, Kraftwerk, Strommarkt, Fahrplan, Merit-Order, Unit Commitment, Verfügbarkeit, Stromerzeugung Kraftwerkseinsatzplanung bezeichnet die Entscheidung, welche Kraftwerke oder Erzeugungseinheiten zu welchem Zeitpunkt mit welcher Leistung betrieben, angefahren, heruntergefahren oder in Bereitschaft gehalten werden. Sie übersetzt technische Möglichkeiten, wirtschaftliche Erwartungen und systemische Anforderungen in konkrete Fahrpläne. Ein Kraftwerk wird dabei nicht abstrakt als verfügbare Leistung betrachtet, sondern als Anlage mit Brennstoffbedarf, Wirkungsgrad, Mindestlast, Startkosten, Startzeit, Wartungszustand, Emissionsgrenzen, Netzanschlusspunkt und möglichen Verpflichtungen gegenüber Wärmeversorgung oder Systemdienstleistungen. [Weiterlesen]
Glossar · K · Kraftwerkspark, Stromerzeugung, Erzeugungsmix, Versorgungssicherheit, Kraftwerke, gesicherte Leistung, Flexibilität Der Kraftwerkspark bezeichnet die Gesamtheit der Stromerzeugungsanlagen innerhalb einer festgelegten Systemgrenze. Diese Systemgrenze kann ein Land, eine Preiszone, ein Netzgebiet, ein Bilanzkreis, ein Unternehmen oder ein technisch abgegrenzter Versorgungsraum sein. Gemeint ist nicht nur eine Liste einzelner Kraftwerke, sondern die Zusammensetzung der verfügbaren Erzeugungsanlagen nach Leistung, Energieträgern, technischer Fahrweise, Standort, Verfügbarkeit, Alter, Kostenstruktur, Emissionen und regulatorischer Einbindung. [Weiterlesen]
Glossar · K · Kreislaufwirtschaft, Recycling, Kritische Rohstoffe, Materialeffizienz, Infrastruktur, Batterien, Nachhaltigkeit Kreislaufwirtschaft bezeichnet eine Wirtschaftsweise, in der Produkte, Komponenten und Materialien so gestaltet, genutzt und behandelt werden, dass ihr Wert möglichst lange erhalten bleibt. Dazu gehören langlebige Produkte, Reparatur, Wiederverwendung, Wiederaufarbeitung, Ersatzteilverfügbarkeit, Rücknahme, sortenreine Demontage und hochwertiges Recycling. Der Begriff beschreibt damit keinen einzelnen Entsorgungsschritt, sondern eine Kette von Entscheidungen, die bereits bei der Planung eines Produkts beginnt und erst endet, wenn ein Material technisch oder wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll im Kreislauf gehalten werden kann. [Weiterlesen]
Glossar · K · Kritische Infrastruktur, KRITIS, Stromsystem, Versorgungssicherheit, Resilienz, Cybersicherheit, Notfallplanung, Infrastruktur Kritische Infrastruktur, häufig als KRITIS abgekürzt, bezeichnet Organisationen, Anlagen, Netze, Dienste und Einrichtungen, deren Ausfall oder erhebliche Beeinträchtigung die öffentliche Sicherheit, die Versorgung der Bevölkerung oder die Funktionsfähigkeit von Staat und Wirtschaft ernsthaft gefährden kann. Im Stromsystem umfasst der Begriff nicht nur Kraftwerke, Umspannwerke und Leitungen, sondern auch Netzleitstellen, IT Systeme, Kommunikationsverbindungen, Betriebsprozesse, Personal, Ersatzteile, Schutztechnik und die institutionellen Regeln, nach denen bei Störungen gehandelt wird. [Weiterlesen]
Glossar · K · Kritische Rohstoffe, Critical Raw Materials, Energiewende, Batterien, Windenergie, Stromnetze, Lieferketten, Kupfer Kritische Rohstoffe sind Rohstoffe, die für wirtschaftliche Funktionen, Infrastruktur oder strategische Technologien eine hohe Bedeutung haben und deren Versorgung zugleich mit erhöhten Risiken verbunden ist. Im Stromsystem betrifft das vor allem Materialien für Batterien, Windkraftanlagen, Photovoltaik, Stromnetze, Leistungselektronik, Elektrolyseure, Elektromobilität und industrielle Elektrifizierung. Der Begriff beschreibt daher keine feste Stoffgruppe, sondern eine Risikobewertung: Ein Rohstoff wird kritisch, wenn seine Bedeutung groß und seine Verfügbarkeit, Verarbeitung oder Lieferkette störanfällig ist. [Weiterlesen]
Glossar · K · Kurzfristige Speicher, Batteriespeicher, Regelenergie, Frequenzhaltung, Speicher, Photovoltaik, Windenergie, Netzbetrieb, Flexibilität Kurzfristige Speicher sind Energiespeicher, die elektrische Energie über Sekunden, Minuten oder wenige Stunden aufnehmen und wieder abgeben. Ihr Einsatzprofil ist auf schnelle Reaktion, hohe Leistungsänderungen und häufige Lade und Entladevorgänge ausgelegt. Der Begriff beschreibt daher weniger eine einzelne Technologie als eine Funktion im Stromsystem: kurzfristige Speicher stellen innerhalb kurzer Zeit elektrische Leistung bereit oder nehmen sie auf, um Abweichungen zwischen Erzeugung, Verbrauch und Netzanforderungen auszugleichen. [Weiterlesen]
Glossar · K · Kurzschluss, Schutztechnik, Stromnetz, Fehlerfall, Kurzschlussleistung, Betriebssicherheit Ein Kurzschluss ist ein elektrischer Fehler, bei dem zwei Punkte mit unterschiedlichem elektrischem Potenzial über einen sehr kleinen Widerstand miteinander verbunden werden. Der Strom nimmt dann einen Weg, für den die Anlage nicht ausgelegt ist. Weil der begrenzende Widerstand im Fehlerpfad gering ist, können in sehr kurzer Zeit hohe Ströme fließen. Im Stromnetz ist ein Kurzschluss deshalb kein normaler Betriebszustand, sondern ein Fehlerfall, der erkannt, begrenzt und abgeschaltet werden muss. [Weiterlesen]
Glossar · K · Kurzschlussbeitrag, Kurzschlussstrombeitrag, Kurzschlussstrom, Umrichter, Schutztechnik, Netzanschluss, Kurzschlussleistung Der Kurzschlussbeitrag oder Kurzschlussstrombeitrag bezeichnet den Anteil, den eine elektrische Anlage im Fehlerfall zum Kurzschlussstrom an einem bestimmten Punkt des Netzes liefert. Gemeint ist also nicht der gesamte Fehlerstrom im Netz, sondern der Beitrag einer Quelle oder Anlage zu diesem Strom. Solche Quellen können Kraftwerke, Motoren, Batteriespeicher, Windenergieanlagen, Photovoltaikanlagen, Netzersatzanlagen oder auch benachbarte Netzebenen sein. [Weiterlesen]
Glossar · K · Kurzschlussleistung, Netzstabilität, Schutztechnik, Synchronmaschine, Umrichter, Stromnetz, Spannungshaltung, Betriebssicherheit Kurzschlussleistung ist die rechnerische elektrische Leistung, die ein Stromnetz an einem bestimmten Netzknoten im Kurzschlussfall bereitstellen kann. Sie beschreibt damit die elektrische Stärke dieses Punktes im Netz. Angegeben wird sie meist in Megavoltampere oder Gigavoltampere. Technisch ergibt sie sich aus der Nennspannung des Netzes und dem Kurzschlussstrom, der bei einem Fehler fließen würde. Für einen dreipoligen Kurzschluss gilt vereinfacht: Kurzschlussleistung ist proportional zu Spannung mal Kurzschlussstrom. [Weiterlesen]
Glossar · K · Kurzschlussstrom, Kurzschluss, Schutztechnik, Kurzschlussleistung, Stromnetz, Leistungsschalter, Betriebssicherheit Kurzschlussstrom ist der elektrische Strom, der bei einem elektrischen Fehler über einen sehr kleinen Widerstand fließt, zum Beispiel wenn zwei Leiter miteinander in Kontakt geraten oder ein Leiter eine geerdete Anlagenteile berührt. Weil der Strom nicht mehr durch den vorgesehenen Verbraucher begrenzt wird, kann er ein Vielfaches des normalen Betriebsstroms erreichen. Diese Stromhöhe ist keine Randgröße der Elektrotechnik, sondern eine zentrale Voraussetzung dafür, dass Schutzgeräte Fehler erkennen, Leistungsschalter richtig ausgelegt werden und ein Stromnetz nach einem Fehler nicht unnötig große Bereiche verliert. [Weiterlesen]
Glossar · K · Kurzschlussstrombegrenzung, Kurzschlussstrom, Kurzschluss, Schutztechnik, Stromnetz Kurzschlussstrombegrenzung bezeichnet technische und betriebliche Maßnahmen, mit denen der Strom begrenzt wird, der bei einem Fehler im Stromnetz fließt. Ein Kurzschluss entsteht, wenn Leiter mit unterschiedlichem elektrischem Potenzial unbeabsichtigt miteinander verbunden werden, etwa durch Isolationsfehler, beschädigte Kabel, Schaltfehler, Lichtbögen oder Betriebsmittelschäden. Der daraus folgende Kurzschlussstrom kann um ein Vielfaches höher sein als der normale Betriebsstrom. Kurzschlussstrombegrenzung soll verhindern, dass Betriebsmittel, Schaltanlagen, Sammelschienen, Transformatoren und Kabel im Fehlerfall mechanisch oder thermisch überlastet werden. [Weiterlesen]
Glossar · K · KWK, Kraft-Wärme-Kopplung, Glossar, Energie, Stromsystem, Wärmenetz, Flexibilität KWK steht für Kraft Wärme Kopplung. Gemeint ist die gleichzeitige Erzeugung von Strom und nutzbarer Wärme in einer Anlage. Eine KWK Anlage nutzt die Wärme, die bei der Stromerzeugung entsteht, nicht als bloße Abwärme, sondern führt sie einem Wärmenetz, einem Gebäude, einem Industrieprozess oder einer anderen Wärmesenke zu. Dadurch kann der eingesetzte Brennstoff besser ausgenutzt werden als bei einer getrennten Erzeugung von Strom in einem Kraftwerk und Wärme in einem Heizkessel. [Weiterlesen]
Glossar · K · Kälteleistung, Kälte, Wärmepumpe, Klimaanlage, Kühlung, Leistung, Stromverbrauch Kälteleistung bezeichnet die Wärmemenge pro Zeiteinheit, die einem Raum, einem Prozess, einem Gerät oder einem Medium entzogen wird. Sie wird in Watt, Kilowatt oder Megawatt angegeben und ist damit eine Leistungsgröße. Physikalisch wird dabei keine „Kälte“ erzeugt. Eine Kältemaschine, Klimaanlage oder reversible Wärmepumpe nimmt Wärme auf einem niedrigeren Temperaturniveau auf und gibt sie an anderer Stelle auf einem höheren Temperaturniveau wieder ab. Der Begriff beschreibt also die Fähigkeit eines technischen Systems, Wärme abzuführen. [Weiterlesen]
Glossar · K · Kältemittel, Wärmepumpe, Klimaanlage, Treibhausgase, Effizienz, Wärme, Kälte, F-Gase Ein Kältemittel ist das Arbeitsmedium in einer Wärmepumpe, Kälteanlage oder Klimaanlage. Es transportiert Wärme, indem es bei niedriger Temperatur verdampft, anschließend verdichtet wird, bei höherer Temperatur wieder kondensiert und danach über ein Expansionsorgan entspannt wird. Dieser Kreislauf nutzt aus, dass beim Verdampfen Wärme aufgenommen und beim Verflüssigen Wärme abgegeben wird. Das Kältemittel ist damit nicht der Energieträger, der die Anlage antreibt, sondern das Medium, mit dem die Anlage Wärme von einem Temperaturniveau auf ein anderes verschiebt. [Weiterlesen]
Glossar · L · Ladeinfrastruktur, Elektromobilität, Netzanschluss, Verteilnetz Ladeinfrastruktur bezeichnet die technischen, elektrischen, digitalen und organisatorischen Einrichtungen, mit denen Elektrofahrzeuge mit Strom versorgt werden. Dazu gehören Ladepunkte, Ladestationen, Wallboxen, Schnellladesäulen, Netzanschlüsse, Schutz und Messeinrichtungen, Abrechnungssysteme, Kommunikationsschnittstellen und teilweise auch Parkflächen, Zugangsregeln und Betriebsprozesse. Im engeren Sinn meint der Begriff die Einrichtungen zwischen Stromnetz und Fahrzeug. Im weiteren Sinn umfasst er auch die Planung, den Betrieb, die Netzintegration und die wirtschaftlichen Regeln, die Laden überhaupt zuverlässig und nutzbar machen. [Weiterlesen]
Glossar · L · Ladekurve, Ladeleistung, Elektromobilität, Batterie, Schnellladen, Ladezustand, C-Rate Die Ladekurve beschreibt den zeitlichen Verlauf der Ladeleistung während eines Ladevorgangs. Bei Elektrofahrzeugen, stationären Batteriespeichern und anderen wiederaufladbaren Speichern zeigt sie, mit welcher Leistung eine Batterie zu welchem Zeitpunkt oder bei welchem Ladezustand geladen wird. Sie ist keine feste Eigenschaft einer Ladesäule und auch keine einfache Angabe der maximal möglichen Leistung, sondern das Ergebnis aus Batteriechemie, Batteriemanagement, Temperatur, Ladezustand, Ladeinfrastruktur und den Schutzgrenzen des jeweiligen Systems. [Weiterlesen]
Glossar · L · Ladeleistung, Elektromobilität, Wallbox, Ladeinfrastruktur, Anschlussleistung, Kilowatt, Smart Charging Ladeleistung bezeichnet die elektrische Leistung, mit der Energie in einen Speicher übertragen wird. Bei Elektrofahrzeugen beschreibt sie, wie viele Kilowatt zu einem bestimmten Zeitpunkt vom Ladepunkt über die Leistungselektronik in die Fahrzeugbatterie fließen können. Die Ladeleistung ist damit eine Momentangröße. Sie sagt etwas über die Geschwindigkeit des Ladens aus, nicht unmittelbar über die insgesamt geladene Energiemenge. [Weiterlesen]
Glossar · L · Ladepark, Ladeinfrastruktur, Elektromobilität, Ladepunkt, Schnellladen, Netzanschluss Ein Ladepark ist ein räumlich zusammenhängender Standort mit mehreren Ladepunkten für Elektrofahrzeuge. Er kann aus wenigen Ladepunkten auf einem Supermarktparkplatz bestehen oder aus einem großen Schnellladestandort an einer Autobahn, einem Betriebshof, einem Logistikzentrum oder einem Parkhaus. Der Begriff beschreibt nicht nur die Zahl der Anschlüsse, sondern eine elektrische Infrastruktur, bei der mehrere Fahrzeuge gleichzeitig laden können und dadurch Anschlussleistung, Netzverträglichkeit, Steuerung, Abrechnung und Flächennutzung zusammen geplant werden müssen. [Weiterlesen]
Glossar · L · Ladepunkt, Ladeinfrastruktur, Wallbox, Elektromobilität, Ladeleistung, Netzanschluss, Stromverbrauch Ein Ladepunkt ist die technische und rechtliche Einheit, an der ein Elektrofahrzeug zur selben Zeit geladen werden kann. Maßgeblich ist also nicht, wie viele Säulen, Gehäuse oder Parkplätze sichtbar sind, sondern wie viele Fahrzeuge gleichzeitig angeschlossen und mit elektrischer Energie versorgt werden können. Eine Ladesäule kann einen Ladepunkt haben, sie kann aber auch zwei oder mehr Ladepunkte enthalten. Eine Wallbox in einer Garage ist in der Regel ein Ladepunkt. Ein Ladepark mit mehreren Schnellladern besteht aus vielen Ladepunkten, auch wenn diese über gemeinsame Leistungselektronik, gemeinsame Netzanschlüsse oder ein gemeinsames Abrechnungssystem verbunden sind. [Weiterlesen]
Glossar · L · Ladezustand, State of Charge, Speicher, Batterie, Speicherkapazität, Flexibilität Der Ladezustand, englisch State of Charge und häufig als SoC abgekürzt, beschreibt, welcher Anteil der nutzbaren Speicherkapazität eines Speichers zu einem bestimmten Zeitpunkt verfügbar ist. Bei Batterien wird er meist in Prozent angegeben. Ein Ladezustand von 60 Prozent bedeutet, dass der Speicher nach der jeweiligen technischen Definition noch 60 Prozent seiner nutzbaren Kapazität enthält. Die Bezugsgröße ist dabei nicht die theoretisch gesamte chemische Energie im Material, sondern die vom Hersteller, Betreiber oder Batteriemanagement freigegebene nutzbare Kapazität. [Weiterlesen]
Glossar · L · Langfristige Speicher, Speicher, Wasserstoff, Elektrolyse, Rückverstromung, Synthetische Kraftstoffe, Dunkelflaute, Versorgungssicherheit, Saisonaler Ausgleich Langfristige Speicher sind Energiespeicher, die Energie über Wochen, Monate oder saisonale Zeiträume aufnehmen und später wieder nutzbar machen. Im Stromsystem dienen sie dazu, längere Abweichungen zwischen Stromerzeugung und Stromverbrauch auszugleichen, etwa wenn im Sommer große Solarüberschüsse entstehen oder im Winter über mehrere Tage bis Wochen wenig Wind und Solarstrom verfügbar ist. Sie unterscheiden sich damit von Kurzzeitspeichern, die vor allem innerhalb eines Tages, für Netzstabilität oder für kurzfristige Marktreaktionen eingesetzt werden. [Weiterlesen]
Glossar · L · Glossar, Energie, Stromsystem, Verbrauch, Netzbetrieb, Leistung, Lastprofil, Flexibilität Last bezeichnet im Stromsystem die elektrische Leistung, die zu einem bestimmten Zeitpunkt von Verbrauchern aus dem Netz entnommen wird. Sie wird in Watt, Kilowatt, Megawatt oder Gigawatt angegeben und beschreibt eine momentane Inanspruchnahme des Stromsystems. Wenn ein Gerät mit 2 Kilowatt eingeschaltet ist, verursacht es in diesem Moment eine Last von 2 Kilowatt. Läuft es eine Stunde lang, entsteht daraus ein Stromverbrauch von 2 Kilowattstunden. [Weiterlesen]
Glossar · L · Lastabwurf, Netzstabilität, Frequenzhaltung, Krisenbetrieb, Schutztechnik, Versorgungssicherheit, Netzbetrieb Lastabwurf bezeichnet die gezielte Verringerung oder Abschaltung von elektrischer Last, also von Stromverbrauchern, um die Stabilität des Stromsystems zu erhalten oder wiederherzustellen. Der Begriff meint keine allgemeine Stromsparmaßnahme und auch keine zufällige Versorgungsunterbrechung, sondern einen Eingriff in den Betrieb des Netzes oder einzelner Verbrauchsanlagen. Lastabwurf kann automatisch durch Schutztechnik ausgelöst werden, betrieblich durch Netzbetreiber angeordnet oder vertraglich mit bestimmten Verbrauchern vorbereitet sein. [Weiterlesen]
Glossar · L · Lastfluss, Stromnetz, Netzengpass, Redispatch, Ringfluss, Phasenschiebertransformator, Netzbetrieb, Physischer Stromfluss Lastfluss bezeichnet die Verteilung elektrischer Leistung in einem Stromnetz zu einem bestimmten Zeitpunkt. Der Begriff beschreibt, über welche Leitungen, Transformatoren und Netzabschnitte elektrische Leistung tatsächlich fließt und wie stark diese Betriebsmittel dadurch belastet werden. Ein Lastfluss entsteht aus der Kombination von Einspeisungen, Entnahmen, Netzstruktur, Leitungsimpedanzen, Spannungen und Phasenwinkeln. Er ist damit keine buchhalterische Größe, sondern eine physikalische Zustandsgröße des Netzes. [Weiterlesen]
Glossar · L · Lastflussberechnung, Lastfluss, Netzknoten, Stromnetz, Netzplanung, Netzbetrieb, Engpassmanagement, Redispatch, N-1-Kriterium, Wechselstromnetz Lastflussberechnung bezeichnet die rechnerische Bestimmung, wie sich elektrische Leistung in einem Stromnetz verteilt. Sie beschreibt für einen bestimmten Netzzustand, welche Wirk und Blindleistungen über Leitungen und Transformatoren fließen, welche Spannungen an den Netzknoten auftreten und ob Betriebsmittel innerhalb ihrer zulässigen Grenzen betrieben werden. Grundlage ist ein Netzmodell aus Knoten, Leitungen, Transformatoren, Erzeugungsanlagen, Verbrauchern, Schaltzuständen und technischen Parametern wie Widerstand, Reaktanz und Transformatorübersetzung. [Weiterlesen]
Glossar · L · Lastflussberechnung, Lastfluss, Netzknoten, Stromnetz, Netzplanung, Netzbetrieb, Engpassmanagement, Redispatch, N-1-Kriterium, Wechselstromnetz Lastflussberechnung bezeichnet die rechnerische Bestimmung, wie sich elektrische Leistung in einem Stromnetz verteilt. Sie beschreibt für einen bestimmten Netzzustand, welche Wirk und Blindleistungen über Leitungen und Transformatoren fließen, welche Spannungen an den Netzknoten auftreten und ob Betriebsmittel innerhalb ihrer zulässigen Grenzen betrieben werden. Grundlage ist ein Netzmodell aus Knoten, Leitungen, Transformatoren, Erzeugungsanlagen, Verbrauchern, Schaltzuständen und technischen Parametern wie Widerstand, Reaktanz und Transformatorübersetzung. [Weiterlesen]
Glossar · L · Lastgang, Lastprofil, Stromverbrauch, RLM, Smart Meter, Abrechnung, Netzplanung Der Lastgang beschreibt den zeitlichen Verlauf der elektrischen Leistungsaufnahme oder Einspeisung. Er zeigt, zu welchem Zeitpunkt ein Verbraucher, eine Anlage, ein Netzgebiet oder ein Bilanzkreis wie viel elektrische Leistung bezogen oder abgegeben hat. In der Praxis wird ein Lastgang häufig als Reihe von Viertelstundenwerten dargestellt, etwa in Kilowatt oder Megawatt. Bei kleineren Messsystemen können auch Stundenwerte oder andere Zeitauflösungen verwendet werden. [Weiterlesen]
Glossar · L · Lastmanagement, Lastverschiebung, Demand Response, Spitzenlast, Flexibilität, Stromverbrauch, Netzbetrieb Lastmanagement bezeichnet die gezielte Beeinflussung elektrischer Verbraucher, damit sich ihre Leistungsaufnahme zeitlich, mengenmäßig oder in ihrer Höhe verändert. Gemeint ist also nicht der gesamte Stromverbrauch eines Haushalts, einer Fabrik oder einer Volkswirtschaft, sondern die Frage, wann welche elektrische Last mit welcher Leistung auftritt und ob sie gesteuert werden kann. Lastmanagement kann Lasten verschieben, begrenzen, kurzzeitig abschalten, priorisieren oder durch andere Prozesse ersetzen. Es setzt dort an, wo Verbrauch nicht vollständig starr ist. [Weiterlesen]
Glossar · L · Lastprofil, Stromverbrauch, Nachfrage, Spitzenlast, Lastverschiebung, Netzplanung, Verbraucher, Flexibilität Ein Lastprofil beschreibt den zeitlichen Verlauf der elektrischen Nachfrage. Es zeigt, zu welchen Zeitpunkten ein Verbraucher, eine Verbrauchergruppe, ein Netzgebiet oder ein gesamtes Stromsystem welche elektrische Leistung aus dem Netz entnimmt oder in manchen Fällen einspeist. Die reine Energiemenge in Kilowattstunden sagt nur, wie viel Strom über einen Zeitraum verbraucht wurde. Das Lastprofil ergänzt diese Angabe um die zeitliche Verteilung. [Weiterlesen]
Glossar · L · Lastprognose, Stromverbrauch, Lastgang, Nachfrage, Bilanzkreis, Strommarkt, Netzbetrieb, Flexibilität, Residuallast Eine Lastprognose ist die Vorhersage der elektrischen Nachfrage für einen zukünftigen Zeitraum. Sie beschreibt, wie viel elektrische Leistung zu bestimmten Zeitpunkten voraussichtlich aus dem Stromsystem entnommen wird. Eine Lastprognose kann sich auf einen einzelnen Haushalt, einen Gewerbebetrieb, eine Industrieanlage, einen Bilanzkreis, ein Verteilnetz, eine Regelzone oder ein gesamtes Stromsystem beziehen. Sie ist damit keine abstrakte Schätzung des jährlichen Stromverbrauchs, sondern meist eine zeitlich aufgelöste Erwartung darüber, wann welche Last anfällt. [Weiterlesen]
Glossar · L · Lastverschiebung, Flexibilität, Stromverbrauch, Nachfrage, Elektrofahrzeuge, Wärmepumpe, Speicher, Netzentgelte, Flexibilitätsmärkte Lastverschiebung bezeichnet die gezielte zeitliche Verlagerung von Stromverbrauch innerhalb eines technisch, wirtschaftlich oder organisatorisch zulässigen Zeitfensters. Die nachgefragte Energiedienstleistung bleibt dabei im Grundsatz erhalten: Ein Elektroauto ist morgens geladen, ein Gebäude bleibt innerhalb vereinbarter Komfortgrenzen warm, ein industrieller Prozess erreicht sein Produktionsergebnis. Verändert wird der Zeitpunkt, zu dem elektrische Leistung aus dem Netz bezogen wird. [Weiterlesen]
Glossar · L · Laufzeitverlängerung, Kernenergie, Kraftwerkspark, Versorgungssicherheit, Strommarkt Laufzeitverlängerung bezeichnet die politische, rechtliche oder betriebliche Entscheidung, ein Kraftwerk länger am Netz zu halten, als es nach bisheriger Planung, Genehmigung oder gesetzlicher Regelung vorgesehen war. Im deutschen Sprachgebrauch bezieht sich der Begriff meist auf Kernkraftwerke, kann aber auch bei Kohle , Gas oder Reservekraftwerken verwendet werden. Gemeint ist dann nicht der Bau neuer Erzeugungskapazität, sondern die verlängerte Nutzung bestehender Anlagen im Kraftwerkspark. [Weiterlesen]
Glossar · L · Lebenszyklusanalyse, LCA, Graue Energie, Klimabilanz, Emissionen, Technologievergleich, Infrastruktur Lebenszyklusanalyse bezeichnet die systematische Untersuchung von Umweltwirkungen über den gesamten Lebensweg eines Produkts, einer Anlage, einer Infrastruktur oder einer Dienstleistung. Betrachtet werden Rohstoffgewinnung, Verarbeitung, Herstellung, Transport, Bau, Betrieb, Wartung, Ersatz von Komponenten, Rückbau, Recycling und Entsorgung. Im Englischen wird dafür meist der Begriff Life Cycle Assessment verwendet, abgekürzt LCA. [Weiterlesen]
Glossar · L · Leerlaufverlust, Transformator, Netzverluste, Wirkungsgrad, Stromnetz, Betriebsmittel, Energieeffizienz, Verteilnetz Leerlaufverlust bezeichnet die Verlustleistung eines elektrischen Betriebsmittels, die bereits entsteht, wenn das Betriebsmittel unter Spannung steht, aber keine oder nur eine sehr geringe Nutzleistung abgibt. Der Begriff wird vor allem bei Transformatoren verwendet. Ein Transformator im Leerlauf überträgt auf der Sekundärseite kaum elektrische Energie, sein magnetischer Kern wird aber weiterhin periodisch ummagnetisiert. Dabei entstehen Eisenverluste, die als Wärme abgeführt werden müssen. Diese Verluste fallen unabhängig davon an, ob gerade viele Verbraucher angeschlossen sind oder ob die Last fast null ist. [Weiterlesen]
Glossar · L · Leistung, Energie, Watt, Kilowattstunde, Stromsystem, Verbraucher, Erzeuger, Netzanschluss, Spitzenleistung Leistung bezeichnet die momentane Bereitstellung, Übertragung oder Abnahme von Energie pro Zeiteinheit. Im Stromsystem wird sie in Watt gemessen, meist in Kilowatt, Megawatt oder Gigawatt. Ein Kilowatt entspricht 1.000 Watt, ein Megawatt 1.000 Kilowatt, ein Gigawatt 1.000 Megawatt. Leistung beschreibt damit nicht, wie viel Strom insgesamt verbraucht oder erzeugt wurde, sondern wie stark ein Gerät, eine Anlage, ein Netzanschluss oder ein Kraftwerk zu einem bestimmten Zeitpunkt beansprucht wird. [Weiterlesen]
Glossar · L · Leistungselektronik, Wechselrichter, Gleichrichter, Umrichter, Photovoltaik, Batteriespeicher, Netzstabilität, Frequenzhaltung, Blindleistung Leistungselektronik bezeichnet elektronische Schaltungen und Geräte, die elektrische Energie bei relevanten Leistungen umformen, steuern oder schalten. Sie arbeitet nicht mit kleinen Informationssignalen, sondern mit Strömen und Spannungen, die unmittelbar für Erzeugung, Verbrauch, Speicherung oder Netzbetrieb relevant sind. Zu ihr gehören Wechselrichter, Gleichrichter, Umrichter, DC DC Wandler, Ladegeräte, Stromrichter für Hochspannungs Gleichstrom Übertragung und viele moderne Netzbetriebsmittel. [Weiterlesen]
Glossar · L · Leistungsfaktor, Wirkleistung, Blindleistung, Scheinleistung, cos phi, Netzbelastung, Wechselstrom, Netzbetrieb Der Leistungsfaktor beschreibt bei Wechselstrom, welcher Anteil der aufgenommenen elektrischen Scheinleistung als Wirkleistung nutzbar umgesetzt wird. Er ist das Verhältnis von Wirkleistung zu Scheinleistung und wird dimensionslos angegeben. Ein Leistungsfaktor von 1 bedeutet, dass die gesamte Scheinleistung als Wirkleistung erscheint. Ein niedrigerer Leistungsfaktor bedeutet, dass für dieselbe Wirkleistung ein höherer Strom durch Leitungen, Transformatoren und Schaltanlagen fließen muss. [Weiterlesen]
Glossar · L · Leistungsschalter, Schutztechnik, Schaltanlage, Kurzschluss, Stromnetz, Betriebssicherheit, Netzschutz Ein Leistungsschalter ist ein elektrisches Schaltgerät, das einen Stromkreis im normalen Betrieb, unter Last und bei schweren Fehlern wie einem Kurzschluss sicher unterbrechen kann. Er verbindet die Schaltfunktion mit einer hohen Abschaltfähigkeit: Er trennt nicht nur einen Leiter elektrisch, sondern beherrscht auch den Lichtbogen, der beim Öffnen unter Strom entsteht. Ohne diese Fähigkeit würde das Öffnen eines fehlerbehafteten Stromkreises selbst zur Gefahr für Anlage, Personal und Netzbetrieb. [Weiterlesen]
Glossar · L · Leittechnik, Netzbetrieb, Stromnetz, Messung, Steuerung, Betriebssicherheit, Digitalisierung, Automatisierung, Versorgungssicherheit Leittechnik bezeichnet im Stromsystem die technischen Einrichtungen und Verfahren, mit denen Netze, Umspannwerke, Erzeugungsanlagen, Speicher und größere Verbrauchsanlagen überwacht, gesteuert und teilweise automatisiert betrieben werden. Sie verbindet Messung, Datenübertragung, Zustandsanzeige, Schaltbefehle, Sollwertvorgaben, Alarmierung und betriebliche Auswertung. In der Praxis umfasst Leittechnik zum Beispiel Netzleitstellen, Prozessrechner, Fernwirkanlagen, Stationsautomatisierung, Kommunikationssysteme, Bedienoberflächen und Schnittstellen zu Netzberechnung, Prognose, Redispatch oder Störungsmanagement. [Weiterlesen]
Glossar · L · Leitungsauslastung, Stromnetz, Netzengpass, Leitungen, Thermische Belastbarkeit, Lastfluss, Netzausbau, Redispatch, Versorgungssicherheit Leitungsauslastung beschreibt, wie stark eine elektrische Leitung im Verhältnis zu ihrer zulässigen Belastbarkeit beansprucht wird. Gemeint ist der tatsächliche oder prognostizierte elektrische Fluss über ein Betriebsmittel, meist ausgedrückt als Prozentwert der zulässigen Stromstärke oder der zulässigen Scheinleistung. Eine Leitung mit 80 Prozent Auslastung wird also nicht mit 80 Prozent einer abstrakten Netzkapazität betrieben, sondern mit 80 Prozent eines technischen Grenzwerts, der aus Material, Spannungsebene, Umgebung, Sicherheitsanforderungen und Betriebsweise folgt. [Weiterlesen]
Glossar · L · Letztverantwortung, Versorgungssicherheit, Staat, Markt, Reserve, Governance, Krisenbetrieb, Energiesystem Letztverantwortung bezeichnet die politische und institutionelle Verantwortung dafür, dass eine zentrale öffentliche Funktion auch dann gesichert bleibt, wenn normale Markt , Vertrags oder Betriebsmechanismen nicht ausreichen. Im Stromsystem betrifft der Begriff vor allem Versorgungssicherheit, Krisenvorsorge, Reserveinstrumente, Notfallentscheidungen und die staatliche Pflicht, Zuständigkeiten so zu ordnen, dass im Ernstfall gehandelt werden kann. [Weiterlesen]
Glossar · L · Letztverbraucher, Stromverbrauch, Endkunde, Strompreis, Netzentgelt, Marktrolle Ein Letztverbraucher ist eine Person, ein Unternehmen oder eine sonstige Einrichtung, die Strom für den eigenen Verbrauch entnimmt und diese Strommenge nicht als Strom an andere weiterverkauft oder weiterverteilt. Entscheidend ist die Verwendung der Energie am Ende einer Lieferkette: Der Strom wird in Licht, Wärme, Bewegung, Rechenleistung, Kälte, Druckluft oder einen anderen Nutzen umgewandelt. Haushalte, Gewerbebetriebe, Industrieanlagen, kommunale Einrichtungen, Rechenzentren, landwirtschaftliche Betriebe oder Betreiber von Ladepunkten können Letztverbraucher sein, wenn sie Strom für den eigenen Bedarf beziehen. [Weiterlesen]
Glossar · L · Begriff, Levelized Cost of Storage, LCOS, Speicher, Batteriespeicher, Speicherkosten, Degradation, Roundtrip-Wirkungsgrad, Stromgestehungskosten Levelized Cost of Storage, kurz LCOS, bezeichnet die über die Lebensdauer eines Speichers gemittelten Kosten je abgegebener Energieeinheit. Gemeint ist also nicht der Preis einer Batterie, eines Pumpspeichers oder einer Wasserstoffanlage als Anlagegut, sondern die rechnerischen Kosten dafür, Strom aufzunehmen, zu speichern und zu einem späteren Zeitpunkt wieder bereitzustellen. Üblich ist die Angabe in Euro pro Megawattstunde oder Cent pro Kilowattstunde entladener Energie. [Weiterlesen]
Glossar · L · Liquidität, Strommarkt, Börse, Terminmarkt, OTC-Handel, Preisbildung, Handel Liquidität beschreibt in einem Markt, wie leicht ein Produkt gekauft oder verkauft werden kann, ohne dass schon ein einzelnes Geschäft den Preis deutlich bewegt. Im Strommarkt bedeutet Liquidität, dass für ein bestimmtes Produkt zu einem bestimmten Zeitpunkt genügend Käufer und Verkäufer vorhanden sind, dass Angebote und Gebote nahe beieinanderliegen und dass Handelsmengen zustande kommen, die für Preisbildung, Beschaffung und Absicherung belastbar sind. [Weiterlesen]
Glossar · L · LNG, Liquefied Natural Gas, Flüssigerdgas, Erdgas, Methanschlupf, Gaskraftwerk, Versorgungssicherheit, Energieimport, Gasmarkt LNG steht für Liquefied Natural Gas, auf Deutsch verflüssigtes Erdgas oder Flüssigerdgas. Gemeint ist Erdgas, das durch starke Abkühlung in einen flüssigen Zustand gebracht wird. Dafür wird es auf etwa minus 162 Grad Celsius gekühlt. Sein Volumen sinkt dabei auf ungefähr ein Sechshundertstel des gasförmigen Zustands. Diese Verdichtung macht es möglich, Erdgas mit Spezialschiffen über Ozeane zu transportieren, ohne dass eine Pipeline zwischen Förderland und Verbrauchsland bestehen muss. [Weiterlesen]
Glossar · L · Location-Based Accounting, Market-Based Accounting, Scope 2, Klimabilanz, Strommix, Herkunftsnachweis, Grünstrom Location Based und Market Based Accounting sind zwei Methoden, mit denen Unternehmen die Treibhausgasemissionen aus eingekauftem Strom in ihrer Klimabilanz ausweisen. Beide Verfahren gehören zur Bilanzierung von Scope 2 Emissionen, also zu Emissionen aus bezogener Energie, die nicht am Standort des Unternehmens selbst entstehen, sondern bei der Erzeugung von Strom, Wärme, Dampf oder Kälte. [Weiterlesen]
Glossar · L · Lock-in-Effekt, Infrastruktur, Pfadabhängigkeit, Investition, Stromsystem, Transformation Ein Lock in Effekt bezeichnet eine Bindung an einen einmal eingeschlagenen technischen, wirtschaftlichen oder institutionellen Pfad, obwohl später andere Lösungen verfügbar oder vorteilhafter sein können. Im Stromsystem entsteht ein Lock in, wenn Investitionen, Netze, Marktregeln, Verträge, Standards, Betriebsroutinen oder politische Zuständigkeiten den Wechsel zu einer anderen Lösung erschweren, verteuern oder zeitlich verzögern. Der Begriff beschreibt keine physikalische Einheit wie Kilowatt oder Kilowattstunde, sondern eine zeitliche Bindungswirkung von Entscheidungen. [Weiterlesen]
Glossar · L · LOHC, Liquid Organic Hydrogen Carrier, Wasserstoff, Wasserstofftransport, Speicher, Wasserstoffderivat, Energieinfrastruktur LOHC steht für Liquid Organic Hydrogen Carrier, auf Deutsch flüssiger organischer Wasserstoffträger. Gemeint ist eine organische Flüssigkeit, die Wasserstoff chemisch aufnehmen, transportieren, lagern und später wieder abgeben kann. Der Wasserstoff wird dabei nicht als Gas in einem Druckbehälter und nicht als tiefkalte Flüssigkeit bewegt, sondern an ein Trägermolekül gebunden. Nach der Abgabe bleibt die Trägerflüssigkeit erhalten und kann erneut mit Wasserstoff beladen werden. [Weiterlesen]
Glossar · L · Loop Flow, Ringfluss, Übertragungsnetz, Interkonnektor, Europäischer Strommarkt, Lastfluss, Netzengpass Loop Flow bezeichnet einen physikalischen Stromfluss, der durch ein Netz oder Marktgebiet läuft, obwohl der dazugehörige Stromhandel in einem anderen Gebiet abgeschlossen wurde. Im Deutschen wird dafür meist der Begriff Ringfluss verwendet. Der Begriff beschreibt keine besondere Stromart und keinen eigenen Marktprozess, sondern eine Folge der Physik vermaschter Wechselstromnetze: Strom verteilt sich nach elektrischen Widerständen und Impedanzen über alle verfügbaren Leitungswege. Er folgt nicht der vertraglich vereinbarten Handelsrichtung. [Weiterlesen]
Glossar · M · Margining, Sicherheitsleistung, Strombörse, Terminmarkt, Clearing, Stromhandel, Liquidität, Risikomanagement Margining bezeichnet die Pflicht, bei börslichen oder über eine zentrale Gegenpartei geclearten Handelsgeschäften Sicherheiten zu hinterlegen. Diese Sicherheiten dienen dazu, offene Verpflichtungen aus Handelsgeschäften abzusichern, wenn Preise sich verändern oder ein Marktteilnehmer ausfällt. Im Stromhandel ist Margining vor allem bei Geschäften am Terminmarkt, bei Futures, Optionen und anderen geclearten Produkten relevant. [Weiterlesen]
Glossar · M · Mark-to-Market, Stromhandel, Terminmarkt, Hedging, Risikomanagement, Bewertung, Strompreis, Margin, Liquidität Mark to Market bezeichnet die laufende Bewertung offener Handelspositionen zu aktuellen Marktpreisen. Im Stromhandel wird damit ermittelt, welchen Wert ein bereits abgeschlossenes Geschäft heute hätte, wenn es zu den gegenwärtig beobachtbaren Preisen bewertet würde. Der ursprüngliche Vertragspreis bleibt rechtlich bestehen. Die Bewertung zeigt aber, ob die Position gegenüber dem aktuellen Marktpreis im Gewinn oder im Verlust liegt. [Weiterlesen]
Glossar · M · Market Coupling, Strommarkt, Europäischer Strommarkt, Interkonnektor, Preiszone, Day-Ahead-Markt, Grenzkuppelkapazität Market Coupling bezeichnet ein Verfahren, mit dem Strommärkte verschiedener Preiszonen gemeinsam berechnet werden, damit verfügbare grenzüberschreitende Übertragungskapazitäten möglichst effizient genutzt werden. Kraftwerksangebote, Verbrauchsnachfrage und Netzkapazitäten zwischen Marktgebieten gehen dabei in eine gemeinsame Markträumung ein. Der Preis entsteht nicht für ganz Europa einheitlich, sondern je Preiszone, abhängig von Geboten, Nachfrage und den begrenzten Übertragungsmöglichkeiten zwischen den Zonen. [Weiterlesen]
Glossar · M · Markt, Strommarkt, Angebot, Nachfrage, Preisbildung, Regulierung, Bilanzkreisverantwortung, Netzengpass, Governance Ein Markt ist ein institutionell geregelter Mechanismus, der Angebot und Nachfrage über Preise, Mengen, Produkte und Teilnahmebedingungen koordiniert. Er besteht nicht einfach aus vielen Käufen und Verkäufen. Ein Markt legt fest, was genau gehandelt wird, wer handeln darf, welche Pflichten aus einem Geschäft entstehen, wie Preise gebildet werden, wie Risiken verteilt sind und welche Instanz Regeln überwacht oder durchsetzt. [Weiterlesen]
Glossar · M · Marktintegration, Erneuerbare Energien, Strommarkt, Direktvermarktung, Flexibilität, Marktprämie Marktintegration bezeichnet im Stromsystem die Einbindung von Anlagen, Verbrauchern oder Speichern in Marktprozesse, bei denen Preise, Prognosen, Fahrpläne und Vermarktungsregeln ihr Verhalten beeinflussen. Der Begriff wird besonders häufig für erneuerbare Energien verwendet. Gemeint ist dann, dass Windenergieanlagen, Photovoltaikanlagen, Biomasseanlagen oder Batteriespeicher nicht lediglich angeschlossen und vergütet werden, sondern ihre Einspeisung, Vermarktung oder Verfügbarkeit nach den Regeln des Strommarkts organisieren müssen. [Weiterlesen]
Glossar · M · Marktprämie, Erneuerbare Energien, Förderung, Strommarkt, Direktvermarktung Die Marktprämie ist ein Förderinstrument für Strom aus erneuerbaren Energien, das die Differenz zwischen einem gesetzlich oder durch Ausschreibung bestimmten Vergütungsniveau und dem am Markt erzielbaren Stromwert ausgleichen soll. Anlagenbetreiber verkaufen ihren Strom dabei grundsätzlich selbst oder über einen Dienstleister an der Börse und erhalten zusätzlich eine Zahlung, wenn der Marktwert unter dem festgelegten Förderwert liegt. In Deutschland ist diese Form vor allem aus dem Erneuerbare Energien Gesetz bekannt und eng mit der Direktvermarktung verbunden. [Weiterlesen]
Glossar · M · Markträumungspreis, Strommarkt, Merit-Order, Day-Ahead-Markt, Preisbildung Der Markträumungspreis ist der Preis, zu dem in einer Stromauktion Angebot und Nachfrage zur Deckung gebracht werden. Er entsteht dort, wo die Gebote verkaufsbereiter Erzeuger und kaufbereiter Nachfrager zusammenpassen und die gehandelte Strommenge festgelegt wird. Im europäischen Strommarkt ist damit meist der Preis im Day Ahead Markt gemeint, also der Preis für Stromlieferungen am folgenden Tag in einer bestimmten Lieferstunde oder Viertelstunde. [Weiterlesen]
Glossar · M · Marktwert, Strommarkt, Strompreis, Erneuerbare Energien, Direktvermarktung, Glossar Der Marktwert bezeichnet im Strommarkt den durchschnittlichen Erlös, den eine bestimmte Gruppe von Anlagen mit ihrer tatsächlichen Einspeisung an der Strombörse erzielt. Er wird meist in Euro je Megawattstunde oder Cent je Kilowattstunde angegeben. Für Windenergie und Photovoltaik ist er besonders wichtig, weil diese Anlagen nicht gleichmäßig über alle Stunden des Jahres Strom erzeugen, sondern abhängig von Wetter, Tageszeit und Jahreszeit. Der Marktwert sagt deshalb nicht nur, wie hoch der durchschnittliche Strompreis war, sondern zu welchen Preisen eine bestimmte Technologie tatsächlich eingespeist hat. [Weiterlesen]
Glossar · M · Marktwertfaktor, Marktwert, Capture Price, Photovoltaik, Windenergie, Strommarkt, Kannibalisierungseffekt Der Marktwertfaktor ist eine dimensionslose Kennzahl, die den Marktwert einer Stromerzeugungstechnologie ins Verhältnis zum durchschnittlichen Strompreis eines Marktes setzt. Er beschreibt, ob der erzeugte Strom in den Stunden, in denen eine Technologie tatsächlich einspeist, eher höhere oder niedrigere Preise erzielt als der Markt im Durchschnitt. Ein Marktwertfaktor von 1 bedeutet, dass die Technologie im betrachteten Zeitraum genau den durchschnittlichen Marktpreis erlöst. Ein Wert unter 1 zeigt, dass ihre Einspeisung überwiegend in Stunden mit unterdurchschnittlichen Preisen fällt. Ein Wert über 1 zeigt, dass sie häufiger in hochpreisigen Stunden produziert. [Weiterlesen]
Glossar · M · Materialeffizienz, Glossar, Energie, Stromsystem, Rohstoffe, Kreislaufwirtschaft Materialeffizienz beschreibt, wie wenig Materialeinsatz nötig ist, um eine bestimmte Funktion dauerhaft, sicher und mit vertretbarem Aufwand zu erfüllen. Im Stromsystem geht es dabei nicht um Sparsamkeit als Selbstzweck, sondern um das Verhältnis zwischen eingesetzten Rohstoffen, technischer Leistung, Lebensdauer und Systemnutzen. Eine Solaranlage, ein Umspannwerk, ein Batteriespeicher oder ein Stromkabel ist materialeffizient, wenn es seine Aufgabe mit möglichst geringem Verbrauch an Stahl, Kupfer, Aluminium, Beton, Silizium, Lithium, seltenen Erden oder anderen Stoffen erfüllt, ohne Sicherheit, Verfügbarkeit oder Lebensdauer unangemessen zu verschlechtern. [Weiterlesen]
Glossar · M · Materialintensität, Kritische Rohstoffe, Infrastruktur, Stromnetz, Windenergie, Photovoltaik, Batterien, Lebenszyklusanalyse Materialintensität beschreibt, wie viel Material für eine bestimmte technische Funktion benötigt wird. Im Stromsystem kann damit gemeint sein, wie viele Kilogramm Kupfer pro Kilometer Leitung verbaut werden, wie viele Tonnen Stahl und Beton pro Megawatt Windleistung erforderlich sind, wie viel Silizium, Glas und Aluminium in einer Photovoltaikanlage stecken oder welche Rohstoffmengen pro Kilowattstunde Batteriespeicherkapazität benötigt werden. Der Begriff bezieht sich also nicht auf Energieflüsse, sondern auf Stoffströme. [Weiterlesen]
Glossar · M · Merit-Order, Strommarkt, Preisbildung, Kraftwerke, Grenzkosten, Börsenstrompreis Die Merit Order ist die Reihenfolge, in der Stromerzeugungsanlagen nach ihren kurzfristigen Erzeugungskosten eingesetzt werden. Im Strommarkt werden dafür vor allem die Grenzkosten betrachtet, also die Kosten für die zusätzliche Erzeugung einer weiteren Megawattstunde Strom. Anlagen mit niedrigen Grenzkosten stehen in dieser Einsatzreihenfolge vorn, Anlagen mit höheren Grenzkosten weiter hinten. [Weiterlesen]
Glossar · M · Merit-Order-Effekt, Merit-Order, Strommarkt, Preisbildung, Erneuerbare Energien, Grenzkosten, Strompreis Der Merit Order Effekt bezeichnet die preissenkende Wirkung zusätzlicher Stromerzeugung mit niedrigen kurzfristigen Grenzkosten auf den Großhandelspreis für Strom. Er entsteht, wenn Anlagen wie Windenergieanlagen, Photovoltaikanlagen oder Laufwasserkraftwerke Strom zu sehr niedrigen variablen Kosten anbieten und dadurch teurere Kraftwerke aus der Einsatzreihenfolge verdrängen. Der Strompreis am Spotmarkt wird dann von einem günstigeren Kraftwerk gesetzt, als es ohne diese zusätzliche Einspeisung der Fall wäre. [Weiterlesen]
Glossar · M · Messstellenbetrieb, Smart Meter, Stromzähler, Abrechnung, Messung Messstellenbetrieb bezeichnet die gesetzlich und technisch geregelte Aufgabe, Messstellen für Strom einzubauen, zu betreiben, zu warten, abzulesen und die Messwerte für die weiteren Markt und Netzprozesse bereitzustellen. Gemeint ist also nicht bloß der Besitz eines Stromzählers im Keller oder im Zählerschrank. Messstellenbetrieb ist eine eigene Rolle im Stromsystem, mit eigenen Pflichten, Kostenregeln, Datenwegen und Zuständigkeiten. [Weiterlesen]
Glossar · M · Messstellenbetriebsgesetz, MsbG, Smart Meter, Smart-Meter-Gateway, Messstellenbetrieb, Stromzähler, intelligente Messsysteme, moderne Messeinrichtung, dynamische Stromtarife, Flexibilität Das Messstellenbetriebsgesetz, kurz MsbG, ist das zentrale deutsche Gesetz für den Betrieb von Strommessstellen und den Einbau digitaler Messtechnik. Es regelt, wer für Stromzähler verantwortlich ist, welche Geräte eingesetzt werden, wie Messwerte verarbeitet werden dürfen, welche Sicherheitsanforderungen gelten und wie die Kosten des Messstellenbetriebs verteilt werden. Sein Gegenstand ist nicht die Stromerzeugung, nicht der Netzbetrieb als solcher und nicht der Stromliefervertrag, sondern die technische und organisatorische Schnittstelle, an der Stromverbrauch, Einspeisung und zunehmend auch steuerbare Anlagen gemessen und kommuniziert werden. [Weiterlesen]
Glossar · M · Methanisierung, Power-to-Gas, Wasserstoff, Synthetisches Methan, CO2, Langfristige Speicher, Gasnetz Methanisierung bezeichnet die chemische Umwandlung von Wasserstoff und Kohlendioxid zu Methan. Im Energiesystem ist sie vor allem als nachgelagerter Schritt der Elektrolyse relevant: Strom wird zunächst genutzt, um Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff zu spalten; anschließend reagiert der Wasserstoff mit CO₂ zu synthetischem Methan. Dieses Methan kann ähnlich wie Erdgas gespeichert, transportiert und verbrannt oder stofflich genutzt werden. [Weiterlesen]
Glossar · M · Methanol, Wasserstoffderivat, Power-to-X, E-Fuels, Chemieindustrie, CO2, Synthetische Kraftstoffe Methanol ist eine einfache alkoholische Verbindung mit der chemischen Formel CH₃OH. Es ist bei normalen Umgebungsbedingungen flüssig, brennbar und giftig. Im Strom und Energiesystem ist Methanol vor allem deshalb relevant, weil es als chemischer Grundstoff, flüssiger Energieträger, Wasserstoffderivat und Ausgangsstoff für synthetische Kraftstoffe genutzt werden kann. [Weiterlesen]
Glossar · M · Methanschlupf, Methanemissionen, Erdgas, LNG, Blauer Wasserstoff, Klimabilanz, Treibhausgasemissionen Methanschlupf bezeichnet Methan, das bei Förderung, Aufbereitung, Transport, Speicherung oder Nutzung von Erdgas nicht verbrannt, abgeschieden oder technisch zurückgehalten wird, sondern unverändert in die Atmosphäre gelangt. Der Begriff umfasst kleine dauerhafte Leckagen ebenso wie größere Freisetzungen bei Wartung, Störungen, Druckentlastung oder unvollständiger Verbrennung. Im engeren Sinn wird er auch für unverbranntes Methan aus Motoren, Turbinen oder Industrieanlagen verwendet. In der energie und klimapolitischen Debatte meint Methanschlupf meist die Summe der Methanverluste entlang einer gasbasierten Lieferkette. [Weiterlesen]
Glossar · M · mFRR, manual Frequency Restoration Reserve, Regelreserve, Minutenreserve, Frequenzhaltung, Regelenergie mFRR steht für manual Frequency Restoration Reserve. Gemeint ist eine Form der Regelreserve, die von Übertragungsnetzbetreibern aktiviert wird, wenn im Stromsystem ein Ungleichgewicht zwischen Einspeisung und Entnahme länger anhält oder nicht vollständig durch schnellere Reserven ausgeglichen werden soll. In der deutschen Begriffswelt entspricht mFRR weitgehend der Minutenreserve. Sie dient dazu, die Netzfrequenz nach einer Abweichung wieder in den vorgesehenen Bereich zurückzuführen und bereits aktivierte schnellere Reserven für neue Störungen freizumachen. [Weiterlesen]
Glossar · M · Microgrid, Mikronetz, Inselnetz, Smart Grid, Resilienz, Dezentrale Erzeugung, Speicher, Netzbetrieb Ein Microgrid, auf Deutsch Mikronetz, ist ein räumlich begrenztes Stromsystem, das Erzeugungsanlagen, Speicher, steuerbare Verbraucher und Netztechnik innerhalb eines klar abgegrenzten Bereichs gemeinsam betreibt. Es kann mit dem öffentlichen Stromnetz verbunden sein und im Normalbetrieb Strom beziehen oder einspeisen. Ein wesentliches Merkmal ist die Fähigkeit, sich bei Bedarf vom übergeordneten Netz zu trennen und zeitweise im Inselbetrieb weiterzuarbeiten. [Weiterlesen]
Glossar · M · Mieterstrom, Photovoltaik, Eigenverbrauch, Prosumer, Energy Sharing, Stromlieferung, Gebäude, Quartier, Messkonzept Mieterstrom bezeichnet Strom, der in räumlicher Nähe zu den Verbrauchern erzeugt und an Mieterinnen und Mieter geliefert wird, meist aus einer Photovoltaikanlage auf dem Dach oder an der Fassade eines Wohngebäudes. Der Strom wird nicht von den Bewohnern selbst erzeugt, sondern von einem Anlagenbetreiber, Vermieter, Dienstleister oder Energieversorger an einzelne Haushalte verkauft. Technisch fließt der Strom innerhalb der Gebäudeanlage oder eines eng begrenzten Quartiers zu den teilnehmenden Wohnungen; kaufmännisch wird er den jeweiligen Letztverbrauchern über Messung und Abrechnung zugeordnet. [Weiterlesen]
Glossar · M · Mikro-Wechselrichter, Wechselrichter, Photovoltaik, Balkonkraftwerk, Steckersolargerät, Modulwechselrichter, Niederspannung, Eigenverbrauch Ein Mikro Wechselrichter ist ein kleiner Wechselrichter, der den Gleichstrom eines einzelnen Photovoltaikmoduls oder weniger Module in netzkonformen Wechselstrom umwandelt. Er sitzt meist in unmittelbarer Nähe des Moduls, etwa am Montagesystem auf dem Balkon, auf einem Garagendach oder an einer kleinen Unterkonstruktion. Besonders verbreitet ist er bei Steckersolargeräten, die im Alltag häufig als Balkonkraftwerke bezeichnet werden. [Weiterlesen]
Glossar · M · Mindestbetriebszeit, Kraftwerk, Unit Commitment, Mindestlast, Startzeit, Flexibilität, Kraftwerkseinsatzplanung Mindestbetriebszeit bezeichnet die Zeitspanne, über die eine Anlage nach dem Anfahren mindestens in Betrieb bleiben muss, bevor sie technisch zulässig, betrieblich vertretbar oder wirtschaftlich sinnvoll wieder abgeschaltet werden kann. Sie wird meist in Minuten oder Stunden angegeben. Im Stromsystem ist der Begriff vor allem bei thermischen Kraftwerken, Kraft Wärme Kopplungsanlagen, Biomasseanlagen, Industrieprozessen und größeren Aggregaten relevant, deren Betrieb nicht beliebig im Minutentakt ein und ausgeschaltet werden kann. [Weiterlesen]
Glossar · M · Mindestlast, Kraftwerk, Must-run-Kapazität, Teillastbetrieb, Flexibilität, Negative Strompreise, Stromerzeugung Mindestlast bezeichnet die niedrigste elektrische Leistung, mit der eine Erzeugungsanlage dauerhaft oder über einen bestimmten Zeitraum technisch stabil betrieben werden kann. Bei thermischen Kraftwerken liegt diese Untergrenze oft deutlich über null, weil Kessel, Turbinen, Brenner, Generatoren, Abgasreinigung und Hilfssysteme nur innerhalb bestimmter Betriebsbereiche zuverlässig funktionieren. Unterhalb dieser Grenze können Verbrennung, Dampferzeugung, Materialtemperaturen, Emissionswerte oder Schutzsysteme problematisch werden. [Weiterlesen]
Glossar · M · Mindeststillstandszeit, Kraftwerk, Unit Commitment, Startzeit, Flexibilität, Kraftwerkseinsatzplanung, Teillastbetrieb Mindeststillstandszeit bezeichnet die Zeitspanne, die eine Anlage nach dem Abschalten mindestens außer Betrieb bleiben muss, bevor sie technisch wieder angefahren werden kann oder wirtschaftlich sinnvoll angefahren wird. Der Begriff beschreibt keine Marktfrist, sondern eine Betriebsbedingung von Kraftwerken, großen Industrieanlagen und anderen technischen Einheiten, die nicht beliebig zwischen Betrieb und Stillstand wechseln können. [Weiterlesen]
Glossar · M · Missing-Money-Problem, Energy-Only-Markt, Kapazitätsmarkt, Versorgungssicherheit, Fixkosten, Spitzenlastkraftwerk, Strommarkt Das Missing Money Problem bezeichnet eine mögliche Erlöslücke in Strommärkten, in denen Kraftwerke, Speicher oder flexible Verbraucher im Wesentlichen für gelieferte elektrische Energie bezahlt werden. Gemeint ist die Situation, dass Anlagen, die für knappe Stunden und damit für Versorgungssicherheit benötigt werden, ihre Investitions und Fixkosten nicht zuverlässig über die Erlöse aus dem Stromverkauf decken können. Der Begriff beschreibt damit kein einzelnes Kraftwerksproblem, sondern eine Frage des Marktdesigns: Reichen die Preissignale eines Energy Only Marktes aus, um genügend gesicherte Leistung verfügbar zu halten? [Weiterlesen]
Glossar · M · Mittelfristige Speicher, Speicher, Pumpspeicher, Batteriespeicher, Druckluftspeicher, Thermische Speicher, Photovoltaik, Windenergie, Flexibilität, Residuallast, Versorgungssicherheit Mittelfristige Speicher sind Energiespeicher, die Strom oder eine andere nutzbare Energieform über mehrere Stunden bis einige Tage aufnehmen und später wieder bereitstellen können. Sie verschieben Energie über Zeiträume, die länger sind als reine Momentanregelung, aber kürzer als saisonale Speicherung. Im Stromsystem dienen sie vor allem dazu, regelmäßige und wetterbedingte Abweichungen zwischen Erzeugung und Verbrauch auszugleichen, etwa den Unterschied zwischen hoher Photovoltaik Erzeugung am Mittag und hoher Nachfrage am Abend oder mehrtägige Schwankungen bei Windenergie. [Weiterlesen]
Glossar · M · Mittelspannung, Stromnetz, Spannungsebene, Mittelspannungsnetz, Verteilnetz, Netzbetrieb Mittelspannung bezeichnet die Spannungsebene des Stromnetzes zwischen Niederspannung und Hochspannung. In Deutschland liegen Mittelspannungsnetze typischerweise bei 10, 20 oder 30 Kilovolt; technisch wird der Bereich häufig oberhalb von 1 Kilovolt bis in den unteren zweistelligen Kilovoltbereich verstanden. Die genaue Abgrenzung hängt von Normen, Netzbetreiberpraxis und historisch gewachsenen Netzstrukturen ab. Für das Stromsystem ist weniger eine einzelne Kilovoltzahl maßgeblich als die Funktion dieser Ebene: Mittelspannung verteilt elektrische Energie regional, bündelt Einspeisung und Verbrauch und verbindet lokale Niederspannungsnetze mit höheren Netzebenen. [Weiterlesen]
Glossar · M · Mittelspannungsnetz, Glossar, Energie, Stromsystem, Stromnetz, Verteilnetz Das Mittelspannungsnetz ist die Spannungsebene des Stromnetzes, die zwischen dem Hochspannungsnetz und dem Niederspannungsnetz liegt. In Deutschland umfasst Mittelspannung typischerweise Spannungen oberhalb von 1 Kilovolt und unterhalb von 60 Kilovolt, praktisch häufig 10, 20 oder 30 Kilovolt. Es verteilt elektrische Energie regional: zu Gewerbebetrieben, kleineren Industriekunden, kommunalen Einrichtungen, Ortsnetzstationen und zunehmend auch zu dezentralen Erzeugungsanlagen wie Windparks, größeren Photovoltaikanlagen oder Biogasanlagen. [Weiterlesen]
Glossar · M · Moderne Messeinrichtung, Digitaler Stromzähler, Smart Meter, Intelligentes Messsystem, Messstellenbetrieb, Stromverbrauch Eine moderne Messeinrichtung ist ein digitaler Stromzähler, der Strombezug oder Stromeinspeisung elektronisch misst, speichert und am Gerät anzeigen kann. Sie ersetzt den elektromechanischen Ferraris Zähler, ist aber noch kein intelligentes Messsystem. Für ein intelligentes Messsystem braucht der digitale Zähler zusätzlich ein Smart Meter Gateway, das Messwerte gesichert übertragen und in definierte Kommunikationsprozesse einbinden kann. [Weiterlesen]
Glossar · M · Momentanreserve, Frequenzhaltung, Synchronmaschine, Netzstabilität, Trägheit, Umrichter, Systemdienstleistung, Stromsystem Momentanreserve ist die unmittelbar verfügbare physikalische Stützung der Netzfrequenz nach einem plötzlichen Ungleichgewicht zwischen Erzeugung und Verbrauch. Sie wirkt in den ersten Millisekunden und Sekunden nach einer Störung, bevor automatische Regelungen wie die Primärregelung oder andere Formen der Regelenergie vollständig reagieren. In einem klassischen Wechselstromnetz stammt sie vor allem aus der Bewegungsenergie rotierender Synchronmaschinen, also aus Generatoren großer Kraftwerke und teilweise auch aus synchron gekoppelten Motoren. [Weiterlesen]
Glossar · M · Monovalente Wärmeversorgung, Wärmepumpe, Wärmeversorgung, Heizlast, Bivalente Wärmeversorgung, Gebäude, Effizienz Monovalente Wärmeversorgung bezeichnet eine Versorgungsart, bei der ein einziger Wärmeerzeuger den gesamten Wärmebedarf eines Gebäudes oder einer Anlage deckt. Im Gebäudebereich ist damit meist gemeint, dass eine Wärmepumpe allein für Raumwärme und häufig auch für Warmwasser zuständig ist. Ein zweiter regulärer Wärmeerzeuger, etwa ein Gas oder Ölkessel, ist nicht vorgesehen. Die Wärmepumpe muss also auch bei der maßgeblichen Außentemperatur des Standorts genügend Wärmeleistung liefern. [Weiterlesen]
Glossar · M · MPP-Tracking, Maximum Power Point, Photovoltaik, Wechselrichter, Solarmodul, PV-String, Leistungselektronik, Solarstrom MPP Tracking steht für Maximum Power Point Tracking und bezeichnet die fortlaufende Regelung des elektrischen Arbeitspunktes einer Photovoltaikanlage, damit ein Solarmodul, ein Modulstrang oder ein Teilgenerator möglichst nahe an seinem Punkt maximaler Leistung betrieben wird. Dieser Maximum Power Point, kurz MPP, ist der Punkt auf der Strom Spannungs Kennlinie, an dem das Produkt aus Spannung und Strom am größten ist. Elektrische Leistung entsteht hier als Momentangröße aus Spannung in Volt und Strom in Ampere; sie wird in Watt gemessen. [Weiterlesen]
Glossar · M · Must-run-Erzeugung, Must-run-Kapazität, Kraftwerk, Strommarkt, Netzbetrieb, Mindestlast, Systemdienstleistung, KWK, Redispatch, Abregelung Must run Erzeugung bezeichnet Stromerzeugung, die aufgrund technischer, betrieblicher, rechtlicher, vertraglicher oder systemischer Bedingungen erfolgt, obwohl sie aus Sicht des kurzfristigen Strommarkts nicht zwingend gebraucht würde. Gemeint ist nicht eine bestimmte Kraftwerksart, sondern die tatsächlich eingespeiste Leistung, die entsteht, weil eine Anlage aus anderen Gründen als dem reinen Strompreis am Netz bleibt oder eine Mindestproduktion einhalten muss. [Weiterlesen]
Glossar · M · Must-run-Kapazität, Mindestlast, Kraftwerk, Systemdienstleistungen, Negative Strompreise, Strommarkt, Flexibilität Must run Kapazität bezeichnet Erzeugungsleistung, die in einem Stromsystem aus technischen, betrieblichen, vertraglichen oder netzbezogenen Gründen weiter am Netz bleibt, obwohl der Strommarkt für zusätzliche Stromerzeugung kein oder nur ein sehr schwaches Preissignal liefert. Eine Anlage läuft dann nicht primär, weil ihre elektrische Energie gerade knapp und teuer ist, sondern weil andere Anforderungen erfüllt werden müssen: Wärmebereitstellung, Prozessdampf, Mindestlast eines Kraftwerksblocks, Netzstützung, Systemdienstleistungen, Brennstoff oder Betriebsrestriktionen. [Weiterlesen]
Glossar · N · N-1-Kriterium, Netzsicherheit, Betriebssicherheit, Stromnetz, Redundanz, Übertragungsnetz, Netzplanung, Resilienz Das N 1 Kriterium bezeichnet die Anforderung, dass ein Stromnetz den Ausfall eines einzelnen relevanten Betriebsmittels sicher beherrschen soll. Ein solches Betriebsmittel kann eine Freileitung, ein Kabel, ein Transformator, ein Kraftwerksblock, ein Sammelschienenabschnitt oder ein anderes für den Netzbetrieb wesentliches Element sein. Das Netz soll nach diesem Ausfall weiter so betrieben werden können, dass keine unkontrollierte Ausbreitung des Fehlers entsteht und die Versorgung nicht großflächig zusammenbricht. [Weiterlesen]
Glossar · N · Nachfragerückgang, Demand Reduction, Energieeinsparung, Stromverbrauch, Demand Response, Lastverschiebung, Energieeffizienz, Flexibilität Nachfragerückgang oder Demand Reduction bezeichnet eine tatsächliche Verringerung der nachgefragten Energie oder Strommenge. Gemeint ist nicht nur, dass ein Verbraucher zu einem bestimmten Zeitpunkt weniger Leistung abruft, sondern dass über einen betrachteten Zeitraum weniger Energie verbraucht wird. Im Strombereich wird diese Energiemenge in Kilowattstunden gemessen. Sinkt der jährliche Stromverbrauch eines Haushalts, eines Betriebs oder eines ganzen Landes, liegt ein Nachfragerückgang vor. [Weiterlesen]
Glossar · N · Nahwärme, Wärmenetz, Fernwärme, Quartier, Wärmeplanung, Erneuerbare Wärme, Abwärme Nahwärme bezeichnet eine leitungsgebundene Versorgung mehrerer Gebäude mit Wärme über ein räumlich begrenztes Netz, meist innerhalb eines Quartiers, Dorfes, Gewerbegebiets, Campus oder Gebäudeverbunds. Die Wärme wird an einer oder mehreren zentralen Stellen erzeugt oder aufgenommen und über Rohrleitungen zu den angeschlossenen Gebäuden transportiert. Dort wird sie über eine Übergabestation an die Heizungsanlage und die Warmwasserbereitung des Gebäudes abgegeben. [Weiterlesen]
Glossar · N · Nationaler Wasserstoffrat, Wasserstoff, Deutschland, Energiewende, Industrie, Politikberatung Der Nationale Wasserstoffrat ist ein Beratungsgremium der deutschen Bundesregierung zur Wasserstoffpolitik. Er wurde im Zusammenhang mit der Nationalen Wasserstoffstrategie eingerichtet und soll fachliche Einschätzungen, Empfehlungen und Stellungnahmen zum Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft in Deutschland geben. Seine Mitglieder kommen aus unterschiedlichen Bereichen, darunter Industrie, Wissenschaft, Energieversorgung, Mobilität, Gewerkschaften, Umweltverbände und weitere gesellschaftliche Gruppen. Der Rat entscheidet keine Gesetze, baut keine Infrastruktur und vergibt keine Fördermittel. Er ordnet Entwicklungen ein, benennt Handlungsbedarf und macht Vorschläge für politische, regulatorische und wirtschaftliche Entscheidungen. [Weiterlesen]
Glossar · N · Negative Emissionen, Netto-Null, CO2-Entnahme, CCS, BECCS, Direct Air Capture, Klimaneutralität, Restemissionen, CO2-Speicherung Negative Emissionen entstehen, wenn Treibhausgase der Atmosphäre entzogen und über einen relevanten Zeitraum gespeichert werden. Der Begriff beschreibt keine vermiedenen Emissionen und auch keine bloße Effizienzsteigerung, sondern eine bilanziell messbare Verringerung der bereits in der Atmosphäre vorhandenen Treibhausgasmenge. In der Praxis geht es meist um Kohlendioxid, also CO₂, weil es lange in der Atmosphäre verbleibt und weil viele Entnahmeverfahren technisch auf CO₂ ausgerichtet sind. [Weiterlesen]
Glossar · N · Negative Strompreise, Strommarkt, Day-Ahead-Markt, Flexibilität, Speicher, Abregelung, Merit-Order, Erneuerbare Energien Negative Strompreise liegen vor, wenn der Großhandelspreis für Strom unter null fällt. Wer in einer solchen Stunde Strom an der Börse verkauft, erhält dann keinen Erlös, sondern zahlt rechnerisch dafür, dass der Strom abgenommen wird. Gemeint sind in der Regel Preise am Day Ahead Markt oder Intraday Markt, meist angegeben in Euro je Megawattstunde. Eine Megawattstunde entspricht 1.000 Kilowattstunden. [Weiterlesen]
Glossar · N · Nennleistung, Installierte Leistung, Leistung, Kraftwerk, Photovoltaik, Windenergie, Speicher, Netzanschluss Nennleistung bezeichnet die Leistung, für die eine Anlage, ein Gerät oder ein elektrisches Betriebsmittel unter festgelegten Bezugsbedingungen ausgelegt, geprüft oder angegeben ist. Sie beschreibt eine technische Eigenschaft, keine dauerhaft verfügbare Stromerzeugung und keinen Energieertrag über einen Zeitraum. Angegeben wird sie meist in Watt, Kilowatt, Megawatt oder Gigawatt. Damit liegt der Begriff auf der Ebene der Leistung, nicht auf der Ebene der Energiemenge. [Weiterlesen]
Glossar · N · Netto-Null, Klimaneutralität, Treibhausgasemissionen, CO2-Äquivalente, Restemissionen, Klimaschutz, CO2-Entnahme, Stromsystem Netto Null bezeichnet einen Zustand, in dem verbleibende Treibhausgasemissionen durch dauerhafte Entnahme oder Bindung in gleicher Höhe ausgeglichen werden. Gemeint ist nicht, dass keinerlei Emissionen mehr entstehen, sondern dass unter dem Strich keine zusätzlichen Treibhausgase in der Atmosphäre verbleiben. Der Begriff beschreibt also eine Bilanz: Auf der einen Seite stehen Emissionen, auf der anderen Seite anerkannte Senken oder technische Entnahmen. [Weiterlesen]
Glossar · N · Begriff, Glossar, Energie, Stromsystem, Stromerzeugung, Kraftwerk, Statistik Nettostromerzeugung bezeichnet die elektrische Energie, die eine Erzeugungsanlage nach Abzug ihres eigenen Strombedarfs abgibt oder für eine Nutzung außerhalb der eigentlichen Stromerzeugung bereitstellt. Gemessen wird sie als Energiemenge, meist in Kilowattstunden, Megawattstunden oder Terawattstunden. Sie beschreibt damit keinen Momentanwert wie Leistung, sondern die in einem Zeitraum erzeugte und verfügbare Strommenge. [Weiterlesen]
Glossar · N · Network Codes, ENTSO-E, Europäischer Strommarkt, Netzanschluss, Systembetrieb, Regulierung, Stromnetz Network Codes sind europäische Regelwerke für den Stromsektor, die gemeinsame technische und marktliche Anforderungen im verbundenen europäischen Stromsystem festlegen. Sie regeln unter anderem, wie Erzeugungsanlagen, Verbrauchsanlagen und Hochspannungs Gleichstrom Verbindungen an das Netz angeschlossen werden, wie Übertragungsnetzbetreiber den sicheren Betrieb koordinieren, wie grenzüberschreitende Netzkapazitäten berechnet werden und wie Strom und Regelenergiemärkte über Ländergrenzen hinweg funktionieren. [Weiterlesen]
Glossar · N · Network Codes, ENTSO-E, Europäischer Strommarkt, Netzanschluss, Systembetrieb, Regulierung, Stromnetz Network Codes sind europäische Regelwerke für den Stromsektor, die technische und marktliche Anforderungen im verbundenen europäischen Stromsystem vereinheitlichen. Sie regeln unter anderem, welche Eigenschaften Erzeugungsanlagen, Verbrauchsanlagen und Hochspannungs Gleichstrom Verbindungen beim Netzanschluss erfüllen müssen, wie Übertragungsnetzbetreiber den Systembetrieb koordinieren, wie grenzüberschreitende Netzkapazitäten berechnet und vergeben werden und nach welchen Verfahren Strommärkte und Regelenergiemärkte gekoppelt werden. [Weiterlesen]
Glossar · N · Netz, Stromnetz, Übertragungsnetz, Verteilnetz, Netzinfrastruktur, Netzbetrieb, Transformator, Leittechnik, Spannungsebene Ein Netz im Stromsystem ist die technische Infrastruktur, die elektrische Leistung zwischen Erzeugungsanlagen, Speichern und Verbrauchern überträgt und verteilt. Gemeint ist damit nicht nur die Leitung selbst, sondern die Gesamtheit aus Leitungen, Kabeln, Umspannwerken, Transformatoren, Schaltanlagen, Schutztechnik, Messsystemen, Leittechnik und Betriebsregeln. Das Stromnetz stellt die Verbindung zwischen Orten her, an denen Strom eingespeist wird, und Orten, an denen Strom entnommen wird. Zugleich hält es Spannung, Frequenz und Belastung der Betriebsmittel innerhalb zulässiger Grenzen. [Weiterlesen]
Glossar · N · Netzanschluss, Stromnetz, Verteilnetz, Übertragungsnetz, Anschlussleistung, Netzanschlusspunkt, Verbraucher, Erzeugung, Speicher Der Netzanschluss ist die technische, rechtliche und betriebliche Verbindung einer Kundenanlage, Erzeugungsanlage oder Speicheranlage mit dem öffentlichen Stromnetz. Er bestimmt, an welchem Punkt eine Anlage elektrische Energie aus dem Netz beziehen oder in das Netz einspeisen darf, welche Leistung dabei zulässig ist und welche technischen Bedingungen einzuhalten sind. Der Netzanschluss ist damit die geregelte Schnittstelle zwischen einer einzelnen Anlage und der gemeinsamen Netzinfrastruktur. [Weiterlesen]
Glossar · N · Netzanschlusspunkt, Netzanschluss, Stromnetz, Verteilnetz, Übertragungsnetz, Einspeisung, Speicher, Anschlussleistung Der Netzanschlusspunkt ist der konkrete Punkt, an dem eine Kundenanlage, Erzeugungsanlage, Ladeeinrichtung oder ein Speicher mit dem öffentlichen Stromnetz verbunden wird. An diesem Punkt treffen die technischen Eigenschaften der angeschlossenen Anlage auf die technischen Grenzen und Betriebsregeln des Netzes. Der Begriff bezeichnet damit nicht nur eine physische Verbindung, etwa eine Leitung, Sammelschiene oder Übergabestelle, sondern auch eine Zuordnung von Rechten, Pflichten, Messung, Schutztechnik und zulässiger Leistung. [Weiterlesen]
Glossar · N · Netzausbau, Stromnetz, Netzinfrastruktur, Netzengpass, Übertragungskapazität, Umspannwerk, Transformator, Redispatch, Einspeisemanagement, Verteilnetz, Übertragungsnetz, Versorgungssicherheit Netzausbau bezeichnet die planmäßige Erweiterung, Verstärkung oder Umstrukturierung von Stromnetzen, damit elektrische Energie sicher von Erzeugungsanlagen zu Verbrauchern transportiert und verteilt werden kann. Der Begriff umfasst neue Leitungen, stärkere Kabel, zusätzliche Umspannwerke, Transformatoren, Schaltanlagen, Netzverknüpfungspunkte, Mess und Steuertechnik sowie Maßnahmen zur besseren Ausnutzung vorhandener Infrastruktur. Netzausbau ist damit kein einzelnes Bauprojekt, sondern eine technische und organisatorische Anpassung des Stromnetzes an veränderte Erzeugung, veränderten Verbrauch und höhere Anforderungen an den Netzbetrieb. [Weiterlesen]
Glossar · N · Netzausbaugebiet, Netzausbau, Windenergie, Erneuerbare Energien, Netzengpass, Regulierung, Übertragungsnetz Ein Netzausbaugebiet ist ein regulatorisch festgelegter Raum, in dem der weitere Zubau bestimmter Stromerzeugungsanlagen begrenzt oder besonders gesteuert werden kann, weil das Stromnetz die dort erzeugbare elektrische Energie nicht zuverlässig und dauerhaft in andere Regionen abtransportieren kann. Der Begriff beschreibt damit nicht einfach eine schwache Netzregion, sondern eine Verbindung aus räumlicher Erzeugungskonzentration, fehlender Transportkapazität und einer gesetzlichen Regel, die auf diesen Engpass reagiert. [Weiterlesen]
Glossar · N · Netzautomatisierung, Leittechnik, Fernwirktechnik, Smart Grid, Verteilnetz, Schutztechnik, Netzbetrieb Netzautomatisierung bezeichnet den Einsatz automatisierter Mess , Steuer , Regel und Schutzfunktionen im Stromnetz. Sie sorgt dafür, dass Netzbetreiber Zustände im Netz schneller erkennen, Betriebsmittel gezielter schalten, Fehler eingrenzen und Netzkapazitäten besser nutzen können. Automatisierung bedeutet dabei nicht, dass ein Stromnetz ohne menschliche Verantwortung betrieben wird. Sie beschreibt eine technische und organisatorische Erweiterung des Netzbetriebs: Messwerte werden erfasst, bewertet und in vordefinierte oder überwachte Handlungen übersetzt. [Weiterlesen]
Glossar · N · Netzbetreiber, Glossar, Energie, Stromnetz, Regulierung, Infrastruktur Netzbetreiber sind Unternehmen, die Stromnetze planen, betreiben, warten, überwachen und ausbauen. Sie stellen die physische Infrastruktur bereit, über die elektrische Energie vom Erzeugungsort zu Verbrauchern transportiert wird. Im Stromsystem übernehmen sie damit eine andere Funktion als Stromerzeuger, Stromlieferanten oder Stromhändler: Sie verkaufen nicht den Strom als Ware, sondern betreiben das Netz, über das Stromflüsse technisch möglich werden. [Weiterlesen]
Glossar · N · Netzbetrieb, Glossar, Energie, Stromnetz, Netzstabilität, Systemführung, Redispatch, Engpassmanagement Netzbetrieb bezeichnet die laufende technische Führung, Überwachung und Steuerung eines Stromnetzes innerhalb zulässiger Betriebsgrenzen. Dazu gehören Spannungshaltung, Frequenzüberwachung, Lastflusssteuerung, Schalthandlungen, Netzschutz, Störungsmanagement, Wartungskoordination, Engpassmanagement, Redispatch und die Wiederherstellung der Versorgung nach Störungen. Der Begriff beschreibt damit nicht den Besitz von Leitungen, sondern die operative Verantwortung dafür, dass Erzeugung, Verbrauch und Netzkapazität in jedem Moment technisch zusammenpassen. [Weiterlesen]
Glossar · N · Netzbezug, Begriff, Stromnetz, Eigenverbrauch, Photovoltaik, Speicher, Lastprofil Netzbezug bezeichnet die elektrische Energie, die eine Verbrauchsstelle aus dem öffentlichen Stromnetz entnimmt. Gemessen wird er in der Regel in Kilowattstunden. Eine Kilowattstunde ist eine Energiemenge: Sie entsteht, wenn eine elektrische Leistung von einem Kilowatt eine Stunde lang bezogen wird. Für Haushalte, Gewerbebetriebe, Industrieanlagen oder Ladepunkte ist der Netzbezug die Strommenge, die hinter dem Netzanschlusspunkt nicht durch eigene Erzeugung, gespeicherte Energie oder andere interne Quellen gedeckt wird. [Weiterlesen]
Glossar · N · Netzbildende Umrichter, Umrichter, Wechselrichter, Leistungselektronik, Netzstabilität, Frequenz, Spannung, Systemdienstleistung, Synchronmaschine Netzbildende Umrichter sind leistungselektronische Anlagen, die an ihrem Netzanschlusspunkt eine elektrische Spannung mit definierter Frequenz, Phasenlage und Amplitude bereitstellen können. Sie speisen also nicht lediglich Strom in eine bereits vorhandene Netzspannung ein, sondern wirken selbst als Spannungsquelle. Der Begriff beschreibt eine netztechnische Funktion und eine Regelungsart. Er sagt noch nicht, ob der Umrichter zu einer Batterie, einer Photovoltaikanlage, einem Windpark, einem Elektrolyseur, einem Gleichstromnetz oder einer anderen Anlage gehört. [Weiterlesen]
Glossar · N · Netzdienlichkeit, Stromnetz, Flexibilität, Verteilnetz, Speicher Netzdienlichkeit bezeichnet die Eigenschaft einer Anlage, eines Verbrauchsverhaltens, einer Speicherstrategie oder einer Steuerungsregel, den Betrieb des Stromnetzes zu unterstützen oder Netzbelastungen zu vermeiden. Netzdienlich ist ein Verhalten dann, wenn es an einem konkreten Netzanschlusspunkt und zu einem konkreten Zeitpunkt dazu beiträgt, Leitungen, Transformatoren, Spannungshaltung oder Engpassmanagement zu entlasten. Der Begriff beschreibt daher keine allgemeine Qualität einer Technologie, sondern eine Wirkung im Netzbetrieb. [Weiterlesen]
Glossar · N · Netzebene, Stromnetz, Höchstspannung, Hochspannung, Mittelspannung, Niederspannung, Übertragungsnetz, Verteilnetz, Transformator Netzebene bezeichnet eine technische und regulatorische Stufe innerhalb des Stromnetzes, die durch ein bestimmtes Spannungsniveau und eine bestimmte Funktion im Transport oder in der Verteilung elektrischer Energie geprägt ist. In der Praxis werden vor allem Höchstspannung, Hochspannung, Mittelspannung und Niederspannung unterschieden. Zwischen diesen Spannungsebenen liegen Umspannebenen, in denen Transformatoren die elektrische Spannung von einem Niveau auf ein anderes bringen. [Weiterlesen]
Glossar · N · Netzengpass, Stromnetz, Engpassmanagement, Redispatch, Abregelung, Netzausbau, Verteilnetz, Übertragungsnetz Ein Netzengpass liegt vor, wenn ein Betriebsmittel im Stromnetz, etwa eine Leitung, ein Transformator oder ein Netzabschnitt, durch tatsächliche oder erwartete Lastflüsse seine zulässigen Betriebsgrenzen erreichen oder überschreiten würde. Gemeint ist keine Knappheit an elektrischer Energie insgesamt, sondern eine begrenzte Transportfähigkeit an einem bestimmten Ort zu einem bestimmten Zeitpunkt. Strom kann bilanziell vorhanden sein und trotzdem nicht in der benötigten Menge über die vorhandene Netzinfrastruktur zu den Verbrauchern gelangen. [Weiterlesen]
Glossar · N · Netzentgelt, Strompreis, Stromnetz, Verteilnetz, Übertragungsnetz, Regulierung, Anreizregulierung, Netzkosten, Strommarkt Netzentgelt bezeichnet den Preis, den Stromverbraucher für die Nutzung des Stromnetzes zahlen. Es ist der regulierte Anteil des Strompreises, mit dem Betrieb, Instandhaltung, Ausbau und Systemführung der Netzinfrastruktur finanziert werden. Bezahlt wird damit nicht die elektrische Energie selbst, sondern der Transport und die Verteilung dieser Energie über das Übertragungsnetz und das Verteilnetz bis zum jeweiligen Anschluss. [Weiterlesen]
Glossar · N · Begriff, Netzentgelte, Stromnetz, Regulierung, Strompreis Netzentgelte sind regulierte Entgelte für die Nutzung der Stromnetze. Sie finanzieren den Betrieb, die Instandhaltung, die Erneuerung und den Ausbau der Netzinfrastruktur, über die elektrische Energie von Erzeugungsanlagen zu Verbrauchern gelangt. Bezahlt werden sie in der Regel über den Strompreis: Lieferanten stellen sie ihren Kunden in Rechnung und führen sie an die zuständigen Netzbetreiber ab. [Weiterlesen]
Glossar · N · Netzentwicklungsplan, NEP, Netzausbau, Übertragungsnetz, Systemplanung, Energiewende, Szenariorahmen Der Netzentwicklungsplan, kurz NEP, ist das gesetzlich geregelte Planungsinstrument für den Aus und Umbau des deutschen Übertragungsnetzes. Er beschreibt, welche Leitungen, Netzverstärkungen, Gleichstromverbindungen, Umspannwerke und weiteren Maßnahmen aus Sicht der Übertragungsnetzbetreiber nötig sind, damit das Stromsystem auch unter künftigen Erzeugungs und Verbrauchsstrukturen sicher betrieben werden kann. Der NEP ist damit keine politische Wunschliste und kein Bauprogramm im engeren Sinn, sondern ein mehrstufiges Verfahren, in dem technische Netzberechnungen, energiewirtschaftliche Annahmen, Regulierung und öffentliche Beteiligung zusammengeführt werden. [Weiterlesen]
Glossar · N · Grid Following Inverter, Netzfolgender Umrichter, Wechselrichter, Umrichter, Netzbildende Umrichter, Photovoltaik, Netzstabilität Ein netzfolgender Umrichter ist ein leistungselektronisches Gerät, das elektrische Energie in ein vorhandenes Wechselstromnetz einspeist, indem es sich an dessen Spannung, Frequenz und Phasenlage orientiert. Der englische Begriff lautet Grid Following Inverter. Der Umrichter erzeugt seine Einspeisung also nicht aus einer eigenen elektrischen Referenz, sondern misst das Netzsignal und richtet seine Stromabgabe daran aus. [Weiterlesen]
Glossar · N · Netzfrequenz, Frequenzhaltung, 50 Hertz, Regelenergie, Momentanreserve Netzfrequenz bezeichnet die Frequenz der elektrischen Wechselspannung in einem Stromnetz. Im europäischen Verbundsystem beträgt ihr Nennwert 50 Hertz. Das bedeutet: Die Wechselspannung durchläuft 50 vollständige Schwingungen pro Sekunde. Die Netzfrequenz ist damit keine abstrakte Kennzahl, sondern ein laufend messbarer Betriebszustand des Stromsystems. Sie zeigt an, ob Erzeugung und Verbrauch elektrischer Wirkleistung im synchron verbundenen Netzgebiet gerade im Gleichgewicht sind. [Weiterlesen]
Glossar · N · Begriff, Glossar, Energie, Stromsystem, Stromnetz, Netzanschluss, Flexibilität Netzintegration bezeichnet die technische, betriebliche und organisatorische Einbindung von Erzeugungsanlagen, Speichern und Verbrauchern in das Stromnetz. Eine Anlage ist nicht schon deshalb sinnvoll netzintegriert, weil sie physisch angeschlossen ist. Netzintegration umfasst auch die Frage, ob ihre Leistung zum jeweiligen Netzabschnitt passt, ob sie steuerbar oder prognostizierbar ist, wie sie Spannung und Frequenz beeinflusst, welche Schutztechnik greift, welche Daten dem Netzbetreiber vorliegen und welche Regeln im Betrieb gelten. [Weiterlesen]
Glossar · N · Netzparalleler Betrieb, Stromnetz, Eigenverbrauch, Photovoltaik, Speicher, Inselbetrieb, Wechselrichter Netzparalleler Betrieb bezeichnet den Betrieb einer Erzeugungsanlage, eines Speichers oder eines lokalen Energiesystems bei bestehender elektrischer Verbindung zum öffentlichen Stromnetz. Die Anlage arbeitet also nicht losgelöst vom Netz, sondern synchron mit ihm. Sie kann Strom für lokale Verbraucher bereitstellen, Überschüsse einspeisen, Strom aus dem Netz beziehen oder je nach Steuerung zwischen diesen Zuständen wechseln. Typische Anlagen im netzparallelen Betrieb sind Photovoltaikanlagen, Batteriespeicher, Blockheizkraftwerke, Windenergieanlagen, Ladeeinrichtungen mit Rückspeisefunktion und manche Notstromaggregate im Normalbetrieb. [Weiterlesen]
Glossar · N · Netzqualität, Stromnetz, Netzbetrieb, Versorgungsqualität, Stromsystem Netzqualität beschreibt, wie zuverlässig und innerhalb welcher technischen Grenzen elektrische Energie am Anschlusspunkt bereitgestellt wird. Gemeint sind Eigenschaften wie Spannungshöhe, Frequenz, Spannungsform, Oberschwingungen, Flicker, Unsymmetrie zwischen den Phasen und die Kontinuität der Versorgung. Netzqualität ist damit kein allgemeines Werturteil über ein Stromnetz, sondern ein Bündel messbarer Merkmale der elektrischen Versorgung. [Weiterlesen]
Glossar · N · Netzreserve, Reserve, Versorgungssicherheit, Netzbetrieb, Redispatch, Engpassmanagement, Kraftwerke, Lasten, Kapazitätsmechanismus, Regelreserve Netzreserve bezeichnet die gezielte Vorhaltung von Erzeugungsanlagen, Speichern oder in bestimmten Fällen auch steuerbaren Lasten, die außerhalb des normalen Strommarkts für den Netzbetrieb verfügbar gehalten werden. Sie wird eingesetzt, wenn die Übertragungsnetzbetreiber zusätzliche technische Möglichkeiten benötigen, um Netzengpässe zu beherrschen, Spannung und Leistungsflüsse zu stabilisieren oder Redispatch Maßnahmen abzusichern. Eine Netzreserve ist damit kein gewöhnliches Marktangebot, sondern ein betriebliches Sicherheitsinstrument für Situationen, in denen das Marktergebnis allein nicht zum sicheren Netzbetrieb passt. [Weiterlesen]
Glossar · N · Netzschutz, Schutztechnik, Stromnetz, Kurzschluss, Erdschluss, Leistungsschalter, Selektivität Netzschutz bezeichnet die Gesamtheit der technischen Einrichtungen, Einstellungen und betrieblichen Verfahren, mit denen Fehler im Stromnetz erkannt, eingegrenzt und abgeschaltet werden. Gemeint sind unter anderem Schutzrelais, Strom und Spannungswandler, Sicherungen, Leistungsschalter, Erdschlussüberwachung, Kurzschlussschutz, Distanzschutz, Differentialschutz sowie Frequenz und Spannungsschutz. Netzschutz ist damit keine einzelne Komponente, sondern eine abgestimmte Schutzfunktion über mehrere Spannungsebenen hinweg. [Weiterlesen]
Glossar · N · Netzsicherheit, Betriebssicherheit, Stromnetz, N-1-Kriterium, Schutztechnik, Netzstabilität, Versorgungssicherheit Netzsicherheit bezeichnet die Fähigkeit eines Stromnetzes, elektrische Energie unter Einhaltung technischer Grenzwerte zu transportieren und Störungen so zu beherrschen, dass sie nicht zu unkontrollierten Folgeausfällen führen. Gemeint ist der sichere Betrieb des Netzes selbst: Leitungen, Transformatoren, Schaltanlagen, Umspannwerke, Schutzsysteme, Regelungseinrichtungen und Netzknoten müssen so betrieben werden, dass Strom, Spannung, Frequenz und Stabilitätsgrenzen innerhalb zulässiger Bereiche bleiben. [Weiterlesen]
Glossar · N · Netzstabilität, Frequenzhaltung, Spannungshaltung, Betriebssicherheit, Systemdienstleistungen Netzstabilität bezeichnet die Fähigkeit eines Stromnetzes, nach Störungen oder laufenden Änderungen von Erzeugung und Verbrauch in einem zulässigen Betriebszustand zu bleiben oder dorthin zurückzukehren. Gemeint ist nicht allgemein eine „sichere Stromversorgung“, sondern ein Bündel technischer Eigenschaften: Die Frequenz muss nahe 50 Hertz bleiben, Spannungen müssen innerhalb zulässiger Grenzen liegen, Leitungen und Betriebsmittel dürfen nicht überlastet werden, und das Zusammenspiel der angeschlossenen Anlagen darf nicht in unkontrollierte Schwingungen, Abschaltungen oder Kaskaden geraten. [Weiterlesen]
Glossar · N · Netzumschaltung, Schaltzustand, Stromnetz, Netzbetrieb, Lastfluss, Betriebssicherheit, Schaltanlage Netzumschaltung bezeichnet die gezielte Veränderung des Schaltzustands eines Stromnetzes. Netzbetreiber öffnen oder schließen Schalter, trennen Betriebsmittel vom Netz, verbinden Netzabschnitte neu oder verlagern Lasten auf andere Versorgungswege. Dadurch ändert sich die elektrische Topologie des Netzes: Leitungen, Transformatoren, Sammelschienen und Schaltfelder sind anders miteinander verbunden als zuvor. Diese Veränderung wirkt unmittelbar auf Spannung, Stromstärke, Kurzschlussleistung, Schutzverhalten und Lastfluss. [Weiterlesen]
Glossar · N · Netzverluste, Stromnetz, Leitungsverluste, Transformator, Wärme, Übertragungsnetz, Verteilnetz, Spannung, Systemkosten Netzverluste sind die Energiemengen, die beim Transport und bei der Verteilung elektrischer Energie im Stromnetz nicht als nutzbarer Strom bei den angeschlossenen Verbrauchern ankommen. Sie entstehen vor allem durch elektrische Widerstände in Leitungen, Kabeln, Transformatoren, Schaltanlagen und weiteren Betriebsmitteln. Die verlorene elektrische Energie wird überwiegend in Wärme umgewandelt. Netzverluste sind damit keine buchhalterische Unschärfe, sondern eine physikalische Folge des Stromflusses. [Weiterlesen]
Glossar · N · Netzverlustenergie, Glossar, Energie, Stromsystem, Stromnetz, Netzbetrieb, Netzentgelte Netzverlustenergie ist die elektrische Energie, die beim Transport und bei der Verteilung von Strom im Netz nicht bei den Entnahmestellen ankommt. Sie entsteht vor allem durch elektrische Widerstände in Leitungen, Transformatoren, Schaltanlagen und weiteren Betriebsmitteln. Ein Teil der eingespeisten elektrischen Energie wird dabei in Wärme umgewandelt. Diese Wärme ist kein nutzbarer Bestandteil der Stromversorgung, sondern eine physikalische Begleiterscheinung des Netzbetriebs. [Weiterlesen]
Glossar · N · Netzverlustenergie, Übertragungsverluste, Netzverluste, Stromnetz, Leitungsverluste, Transformator, Verlustenergiequote Netzverlustenergie bezeichnet die elektrische Energie, die beim Transport und bei der Verteilung im Stromnetz nicht bei den Entnahmestellen ankommt, sondern in Betriebsmitteln des Netzes vor allem als Wärme anfällt. Übertragungsverluste sind der Teil dieser Verluste, der auf den Stromtransport in höheren Spannungsebenen entfällt, also insbesondere auf Höchst und Hochspannungsleitungen, Transformatoren, Schaltanlagen und weitere Betriebsmittel des Übertragungsnetzes. [Weiterlesen]
Glossar · N · Netzverstärkung, Netzausbau, Stromnetz, Leitung, Transformator, Verteilnetz, Übertragungsnetz Netzverstärkung bezeichnet Maßnahmen, mit denen die übertragbare Leistung oder die betriebliche Belastbarkeit vorhandener Stromnetzinfrastruktur erhöht wird. Gemeint sind also Eingriffe an bestehenden Leitungen, Umspannwerken, Transformatoren, Schaltanlagen, Schutzsystemen oder Betriebsverfahren, ohne dass zwingend eine neue Leitungstrasse entsteht. Typische Beispiele sind Leiterseile mit höherer Stromtragfähigkeit, zusätzliche Stromkreise auf bestehenden Masten, stärkere Transformatoren, der Austausch von Schaltfeldern, die Verstärkung von Kabeln, die Spannungsanhebung, der Einbau von Mess und Steuertechnik oder der witterungsabhängige Betrieb von Freileitungen. [Weiterlesen]
Glossar · N · Netzwiederaufbau, Schwarzstart, Schwarzstartfähigkeit, Blackout, Inselnetz, Resilienz, Versorgungssicherheit, Netzbetrieb Netzwiederaufbau bezeichnet den geordneten Prozess, ein vollständig oder teilweise ausgefallenes Stromnetz nach einer schweren Störung wieder in einen stabilen Betrieb zu bringen. Er umfasst nicht nur das Einschalten einzelner Leitungen oder Kraftwerke, sondern die schrittweise Wiederherstellung eines funktionsfähigen elektrischen Verbunds, in dem Erzeugung, Verbrauch, Spannung, Frequenz, Schutztechnik, Kommunikation und Netzführung zusammenpassen. [Weiterlesen]
Glossar · N · Nichtverfügbarkeit, Verfügbarkeit, Kraftwerkspark, Wartung, ungeplanter Ausfall, Versorgungssicherheit Nichtverfügbarkeit bezeichnet den Zustand, in dem eine technische Ressource im Stromsystem gar nicht oder nur eingeschränkt genutzt werden kann. Gemeint sein können Kraftwerke, Netzleitungen, Transformatoren, Speicher, Brennstofflogistik, steuerbare Verbrauchseinrichtungen oder Anlagen zur Bereitstellung von Regelenergie. Die Ressource ist dann zwar physisch vorhanden, trägt aber in diesem Zeitraum nicht mit ihrer vollen erwarteten Leistung zur Stromversorgung bei. [Weiterlesen]
Glossar · N · Niederspannung, Verteilnetz, Stromnetz, Netzanschluss, Spannungsebene Niederspannung ist die unterste Spannungsebene im öffentlichen Stromnetz. In Deutschland meint der Begriff im Wechselstromnetz üblicherweise das 230/400 Volt Netz: 230 Volt zwischen einem Außenleiter und dem Neutralleiter, 400 Volt zwischen zwei Außenleitern. An diese Ebene sind die meisten Haushalte, kleine Gewerbebetriebe, Ladepunkte für Elektroautos, Wärmepumpen, kleinere Batteriespeicher und viele Photovoltaikanlagen angeschlossen. [Weiterlesen]
Glossar · N · Glossar, Energie, Stromnetz, Niederspannung, Verteilnetz, Haushalte Das Niederspannungsnetz ist die unterste Spannungsebene des öffentlichen Stromnetzes. Über diese Ebene werden die meisten Haushalte, kleinere Gewerbebetriebe, kommunale Einrichtungen und viele dezentrale Anlagen unmittelbar mit Strom versorgt oder an das Netz angeschlossen. In Deutschland und weiten Teilen Europas liegt die Spannung im Haushaltsanschluss typischerweise bei 230 Volt zwischen Außenleiter und Neutralleiter und bei 400 Volt im dreiphasigen Drehstromsystem. [Weiterlesen]
Glossar · N · Niedertemperaturnetz, Wärmenetz, Fernwärme, Wärmepumpe, Niedertemperaturwärme, Abwärme, Effizienz Ein Niedertemperaturnetz ist ein Wärmenetz, das Wärme mit deutlich niedrigeren Vorlauf und Rücklauftemperaturen verteilt als klassische Fernwärmenetze. Während ältere Fernwärme häufig mit Vorlauftemperaturen von 80 bis über 120 Grad Celsius arbeitet, liegen Niedertemperaturnetze je nach Auslegung oft ungefähr zwischen 30 und 70 Grad Celsius. Noch niedrigere Netze, die eher Umweltwärme oder Abwärme auf niedrigem Niveau verteilen und erst im Gebäude mit einer Wärmepumpe auf Heiz oder Warmwassertemperatur gebracht werden, werden häufig als kalte Nahwärme, Anergienetz oder kaltes Wärmenetz bezeichnet. [Weiterlesen]
Glossar · N · Niedertemperaturnetz, Kalte Nahwärme, Wärmenetz, Wärmepumpe, Geothermie, Abwärme, Quartier Ein Niedertemperaturnetz ist ein Wärmenetz, das Wärme bei deutlich niedrigeren Temperaturen verteilt als klassische Fernwärme. Während herkömmliche Fernwärmesysteme häufig mit Vorlauftemperaturen von etwa 70 bis über 100 Grad Celsius arbeiten, liegen Niedertemperaturnetze oft im Bereich von etwa 20 bis 60 Grad Celsius. Bei kalter Nahwärme sind die Netztemperaturen noch niedriger. Das Netz transportiert dann keine fertige Heizwärme, sondern ein Temperaturniveau, aus dem dezentrale Wärmepumpen in den Gebäuden die benötigte Nutzwärme erzeugen. [Weiterlesen]
Glossar · N · Niedertemperaturwärme, Wärme, Wärmepumpe, Exergie, Raumwärme, Gebäudewärme, Fernwärme, Flexibilität Niedertemperaturwärme ist Wärme auf einem vergleichsweise niedrigen Temperaturniveau, typischerweise für Raumheizung, Warmwasser, Gewächshäuser, Trocknung oder bestimmte industrielle Prozesse. Im Gebäudebereich liegt sie häufig zwischen etwa 25 und 60 Grad Celsius, bei Warmwasser etwas höher, in Niedertemperatur Fernwärmenetzen oft unterhalb klassischer Fernwärmetemperaturen. Die genaue Grenze ist nicht naturgesetzlich festgelegt. Entscheidend für die Einordnung ist nicht allein die Wärmemenge, sondern das Temperaturniveau, auf dem diese Wärme bereitgestellt und genutzt wird. [Weiterlesen]
Glossar · N · NTC, Net Transfer Capacity, Grenzkuppelkapazität, Interkonnektor, Market Coupling, Stromhandel, Preiszone NTC steht für Net Transfer Capacity und bezeichnet die netto verfügbare Übertragungskapazität zwischen zwei Marktgebieten oder Preiszonen. Der Wert gibt an, welche elektrische Leistung in einer bestimmten Richtung kommerziell von einem Gebiet in ein anderes gehandelt werden darf, ohne dass die zuständigen Übertragungsnetzbetreiber eine Verletzung von Netzsicherheitsgrenzen erwarten. NTC ist damit keine Beschreibung einer einzelnen Leitung, sondern eine netztechnisch abgeleitete Grenze für den grenzüberschreitenden Stromhandel. [Weiterlesen]
Glossar · N · Nutzenergie, Endenergie, Primärenergie, Energiedienstleistung, Wirkungsgrad, Umwandlungsverluste Nutzenergie ist die Energiemenge, die nach der letzten Umwandlung beim Anwender tatsächlich für den gewünschten Zweck verfügbar wird. Sie ist die Wärme im Raum, das Licht auf der Arbeitsfläche, die mechanische Bewegung an der Antriebswelle, die Kälte im Kühlraum oder die nutzbare Prozesswärme in einer Anlage. Gemessen wird sie wie andere Energiemengen in Joule oder häufiger in Kilowattstunden. Der Begriff beschreibt nicht, wie viel Energie eingekauft wurde, sondern wie viel davon nach den Verlusten des Geräts oder der Anlage als gewünschte Wirkung ankommt. [Weiterlesen]
Glossar · N · Nutzungsgrad, Wirkungsgrad, Effizienz, Energieumwandlung, Jahresnutzungsgrad Der Nutzungsgrad beschreibt das Verhältnis zwischen der über einen bestimmten Zeitraum nutzbar abgegebenen Energie und der in diesem Zeitraum zugeführten Energie. Er ist eine dimensionslose Größe und wird meist als Prozentwert angegeben. Ein Nutzungsgrad von 90 Prozent bedeutet, dass 90 Prozent der eingesetzten Energie innerhalb der gewählten Systemgrenze als nutzbare Energie zur Verfügung stehen; 10 Prozent gehen als Verluste, Eigenverbrauch oder nicht nutzbare Abwärme verloren. [Weiterlesen]
Glossar · O · Oberschwingungen, Harmonische, Power Quality, Leistungselektronik, Wechselrichter, Netzqualität, Stromnetz, Spannung Oberschwingungen oder Harmonische sind elektrische Schwingungsanteile, deren Frequenz ein ganzzahliges Vielfaches der Grundfrequenz des Wechselstromnetzes ist. In Europa beträgt die Grundfrequenz 50 Hertz. Die dritte Harmonische liegt damit bei 150 Hertz, die fünfte bei 250 Hertz, die siebte bei 350 Hertz. Diese Anteile überlagern die Grundschwingung von Strom oder Spannung und verändern deren ideale Sinusform. [Weiterlesen]
Glossar · O · Offshore-Windenergie, Windenergie, Übertragungsnetz, HGÜ, Netzausbau, Erneuerbare Energien, Versorgungssicherheit Offshore Windenergie bezeichnet die Stromerzeugung aus Windkraftanlagen auf See. Gemeint sind Windparks in Meeresgebieten, in Deutschland vor allem in Nordsee und Ostsee, die über eigene Umspannplattformen und Netzanbindungen mit dem Stromsystem an Land verbunden werden. Der Begriff beschreibt damit keine einzelne Technologiekomponente, sondern eine Erzeugungsform mit besonderer räumlicher Lage, eigener Infrastruktur, eigenen Genehmigungsregeln und speziellen Anforderungen an Netzbetrieb und Systemintegration. [Weiterlesen]
Glossar · O · Opportunitätskosten, Strommarkt, Speicher, Wasserkraft, Flexibilität, Arbitrage, Kraftwerkseinsatz, Ökonomie Opportunitätskosten bezeichnen den Wert der besten nicht gewählten Alternative. Im Stromsystem entstehen sie, wenn eine Anlage, ein Speicherinhalt, ein Brennstoffvorrat oder eine verschiebbare Nachfrage zu einem bestimmten Zeitpunkt genutzt wird und dadurch zu einem späteren Zeitpunkt nicht mehr in derselben Weise verfügbar ist. Es handelt sich um wirtschaftliche Kosten, auch wenn keine Rechnung gestellt wird und kein Geld unmittelbar abfließt. [Weiterlesen]
Glossar · O · Ortsnetztransformator, Verteilnetz, Niederspannung, Mittelspannung, Netzstation, Verteilnetzbetreiber Ein Ortsnetztransformator ist ein Transformator im Verteilnetz, der elektrische Energie von der Mittelspannungsebene auf die Niederspannungsebene umspannt. Typisch ist die Umwandlung von 10, 20 oder 30 Kilovolt Mittelspannung auf 400 Volt Drehstrom beziehungsweise 230 Volt Wechselspannung für Haushalte, Gewerbe und kleinere öffentliche Einrichtungen. Der Ortsnetztransformator steht meist in einer Netzstation, einer Trafostation oder als Maststation und bildet die technische Schnittstelle zwischen dem regionalen Mittelspannungsnetz und dem örtlichen Niederspannungsnetz. [Weiterlesen]
Glossar · O · Over-the-Counter, OTC-Handel, Freiverkehrshandel, Strommarkt, Stromhandel, PPA, Terminmarkt, Bilateraler Handel, Gegenparteirisiko Over the Counter Handel, kurz OTC Handel, bezeichnet den bilateralen Handel von Strom oder strombezogenen Produkten außerhalb einer organisierten Börse. Zwei Marktteilnehmer vereinbaren ein Geschäft direkt miteinander oder nutzen einen Broker, der Angebot und Nachfrage zusammenführt. Gehandelt werden können physische Stromlieferungen, finanzielle Absicherungsprodukte, Herkunftsnachweise, strukturierte Lieferprofile oder langfristige Verträge wie Power Purchase Agreements. [Weiterlesen]
Glossar · P · Pay-as-Bid, Pay-as-Clear, Strommarkt, Auktion, Preisbildung, Marktdesign Pay as Bid bezeichnet ein Auktionsverfahren, bei dem jeder bezuschlagte Anbieter den Preis erhält, den er selbst geboten hat. Gibt ein Kraftwerksbetreiber beispielsweise 50 Megawatt zu 82 Euro je Megawattstunde ab und wird dieses Gebot angenommen, dann wird genau dieser Preis vergütet. Andere bezuschlagte Anbieter können für dieselbe Lieferstunde andere Preise erhalten, weil ihre Gebote anders lauten. Das unterscheidet Pay as Bid vom Verfahren Pay as Clear, bei dem alle erfolgreichen Anbieter den einheitlichen Markträumungspreis erhalten. [Weiterlesen]
Glossar · P · Pay-as-Clear, Uniform Pricing, Markträumungspreis, Merit-Order, Day-Ahead-Markt, Strombörse, Preisbildung Pay as Clear ist ein Auktionsverfahren, bei dem alle bezuschlagten Anbieter denselben Preis erhalten: den Markträumungspreis. Dieser Preis entsteht dort, wo Angebot und Nachfrage in einer Auktion zusammenkommen. Im Strommarkt bedeutet das im Grundsatz: Alle Kraftwerke oder Erzeugungsanlagen, deren Gebote zur Deckung der nachgefragten Strommenge angenommen werden, erhalten den Preis des teuersten noch benötigten Gebots. [Weiterlesen]
Glossar · P · Peak Shifting, Lastverschiebung, Spitzenlast, Flexibilität, Speicher, Demand Response, Netzbetrieb Peak Shifting bezeichnet die gezielte zeitliche Verschiebung von Stromverbrauch aus einem Zeitraum hoher Belastung in einen anderen Zeitraum. Die verbrauchte Energiemenge kann dabei gleich bleiben; verändert wird vor allem der Zeitpunkt, zu dem elektrische Leistung aus dem Netz entnommen wird. Ein Ladevorgang für ein Elektroauto, der nicht um 18 Uhr beginnt, sondern erst nach Mitternacht, ist ein typisches Beispiel. Dasselbe gilt für eine Wärmepumpe, die vor einer erwarteten Spitzenlastphase Wärme in einem Gebäude oder Speicher bereitstellt, oder für einen Industriebetrieb, der einen verschiebbaren Prozess in eine Stunde mit niedrigerem Strompreis legt. [Weiterlesen]
Glossar · P · Pendelstrom, Wirkleistungspendelung, Lastfluss, Übertragungsnetz, Systemstabilität, Phasenwinkel, Verbundnetz, Netzbetrieb Pendelstrom oder Wirkleistungspendelung bezeichnet eine zeitlich schwankende Übertragung von Wirkleistung zwischen Netzbereichen. Leistung fließt dabei nicht dauerhaft in einer festen Höhe von einem Gebiet in ein anderes, sondern schwingt zwischen Regionen, Leitungsgruppen oder Erzeugungseinheiten hin und her. Gemeint ist kein gewöhnlicher Wechselstromvorgang auf der Ebene einzelner Strom und Spannungsperioden, sondern eine langsamere dynamische Bewegung im elektrischen Verbundnetz, meist im Bereich von Sekunden. [Weiterlesen]
Glossar · P · Pfadabhängigkeit, Infrastruktur, Governance, Investition, Energiewende Pfadabhängigkeit bedeutet, dass heutige Handlungsmöglichkeiten durch frühere Entscheidungen geprägt werden. Im Stromsystem betrifft das vor allem langlebige Anlagen, Netze, technische Standards, Marktregeln, Genehmigungsverfahren, Zuständigkeiten und Investitionsroutinen. Ein einmal eingeschlagener Entwicklungspfad verschwindet nicht, sobald sich politische Ziele oder technische Möglichkeiten ändern. Er bleibt in Leitungen, Kraftwerken, Zählern, Tarifen, Planungsverfahren, Datenformaten, Qualifikationen und Eigentumsverhältnissen wirksam. [Weiterlesen]
Glossar · P · Phasenlage, Phasenwinkel, Wechselstrom, Blindleistung, Wirkleistung, Scheinleistung, Leistungsfaktor, Netzstabilität, Drehstrom Phasenlage beschreibt im Wechselstromsystem die zeitliche Lage einer periodischen elektrischen Größe innerhalb ihrer Schwingung. Der Phasenwinkel gibt an, wie stark zwei solche Größen gegeneinander verschoben sind. Meist geht es um sinusförmige Spannungen und Ströme bei 50 Hertz, also um Größen, die sich in Europa 50 mal pro Sekunde wiederholen. Ein vollständiger Umlauf entspricht 360 Grad oder 2π Radiant. Eine Verschiebung um 90 Grad bedeutet bei 50 Hertz eine zeitliche Verschiebung um 5 Millisekunden, weil eine ganze Periode 20 Millisekunden dauert. [Weiterlesen]
Glossar · P · Phasenschiebertransformator, Phasenschieber, Lastflusssteuerung, Übertragungsnetz, Phasenwinkel, Netzengpass Ein Phasenschiebertransformator ist ein regelbarer Transformator im Wechselstromnetz, mit dem Übertragungsnetzbetreiber den Wirkleistungsfluss zwischen Netzbereichen beeinflussen. Er verändert nicht die erzeugte oder verbrauchte Strommenge, sondern den elektrischen Winkel zwischen zwei Netzknoten. Dadurch kann er steuern, welcher Anteil der Leistung über eine bestimmte Leitung oder einen bestimmten Netzpfad fließt. [Weiterlesen]
Glossar · P · Phelix, Strompreisindex, EEX, Terminmarkt, Strombörse, Deutschland, Stromhandel, Preisabsicherung Phelix ist ein Strompreisindex für den Großhandelsmarkt, der als Referenzpreis für Stromlieferungen, Terminmarktprodukte und Preisabsicherung verwendet wird. Der Name steht für Physical Electricity Index. Gemeint ist kein einzelner Tarif für Stromkunden, sondern ein definierter Börsenpreis beziehungsweise ein daraus gebildeter Index für eine bestimmte Gebotszone, einen bestimmten Lieferzeitraum und ein bestimmtes Stromprodukt. [Weiterlesen]
Glossar · P · Photovoltaik, Solarenergie, Erneuerbare Energien, Fluktuierende Erzeugung, Wechselrichter, Stromsystem, Erzeugung Photovoltaik bezeichnet die direkte Umwandlung von Licht in elektrischen Strom mithilfe von Solarzellen. In einer Photovoltaikanlage treffen Photonen aus dem Sonnenlicht auf Halbleitermaterial, meist Silizium, und lösen dort elektrische Ladungsträger aus. Aus vielen einzelnen Solarzellen entstehen Module, aus Modulen entstehen Anlagen, und über einen Wechselrichter wird der zunächst erzeugte Gleichstrom in netzverträglichen Wechselstrom umgewandelt. Photovoltaik ist damit eine Stromerzeugungstechnologie, keine allgemeine Bezeichnung für jede Nutzung von Sonnenenergie. [Weiterlesen]
Glossar · P · Physischer Stromfluss, Stromnetz, Bilanzierung, Stromhandel, Lastfluss, Preiszone, Netzengpass, Redispatch, Ringfluss Physischer Stromfluss bezeichnet den tatsächlichen Fluss elektrischer Leistung durch Leitungen, Transformatoren und Knoten eines Stromnetzes. Er beschreibt, welche Netzbetriebsmittel zu einem bestimmten Zeitpunkt wie stark belastet werden und in welche Richtung Wirkleistung fließt. Der physische Stromfluss folgt den Gesetzen der Elektrotechnik, nicht den Lieferverträgen zwischen Marktakteuren. In einem vermaschten Wechselstromnetz verteilt sich elektrische Leistung nach Impedanzen, Spannungswinkeln, Schaltzuständen und Einspeise sowie Verbrauchspunkten. [Weiterlesen]
Glossar · P · Planfeststellung, Genehmigungsverfahren, Netzausbau, Infrastruktur, Stromnetz, Raumordnung, Beteiligung Planfeststellung ist ein förmliches Verwaltungsverfahren, mit dem größere Infrastrukturvorhaben rechtlich zugelassen werden. Im Stromsystem betrifft sie vor allem Hoch und Höchstspannungsleitungen, bestimmte Umspannwerke, Teile von Netzanbindungsprojekten, Trassenänderungen und weitere Anlagen, die in Raum, Eigentum, Umwelt und bestehende Nutzungen eingreifen. Am Ende steht der Planfeststellungsbeschluss. Er legt fest, ob und unter welchen Auflagen ein Vorhaben gebaut und betrieben werden darf. [Weiterlesen]
Glossar · P · Power Quality, Spannungsqualität, Versorgungsqualität, Oberschwingungen, Flicker, Spannungseinbruch, Frequenz, Stromnetz Power Quality, auf Deutsch meist Spannungsqualität oder Stromqualität, beschreibt die technische Qualität der elektrischen Versorgung an einem konkreten Netzanschlusspunkt. Gemeint ist nicht die gelieferte Strommenge, sondern die elektrische Beschaffenheit der Versorgung: Spannungshöhe, Frequenz, Kurvenform, Symmetrie der Phasen und das Auftreten kurzzeitiger Störungen müssen innerhalb definierter Grenzen bleiben, damit angeschlossene Geräte und Anlagen zuverlässig arbeiten können. [Weiterlesen]
Glossar · P · Power-to-Gas, Wasserstoff, Methan, Elektrolyse, Langfristige Speicher, Gasnetz, Sektorkopplung, Power-to-X Power to Gas bezeichnet die Umwandlung von Strom in gasförmige Energieträger. In der Praxis ist damit meist die Herstellung von Wasserstoff durch Elektrolyse gemeint. Dabei wird Wasser mit elektrischer Energie in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten. Der Wasserstoff kann direkt genutzt, gespeichert, transportiert oder in einem weiteren Schritt mit Kohlendioxid zu synthetischem Methan weiterverarbeitet werden. [Weiterlesen]
Glossar · P · Power-to-Heat, Sektorkopplung, Wärme, Strom, Fernwärme, Wärmepumpe Power to Heat bezeichnet die Umwandlung von Strom in Wärme. Gemeint sind technische Verfahren, bei denen elektrische Energie genutzt wird, um Raumwärme, Warmwasser, Fernwärme oder Prozesswärme bereitzustellen. Das kann direkt über Heizstäbe, Elektrodenkessel und Widerstandsheizungen geschehen oder indirekt über Wärmepumpen, die mit Strom Umweltwärme, Abwärme oder Erdwärme auf ein nutzbares Temperaturniveau bringen. [Weiterlesen]
Glossar · P · Power-to-X, Wasserstoff, Elektrolyse, Synthetische Kraftstoffe, Langfristige Speicher, Sektorkopplung, Strom, Industrie Power to X bezeichnet Verfahren, bei denen elektrischer Strom in einen anderen Energieträger, einen Stoff oder eine Nutzenergieform umgewandelt wird. Das X steht für das jeweilige Zielprodukt: Wasserstoff, Methan, Methanol, Ammoniak, synthetische Kraftstoffe, Wärme oder chemische Grundstoffe. Der Begriff beschreibt keine einzelne Technik, sondern eine Gruppe von Umwandlungspfaden, mit denen Strom über die Grenzen des Stromsektors hinaus nutzbar gemacht wird. [Weiterlesen]
Glossar · P · PPA, Power Purchase Agreement, Stromliefervertrag, Erneuerbare Energien, Finanzierung, Strommarkt, Herkunftsnachweis Ein PPA, ausgeschrieben Power Purchase Agreement, ist ein langfristiger Stromliefervertrag zwischen einem Stromerzeuger und einem Abnehmer. In der Praxis werden PPAs häufig für Windparks, Solarparks, Wasserkraftanlagen oder andere erneuerbare Erzeugungsanlagen abgeschlossen. Der Vertrag regelt, welche Strommengen geliefert oder wirtschaftlich abgesichert werden, über welchen Zeitraum, zu welchem Preis oder Preisbildungsmechanismus und wer welche Risiken trägt. Ein PPA ist damit kein technisches Bauteil des Stromsystems, sondern ein vertragliches Instrument zur Zuordnung von Erlösen, Kosten, Preisrisiken und Herkunftseigenschaften von Strom. [Weiterlesen]
Glossar · P · Preisabsicherung, Hedging, Terminmarkt, Strombeschaffung, Strompreis, Risiko, PPA Preisabsicherung, häufig auch Hedging genannt, bezeichnet vertragliche und finanzielle Strategien, mit denen sich Marktakteure gegen künftige Schwankungen des Strompreises absichern. Ein Unternehmen legt dabei für bestimmte Mengen, Zeiträume und Preisbestandteile heute Bedingungen fest, die erst in der Zukunft wirtschaftlich wirken. Genutzt werden dafür Terminmarktprodukte, außerbörsliche Verträge, strukturierte Beschaffungsmodelle, Optionen oder Stromlieferverträge wie PPA. [Weiterlesen]
Glossar · P · Preisobergrenze, Price Cap, Strommarkt, Knappheitspreise, Missing-Money-Problem, Regulierung, Verbraucherpreise Eine Preisobergrenze, englisch Price Cap, ist eine regulatorisch oder marktorganisatorisch festgelegte Grenze, bis zu der ein Preis höchstens steigen darf. Im Stromsystem kann sie sich auf unterschiedliche Ebenen beziehen: auf Großhandelspreise an Strombörsen, auf Ausgleichsenergiepreise im Bilanzkreismanagement, auf Erlöse bestimmter Erzeugungsanlagen oder auf Endkundenpreise in Tarifen. Die Wirkung hängt deshalb nicht allein von der Höhe der Grenze ab, sondern davon, welcher Preis begrenzt wird, für wen die Begrenzung gilt und wie die nicht gedeckten Kosten verteilt werden. [Weiterlesen]
Glossar · P · Preiszone, Gebotszone, Strommarkt, Strompreis, Netzengpass, Marktdesign, Übertragungsnetz Eine Preiszone ist ein Gebiet im Stromgroßhandel, in dem für eine bestimmte Lieferperiode ein einheitlicher Marktpreis gilt. Wer innerhalb dieser Zone Strom kauft oder verkauft, nimmt am Markt so teil, als könnten alle gehandelten Strommengen innerhalb des Gebiets ohne begrenzende Netzengpässe transportiert werden. Der Begriff wird im europäischen Strommarkt weitgehend gleichbedeutend mit Gebotszone verwendet. [Weiterlesen]
Glossar · P · Primärenergie, Endenergie, Nutzenergie, Energiekette, Umwandlungsverluste, Fossile Energieträger, Erneuerbare Energien, Photovoltaik, Windenergie, Stromsystem, Energiebilanz Primärenergie bezeichnet die Energiemenge, die am Anfang einer Energiekette in natürlichen Energieträgern oder Energieflüssen verfügbar ist, bevor sie technisch umgewandelt, transportiert, gespeichert oder an Verbraucher geliefert wird. Zur Primärenergie zählen die chemisch gebundene Energie in Kohle, Erdöl, Erdgas und Biomasse, die Kernenergie in Uran sowie natürliche Energieflüsse wie Wind, Sonneneinstrahlung, Wasserkraft, Umgebungswärme oder Erdwärme. Der Begriff beschreibt damit nicht den Strom aus der Steckdose, nicht die Wärme im Heizkörper und nicht die mechanische Bewegung eines Elektroautos, sondern eine vorgelagerte Bilanzgröße. [Weiterlesen]
Glossar · P · Primärregelung, Regelenergie, Frequenz, Netzbetrieb, Stromsystem Primärregelung ist die automatische Bereitstellung von elektrischer Leistung, die innerhalb weniger Sekunden auf Abweichungen der Netzfrequenz reagiert. Im europäischen Verbundnetz soll sie verhindern, dass eine Störung sofort zu einer unkontrollierten Frequenzbewegung führt. Der heute gebräuchliche europäische Fachbegriff lautet Frequency Containment Reserve, abgekürzt FCR. Der ältere deutsche Begriff Primärregelung beschreibt dieselbe Grundfunktion: die Frequenzabweichung zunächst einzudämmen, damit das Stromsystem stabil bleibt und nachgelagerte Regelprozesse übernehmen können. [Weiterlesen]
Glossar · P · Profilrisiko, PPA, Windenergie, Photovoltaik, Strommarkt, Marktwert, Capture Price, Strombeschaffung Profilrisiko bezeichnet das Risiko, dass die zeitliche Verteilung von Stromerzeugung oder Stromverbrauch nicht zu der Verteilung passt, die in einem Vertrag, in einer Beschaffungsstrategie, in einem Bilanzkreis oder in einer Erlöserwartung unterstellt wurde. Es geht um die Form der Zeitreihe: Wann fällt Strom an, wann wird er benötigt, und zu welchen Preisen muss die Abweichung ausgeglichen werden? [Weiterlesen]
Glossar · P · Profilservicekosten, Strombeschaffung, Lastprofil, Lastgang, Baseload, Peakload, Bilanzkreis, Stromlieferant Profilservicekosten sind Kosten, die entstehen, wenn ein zeitlich ungleichmäßiger Stromverbrauch oder eine zeitlich ungleichmäßige Stromerzeugung in handelbare Stromprodukte, Beschaffungsfahrpläne und Bilanzkreisprozesse übersetzt wird. Sie beschreiben also nicht die reine Energiemenge, sondern die Kosten der zeitlichen Struktur eines Lastprofils oder Einspeiseprofils. [Weiterlesen]
Glossar · P · Prognosefehler, Windenergie, Photovoltaik, Bilanzkreis, Intraday-Markt, Regelenergie, Ausgleichsenergie Ein Prognosefehler ist die Abweichung zwischen einem erwarteten und einem tatsächlich eintretenden Wert. Im Stromsystem betrifft er vor allem die Einspeisung aus Kraftwerken, Windenergie und Photovoltaikanlagen sowie den Stromverbrauch von Haushalten, Gewerbe, Industrie und neuen Verbrauchern wie Wärmepumpen oder Elektrofahrzeugen. Gemessen wird er meist als Energiemenge über ein Zeitintervall, etwa in Kilowattstunden oder Megawattstunden, oder als Leistungsabweichung in Kilowatt oder Megawatt zu einem bestimmten Zeitpunkt. [Weiterlesen]
Glossar · P · Prosumer, Eigenverbrauch, Photovoltaik, Speicher, Verteilnetz, Strommarkt, Flexibilität, Verbraucher, Erzeuger Ein Prosumer ist ein Akteur, der Strom verbraucht und zugleich selbst Strom erzeugt. Der Begriff setzt sich aus Producer und Consumer zusammen und beschreibt eine Rolle, die im Stromsystem früher eher selten war: Ein Haushalt, ein Gewerbebetrieb oder ein landwirtschaftlicher Betrieb bezieht Strom aus dem Netz, speist aber zeitweise auch Strom ein oder nutzt eigene Erzeugung direkt vor Ort. Typische Beispiele sind Photovoltaikanlagen auf Gebäuden, kleine Blockheizkraftwerke, Batteriespeicher, Wärmepumpen, Ladepunkte für Elektrofahrzeuge und Energiemanagementsysteme, die diese Komponenten koordinieren. [Weiterlesen]
Glossar · P · Prozesswärme, Industrie, Wärme, Elektrifizierung, Wasserstoff, Stromsystem, Dekarbonisierung Prozesswärme ist Wärme, die in technischen, gewerblichen oder industriellen Verfahren benötigt wird, um Stoffe zu erwärmen, zu trocknen, zu schmelzen, zu härten, zu verdampfen, chemisch umzusetzen oder auf einer bestimmten Temperatur zu halten. Sie unterscheidet sich von Raumwärme und Warmwasser dadurch, dass sie unmittelbar Teil eines Produktions oder Verarbeitungsprozesses ist. Typische Beispiele sind Dampf in der Papier und Lebensmittelindustrie, Trocknungswärme in der Ziegelproduktion, Schmelzwärme in Metall und Glasprozessen oder hohe Temperaturen in der Chemie und Zementindustrie. [Weiterlesen]
Glossar · P · Pufferspeicher, Wärmespeicher, Wärmepumpe, Heizung, Fernwärme, Lastverschiebung, Wärmebedarf Ein Pufferspeicher ist ein Wärmespeicher, der zeitliche Unterschiede zwischen Wärmeerzeugung und Wärmeverbrauch ausgleicht. In der Gebäudetechnik besteht er meist aus einem gut gedämmten Wasserbehälter, in dem Heizungswasser gespeichert wird. Er nimmt Wärme auf, wenn ein Wärmeerzeuger mehr Wärme bereitstellt als gerade im Heizkreis benötigt wird, und gibt sie wieder ab, wenn der Wärmebedarf höher ist als die aktuelle Erzeugung oder wenn der Wärmeerzeuger vorübergehend nicht laufen soll. [Weiterlesen]
Glossar · P · Pumpspeicher, Speicher, Wasserkraft, Speicherkapazität, Flexibilität, Regelenergie, Mittelfristige Speicher Ein Pumpspeicher ist ein Stromspeicher, der elektrische Energie in Lageenergie von Wasser umwandelt. Bei Stromüberschuss oder niedrigen Strompreisen wird Wasser aus einem tiefer gelegenen Becken in ein höher gelegenes Speicherbecken gepumpt. Wenn später Strom benötigt wird, fließt das Wasser bergab durch Turbinen und treibt Generatoren an. Der Speicherinhalt liegt also nicht in einer Batteriechemie, sondern in der Höhe und Menge des Wassers. [Weiterlesen]
Glossar · R · Rampenfähigkeit, Flexibilität, Kraftwerk, Speicher, Residuallast, Leistung, Stromsystem, Laständerung Rampenfähigkeit beschreibt die Geschwindigkeit, mit der eine technische Einheit ihre elektrische Leistung erhöhen oder verringern kann. Gemeint ist also nicht die maximale Leistung selbst, sondern die Veränderung dieser Leistung innerhalb einer bestimmten Zeit. Übliche Angaben sind Megawatt pro Minute, Kilowatt pro Sekunde oder Prozent der Nennleistung pro Minute. Eine Anlage mit 500 Megawatt Leistung und einer Rampenfähigkeit von 25 Megawatt pro Minute kann ihre Einspeisung oder ihren Verbrauch unter geeigneten Betriebsbedingungen innerhalb von zehn Minuten um 250 Megawatt verändern. [Weiterlesen]
Glossar · R · Raumordnungsverfahren, Raumordnung, Netzausbau, Windenergie, Infrastruktur, Flächenbedarf, Planung Ein Raumordnungsverfahren prüft, ob ein raumbedeutsames Vorhaben mit den übergeordneten Zielen und Grundsätzen der Raumordnung vereinbar ist. Im Stromsystem betrifft das vor allem Stromleitungen, Umspannwerke, Konverterstandorte, Windenergiegebiete, große Freiflächen Photovoltaikanlagen, Speicherstandorte oder andere Infrastruktur, die Flächen beansprucht, Landschaft verändert oder bestehende Nutzungen berührt. [Weiterlesen]
Glossar · R · Rebound-Effekt, Energieeffizienz, Energieverbrauch, Nachfrage, Stromverbrauch, Effizienz Der Rebound Effekt bezeichnet den Anteil einer erwarteten Energieeinsparung, der nach einer Effizienzverbesserung durch verändertes Verhalten, niedrigere Nutzungskosten oder wirtschaftliche Folgeeffekte wieder aufgezehrt wird. Wenn eine effizientere Technik für dieselbe Dienstleistung weniger Energie benötigt, sinken die Betriebskosten dieser Dienstleistung. Dadurch kann sie häufiger, länger, intensiver oder an anderer Stelle zusätzlich genutzt werden. Die technische Einsparung wird dann nicht vollständig als geringerer Stromverbrauch oder geringerer Energieverbrauch sichtbar. [Weiterlesen]
Glossar · R · Recycling, Kritische Rohstoffe, Batterien, Photovoltaik, Windenergie, Kreislaufwirtschaft, Rohstoffe Recycling bezeichnet die Rückgewinnung von Materialien aus Produkten, Anlagen oder Abfällen, damit diese Materialien erneut als Rohstoffe eingesetzt werden können. Im Stromsystem betrifft das unter anderem Batterien, Photovoltaikmodule, Windkraftanlagen, Stromkabel, Transformatoren, Wechselrichter, Leistungselektronik, Schaltanlagen und Netzkomponenten. Gemeint ist damit nicht bloß die Entsorgung am Ende der Nutzungsdauer, sondern ein technischer und organisatorischer Prozess aus Sammlung, Demontage, Sortierung, Aufbereitung und stofflicher Rückgewinnung. [Weiterlesen]
Glossar · R · Redispatch, Engpassmanagement, Netzbetrieb, Netzengpass, Kraftwerke, Abregelung, Stromnetz, Systemkosten Redispatch bezeichnet einen Eingriff der Netzbetreiber in den geplanten Einsatz von Erzeugungsanlagen, Speichern oder steuerbaren Lasten, wenn der marktbasiert geplante Stromfluss das Netz an einzelnen Stellen überlasten würde. Der Begriff beschreibt keine zusätzliche Stromerzeugung für den Verbrauch insgesamt, sondern eine räumliche und zeitliche Korrektur der Einspeisung oder Entnahme, damit Leitungen, Transformatoren und andere Betriebsmittel innerhalb ihrer zulässigen Belastungsgrenzen bleiben. [Weiterlesen]
Glossar · R · Redispatch 2.0, Redispatch, Verteilnetz, Erneuerbare Energien, Netzengpass, Netzbetrieb, Prognose, Abregelung Redispatch 2.0 bezeichnet in Deutschland das Verfahren, mit dem Netzbetreiber Erzeugungsanlagen, Speicher und bestimmte flexible Anlagen vorausschauend anders einsetzen, als es nach Markt oder Anlagenplanung vorgesehen wäre, um Netzengpässe zu vermeiden oder zu beheben. Der Zusatz „2.0“ steht für die Ausweitung des klassischen Redispatch auf dezentrale Anlagen im Verteilnetz, insbesondere auf Windenergieanlagen, Photovoltaikanlagen, Biomasseanlagen, Kraft Wärme Kopplungsanlagen und Speicher. Seit Oktober 2021 ersetzt Redispatch 2.0 weitgehend das frühere Einspeisemanagement für erneuerbare und KWK Anlagen. [Weiterlesen]
Glossar · R · Redispatch-Einheiten, Redispatch 2.0, Redispatch, Netzbetreiber, Anlagenbetreiber, Engpassmanagement, Stromerzeugung, Speicher, Flexibilität Redispatch Einheiten sind Anlagen oder zusammengefasste Anlagen, die für den Redispatch im Stromnetz erfasst, prognostiziert und bei Bedarf durch Netzbetreiber abgerufen oder in ihrer Fahrweise angepasst werden können. Sie bilden die operative Bezugsgröße, über die Netzbetreiber feststellen, welche Einspeisung, Speicherung oder gegebenenfalls welcher flexible Verbrauch an welchem Netzpunkt verfügbar ist und wie diese Leistung zur Behebung eines Netzengpasses verändert werden kann. [Weiterlesen]
Glossar · R · Redispatching-Kosten, Redispatch, Engpassmanagement, Netzengpass, Systemkosten, Abregelung, Netzbetrieb, Netzentgelte, Redispatch 2.0 Redispatching Kosten sind Kosten, die entstehen, wenn Netzbetreiber den geplanten Einsatz von Erzeugungsanlagen, Speichern oder steuerbaren Lasten verändern müssen, um Netzengpässe zu vermeiden oder zu beheben. Der Strommarkt hat in diesem Fall ein Fahrplanergebnis erzeugt, das kaufmännisch gültig ist, aber im realen Netz nicht ohne Überlastung von Leitungen, Transformatoren oder anderen Betriebsmitteln umgesetzt werden kann. Redispatch ist der Eingriff, Redispatching Kosten sind die wirtschaftlichen Folgen dieses Eingriffs. [Weiterlesen]
Glossar · R · Redundanz, Resilienz, Netzsicherheit, Versorgungssicherheit, N-1-Kriterium, Betriebssicherheit, Infrastruktur, Ausfallsicherheit Redundanz bezeichnet das bewusste Vorhalten mehrerer Möglichkeiten, um dieselbe technische oder organisatorische Funktion zu erfüllen. Ein Stromsystem ist redundant, wenn der Ausfall eines Elements nicht unmittelbar zum Verlust der versorgungsrelevanten Funktion führt, weil ein anderes Element übernehmen kann. Im Stromsystem betrifft Redundanz Leitungen, Transformatoren, Schaltanlagen, Schutztechnik, Leittechnik, Kraftwerke, Speicher, Kommunikationswege, Betriebsverfahren und Zuständigkeiten. [Weiterlesen]
Glossar · R · Regelblock, Regelzone, Übertragungsnetzbetreiber, Frequenzhaltung, ENTSO-E, Verbundnetz Ein Regelblock ist eine organisatorische Einheit der Systemführung im europäischen Stromverbund, in der eine oder mehrere Regelzonen für Aufgaben der Leistungsbilanz, Frequenzhaltung und Austauschkoordination zusammengefasst werden. Er liegt damit zwischen der einzelnen Regelzone eines Übertragungsnetzbetreibers und dem gesamten Synchrongebiet, in dem alle angeschlossenen Netze mit derselben Netzfrequenz betrieben werden. [Weiterlesen]
Glossar · R · Regelenergie, Frequenzhaltung, Netzstabilität, Ausgleichsenergie, Systemdienstleistung, Stromsystem, Reserve, Bilanzkreis Regelenergie ist elektrische Energie, die kurzfristig eingesetzt wird, um ungeplante Abweichungen zwischen Einspeisung und Verbrauch im Stromsystem auszugleichen. Sie wird aktiviert, wenn das tatsächliche Gleichgewicht im Netz von dem abweicht, was zuvor geplant, gehandelt und bilanziert wurde. Ihre unmittelbare Aufgabe ist die Stabilisierung der Netzfrequenz. Im europäischen Verbundnetz soll diese Frequenz bei 50 Hertz liegen. Wird mehr elektrische Leistung entnommen als eingespeist, sinkt die Frequenz. Wird mehr eingespeist als verbraucht, steigt sie. [Weiterlesen]
Glossar · R · Regelleistung, Stromsystem, Netzbetrieb, Frequenzhaltung, Flexibilität, Regelenergie Regelleistung ist elektrische Leistung, die von Kraftwerken, Speichern, steuerbaren Verbrauchern oder anderen technischen Anlagen bereitgehalten wird, damit Übertragungsnetzbetreiber kurzfristige Abweichungen zwischen Stromerzeugung und Stromverbrauch ausgleichen können. Sie wird in Megawatt angegeben und beschreibt die Fähigkeit, die Einspeisung zu erhöhen, die Einspeisung zu senken, Verbrauch zu reduzieren oder Verbrauch zu erhöhen. Aktiviert wird sie, wenn die Netzfrequenz vom Sollwert abweicht oder ein erwartetes Ungleichgewicht im Bilanzsystem ausgeglichen werden muss. [Weiterlesen]
Glossar · R · Regelreserve, Regelenergie, Frequenzhaltung, Systemdienstleistung, Stromsystem, Reserveleistung, Netzstabilität Regelreserve ist vorgehaltene elektrische Leistung, die von den Übertragungsnetzbetreibern abgerufen werden kann, um kurzfristige Abweichungen zwischen Stromerzeugung und Stromverbrauch auszugleichen. Sie beschreibt die Bereitschaft, innerhalb festgelegter Zeiten mehr Strom einzuspeisen, weniger Strom zu verbrauchen, weniger Strom einzuspeisen oder mehr Strom zu verbrauchen. Sobald diese Reserve tatsächlich eingesetzt wird, entsteht Regelenergie. Die Regelreserve ist also die verfügbare Fähigkeit in Kilowatt oder Megawatt, Regelenergie die gelieferte oder aufgenommene Energiemenge in Kilowattstunden oder Megawattstunden. [Weiterlesen]
Glossar · R · Regelreservearten, FCR, aFRR, mFRR, Frequenzhaltung, Regelenergie, Systemdienstleistungen Regelreservearten sind standardisierte Formen von Reserveleistung, mit denen Übertragungsnetzbetreiber kurzfristige Ungleichgewichte zwischen Einspeisung und Verbrauch ausgleichen. Im europäischen Stromsystem werden vor allem FCR, aFRR und mFRR unterschieden. Die Begriffe stehen für Frequency Containment Reserve, automatic Frequency Restoration Reserve und manual Frequency Restoration Reserve. Sie beschreiben keine beliebigen Reservekraftwerke, sondern klar definierte Systemdienstleistungen mit unterschiedlichen Aktivierungszeiten, Steuerungsarten und Aufgaben in der Frequenzhaltung. [Weiterlesen]
Glossar · R · Regelzone, Übertragungsnetzbetreiber, Frequenzhaltung, Bilanzkreis, Regelenergie, Stromsystem, ENTSO-E Eine Regelzone ist der Verantwortungsbereich eines Übertragungsnetzbetreibers innerhalb eines synchron betriebenen Stromverbundnetzes. In diesem Gebiet überwacht und steuert der Übertragungsnetzbetreiber die Leistungsbilanz zwischen Einspeisung, Entnahme und vereinbarten Austauschprogrammen mit benachbarten Regelzonen. Die Regelzone ist damit keine politische Verwaltungseinheit und auch keine Strompreiszone, sondern eine technische und institutionelle Betriebseinheit des Übertragungsnetzes. [Weiterlesen]
Glossar · R · Regulierungsbehörde, Regulierung, Bundesnetzagentur, Stromnetz, Netzentgelt, Netzbetreiber, Netzzugang, Energiewirtschaft Eine Regulierungsbehörde ist eine staatliche oder öffentlich legitimierte Institution, die Regeln für Märkte und Infrastrukturen überwacht, in denen Wettbewerb, Monopole und öffentliche Interessen zusammenwirken. Im Stromsystem betrifft dies vor allem den Betrieb der Stromnetze, die Höhe und Struktur der Netzentgelte, den diskriminierungsfreien Netzzugang, Pflichten von Netzbetreibern, Vorgaben für Messwesen und Marktkommunikation sowie bestimmte Fragen des Verbraucher und Wettbewerbsrahmens. In Deutschland ist dafür vor allem die Bundesnetzagentur zuständig, ergänzt durch Landesregulierungsbehörden für bestimmte kleinere Netzbetreiber. [Weiterlesen]
Glossar · R · Repowering, Windenergie, Photovoltaik, Erneuerbare Energien, Netzausbau, Anlagenmodernisierung, Standortnutzung Repowering bezeichnet den Ersatz oder die grundlegende technische Erneuerung bestehender Energieanlagen durch neue, leistungsfähigere, effizientere oder besser steuerbare Anlagen am selben oder an einem bereits energiewirtschaftlich genutzten Standort. Der Begriff wird vor allem für Windenergieanlagen verwendet, kann aber auch Photovoltaikanlagen, Biomasseanlagen, Wasserkraftwerke oder konventionelle Kraftwerke betreffen. Im Kern geht es nicht um irgendeine Reparatur, sondern um eine substanzielle Erhöhung oder Verbesserung der Anlagenfunktion: mehr Ertrag, bessere Verfügbarkeit, bessere Regelbarkeit, geringere Betriebskosten oder eine passendere Einbindung in das Stromsystem. [Weiterlesen]
Glossar · R · Reserve, Stromsystem, Versorgungssicherheit, Regelenergie, Netzreserve, Flexibilität Reserve bezeichnet im Stromsystem eine bewusst vorgehaltene Fähigkeit, auf Abweichungen, Störungen oder Unsicherheiten zu reagieren. Sie kann aus verfügbarer Erzeugungsleistung, gespeicherter Energie, verschiebbarer Nachfrage, zusätzlicher Netzbetriebsmaßnahme oder organisatorisch gesicherter Eingriffsmöglichkeit bestehen. Gemeint ist nicht einfach eine ungenutzte Anlage, sondern eine Fähigkeit, die unter festgelegten Bedingungen rechtzeitig wirksam werden kann. [Weiterlesen]
Glossar · R · Reserveleistung, Versorgungssicherheit, Regelreserve, Netzreserve, Strategische Reserve, Kapazitätsangemessenheit Reserveleistung bezeichnet elektrische Leistung, die für Abweichungen vom geplanten oder erwarteten Betrieb bereitgehalten wird. Sie wird nicht eingesetzt, weil sie im normalen Fahrplan gerade die günstigste Stromerzeugung wäre, sondern weil das Stromsystem jederzeit auf Störungen, Prognosefehler, Netzengpässe oder Knappheit reagieren können muss. Reserveleistung ist damit zunächst eine vorgehaltene Fähigkeit in Kilowatt, Megawatt oder Gigawatt. Erst wenn sie abgerufen wird, entsteht daraus eine tatsächlich gelieferte oder vermiedene Energiemenge in Kilowattstunden oder Megawattstunden. [Weiterlesen]
Glossar · R · Reservenabruf, Regelreserve, Regelenergie, FCR, aFRR, mFRR, Frequenzhaltung, Netzbetrieb, Versorgungssicherheit Reservenabruf bezeichnet die tatsächliche Aktivierung vorgehaltener Reserve im Stromsystem. Eine Anlage, ein Speicher oder eine steuerbare Last stellt also nicht nur Leistung bereit, sondern verändert im Abruffall ihre Einspeisung oder ihren Verbrauch, damit Frequenz, Leistungsbilanz oder Netzsicherheit wieder in den zulässigen Bereich kommen. Der Begriff beschreibt damit einen operativen Eingriff im laufenden Systembetrieb. [Weiterlesen]
Glossar · R · Residualemissionsfaktor, Residualmix, Stromkennzeichnung, Herkunftsnachweis, Klimabilanz, Scope 2, Strommix Der Residualemissionsfaktor beschreibt die Treibhausgasintensität des Stroms, der nach der Zuordnung bestimmter Stromqualitäten rechnerisch im allgemeinen Strommix verbleibt. Er bezieht sich auf den sogenannten Residualmix, also auf jene Strommenge, der keine gesondert ausgewiesenen Eigenschaften mehr zugeordnet sind. Solche Eigenschaften können zum Beispiel aus Herkunftsnachweisen, direkten Lieferverträgen oder anderen anerkannten Bilanzierungsinstrumenten stammen. [Weiterlesen]
Glossar · R · Residuallast, Stromnachfrage, Windenergie, Photovoltaik, Erneuerbare Energien, Flexibilität, Speicher, Lastverschiebung, Importe, Abregelung Residuallast bezeichnet den Teil der Stromnachfrage, der nach Abzug der aktuellen Einspeisung aus Windenergie und Photovoltaik verbleibt. In der einfachsten Form lautet die Rechnung: Stromnachfrage minus Einspeisung aus Wind und Solar. Ist das Ergebnis positiv, muss dieser Restbedarf durch steuerbare Kraftwerke, Speicherentladung, Lastverschiebung oder Importe gedeckt werden. Ist das Ergebnis negativ, übersteigt die Einspeisung aus Wind und Photovoltaik rechnerisch die Nachfrage im betrachteten Gebiet und Zeitraum. [Weiterlesen]
Glossar · R · Residuallastdeckung, Residuallast, Steuerbare Erzeugung, Speicher, Flexibilität, Versorgungssicherheit Residuallastdeckung bezeichnet die Deckung des Strombedarfs, der nach Abzug der aktuellen Einspeisung aus Windenergie und Photovoltaik übrig bleibt. Die Residuallast ist also die rechnerische Restlast eines Stromsystems zu einem bestimmten Zeitpunkt. Residuallastdeckung beschreibt die praktische Antwort darauf: Welche Kraftwerke, Speicher, Importe oder Verbrauchsanpassungen stellen in dieser Stunde die fehlende Leistung bereit, und wie lange können sie die dafür nötige Energie liefern? [Weiterlesen]
Glossar · R · Residuallastspitze, Residuallast, Spitzenlast, Versorgungssicherheit, Dunkelflaute, gesicherte Leistung, Speicher, Flexibilität Eine Residuallastspitze ist ein Zeitpunkt oder Zeitraum, in dem die Stromnachfrage nach Abzug der Einspeisung aus Windenergie und Photovoltaik besonders hoch bleibt. Sie beschreibt also nicht die höchste Stromnachfrage selbst, sondern die höchste verbleibende Last, die durch steuerbare Kraftwerke, Speicher, Importe oder flexible Nachfrage gedeckt werden muss. Der Begriff gehört zur Residuallast: Last minus nicht steuerbarer oder wetterabhängiger Einspeisung. [Weiterlesen]
Glossar · R · Residualmix, Stromkennzeichnung, Herkunftsnachweis, Grünstrom, Strommix, Bilanzierung, Emissionsfaktor Residualmix bezeichnet den Strommix, der in der bilanziellen Stromkennzeichnung übrig bleibt, nachdem Strommengen mit eindeutig zugeordneten Eigenschaften aus der allgemeinen Bilanz herausgerechnet wurden. Gemeint sind nicht die physikalischen Elektronen im Netz, sondern die bilanzierten Eigenschaften von Strom: Energieträger, Herkunft, erneuerbare Qualität und häufig auch ein daraus abgeleiteter Emissionsfaktor. [Weiterlesen]
Glossar · R · Resilienz, Energiesystem, Versorgungssicherheit, Robustheit, Redundanz, Rekonfigurierbarkeit, Wiederherstellung, Risiko, Zuverlässigkeit Resilienz bezeichnet im Stromsystem die Fähigkeit, Störungen, Extremereignisse und unerwartete Knappheiten so zu bewältigen, dass die Versorgung als gesellschaftlich zentrale Funktion erhalten bleibt oder nach einer Unterbrechung geordnet wiederhergestellt wird. Der Begriff beschreibt keinen einzelnen technischen Kennwert. Er umfasst mehrere Fähigkeiten: Störungen aushalten, ihre Ausbreitung begrenzen, verfügbare Mittel neu anordnen, Lasten priorisieren, Schäden beheben und aus Ereignissen lernen. [Weiterlesen]
Glossar · R · Restemissionen, Netto-Null, Klimaneutralität, Treibhausgasemissionen, Negative Emissionen, Industrie Restemissionen sind Treibhausgasemissionen, die nach einer weitgehenden Minderung weiterhin anfallen, weil ihre Vermeidung technisch nicht verfügbar, nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand möglich oder institutionell noch nicht durchsetzbar ist. Der Begriff beschreibt also keinen beliebigen verbleibenden Ausstoß, sondern den begründeten Rest nach ausgeschöpften Minderungsmaßnahmen. Er gehört deshalb eng zu Netto Null, Klimaneutralität und Negativen Emissionen. [Weiterlesen]
Glossar · R · Ringfluss, Loop Flow, Übertragungsnetz, Interkonnektor, Phasenschiebertransformator, Netzengpass, Europäischer Strommarkt Ein Ringfluss ist ein physischer Stromfluss im Wechselstromnetz, der nicht dem direkten kommerziellen Handelspfad entspricht, sondern über benachbarte Leitungen, Netze oder Marktgebiete verläuft. Der englische Begriff dafür lautet Loop Flow. Gemeint ist nicht, dass Strom im Kreis fließt wie Wasser in einer geschlossenen Rohrleitung, sondern dass ein Handelsgeschäft zwischen zwei Punkten einen Teil seiner physikalischen Wirkung auf Umwegen entfaltet. [Weiterlesen]
Glossar · R · RoCoF, Rate of Change of Frequency, Frequenzhaltung, Momentanreserve, Systemträgheit, Schwungmasse, Netzstabilität RoCoF steht für Rate of Change of Frequency und bezeichnet die Änderungsrate der Netzfrequenz. Die Größe beschreibt, wie schnell die Frequenz nach oben oder unten läuft, gemessen meist in Hertz pro Sekunde. In einem europäischen Verbundnetz mit einer Nennfrequenz von 50 Hertz ist RoCoF besonders in den ersten Sekunden nach einem plötzlichen Ungleichgewicht zwischen Erzeugung und Verbrauch relevant, etwa nach dem Ausfall eines großen Kraftwerks, einer Leitung, eines Offshore Netzanschlusses oder einer größeren Last. [Weiterlesen]
Glossar · R · Roundtrip-Wirkungsgrad, Speicher, Batteriespeicher, Umwandlungsverluste, Effizienz Der Roundtrip Wirkungsgrad eines Speichers beschreibt, welcher Anteil der eingespeicherten elektrischen Energie nach einem vollständigen Speicherzyklus wieder als nutzbare elektrische Energie entnommen werden kann. Er ist eine dimensionslose Größe und wird meist in Prozent angegeben. Ein Roundtrip Wirkungsgrad von 90 Prozent bedeutet: Werden 100 Kilowattstunden in den Speicher geladen, stehen nach dem Entladen 90 Kilowattstunden wieder zur Verfügung. Die übrigen 10 Kilowattstunden gehen nicht verloren im umgangssprachlichen Sinn, sondern werden in andere Energieformen umgewandelt, meist in Wärme, oder durch Nebenaggregate verbraucht. [Weiterlesen]
Glossar · R · Rücklauftemperatur, Vorlauftemperatur, Fernwärme, Wärmepumpe, Wärmenetz, Effizienz, Heizung, Gebäudetechnik, Sektorkopplung Die Rücklauftemperatur ist die Temperatur des Heizungswassers, das nach der Wärmeabgabe aus Heizkörpern, Fußbodenheizungen, Wärmeübertragern oder einem Gebäudenetz zum Wärmeerzeuger oder zum Fernwärmenetz zurückfließt. Sie wird meist in Grad Celsius angegeben und steht immer in Beziehung zur Vorlauftemperatur, also zur Temperatur des Wassers, das in das Heizsystem hineinströmt. Die Differenz zwischen Vorlauf und Rücklauf heißt Temperaturspreizung. Sie zeigt, wie viel Wärme das Wasser auf seinem Weg durch das Heizsystem abgegeben hat. [Weiterlesen]
Glossar · R · Rückverstromung, Wasserstoff, Langfristige Speicher, Power-to-Gas, Dunkelflaute, Wirkungsgrad, Versorgungssicherheit Rückverstromung bezeichnet die Umwandlung eines zuvor gespeicherten Energieträgers zurück in elektrische Energie. Im Stromsystem wird der Begriff vor allem für chemische Speicherketten verwendet: Strom wird etwa per Elektrolyse in Wasserstoff umgewandelt, der Wasserstoff wird gespeichert und später in einer Gasturbine, einem Gasmotor, einem Brennstoffzellensystem oder einem dafür geeigneten Kraftwerk wieder zu Strom gemacht. Auch synthetisches Methan, Ammoniak oder andere aus Strom hergestellte Energieträger können rückverstromt werden, wenn sie in einer Anlage wieder elektrische Energie liefern. [Weiterlesen]
Glossar · S · SAIDI, SAIFI, Versorgungsqualität, Versorgungsunterbrechung, Stromnetz, Verteilnetz, Versorgungssicherheit SAIDI und SAIFI sind Kennzahlen für Versorgungsunterbrechungen in Stromnetzen. SAIDI beschreibt die durchschnittliche Dauer von Unterbrechungen je angeschlossenem Letztverbraucher in einem bestimmten Zeitraum, meist in Minuten pro Jahr. SAIFI beschreibt die durchschnittliche Häufigkeit solcher Unterbrechungen je angeschlossenem Letztverbraucher im selben Zeitraum. Beide Kennzahlen gehören zur Messung der Versorgungsqualität, insbesondere im Verteilnetz. [Weiterlesen]
Glossar · S · Saisonale Reserve, Dunkelflaute, Versorgungssicherheit, Langfristige Speicher, Kapazitätsmechanismus Saisonale Reserve bezeichnet Ressourcen im Stromsystem, die für seltene, länger andauernde Knappheitssituationen vorgehalten werden. Gemeint sind Kapazitäten, Energievorräte oder verbindlich verfügbare Lastreduktionen, die über Tage, Wochen oder saisonale Zeiträume wirken können, obwohl sie im normalen Betrieb kaum eingesetzt werden. Der typische Bezugspunkt ist eine Phase im Winter, in der die Nachfrage hoch ist, die Einspeisung aus Wind und Solarenergie niedrig bleibt und zugleich andere Ausgleichsmöglichkeiten begrenzt sind. [Weiterlesen]
Glossar · S · Saisonaler Wärmespeicher, Wärmespeicher, Thermischer Speicher, Fernwärme, Solarthermie, Geothermie, Wärmeplanung Ein saisonaler Wärmespeicher ist ein thermischer Speicher, der Wärme über Wochen oder Monate aufnimmt, vorhält und später wieder abgibt. Er verschiebt Wärme nicht nur innerhalb eines Tages, sondern zwischen Jahreszeiten. Typisch ist die Speicherung von Solarwärme, industrieller Abwärme, Wärme aus Kraft Wärme Kopplung, Geothermie oder mit Strom erzeugter Wärme aus Zeiten mit hoher erneuerbarer Erzeugung, damit diese Wärme in der Heizperiode genutzt werden kann. [Weiterlesen]
Glossar · S · Sammelschiene, Umspannwerk, Schaltanlage, Stromnetz, Netzbetrieb, Leistungsschalter, Betriebssicherheit Eine Sammelschiene ist ein elektrisch leitender Sammel und Verteilpunkt innerhalb einer Schaltanlage. An ihr werden mehrere Stromkreise angeschlossen, etwa Leitungen, Transformatoren, Generatoren, Kabelabgänge oder größere Verbraucher. Technisch besteht sie meist aus massiven Leitern aus Kupfer oder Aluminium, in höheren Spannungsebenen auch aus rohrförmigen oder gekapselten Leitern. Ihre Aufgabe ist nicht, Strom über weite Strecken zu transportieren, sondern Stromkreise innerhalb eines Umspannwerks, Kraftwerks oder Industrienetzes schaltbar miteinander zu verbinden. [Weiterlesen]
Glossar · S · Sanierungsrate, Gebäudehülle, Wärmebedarf, Energieeffizienz, Wärmewende, Gebäudesanierung, Klimaschutz Sanierungsrate bezeichnet den Anteil des Gebäudebestands, der innerhalb eines bestimmten Zeitraums energetisch saniert wird. Meist wird sie als jährlicher Prozentwert angegeben, etwa als Anteil der Wohn oder Nutzfläche, der pro Jahr Maßnahmen an Gebäudehülle, Fenstern, Dach, Kellerdecke, Lüftung oder Anlagentechnik erhält. Der Begriff klingt einfach, ist aber nur dann aussagekräftig, wenn klar ist, welche Gebäude gezählt werden, welche Maßnahmen als Sanierung gelten und welche energetische Qualität danach erreicht wird. [Weiterlesen]
Glossar · S · Scarcity Pricing, Knappheitspreise, Energy-Only-Markt, Strommarkt, Versorgungssicherheit, Missing-Money-Problem, Preisbildung Scarcity Pricing bezeichnet die Preisbildung in Stunden, in denen im Stromsystem verfügbare Erzeugung, Speicherleistung, Importmöglichkeiten und flexible Nachfrage nur knapp ausreichen, um die Last zu decken. Der Knappheitspreis soll anzeigen, dass nicht Energie im allgemeinen Sinn fehlt, sondern kurzfristig ein bestimmtes Gut knapp ist: verfügbare elektrische Leistung zur richtigen Zeit und am richtigen Ort innerhalb der geltenden Markt und Netzregeln. [Weiterlesen]
Glossar · S · Schaltanlage, Umspannwerk, Stromnetz, Leistungsschalter, Schutztechnik, Netzbetrieb, Betriebssicherheit Eine Schaltanlage ist der Teil einer elektrischen Anlage, in dem Stromkreise gezielt verbunden, getrennt, gemessen, geschützt und überwacht werden. In ihr werden Leitungen, Transformatoren, Sammelschienen, Generatoren, Verbraucher oder Netzabschnitte so angeordnet, dass sie im Betrieb sicher geschaltet werden können. Schaltanlagen stehen in Umspannwerken, Kraftwerken, Industrieanlagen, Ortsnetzstationen, Rechenzentren, Bahnstromversorgungen und großen Gebäuden. Sie bilden die technischen Knoten, an denen das Stromnetz nicht nur elektrische Energie transportiert, sondern aktiv betrieben wird. [Weiterlesen]
Glossar · S · Schaltzustand, Schaltanlage, Stromnetz, Netzbetrieb, Topologie, Lastfluss, Netzumschaltung, Betriebssicherheit Der Schaltzustand beschreibt, welche Schalter, Leistungsschalter, Trenner, Erdungsschalter und sonstigen elektrischen Verbindungen in einem Stromnetz oder in einer elektrischen Anlage geöffnet oder geschlossen sind. Er legt fest, welche Betriebsmittel elektrisch miteinander verbunden sind, welche Netzbereiche getrennt bleiben und über welche Pfade Strom tatsächlich fließen kann. [Weiterlesen]
Glossar · S · Scheinleistung, Wirkleistung, Blindleistung, Wechselstrom, Transformator, Wechselrichter Scheinleistung ist die elektrische Leistung in einem Wechselstromsystem, die sich aus Spannung und Strom ergibt, bevor zwischen tatsächlich umgesetzter Leistung und pendelnder Leistung unterschieden wird. Sie wird mit dem Formelzeichen S bezeichnet und in Voltampere angegeben, meist als VA, kVA oder MVA. Für elektrische Betriebsmittel ist sie eine zentrale Auslegungsgröße, weil Leitungen, Transformatoren, Wechselrichter, Generatoren und Schaltanlagen durch Strom und Spannung belastet werden, unabhängig davon, welcher Anteil der Leistung am Ende als nutzbare Arbeit, Wärme, Licht oder mechanische Energie wirksam wird. [Weiterlesen]
Glossar · S · Schieflast, Drehstrom, Verteilnetz, Niederspannung, Einphasig, Dreiphasig, Hausanschluss, Netzbetrieb Schieflast bezeichnet die ungleiche Belastung der drei Phasen eines Drehstromsystems. In einem symmetrischen Drehstromnetz fließen auf den drei Außenleitern L1, L2 und L3 gleich große Ströme, zeitlich jeweils um 120 Grad versetzt. Diese Symmetrie ist technisch günstig, weil sich die Ströme im Neutralleiter weitgehend aufheben, Betriebsmittel gleichmäßig belastet werden und die Spannungen auf den drei Phasen annähernd gleich bleiben. Von Schieflast spricht man, wenn diese Gleichverteilung deutlich gestört ist, weil auf einer Phase mehr Strom entnommen oder eingespeist wird als auf den anderen. [Weiterlesen]
Glossar · S · Begriff, Glossar, Projektmanagement, Organisation, Infrastruktur, Energiewende, Governance Die Schmidtsche Formel, benannt nach Erik Schmidt, bezeichnet eine praxisnahe Faustregel zur Beschreibung von Projektphasenverschiebungen. Gemeint ist der wachsende Abstand zwischen dem Zeitpunkt, zu dem ein Projekt nach Plan eine Entscheidung, Genehmigung, Beauftragung oder Inbetriebnahme erreichen soll, und dem Zeitpunkt, zu dem dieser Schritt tatsächlich wirksam wird. Die Formel macht organisatorische Verzögerungen sichtbar, die nicht aus der technischen Aufgabe selbst entstehen, sondern aus Abstimmungsrunden, Kommunikationswegen, unklaren Zuständigkeiten und schwacher Verbindlichkeit. [Weiterlesen]
Glossar · S · Schutzabschaltung, Schutztechnik, Kurzschluss, Netzbetrieb, Betriebssicherheit, Fehlerfall, Stromnetz Schutzabschaltung bezeichnet das automatische oder gezielt ausgelöste Trennen eines Betriebsmittels, einer Anlage oder eines Netzabschnitts vom Stromnetz, wenn ein Fehler oder ein unzulässiger Betriebszustand erkannt wird. Sie ist kein gewöhnlicher Schaltvorgang im Betrieb, sondern eine sicherheitsgerichtete Reaktion auf einen Zustand, der Menschen gefährden, Betriebsmittel beschädigen oder die Stabilität des Netzes beeinträchtigen kann. [Weiterlesen]
Glossar · S · Schutzkonzept, Schutztechnik, Kurzschluss, Selektivität, Stromnetz, Betriebssicherheit, Leistungsschalter Ein Schutzkonzept beschreibt, wie elektrische Fehler in einer Anlage oder in einem Stromnetz erkannt, bewertet, begrenzt und abgeschaltet werden. Es legt fest, welche Schutzgeräte bei welchen Fehlerarten reagieren, welche Messgrößen dafür verwendet werden, welche Auslösezeiten gelten und welcher Netzabschnitt durch Schaltgeräte vom übrigen Netz getrennt wird. Ein Schutzkonzept ist damit kein einzelnes Gerät, sondern eine abgestimmte Ordnung aus Messung, Auswertung, Schaltvorgang und Zuständigkeit. [Weiterlesen]
Glossar · S · Schutztechnik, Stromnetz, Netzbetrieb, Kurzschluss, Fehlerfall, Betriebssicherheit, Verteilnetz, Übertragungsnetz, Leittechnik Schutztechnik bezeichnet die Einrichtungen, Einstellungen und Verfahren, mit denen elektrische Fehler im Stromnetz erkannt und automatisch beherrscht werden. Sie sorgt dafür, dass bei einem Kurzschluss, Erdschluss, einer Überlast, einem unzulässigen Spannungszustand oder einer anderen Störung möglichst schnell der betroffene Teil des Netzes abgeschaltet wird. Schutztechnik schützt Menschen vor gefährlichen Berührungsspannungen, Anlagen vor thermischer und mechanischer Zerstörung und den Netzbetrieb vor einer Ausbreitung von Fehlern. [Weiterlesen]
Glossar · S · Schwarzstart, Schwarzstartfähigkeit, Netzwiederaufbau, Blackout, Kraftwerk, Speicher, Resilienz Schwarzstart bezeichnet das Anfahren einer Stromerzeugungsanlage ohne Versorgung aus einem bestehenden Stromnetz. Die Anlage muss ihre eigenen Hilfssysteme, ihre Steuerung, ihre Erregung, Pumpen, Ventile, Kühlung und Schutztechnik aus eigenen Quellen versorgen können und anschließend eine Spannung bereitstellen, an der weitere Anlagen oder Netzabschnitte aufgebaut werden können. Schwarzstartfähigkeit ist die technische und organisatorisch nachgewiesene Eigenschaft einer Anlage, diesen Vorgang zuverlässig zu leisten. [Weiterlesen]
Glossar · S · Schwarzstartfähigkeit, Netzwiederaufbau, Resilienz, Versorgungssicherheit, Systemdienstleistung, Kraftwerk, Speicher, Netzbetrieb Schwarzstartfähigkeit bezeichnet die Fähigkeit einer Stromerzeugungsanlage, eines Speichers oder eines geeigneten technischen Verbunds, ohne externe Stromversorgung anzufahren und einen ersten elektrisch stabilen Netzabschnitt aufzubauen. Sie wird benötigt, wenn nach einem großflächigen Stromausfall keine vorgelagerte Spannung mehr vorhanden ist, aus der sich Kraftwerke, Umspannwerke, Pumpen, Leittechnik oder Hilfsantriebe versorgen könnten. Eine schwarzstartfähige Anlage liefert dann nicht einfach nur Energie, sondern stellt den Anfangspunkt für den Netzwiederaufbau bereit. [Weiterlesen]
Glossar · S · Schwungmasse, Momentanreserve, Inertia, Systemträgheit, Synchronmaschine, Frequenzhaltung, Netzstabilität, Umrichter Schwungmasse bezeichnet die kinetische Energie rotierender Massen, die direkt mit der elektrischen Frequenz eines Wechselstromnetzes gekoppelt sind. Im Stromsystem stammt sie klassisch aus den Rotoren großer Synchronmaschinen, also aus Generatoren in Kohle , Gas , Kern und Wasserkraftwerken sowie aus Synchronkompensatoren. Dreht sich eine solche Maschine synchron mit dem Netz, steckt in ihrem Rotor Bewegungsenergie. Sinkt die Netzfrequenz nach einem plötzlichen Ungleichgewicht zwischen Erzeugung und Verbrauch, wird ein Teil dieser Bewegungsenergie unmittelbar in elektrische Energie umgewandelt. Die Maschine wird dabei minimal langsamer. Steigt die Frequenz, nimmt sie Energie auf. [Weiterlesen]
Glossar · S · Scope 1, Scope 2, Scope 3, Klimabilanz, Strombezug, Unternehmen, Emissionen, Treibhausgase, Herkunftsnachweise, PPA Scope 1, Scope 2 und Scope 3 bezeichnen drei Abgrenzungsebenen für Treibhausgasemissionen in der Klimabilanz eines Unternehmens. Scope 1 umfasst direkte Emissionen aus Quellen, die ein Unternehmen selbst besitzt oder kontrolliert, etwa Heizkessel, Industrieöfen, firmeneigene Fahrzeuge oder Kältemittelverluste. Scope 2 erfasst indirekte Emissionen aus eingekaufter leitungsgebundener Energie, vor allem Strom, Fernwärme, Dampf oder Kälte. Scope 3 umfasst weitere indirekte Emissionen in der vor und nachgelagerten Wertschöpfungskette, zum Beispiel aus eingekauften Materialien, Transporten, Geschäftsreisen, Nutzung verkaufter Produkte oder deren Entsorgung. [Weiterlesen]
Glossar · S · Second-Life-Batterie, Batteriespeicher, Elektrofahrzeug, Degradation, State of Health, Kreislaufwirtschaft, Speicher Eine Second Life Batterie ist eine Batterie, die nach ihrer ersten Nutzungsphase in einer neuen Anwendung weiterverwendet wird. Meist handelt es sich um Traktionsbatterien aus Elektrofahrzeugen, die für den mobilen Einsatz nicht mehr die geforderte Reichweite, Leistung oder Betriebssicherheit bieten, aber noch ausreichend Kapazität für stationäre Speicheraufgaben besitzen. Die Batterie ist also nicht neu, aber auch noch kein Abfall. Ihr Wert hängt davon ab, welche Restleistung sie zuverlässig, sicher und wirtschaftlich erbringen kann. [Weiterlesen]
Glossar · S · Sektorkopplung, Elektrifizierung, Wärme, Mobilität, Industrie, Wasserstoff, Power-to-X, Flexibilität, Energiesystem Sektorkopplung bezeichnet die technische, wirtschaftliche und organisatorische Verbindung der Energiesektoren Strom, Wärme, Mobilität und Industrie. Der Begriff beschreibt keinen einzelnen Anlagentyp, sondern die Kopplung von Energieflüssen, Infrastrukturen und Verbrauchsentscheidungen, die früher weitgehend getrennt behandelt wurden. Ein Elektroauto verbindet den Verkehrssektor mit dem Stromsystem. Eine Wärmepumpe verbindet Raumwärme mit elektrischer Leistung. Ein Elektrolyseur verbindet Stromerzeugung mit Wasserstoffproduktion und industrieller Nutzung. Sektorkopplung liegt dort vor, wo solche Verbindungen systematisch genutzt werden. [Weiterlesen]
Glossar · S · Sekundärenergie, Primärenergie, Endenergie, Energieträger, Strom, Wasserstoff Sekundärenergie ist Energie in einer Form, die nicht unmittelbar aus einer natürlichen Energiequelle entnommen wird, sondern durch Umwandlung aus einer anderen Energieform entsteht. Strom aus einem Kraftwerk, Fernwärme aus einem Heizkraftwerk, Benzin aus Rohöl, Koks aus Kohle oder Wasserstoff aus Elektrolyse sind typische Beispiele. Der Begriff beschreibt damit keine bestimmte Energiequelle, sondern eine Stufe in der Energiekette: Zwischen natürlicher Quelle und tatsächlicher Nutzung liegt ein technischer Umwandlungsschritt. [Weiterlesen]
Glossar · S · Selbstentladung, Speicher, Batterie, Ladezustand, Langfristige Speicher, Energieverlust, Effizienz Selbstentladung bezeichnet den Verlust gespeicherter Energie über die Zeit, ohne dass ein Speicher gezielt entladen wird. Ein Speicher kann also Energie verlieren, obwohl kein Verbraucher angeschlossen ist und kein geplanter Abruf stattfindet. Der Begriff beschreibt damit eine zeitabhängige Verlustgröße: Zwischen Einspeicherung und späterer Nutzung nimmt die tatsächlich verfügbare Energiemenge ab. [Weiterlesen]
Glossar · S · Selektivität, Schutztechnik, Kurzschluss, Leistungsschalter, Stromnetz, Betriebssicherheit, Fehlerfall Selektivität bezeichnet in der elektrischen Schutztechnik die Eigenschaft eines Schutzkonzepts, bei einem Fehler nur den tatsächlich betroffenen Netzabschnitt abzuschalten. Ein Kurzschluss, Erdschluss oder Überstrom soll also dort getrennt werden, wo er auftritt, ohne dass vorgelagerte oder benachbarte Netzbereiche unnötig mit abgeschaltet werden. Selektivität ist damit keine Eigenschaft eines einzelnen Schalters allein, sondern das Ergebnis der Abstimmung mehrerer Schutzgeräte, Leitungen, Transformatoren, Sicherungen, Relais und Netzbetriebsregeln. [Weiterlesen]
Glossar · S · Shape Risk, Formrisiko, PPA, Strombeschaffung, Lastprofil, Marktwert, Capture Price, Hedging Shape Risk, auf Deutsch Formrisiko, bezeichnet das Risiko, dass das zeitliche Profil von Stromerzeugung oder Stromverbrauch nicht zu dem Profil passt, das ein Vertrag, eine Beschaffungsstrategie, ein Hedge oder ein Referenzpreis abdeckt. Gemeint ist also nicht die gesamte Strommenge über einen Monat oder ein Jahr, sondern ihre Verteilung über Stunden, Tage und Jahreszeiten. Im Strommarkt kann dieselbe Energiemenge je nach Zeitpunkt einen sehr unterschiedlichen Wert haben. [Weiterlesen]
Glossar · S · Sicherheitsbereitschaft, Kohlekraftwerk, Reserve, Versorgungssicherheit, Kapazitätsreserve, Strommarkt, Deutschland Sicherheitsbereitschaft bezeichnet im deutschen Stromsystem eine gesetzlich geregelte Reserveform, bei der bestimmte Kraftwerke aus dem regulären Strommarkt herausgenommen, aber für einen befristeten Zeitraum technisch so vorgehalten werden, dass sie in außergewöhnlichen Situationen wieder Strom erzeugen können. Der Begriff wurde vor allem für ältere Braunkohlekraftwerke verwendet, die nicht mehr am Strommarkt teilnehmen sollten, aber noch nicht endgültig stillgelegt wurden. [Weiterlesen]
Glossar · S · Smart Charging, Elektromobilität, Ladeinfrastruktur, Lastverschiebung, Flexibilität, Verteilnetz Smart Charging bezeichnet das gesteuerte Laden von Elektrofahrzeugen, bei dem Ladezeitpunkt, Ladeleistung oder Ladedauer nicht starr durch das Einstecken des Fahrzeugs bestimmt werden, sondern nach technischen, wirtschaftlichen oder netzbezogenen Kriterien angepasst werden. Das Fahrzeug soll zu einem gewünschten Zeitpunkt ausreichend geladen sein, aber der Weg dorthin wird flexibel gestaltet. Diese Flexibilität kann genutzt werden, um Lastspitzen zu vermeiden, Strom aus erneuerbaren Energien besser aufzunehmen, Netzengpässe zu verringern oder auf variable Strompreise zu reagieren. [Weiterlesen]
Glossar · S · Smart Grid, Intelligentes Stromnetz, Leittechnik, Smart Meter, Flexibilität, Verteilnetz, Digitalisierung, Netzbetrieb Smart Grid, auf Deutsch intelligentes Stromnetz, bezeichnet ein Stromnetz, in dem Messung, Kommunikation, Automatisierung und Steuerung so miteinander verbunden sind, dass Erzeugung, Verbrauch, Speicher und Netzbetrieb laufend besser aufeinander abgestimmt werden können. Gemeint ist keine einzelne Technik, kein bestimmtes Gerät und auch kein bloß digitalisierter Stromzähler. Ein Smart Grid ist eine Betriebsweise des Stromnetzes, bei der Zustände im Netz häufiger, genauer und näher an den tatsächlichen Betriebspunkten erfasst werden und daraus konkrete Handlungen folgen können. [Weiterlesen]
Glossar · S · Smart Meter, Messsystem, Stromverbrauch, Flexibilität, Demand Response, intelligentes Messsystem, Smart Meter Gateway, Messstellenbetrieb, variable Stromtarife Ein Smart Meter ist ein digitaler Stromzähler, der Messwerte elektronisch erfasst und, je nach technischer Ausstattung, aus der Ferne übertragen kann. Im engeren deutschen Sprachgebrauch muss zwischen einer modernen Messeinrichtung und einem intelligenten Messsystem unterschieden werden. Eine moderne Messeinrichtung misst den Stromverbrauch digital vor Ort. Ein intelligentes Messsystem besteht zusätzlich aus einem Smart Meter Gateway, also einer sicheren Kommunikationseinheit, über die Messdaten an berechtigte Marktakteure übertragen und perspektivisch auch Steuerungsvorgänge abgesichert werden können. [Weiterlesen]
Glossar · S · Smart-Meter-Gateway, Smart Meter, Intelligentes Messsystem, Messstellenbetrieb, Steuerung, Datenschutz, IT-Sicherheit, Stromverbrauch, Flexibilität Ein Smart Meter Gateway ist die sichere Kommunikationseinheit eines intelligenten Messsystems. Es verbindet einen oder mehrere digitale Stromzähler mit den berechtigten Akteuren außerhalb der Kundenanlage, etwa Messstellenbetreibern, Netzbetreibern, Lieferanten oder Direktvermarktern. Der Zähler misst elektrische Energie. Das Gateway überträgt, verschlüsselt, prüft Berechtigungen und trennt Kommunikationswege. Aus einem digitalen Zähler wird erst durch ein Smart Meter Gateway ein intelligentes Messsystem. [Weiterlesen]
Glossar · S · Smart-Meter-Rollout, Smart Meter, Smart-Meter-Gateway, Intelligentes Messsystem, Messstellenbetriebsgesetz, Digitalisierung, Messstellenbetrieb, Dynamische Tarife, Flexibilität Smart Meter Rollout bezeichnet den gesetzlich, technisch und organisatorisch geregelten Einbau moderner Messeinrichtungen und intelligenter Messsysteme in Stromverbrauchsstellen, Erzeugungsanlagen und Speicher. Gemeint ist damit kein einzelnes Gerät und kein einfacher Zählertausch, sondern ein mehrstufiger Umbau der Messinfrastruktur: Zähler werden digital, Messwerte werden zeitnäher verfügbar, Kommunikationswege werden standardisiert, und neue Rollen im Stromsystem erhalten verlässliche Daten für Abrechnung, Steuerung und Netzbetrieb. [Weiterlesen]
Glossar · S · Solarenergie, Photovoltaik, Solarthermie, Stromsystem, Erneuerbare Energien Solarenergie bezeichnet die Nutzung der Sonnenstrahlung zur Bereitstellung von Energie. Im engeren energiewirtschaftlichen Sinn sind damit vor allem zwei technische Wege gemeint: Photovoltaik, die Sonnenlicht direkt in elektrischen Strom umwandelt, und Solarthermie, die Sonnenstrahlung zur Erzeugung von Wärme nutzt. Beide greifen auf dieselbe natürliche Energiequelle zu, erfüllen aber unterschiedliche Funktionen im Energiesystem. [Weiterlesen]
Glossar · S · Solarmodul, Photovoltaik, Solarzelle, Wechselrichter, Photovoltaikanlage, Gleichstrom Ein Solarmodul ist eine technische Einheit aus mehreren elektrisch verschalteten Solarzellen, die Sonnenlicht direkt in elektrischen Gleichstrom umwandeln. Die einzelne Solarzelle ist dabei das aktive Halbleiterbauteil, das durch den photovoltaischen Effekt Spannung und Strom erzeugt. Das Modul fasst viele dieser Zellen mechanisch, elektrisch und witterungsgeschützt zusammen. Es besitzt einen Rahmen oder eine rahmenlose Glas Glas Konstruktion, eine Frontabdeckung, Zellverbinder, Anschlussdose, Kabel und meist Bypassdioden, die bei Teilverschattung Schäden und hohe Leistungsverluste begrenzen. [Weiterlesen]
Glossar · S · Solarthermie, Wärme, Erneuerbare Energien, Wärmenetz, Warmwasser, Prozesswärme, Wärmespeicher Solarthermie bezeichnet die technische Nutzung von Sonnenstrahlung zur Erzeugung von Wärme. Ein Solarkollektor nimmt Strahlungsenergie auf, wandelt sie in nutzbare Wärme um und überträgt diese meist auf eine Flüssigkeit, die durch Rohrleitungen zu einem Speicher, einem Gebäudeheizkreis, einer Warmwasserbereitung, einem industriellen Prozess oder einem Wärmenetz geführt wird. [Weiterlesen]
Glossar · S · Sozialtarif, Strompreisbremse, Strompreis, Bezahlbarkeit, Energiearmut, Grundversorgung, Staat, Krisenpolitik Sozialtarif und Strompreisbremse sind Instrumente, mit denen der Staat oder regulierte Versorgungsstrukturen die Belastung durch Stromkosten begrenzen. Ein Sozialtarif richtet sich an bestimmte Haushalte, meist an Menschen mit geringem Einkommen oder besonderem Schutzbedarf. Eine Strompreisbremse begrenzt dagegen den Preis für eine festgelegte Verbrauchsmenge, eine Kundengruppe oder einen Zeitraum. Beide Instrumente verändern nicht den physikalischen Strombedarf, sondern die Zahlungswirkung eines Strompreises. [Weiterlesen]
Glossar · S · Spannung, Elektrotechnik, Stromnetz, Netzqualität, Netzbetrieb Spannung ist der elektrische Potentialunterschied zwischen zwei Punkten. Sie beschreibt, wie viel elektrische Energie pro Ladungsmenge verfügbar ist, um Ladungen durch einen Leiter, ein Gerät oder ein Netz zu bewegen. Die Einheit ist Volt, abgekürzt V. Formal entspricht ein Volt einem Joule pro Coulomb. Im Alltag wird Spannung oft als „Druck“ im elektrischen Netz beschrieben. Dieses Bild kann helfen, ersetzt aber nicht die physikalische Unterscheidung: Spannung ist nicht die fließende Elektrizität selbst, sondern die Größe, unter deren Wirkung ein Strom fließen kann. [Weiterlesen]
Glossar · S · Spannungsband, Spannungshaltung, Verteilnetz, Netzqualität, Photovoltaik, Schieflast, Niederspannung Das Spannungsband bezeichnet den zulässigen Bereich, in dem die elektrische Spannung an einem Netzanschlusspunkt liegen darf. Ein Stromnetz liefert keine vollkommen konstante Spannung. Die Spannung schwankt mit Einspeisung, Verbrauch, Leitungslängen, Netzimpedanzen, Transformatorstellungen und der Verteilung der Lasten auf die drei Phasen. Das Spannungsband legt fest, welche Abweichungen vom Nennwert noch als ordnungsgemäßer Netzbetrieb gelten. [Weiterlesen]
Glossar · S · Begriff, Glossar, Energie, Stromnetz, Spannung, Infrastruktur Spannungsebene bezeichnet den Spannungsbereich, auf dem ein Teil des Stromnetzes betrieben wird und an dem Erzeugungsanlagen, Speicher oder Verbraucher angeschlossen sind. Sie ordnet das Stromnetz technisch in Ebenen wie Höchstspannung, Hochspannung, Mittelspannung und Niederspannung. Diese Einteilung ist notwendig, weil elektrische Energie über große Entfernungen anders transportiert werden muss als innerhalb eines Stadtviertels, eines Gewerbegebiets oder eines einzelnen Gebäudes. [Weiterlesen]
Glossar · S · Spannungseinbruch, Spannung, Spannungshaltung, Kurzschluss, Fault Ride Through, Stromqualität, Netzbetrieb, Versorgungssicherheit Ein Spannungseinbruch ist eine kurzzeitige Absenkung der elektrischen Spannung unter den vorgesehenen Betriebsbereich, nach der sich die Spannung wieder erholt. In der Stromversorgung wird damit kein dauerhafter Niederspannungszustand beschrieben, sondern ein zeitlich begrenztes Ereignis, das von wenigen Millisekunden bis zu mehreren Sekunden reichen kann. Typische Ursachen sind Kurzschlüsse, große Lastzuschaltungen, Motoranläufe, Fehler in benachbarten Netzbereichen oder schnelle Änderungen des Blindleistungsbedarfs. [Weiterlesen]
Glossar · S · Spannungshaltung, Blindleistung, Stromnetz, Netzbetrieb, Verteilnetz, Übertragungsnetz, Umrichter, Systemdienstleistung Spannungshaltung bezeichnet die Aufgabe, die elektrische Spannung in einem Stromnetz innerhalb zulässiger Grenzen zu halten. Sie betrifft die elektrische Qualität an konkreten Netzknoten und Anschlusspunkten. Anders als die Netzfrequenz, die im synchron verbundenen Verbundnetz weitgehend eine gemeinsame Größe ist, ist Spannung räumlich stark unterschiedlich. Sie wird durch Leitungslängen, Netzimpedanzen, Lastflüsse, Einspeisungen, Schaltzustände, Transformatoren und den Austausch von Blindleistung beeinflusst. [Weiterlesen]
Glossar · S · Spannungsregelung, Spannungshaltung, Transformator, Stufenschalter, Blindleistung, Verteilnetz, Übertragungsnetz Spannungsregelung bezeichnet die gezielte Beeinflussung der elektrischen Spannung in einem Stromnetz durch technische Einrichtungen und betriebliche Vorgaben. Sie sorgt dafür, dass die Spannung an Netzanschlusspunkten innerhalb zulässiger Grenzen bleibt, obwohl Einspeisung, Verbrauch und Netzbelastung ständig schwanken. Der Begriff beschreibt damit nicht das Ziel selbst, sondern die Regelvorgänge, mit denen dieses Ziel erreicht wird. [Weiterlesen]
Glossar · S · Speicher, Energiespeicher, Flexibilität, Versorgungssicherheit, Regelenergie, Eigenverbrauch, Engpassmanagement, Saisonale Reserve, Zykluswirkungsgrad, Batteriespeicher, Pumpspeicher, Langzeitspeicher Ein Speicher ist eine technische Anlage, die Energie aufnimmt, in einer geeigneten Form vorhält und zu einem späteren Zeitpunkt wieder abgibt. Im Stromsystem meint der Begriff meist Anlagen, die elektrische Energie zeitlich verschieben: Strom wird aufgenommen, in chemische, mechanische, thermische oder eine andere Energieform umgewandelt und später wieder als Strom oder nutzbare Energie bereitgestellt. Speicher erzeugen dabei keine zusätzliche Energie. Sie verändern den Zeitpunkt, den Ort oder die Nutzungsform von Energie und verursachen dabei Umwandlungsverluste. [Weiterlesen]
Glossar · S · Speicherdauer, Speicher, Speicherkapazität, Speicherleistung, Kurzfristige Speicher, Mittelfristige Speicher, Langfristige Speicher Speicherdauer beschreibt, wie lange ein Speicher elektrische Energie mit einer bestimmten Leistung abgeben kann, bis seine nutzbare Kapazität erschöpft ist. Rechnerisch ergibt sie sich aus der nutzbaren Speicherkapazität geteilt durch die Entladeleistung. Ein Speicher mit 100 Megawattstunden nutzbarer Kapazität und 50 Megawatt Entladeleistung hat eine Speicherdauer von zwei Stunden. Dieselbe Kapazität reicht bei 10 Megawatt Entladeleistung zehn Stunden. [Weiterlesen]
Glossar · S · Speicherkapazität, Speicher, Batteriespeicher, Leistung, Energie, Flexibilität, Stromsystem Speicherkapazität bezeichnet die Energiemenge, die ein Speicher aufnehmen und später wieder abgeben kann. Im Stromsystem wird sie meist in Kilowattstunden, Megawattstunden oder Gigawattstunden angegeben. Eine Batterie mit 10 Megawattstunden nutzbarer Speicherkapazität kann unter definierten Betriebsbedingungen insgesamt 10 Megawattstunden elektrische Energie liefern, bevor sie wieder geladen werden muss. Diese Aussage beschreibt jedoch noch nicht, wie schnell die Energie abgegeben werden kann, wie lange der Speicher bei einer bestimmten Leistung läuft, wo er angeschlossen ist oder ob er im konkreten Moment geladen ist. [Weiterlesen]
Glossar · S · Speicherleistung, Speicher, Speicherkapazität, Ladeleistung, Entladeleistung, Batteriespeicher, Flexibilität Speicherleistung bezeichnet die elektrische Leistung, mit der ein Speicher Strom aufnehmen oder abgeben kann. Sie wird in Kilowatt, Megawatt oder Gigawatt angegeben und beschreibt eine Momentangröße: Wie stark kann der Speicher in einem bestimmten Augenblick laden oder entladen? Davon zu unterscheiden ist die Speicherkapazität, die eine Energiemenge beschreibt und in Kilowattstunden, Megawattstunden oder Gigawattstunden angegeben wird. [Weiterlesen]
Glossar · S · Spitzenlast, Leistung, Stromsystem, Netzdimensionierung, Erzeugungskapazität, Lastmanagement, Speicher, Elektromobilität, Wärmepumpe Spitzenlast bezeichnet die höchste gleichzeitig nachgefragte elektrische Leistung in einem betrachteten Stromsystem, Netzgebiet, Gebäude oder Anschluss innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Sie beschreibt also keinen Energieverbrauch über Stunden, Tage oder Jahre, sondern einen Moment beziehungsweise ein Messintervall mit besonders hoher Leistungsnachfrage. Im Stromsystem wird Spitzenlast meist in Kilowatt, Megawatt oder Gigawatt angegeben. Für Abrechnung, Netzplanung und Systemführung ist häufig nicht ein Sekundenwert maßgeblich, sondern ein gemittelter Wert über ein standardisiertes Intervall, etwa eine Viertelstunde. [Weiterlesen]
Glossar · S · Spitzenlastkappung, Peak Shaving, Spitzenlast, Speicher, Lastmanagement, Netzentgelt, Anschlussleistung Spitzenlastkappung, englisch Peak Shaving, bezeichnet die gezielte Begrenzung kurzfristiger Leistungsspitzen in einem Verbrauchsprofil. Gemeint ist nicht die Verringerung des gesamten Stromverbrauchs, sondern die Senkung der höchsten gleichzeitig abgerufenen elektrischen Leistung. Praktisch geschieht das durch Batteriespeicher, steuerbare Verbraucher, zeitlich verschobene Betriebsabläufe, Ladeleistungsbegrenzungen oder ein Energiemanagementsystem, das mehrere Anlagen koordiniert. [Weiterlesen]
Glossar · S · Spotmarkt, Strommarkt, Day-Ahead-Markt, Intraday-Markt, Strompreis Der Spotmarkt ist der kurzfristige Großhandelsmarkt für Strom. Auf ihm wird elektrische Energie für konkrete Lieferzeiträume gehandelt, meist für den folgenden Tag im Day Ahead Markt oder für denselben Tag im Intraday Markt. Gehandelt wird nicht Strom „im Allgemeinen“, sondern eine bestimmte Energiemenge in einer bestimmten Viertelstunde oder Stunde innerhalb einer Gebotszone. Die zentrale Einheit ist die Megawattstunde, abgerechnet wird typischerweise in Euro je Megawattstunde. [Weiterlesen]
Glossar · S · Stand-by-Verluste, Stromverbrauch, Energieeffizienz, Geräte, Leerlaufverbrauch, Haushalte Stand by Verluste sind Stromverbräuche von Geräten, die gerade keine Hauptfunktion ausführen, aber weiterhin elektrische Energie aufnehmen. Ein Fernseher wartet auf das Signal der Fernbedienung, ein Drucker hält seine Steuerung bereit, ein Router bleibt dauerhaft verbunden, ein Ladegerät steckt ohne angeschlossenes Gerät in der Steckdose, eine Kaffeemaschine betreibt Uhr, Display oder Elektronik. In all diesen Fällen entsteht Stromverbrauch, obwohl aus Sicht der Nutzerinnen und Nutzer scheinbar nichts geschieht. [Weiterlesen]
Glossar · S · Stand-by-Verluste, Batteriespeicher, Speicher, Selbstentladung, Batteriemanagementsystem, Wirkungsgrad, LCOS Stand by Verluste von Batteriespeichern sind Energieverbräuche, die entstehen, wenn ein Batteriespeicher betriebsbereit ist, aber gerade nicht aktiv lädt oder entlädt. Der Speicher steht dann in einem Zustand, in dem er überwacht, geregelt, kommunikationsfähig und technisch verfügbar bleibt. Dafür benötigen Komponenten wie Batteriemanagementsystem, Wechselrichter, Steuerung, Sensorik, Kommunikationstechnik, Kühlung, Heizung, Brandschutz und Sicherheitssysteme elektrische Energie. [Weiterlesen]
Glossar · S · Standardlastprofil, SLP, Registrierende Leistungsmessung, RLM, Smart Meter, Stromverbrauch, Abrechnung, Lastprofil Standardlastprofil und registrierende Leistungsmessung sind zwei Verfahren, mit denen der zeitliche Verlauf von Stromverbrauch für Abrechnung, Bilanzierung und Marktprozesse behandelt wird. Beim Standardlastprofil, kurz SLP, wird der Verbrauch eines Kunden zwar als Energiemenge gemessen, der Verlauf über Stunden und Viertelstunden aber rechnerisch nach typischen Mustern verteilt. Bei der registrierenden Leistungsmessung, kurz RLM, wird der tatsächliche Lastgang des Kunden in festen Zeitintervallen gemessen, in der Regel viertelstündlich. [Weiterlesen]
Glossar · S · Startzeit, Kraftwerk, Reserve, Gaskraftwerk, Flexibilität, Versorgungssicherheit, Rampenfähigkeit Startzeit bezeichnet die Zeitspanne, die eine technische Anlage benötigt, um aus einem ausgeschalteten, ruhenden oder nicht einsatzbereiten Zustand in einen Zustand zu gelangen, in dem sie wirksam Leistung bereitstellen kann. Im Stromsystem betrifft der Begriff vor allem Kraftwerke, Speicher, Notstromaggregate, Reserveanlagen und größere flexible Verbrauchseinrichtungen. Gemessen wird die Startzeit meist in Sekunden, Minuten oder Stunden. Welche Einheit sinnvoll ist, hängt von der Anlage ab: Ein Batteriespeicher kann innerhalb von Sekunden einspeisen, eine offene Gasturbine häufig innerhalb weniger Minuten, ein GuD Kraftwerk oder ein Kohlekraftwerk benötigt je nach Ausgangszustand deutlich länger. [Weiterlesen]
Glossar · S · STATCOM, Blindleistungskompensation, Spannungshaltung, Leistungselektronik, Stromnetz, Systemdienstleistung, Umrichter Ein STATCOM, ausgeschrieben Static Synchronous Compensator, ist eine leistungselektronische Anlage, die in einem Wechselstromnetz sehr schnell Blindleistung bereitstellen oder aufnehmen kann. Seine Aufgabe besteht vor allem darin, die elektrische Spannung an einem Netzpunkt zu stützen, Spannungsschwankungen zu dämpfen und den Netzbetrieb in Situationen zu stabilisieren, in denen Erzeugung, Verbrauch oder Netzfehler die Spannung belasten. [Weiterlesen]
Glossar · S · State of Charge, Speicher, Batterie, Ladezustand, Stromsystem State of Charge bezeichnet den Ladezustand eines elektrischen Speichers. Gemeint ist der Anteil der aktuell verfügbaren gespeicherten Energie an der nutzbaren Speicherkapazität. Bei Batterien wird der State of Charge meist in Prozent angegeben: 100 Prozent bedeutet, dass der Speicher innerhalb seines zulässigen Betriebsfensters voll geladen ist; 0 Prozent bedeutet nicht zwingend physikalisch vollständig leer, sondern leer im Sinne der für den Betrieb freigegebenen Kapazität. [Weiterlesen]
Glossar · S · State of Health, SoH, Batteriespeicher, Batterie, Degradation, Ladezustand, Zyklenfestigkeit, Alterung State of Health, kurz SoH, bezeichnet den Alterungszustand einer Batterie im Vergleich zu einem definierten Referenzzustand. Meist wird der SoH in Prozent angegeben. 100 Prozent steht dann für den Zustand einer neuen oder als neu definierten Batterie, ein niedrigerer Wert beschreibt den Verlust an nutzbarer Kapazität, Leistung oder einer anderen relevanten Batteriekenngröße. Der Begriff beantwortet nicht die Frage, wie voll eine Batterie gerade ist, sondern wie leistungsfähig sie im Vergleich zu ihrem Ausgangszustand noch ist. [Weiterlesen]
Glossar · S · Stationsleittechnik, Leittechnik, Umspannwerk, Netzbetrieb, Fernwirktechnik, Schaltanlage Stationsleittechnik bezeichnet die Mess , Steuerungs , Schutz , Kommunikations und Automatisierungstechnik innerhalb einer Netzstation, eines Umspannwerks oder einer Schaltanlage. Sie erfasst Zustände elektrischer Betriebsmittel, verarbeitet Meldungen und Messwerte, steuert Schalter, Trenner und Transformatorstufenschalter, überwacht Verriegelungen und verbindet die Station mit einer übergeordneten Netzleitstelle. Zur Stationsleittechnik gehören typischerweise Schutz und Steuergeräte, Feldleitgeräte, Stationsrechner, Bedienplätze, Kommunikationsnetze, Zeitsynchronisation, Fernwirkankopplungen und Schnittstellen zu Prozesssignalen aus der Anlage. [Weiterlesen]
Glossar · S · Stern-Dreieck-Schaltung, Drehstrom, Elektromotor, Anlaufstrom, Netzbelastung, Spannung Die Stern Dreieck Schaltung ist eine Anlaufschaltung für Drehstrom Asynchronmotoren. Sie verbindet die drei Motorwicklungen beim Start zunächst in Sternschaltung und schaltet nach kurzer Hochlaufzeit auf Dreieckschaltung um. Dadurch liegt während des Anlaufs an jeder Wicklung eine geringere Spannung an als im späteren Dauerbetrieb. Der Motor nimmt weniger Strom auf, erzeugt aber auch ein geringeres Anlaufmoment. [Weiterlesen]
Glossar · S · Steuerbare Erzeugung, Stromerzeugung, Versorgungssicherheit, Reserve, Ausgleich, Windenergie, Photovoltaik, KWK, Leistung Als steuerbare Erzeugung bezeichnet man Stromerzeugung, deren elektrische Leistung gezielt erhöht, verringert oder abgeschaltet werden kann, soweit die jeweilige Anlage technisch verfügbar ist und ihre Einsatzbedingungen erfüllt sind. Der Begriff beschreibt nicht die erzeugte Strommenge, sondern die Fähigkeit, zu einem bestimmten Zeitpunkt eine bestimmte Leistung bereitzustellen oder anzupassen. Im Stromsystem ist diese Fähigkeit wichtig, weil Erzeugung und Verbrauch jederzeit im Gleichgewicht gehalten werden müssen. [Weiterlesen]
Glossar · S · Steuerbare Verbrauchseinrichtung, Wärmepumpe, Ladepunkt, Speicher, Verteilnetz, Smart-Meter-Gateway, Flexibilität, Netzdienlichkeit Eine steuerbare Verbrauchseinrichtung ist ein elektrischer Verbraucher, dessen Leistungsaufnahme nach festgelegten Regeln technisch beeinflusst werden kann. Im deutschen Stromsystem meint der Begriff vor allem größere Anlagen am Niederspannungsnetz: private Ladepunkte für Elektrofahrzeuge, Wärmepumpen, Anlagen zur Raumkühlung und Batteriespeicher, soweit sie Strom aus dem Netz beziehen. Steuerbar ist eine solche Einrichtung nicht deshalb, weil sie theoretisch abschaltbar wäre, sondern weil sie über eine geeignete technische Anbindung verfügt und ihr Betrieb innerhalb rechtlicher Grenzen zeitweise reduziert oder verschoben werden kann. [Weiterlesen]
Glossar · S · Steuerbox, Smart-Meter-Gateway, Steuerbare Verbrauchseinrichtung, Verteilnetz, Flexibilität, Wärmepumpe, Ladepunkt, Netzsteuerung Eine Steuerbox ist eine technische Komponente, über die steuerbare Verbrauchseinrichtungen oder dezentrale Anlagen Schalt und Steuersignale empfangen und in der Kundenanlage ausführen können. Sie misst nicht den Stromverbrauch und ersetzt kein intelligentes Messsystem. Ihre Aufgabe liegt darin, einen zulässigen Steuerbefehl so an eine Anlage weiterzugeben, dass deren Leistung begrenzt, freigegeben oder in einem definierten Modus betrieben werden kann. [Weiterlesen]
Glossar · S · Strategische Reserve, Kapazitätsmechanismus, Versorgungssicherheit, Reserveleistung, Kraftwerke, Strommarkt, Kapazitätsangemessenheit Eine strategische Reserve ist eine vertraglich vorgehaltene elektrische Leistung, die außerhalb des normalen Strommarkts bereitsteht und nur in klar definierten Knappheitssituationen eingesetzt wird. Sie dient dazu, einen zusätzlichen Sicherheitspuffer für die Stromversorgung zu schaffen, ohne die laufende Einsatzentscheidung der Kraftwerke, Speicher und flexiblen Verbraucher im Markt ständig zu verändern. [Weiterlesen]
Glossar · S · PV-String, String, Photovoltaik, Solarmodul, Wechselrichter, MPP-Tracking, Gleichstrom Ein PV String ist eine Reihenschaltung mehrerer Solarmodule in einer Photovoltaikanlage. In einer Reihenschaltung addieren sich die Spannungen der einzelnen Module, während durch alle Module derselbe Strom fließt. Der String bildet damit eine elektrische Einheit auf der Gleichstromseite der Anlage und wird an einen Wechselrichter oder an einen einzelnen MPP Tracker im Wechselrichter angeschlossen. [Weiterlesen]
Glossar · S · Strom, Glossar, Energie, Elektrotechnik, Stromsystem Strom ist die gerichtete Bewegung elektrischer Ladung. Physikalisch bezeichnet der Begriff zunächst den elektrischen Strom im engeren Sinn, also eine Stromstärke, die in Ampere gemessen wird. In der Energiewirtschaft und Alltagssprache wird „Strom“ jedoch meist weiter verwendet: Gemeint ist elektrische Energie, die in Kraftwerken, Photovoltaikanlagen, Windenergieanlagen, Batterien oder anderen Anlagen bereitgestellt, über Netze transportiert und von Geräten, Maschinen, Wärmepumpen, Rechenzentren, Bahnen oder Industrieprozessen genutzt wird. [Weiterlesen]
Glossar · S · Stromausfall, Versorgungssicherheit, Netzbetrieb, Blackout, Resilienz Ein Stromausfall ist eine Unterbrechung der elektrischen Versorgung an einem Netzanschlusspunkt, in einem Netzabschnitt oder in einem größeren Versorgungsgebiet. Für die betroffenen Verbraucher bedeutet das: Spannung ist nicht mehr verfügbar, elektrische Geräte können nicht betrieben werden, Anlagen schalten ab oder wechseln in eine Ersatzversorgung. Der Begriff beschreibt zunächst ein Ereignis im Stromnetz oder in der Kundenanlage, nicht automatisch einen Mangel an erzeugtem Strom im gesamten Stromsystem. [Weiterlesen]
Glossar · S · Strombeschaffung, Stromlieferant, Terminmarkt, Spotmarkt, OTC-Handel, PPA, Strompreis Strombeschaffung bezeichnet die vertragliche und operative Sicherung von Strommengen, die ein Lieferant, ein Industrieunternehmen, ein Stadtwerk oder ein anderer Marktakteur für künftige Verbräuche benötigt. Beschafft werden dabei Energiemengen in Kilowattstunden oder Megawattstunden, meist für bestimmte Lieferzeiträume: eine Stunde, einen Tag, einen Monat, ein Quartal oder ein Jahr. Die Beschaffung kann über die Strombörse, über bilaterale Verträge außerhalb der Börse, über langfristige Stromlieferverträge mit Erzeugern, über eigene Kraftwerke oder über kurzfristige Käufe am Spotmarkt erfolgen. [Weiterlesen]
Glossar · S · Strombörse, Strommarkt, Spotmarkt, Terminmarkt, Preisbildung Eine Strombörse ist ein organisierter Handelsplatz, an dem Strommengen für bestimmte Lieferzeiträume nach festgelegten Regeln gekauft und verkauft werden. Gehandelt wird nicht „Strom“ als frei lagerbare Ware, sondern die Verpflichtung, zu einem bestimmten Zeitpunkt eine bestimmte elektrische Energiemenge in ein Marktgebiet einzuspeisen oder daraus zu entnehmen. Die zentrale Einheit ist die Megawattstunde, abgekürzt MWh. Preise werden meist in Euro pro Megawattstunde angegeben. Für den operativen Betrieb sind zusätzlich die Lieferzeiträume relevant, etwa Stunden, Viertelstunden oder standardisierte Terminprodukte für Monate, Quartale und Jahre. [Weiterlesen]
Glossar · S · Begriff, Stromsystem, Kraftwerke, Erneuerbare Energien, Versorgungssicherheit, Strommarkt Stromerzeugung bezeichnet die Umwandlung anderer Energieformen in elektrische Energie. Sie findet in technischen Anlagen statt, etwa in Windenergieanlagen, Photovoltaikanlagen, Wasserkraftwerken, Kohle und Gaskraftwerken, Kernkraftwerken, Biomasseanlagen, Blockheizkraftwerken oder Speichern im Entladebetrieb. Physikalisch entsteht dabei keine Energie aus dem Nichts. Eine vorhandene Energieform wird so umgewandelt, dass elektrische Energie im Stromnetz oder unmittelbar vor Ort genutzt werden kann. [Weiterlesen]
Glossar · S · Stromgestehungskosten, LCOE, Investitionskosten, Betriebskosten, Systemkosten, Strommarkt, Erzeugungstechnologie, Wirtschaftlichkeit Stromgestehungskosten bezeichnen die durchschnittlichen Kosten, zu denen eine Stromerzeugungsanlage über ihre wirtschaftliche Lebensdauer eine Kilowattstunde Strom erzeugt. International wird dafür häufig die Abkürzung LCOE verwendet, für Levelized Cost of Electricity. Die Kennzahl verteilt alle relevanten Kosten einer Anlage auf die gesamte erwartete Stromproduktion. Sie macht damit unterschiedliche Erzeugungstechnologien in einer gemeinsamen Einheit vergleichbar: Euro je Megawattstunde oder Cent je Kilowattstunde. [Weiterlesen]
Glossar · S · Stromhandel, Strommarkt, Börse, Day-Ahead-Markt, Intraday-Markt, Terminmarkt, Flexibilität, Stromsystem Stromhandel bezeichnet den Kauf und Verkauf elektrischer Energie für bestimmte Lieferzeiträume. Gehandelt wird nicht „Strom“ als beliebige Ware im Lager, sondern eine Energiemenge in einem zeitlich festgelegten Intervall, meist angegeben in Megawattstunden. Eine Megawattstunde entspricht der Energiemenge, die bei einer konstanten Leistung von einem Megawatt über eine Stunde geliefert oder verbraucht wird. Diese zeitliche Bindung unterscheidet Stromhandel grundlegend vom Handel mit lagerfähigen Gütern. [Weiterlesen]
Glossar · S · Stromkennzeichnung, Herkunftsnachweis, Grünstrom, Strommix, CO2-Emissionen, Endkunde, Stromversorger Stromkennzeichnung bezeichnet die gesetzlich geregelte Ausweisung, aus welchen Energiequellen sich der Strom eines Lieferanten oder eines konkreten Stromprodukts bilanziell zusammensetzt. Stromversorger müssen gegenüber Endkunden angeben, welche Anteile auf erneuerbare Energien, fossile Energieträger und Kernenergie entfallen und welche Umweltwirkungen damit verbunden sind. In Deutschland gehören dazu insbesondere Angaben zu CO₂ Emissionen und radioaktivem Abfall je Kilowattstunde. [Weiterlesen]
Glossar · S · Stromlieferant, Lieferant, Strommarkt, Letztverbraucher, Strombeschaffung, Strompreis, Bilanzkreis Ein Stromlieferant ist ein Unternehmen, das Strom an Letztverbraucher verkauft und dafür die vertragliche Belieferung, Beschaffung, Abrechnung und Kundenkommunikation organisiert. Er ist die Marktrolle, mit der Haushalte, Gewerbebetriebe oder Industriekunden ihren Stromliefervertrag schließen. Ein Stromlieferant ist damit nicht automatisch der Betreiber des örtlichen Stromnetzes und besitzt auch nicht notwendigerweise eigene Kraftwerke. [Weiterlesen]
Glossar · S · Strommarkt, Stromsystem, Stromhandel, Markt, Energie Der Strommarkt bezeichnet die Gesamtheit der Regeln, Handelsplätze, Verträge und Institutionen, über die elektrische Energie beschafft, verkauft, bilanziert und abgerechnet wird. Er umfasst den Großhandel zwischen Erzeugern, Händlern und Lieferanten, Terminmärkte zur längerfristigen Absicherung, kurzfristige Märkte für den Ausgleich von Prognoseabweichungen, Regelenergiemärkte für die Netzstabilität sowie die vertragliche Belieferung von Haushalten, Gewerbe und Industrie. [Weiterlesen]
Glossar · S · Strommix, Stromerzeugung, Emissionsfaktor, CO2-Intensität, Erneuerbare Energien, Fossile Energieträger, Stromkennzeichnung Strommix bezeichnet die Zusammensetzung von Strom nach den Energiequellen, aus denen er erzeugt oder bilanziell einem Verbrauch zugeordnet wird. Gemeint sein kann der Mix der tatsächlichen Stromerzeugung in einem Land, der Mix in einer Markt oder Preiszone, der Liefermix eines Stromanbieters, der Mix eines bestimmten Tarifs oder der rechnerische Mix des Stromverbrauchs eines Unternehmens. Ohne genaue Angabe von Bezugsraum, Zeitraum und Bilanzierungsregel bleibt der Begriff unvollständig. [Weiterlesen]
Glossar · S · Begriff, Glossar, Energie, Stromsystem, Netzbetrieb, Infrastruktur, Übertragungsnetz, Verteilnetz Das Stromnetz ist die technische Infrastruktur, über die elektrische Energie von Erzeugungsanlagen zu Verbrauchern gelangt und über die dezentrale Anlagen Strom einspeisen. Es umfasst Leitungen, Kabel, Umspannwerke, Transformatoren, Schaltanlagen, Schutztechnik, Mess und Leittechnik sowie die betrieblichen Verfahren, mit denen Spannung, Stromflüsse und Betriebssicherheit gesteuert werden. Ein Stromnetz ist deshalb kein bloßes Leitungssystem. Es ist die physikalische Grundlage dafür, dass Stromerzeugung und Stromverbrauch in jedem Moment zusammengeführt werden können. [Weiterlesen]
Glossar · S · Stromnetze, Stromnetz, Glossar, Energie, Stromsystem, Netzinfrastruktur Stromnetze sind die miteinander verbundenen technischen Infrastrukturen, über die elektrische Energie von Erzeugungsanlagen zu Verbrauchern transportiert, verteilt und in ihrer Qualität stabil gehalten wird. Der Plural ist wichtig, weil es nicht das eine homogene Netz gibt. Gemeint sind Übertragungsnetze, Verteilnetze, regionale Netze, Inselnetze, Industrienetze, Bahnstromnetze und grenzüberschreitend gekoppelte Verbundnetze mit unterschiedlichen Spannungsebenen, Aufgaben und Zuständigkeiten. Der Einzelbegriff Stromnetz bezeichnet diese Infrastruktur grundsätzlich; „Stromnetze“ macht sichtbar, dass mehrere technische Ebenen und organisatorische Verantwortungen zusammenwirken. [Weiterlesen]
Glossar · S · Glossar, Energie, Strommarkt, Kosten, Verbraucher, Börsenstrompreis, Netzentgelte, Flexibilität Strompreis bezeichnet den Geldbetrag, der für elektrische Energie verlangt oder gezahlt wird. Gemeint sein kann der Preis an der Strombörse, der Arbeitspreis in einem Haushaltsvertrag, ein Industriestrompreis, ein Beschaffungspreis eines Lieferanten oder ein rechnerischer Durchschnittspreis über ein Jahr. Ohne Angabe der Perspektive bleibt der Begriff ungenau, weil diese Preise auf unterschiedlichen Märkten entstehen, verschiedene Kostenbestandteile enthalten und unterschiedliche Funktionen im Stromsystem haben. [Weiterlesen]
Glossar · S · Strompreisbestandteile, Strompreis, Netzentgelt, Steuern, Abgaben, Umlagen, Strommarkt Strompreisbestandteile sind die einzelnen Kosten und Preispositionen, aus denen sich der Strompreis für Letztverbraucher zusammensetzt. Bei Haushalten und vielen kleineren Gewerbekunden umfasst der Endpreis typischerweise Kosten für Beschaffung und Vertrieb, Netzentgelte, Messstellenbetrieb, Konzessionsabgabe, Stromsteuer, weitere Umlagen und die Umsatzsteuer. Der Begriff beschreibt damit nicht den Börsenpreis allein, sondern den Preis an der Schnittstelle zwischen Stromlieferant, Netzbetreiber, Staat, Messwesen und Kunde. [Weiterlesen]
Glossar · S · Stromspitzenlastkappung, Peak Shaving, Spitzenlast, Lastmanagement, Speicher, Netzentgelt, Flexibilität Stromspitzenlastkappung bezeichnet die gezielte Begrenzung kurzzeitiger elektrischer Leistungsspitzen. Der englische Begriff Peak Shaving wird häufig synonym verwendet. Gemeint ist nicht in erster Linie eine Senkung des gesamten Stromverbrauchs, sondern eine Verringerung der höchsten gleichzeitig aus dem Netz bezogenen elektrischen Leistung. Ein Unternehmen kann über das Jahr dieselbe Strommenge verbrauchen und dennoch eine niedrigere Spitzenlast aufweisen, wenn Lasten zeitlich verschoben, Speicher entladen oder Ladevorgänge gesteuert werden. [Weiterlesen]
Glossar · S · Glossar, Energie, Stromnetz, Strommarkt, Versorgungssicherheit, Stromerzeugung, Stromverbrauch, Flexibilität Ein Stromsystem ist die Gesamtheit der technischen Anlagen, Regeln, Märkte, Betriebsprozesse und Institutionen, die elektrische Energie erzeugen, transportieren, verteilen, speichern, messen, handeln und verbrauchen. Zum Stromsystem gehören Kraftwerke, Wind und Solaranlagen, Stromnetze, Umspannwerke, Speicher, steuerbare Verbraucher, Messsysteme, Netzleitstellen, Strombörsen, Bilanzkreise, Netzbetreiber, Lieferanten, Regulierungsbehörden und gesetzliche Vorgaben. [Weiterlesen]
Glossar · S · Stromverbrauch, Elektrische Energie, Kilowattstunde, Leistung, Endenergie, Primärenergie, Elektrifizierung, Effizienz, Energieverbrauch Stromverbrauch bezeichnet die Menge elektrischer Energie, die innerhalb eines bestimmten Zeitraums genutzt wird. Er wird meistens in Kilowattstunden gemessen. Eine Kilowattstunde entsteht, wenn eine elektrische Leistung von einem Kilowatt eine Stunde lang in Anspruch genommen wird. Ein Gerät mit 2 Kilowatt Leistung verbraucht in einer halben Stunde ebenfalls eine Kilowattstunde. Der Begriff beschreibt also eine Energiemenge, nicht die momentane Belastung des Stromsystems. [Weiterlesen]
Glossar · S · Stromzähler, Messwesen, Smart Meter, Netzbetrieb, Stromsystem Ein Stromzähler misst elektrische Energie, die über einen Netzanschluss bezogen oder in das Stromnetz eingespeist wird. Die gemessene Größe ist in der Regel die Kilowattstunde, also eine Energiemenge. Ein Gerät mit 1 Kilowatt elektrischer Leistung, das eine Stunde lang betrieben wird, verursacht einen Verbrauch von 1 Kilowattstunde. Der Zähler macht damit nicht die momentane Belastung eines Anschlusses sichtbar, sondern die über eine Zeitspanne aufsummierte elektrische Arbeit. [Weiterlesen]
Glossar · S · Stufenschalter, Transformator, Spannungshaltung, Spannungsregelung, Netzebene, Verteilnetz, Übertragungsnetz Ein Stufenschalter ist eine Einrichtung an einem Transformator, mit der das Übersetzungsverhältnis zwischen zwei Spannungsebenen in diskreten Schritten verändert wird. Er verändert also nicht die übertragene Energie und auch nicht die Frequenz, sondern die Spannung auf einer Netzseite des Transformators. Praktisch wird dazu die wirksame Windungszahl einer Transformatorwicklung geändert. Aus dem Verhältnis der Windungszahlen ergibt sich das Spannungsverhältnis zwischen Primär und Sekundärseite. [Weiterlesen]
Glossar · S · Störfall, Betriebssicherheit, Schutztechnik, Resilienz, Stromnetz, Versorgungssicherheit Ein Störfall ist ein ungeplantes Ereignis im Stromsystem, bei dem der normale Betrieb einer Anlage, eines Netzabschnitts oder eines größeren Verbundsystems nicht mehr innerhalb der vorgesehenen technischen Grenzen abläuft. Er kann durch einen Betriebsmittelfehler, eine fehlerhafte Schalthandlung, extreme Witterung, Überlastung, einen Kurzschluss, Kommunikationsprobleme, Cyberangriffe oder das gleichzeitige Auftreten mehrerer kleiner Abweichungen entstehen. Gemeint ist nicht jede kleine Schwankung im laufenden Betrieb, sondern ein Ereignis, das Schutz , Regelungs oder Eingriffsmaßnahmen auslöst oder auslösen müsste, um Personen, Anlagen und die Stabilität der Stromversorgung zu schützen. [Weiterlesen]
Glossar · S · Suffizienz, Energieverbrauch, Energieeffizienz, Nachfrage, Energiedienstleistung Suffizienz bezeichnet im Energiesystem die Begrenzung oder Verringerung des Bedarfs an Energie, Leistung, Material oder Infrastruktur, indem Art, Umfang und Organisation von Energiedienstleistungen verändert werden. Gemeint ist nicht bloß ein geringerer Stromverbrauch durch sparsamere Geräte, sondern die Frage, welche Nachfrage überhaupt entsteht: wie viel Wohnfläche beheizt wird, welche Raumtemperaturen üblich sind, wie groß Fahrzeuge und Batterien dimensioniert werden, wie viele Geräte parallel betrieben werden, welche Komfortstandards technisch festgelegt sind und welche Wege durch Stadtplanung, Arbeitsorganisation oder digitale Dienste entfallen oder zusätzlich entstehen. [Weiterlesen]
Glossar · S · SVC, Static Var Compensator, Blindleistung, Spannungshaltung, FACTS, Übertragungsnetz, Netzstabilität Ein SVC, ausgeschrieben Static Var Compensator, ist eine netztechnische Anlage zur schnellen Bereitstellung oder Aufnahme von Blindleistung in einem Wechselstromnetz. Er dient vor allem der Spannungshaltung, der Begrenzung von Spannungsschwankungen und der Unterstützung der statischen und dynamischen Netzstabilität. Die Abkürzung steht für eine Technologie, die keine elektrische Arbeit im Sinne von Kilowattstunden liefert, sondern den Spannungszustand eines Netzknotens beeinflusst. [Weiterlesen]
Glossar · S · Synchrongebiet, Verbundnetz, Netzfrequenz, ENTSO-E, Frequenzhaltung, Übertragungsnetz, Europa Ein Synchrongebiet ist ein zusammenhängender Teil des Wechselstromsystems, in dem alle direkt gekoppelten Netze mit derselben elektrischen Frequenz und in einem gemeinsamen Phasenbezug betrieben werden. Generatoren, Leitungen, Umspannwerke und viele angeschlossene Verbrauchseinrichtungen sind darin so miteinander verbunden, dass eine Störung des Gleichgewichts zwischen Erzeugung und Verbrauch die Netzfrequenz im gesamten Gebiet beeinflusst. Das Synchrongebiet beschreibt damit keine Verwaltungseinheit, sondern eine physikalische Kopplung. [Weiterlesen]
Glossar · S · Synthetische Trägheit, Systemträgheit, Schwungmasse, Umrichter, Netzbildende Umrichter, Frequenzhaltung, RoCoF Synthetische Trägheit bezeichnet eine Regelungsfunktion leistungselektronischer Anlagen, mit der sie bei schnellen Frequenzänderungen ein trägheitsähnliches Verhalten im Stromnetz bereitstellen. Sie wird vor allem bei Windenergieanlagen, Batteriespeichern, Photovoltaikanlagen, Elektrolyseuren oder anderen über Umrichter angeschlossenen Betriebsmitteln diskutiert. Der Begriff beschreibt keine physische Eigenschaft einer rotierenden Maschine, sondern eine technisch programmierte Reaktion auf eine Störung. [Weiterlesen]
Glossar · S · Synthetisches Methan, Methanisierung, Power-to-Gas, Wasserstoff, Gasnetz, Langfristige Speicher Synthetisches Methan ist künstlich hergestelltes Methan mit der chemischen Formel CH₄. Es entsteht in der Regel, indem Wasserstoff mit Kohlendioxid zu Methan und Wasser reagiert. Dieser Prozess heißt Methanisierung. Wird der Wasserstoff mit Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt, wird synthetisches Methan häufig als erneuerbares Gas, E Methan oder als Teil von Power to Gas bezeichnet. [Weiterlesen]
Glossar · S · System-Inertia, Systemträgheit, Schwungmasse, synthetische Trägheit, Frequenzhaltung, Momentanreserve, Umrichter, Netzstabilität System Inertia oder Systemträgheit bezeichnet die Fähigkeit eines Stromsystems, eine plötzliche Störung des Gleichgewichts zwischen Erzeugung und Verbrauch in den ersten Sekunden abzufedern und dadurch schnelle Änderungen der Netzfrequenz zu begrenzen. In einem klassischen Wechselstromsystem entsteht diese Trägheit vor allem aus der Bewegungsenergie rotierender Synchronmaschinen, also aus Turbinen und Generatoren großer Kraftwerke. Wenn im Netz plötzlich Erzeugung ausfällt oder Verbrauch hinzukommt, wird ein Teil dieser gespeicherten Bewegungsenergie unmittelbar in elektrische Energie umgewandelt. Die Frequenz sinkt dadurch langsamer. [Weiterlesen]
Glossar · S · Systemdienlichkeit, Stromsystem, Flexibilität, Versorgungssicherheit, Netzdienlichkeit Systemdienlichkeit bezeichnet die Eigenschaft einer Anlage, eines Verbrauchers, eines Speichers, eines Tarifs, einer Marktregel oder einer Betriebsweise, das Stromsystem insgesamt zu entlasten oder stabiler, effizienter und verlässlicher nutzbar zu machen. Der Begriff beschreibt keine einzelne technische Größe wie Kilowatt oder Kilowattstunde. Er bewertet eine Wirkung: Trägt ein Verhalten dazu bei, Erzeugung und Verbrauch, Netzbelastung, Frequenzhaltung, Spannung, Engpassmanagement und Versorgungssicherheit besser miteinander in Einklang zu bringen? [Weiterlesen]
Glossar · S · Glossar, Energie, Stromsystem, Netzstabilität, Regelenergie Systemdienstleistungen sind technische Leistungen, die den sicheren Betrieb eines Stromsystems ermöglichen. Sie sorgen dafür, dass Frequenz, Spannung, Stromflüsse und Wiederaufbaufähigkeit des Netzes innerhalb zulässiger Grenzen bleiben. Gemeint ist also keine zusätzliche Strommenge, die an Haushalte oder Unternehmen geliefert wird, sondern die Betriebsfähigkeit des elektrischen Gesamtsystems. [Weiterlesen]
Glossar · S · Systemdienstleistungen, Netzstabilität, Frequenzhaltung, Spannungshaltung, Blindleistung, Regelenergie, Schwarzstartfähigkeit, Netzbetrieb Systemdienstleistungen sind technische und organisatorische Leistungen, die den sicheren Betrieb des Stromsystems ermöglichen, ohne selbst mit der bloßen Lieferung von elektrischer Energie gleichgesetzt zu werden. Sie halten Frequenz und Spannung in zulässigen Grenzen, begrenzen Störungen, unterstützen den Netzbetrieb und ermöglichen den Wiederaufbau des Systems nach einem größeren Ausfall. Ein Stromsystem kann rechnerisch genug Kilowattstunden erzeugen und trotzdem unsicher betrieben werden, wenn diese stabilisierenden Funktionen fehlen oder am falschen Ort verfügbar sind. [Weiterlesen]
Glossar · S · Systemführung, Übertragungsnetzbetreiber, Netzbetrieb, Frequenzhaltung, Redispatch, Regelenergie, Versorgungssicherheit Systemführung bezeichnet die operative Koordination des Stromsystems im laufenden Betrieb. Sie sorgt dafür, dass Erzeugung, Verbrauch, Netzbelastung, Frequenz und Spannung zu jedem Zeitpunkt innerhalb zulässiger Grenzen bleiben. Gemeint ist damit keine langfristige Energieplanung und auch kein Stromhandel, sondern die laufende technische Führung eines elektrischen Verbundsystems in Sekunden, Minuten, Stunden und Tagen. [Weiterlesen]
Glossar · S · Systemkosten, Stromgestehungskosten, Netze, Netzbetrieb, Reserve, Regelenergie, Flexibilität, Redispatch, Abregelung, Systemdienstleistungen Systemkosten sind Kosten, die im Stromsystem durch das Zusammenwirken von Erzeugung, Verbrauch, Netzen, Speicher, Reserve, Regelung und Marktorganisation entstehen. Sie lassen sich nicht vollständig einer einzelnen Anlage oder einer einzelnen Kilowattstunde zuordnen. Der Begriff ergänzt daher Kostenkennzahlen wie Investitionskosten, Betriebskosten oder Stromgestehungskosten. Während Stromgestehungskosten beschreiben, zu welchen durchschnittlichen Kosten eine Anlage über ihre Lebensdauer Strom erzeugt, fragt der Begriff Systemkosten danach, welche zusätzlichen oder veränderten Kosten entstehen, damit dieser Strom zur richtigen Zeit, am richtigen Ort und in der erforderlichen Qualität nutzbar ist. [Weiterlesen]
Glossar · S · Systemstabilität, Versorgungssicherheit, Stromsystem, Netzbetrieb, Frequenzhaltung, Spannungshaltung Systemstabilität bezeichnet die Fähigkeit eines Stromsystems, nach Störungen, Laständerungen, Erzeugungsschwankungen oder Netzfehlern in einem sicheren Betriebszustand zu bleiben oder wieder in einen solchen Zustand zurückzukehren. Gemeint ist damit nicht die allgemeine politische Stabilität der Energieversorgung, sondern ein technischer Betriebszustand: Frequenz, Spannung, Stromflüsse und Schutzsysteme müssen innerhalb zulässiger Grenzen bleiben, damit Erzeugungsanlagen, Leitungen, Umrichter, Verbraucher und Netzbetriebsmittel gemeinsam funktionieren. [Weiterlesen]
Glossar · S · Systemträgheit, Glossar, Energie, Stromsystem, Netzstabilität, Frequenz, Momentanreserve Systemträgheit beschreibt die Fähigkeit eines Stromsystems, sehr schnelle Frequenzänderungen unmittelbar abzumildern. Sie entsteht, wenn im Netz rotierende Massen elektromagnetisch mit der Netzfrequenz gekoppelt sind. In klassischen Stromsystemen liefern vor allem Synchrongeneratoren in Kohle , Gas , Kern und Wasserkraftwerken diese Trägheit. Ihre Rotoren speichern kinetische Energie. Sinkt die elektrische Frequenz nach einem plötzlichen Leistungsungleichgewicht, geben sie für einen kurzen Moment Energie ab; steigt die Frequenz, nehmen sie Energie auf. [Weiterlesen]
Glossar · S · Systemverantwortung, Übertragungsnetzbetreiber, Verteilnetzbetreiber, Versorgungssicherheit, Netzbetrieb, Governance Systemverantwortung bezeichnet die rechtlich zugewiesene und operativ ausgeübte Verantwortung dafür, dass ein Stromsystem in einem bestimmten Zuständigkeitsbereich sicher, stabil und zuverlässig betrieben werden kann. Gemeint ist weder das Eigentum an Kraftwerken oder Netzen noch die wirtschaftliche Verantwortung für verkaufte Strommengen. Der Begriff beschreibt eine öffentliche Funktionsverantwortung im technischen Netzbetrieb: Frequenz, Spannung, Leitungsbelastung, Netzsicherheit, Systembilanz und Wiederherstellung nach Störungen müssen innerhalb zulässiger Grenzen gehalten werden. [Weiterlesen]
Glossar · S · Szenariorahmen, Netzentwicklungsplan, Netzausbau, Stromsystem, Planung, Energiewende Der Szenariorahmen ist die verbindliche Annahmegrundlage für den deutschen Netzentwicklungsplan. Er beschreibt, mit welchen zukünftigen Mengen, Leistungen, Standorten und Nutzungsweisen im Stromsystem gerechnet wird, bevor daraus ein konkreter Bedarf für Übertragungsnetze abgeleitet wird. Er enthält Annahmen zu erneuerbaren Energien, konventionellen Kraftwerken, Stromverbrauch, Speichern, Elektromobilität, Wärmepumpen, Elektrolyseuren, Industrieprozessen, Importen, Exporten und politischen Zielvorgaben. Der Szenariorahmen beantwortet damit nicht die Frage, welche Leitung gebaut werden soll. Er legt fest, welche Zukunftsbilder die Netzberechnung überhaupt berücksichtigen muss. [Weiterlesen]
Glossar · T · Technische Lebensdauer, Infrastruktur, Kraftwerk, Speicher, Stromnetz, Alterung, Instandhaltung, Investition Technische Lebensdauer bezeichnet den Zeitraum, in dem eine Anlage, ein Bauteil oder ein Betriebsmittel seine vorgesehene technische Funktion mit vertretbarem Aufwand sicher, zuverlässig und regelkonform erfüllen kann. Im Stromsystem betrifft das zum Beispiel Leitungen, Transformatoren, Schaltanlagen, Generatoren, Turbinen, Wechselrichter, Batteriesysteme, Windenergieanlagen, Photovoltaikmodule, Messsysteme und Gebäudetechnik. Der Begriff beschreibt keine feste Kalenderfrist, nach deren Ablauf ein Objekt automatisch unbrauchbar wird. Er beschreibt eine technische Nutzbarkeitsgrenze unter bestimmten Betriebsbedingungen. [Weiterlesen]
Glossar · T · Teillastbetrieb, Kraftwerk, Mindestlast, Wirkungsgrad, Flexibilität, Gaskraftwerk, Stromerzeugung Teillastbetrieb bezeichnet den Betrieb einer technischen Anlage unterhalb ihrer Nennleistung. Ein Kraftwerk, eine Gasturbine, ein Motor, ein Kessel, eine Wärmepumpe oder eine industrielle Anlage arbeitet dann nicht am maximal vorgesehenen Leistungspunkt, sondern in einem reduzierten Betriebsbereich. Bei einem Kraftwerk mit 500 Megawatt Nennleistung kann Teillast zum Beispiel bedeuten, dass es mit 300 Megawatt Strom erzeugt. Die Anlage ist dabei in Betrieb, sie liefert aber weniger Leistung als technisch möglich oder vertraglich verfügbar. [Weiterlesen]
Glossar · T · Teillastwirkungsgrad, Teillastbetrieb, Wirkungsgrad, Kraftwerk, Wärmepumpe, Gaskraftwerk, Effizienz, Flexibilität Teillastwirkungsgrad bezeichnet den Wirkungsgrad einer technischen Anlage, wenn sie unterhalb ihrer Nennleistung betrieben wird. Die Nennleistung ist der Leistungswert, für den eine Anlage ausgelegt ist oder den sie dauerhaft unter festgelegten Bedingungen bereitstellen kann. Teillast liegt vor, wenn die Anlage nur einen Teil dieser Leistung abgibt oder aufnimmt, etwa 40, 60 oder 80 Prozent. Der Teillastwirkungsgrad beschreibt dann, wie effizient die Anlage in diesem konkreten Betriebspunkt arbeitet. [Weiterlesen]
Glossar · T · Temperaturhub, Wärmepumpe, COP, Jahresarbeitszahl, Vorlauftemperatur, Wärmequelle, Effizienz Temperaturhub bezeichnet die Temperaturdifferenz, die ein thermisches System überwinden muss, um Wärme von einem niedrigeren auf ein höheres Temperaturniveau zu bringen. Bei einer Wärmepumpe beschreibt der Begriff vereinfacht den Abstand zwischen der Temperatur der Wärmequelle und der Temperatur, die im Heizsystem oder für Warmwasser benötigt wird. Eine Wärmepumpe, die Außenluft mit 2 Grad Celsius nutzt und Heizwasser mit 35 Grad Celsius bereitstellt, arbeitet mit einem deutlich kleineren Temperaturhub als eine Anlage, die bei gleicher Außentemperatur 55 Grad Celsius Vorlauf liefern muss. [Weiterlesen]
Glossar · T · Temperaturniveau, Wärme, Exergie, Wärmepumpe, Fernwärme, Prozesswärme, Niedertemperaturwärme, Hochtemperaturwärme, Wärmewende Temperaturniveau bezeichnet die Temperaturhöhe, auf der Wärme bereitgestellt, gespeichert, transportiert oder genutzt wird. Gemeint ist also nicht die Menge an Wärme, sondern die Qualität dieser Wärme im Verhältnis zu einer Anwendung. Eine Kilowattstunde Wärme bei 35 Grad Celsius kann ein gut gedämmtes Gebäude beheizen, aber keinen Stahl schmelzen. Eine Kilowattstunde Wärme bei 800 Grad Celsius ist technisch für Hochtemperaturprozesse geeignet, wäre für Fußbodenheizung oder Trinkwarmwasser jedoch eine unnötig hochwertige Energieform. [Weiterlesen]
Glossar · T · Temporal Matching, 24/7 Carbon-Free Energy, Grünstrom, Herkunftsnachweis, Strombezug, Klimabilanz, Erzeugungsprofil, Flexibilität, Speicher Temporal Matching bezeichnet die zeitliche Zuordnung von Stromverbrauch und emissionsarmer oder erneuerbarer Stromerzeugung. Gemeint ist die Frage, ob die Strommenge, die ein Verbraucher in einer bestimmten Stunde oder einem anderen kurzen Zeitintervall benötigt, zeitgleich durch eine passende Erzeugungsmenge aus erneuerbaren oder anderweitig emissionsarmen Quellen gedeckt wird. Der Begriff wird vor allem im Zusammenhang mit 24/7 Carbon Free Energy, unternehmerischer Strombeschaffung und Klimabilanzierung verwendet. [Weiterlesen]
Glossar · T · Terminmarkt, Strommarkt, Futures, Absicherung, Strompreis, Beschaffung Der Terminmarkt ist der Teil des Strommarkts, auf dem Strommengen für zukünftige Lieferzeiträume zu heute vereinbarten Preisen gehandelt werden. Gekauft oder verkauft wird also nicht Strom für die nächste Stunde oder den nächsten Tag, sondern ein Vertrag über eine spätere Lieferung oder einen finanziellen Ausgleich. Typische Produkte sind Monats , Quartals oder Jahreskontrakte. Im europäischen Stromhandel werden solche Geschäfte an Börsen wie der EEX oder außerbörslich zwischen Handelspartnern abgeschlossen. [Weiterlesen]
Glossar · T · Thermal Runaway, Batteriespeicher, Lithium-Ionen-Batterie, Sicherheit, BMS, Brandschutz, Speicher, Zellchemie Thermal Runaway bezeichnet einen unkontrollierten thermischen Prozess in einer Batterie, bei dem eine steigende Zelltemperatur chemische Reaktionen auslöst, die zusätzliche Wärme freisetzen. Diese Wärme beschleunigt weitere Reaktionen. Aus einer Störung wird dadurch eine selbsterhaltende Kettenreaktion, die zur Zerstörung der Zelle, zur Freisetzung brennbarer oder giftiger Gase, zu Feuer oder in bestimmten Fällen zu einer explosionsartigen Druckentlastung führen kann. [Weiterlesen]
Glossar · T · Thermische Belastbarkeit, Stromleitung, Transformator, Netzengpass, Leitungsauslastung, Wärme, Betriebssicherheit Thermische Belastbarkeit bezeichnet die Fähigkeit eines elektrischen Betriebsmittels, Strom zu führen, ohne sich über zulässige Grenztemperaturen hinaus zu erwärmen. Sie betrifft vor allem Freileitungen, Erdkabel, Transformatoren, Sammelschienen, Schaltanlagen und Verbindungselemente. Sobald Strom durch einen Leiter oder eine Wicklung fließt, entstehen elektrische Verluste. Ein Teil der elektrischen Energie wird in Wärme umgewandelt. Die thermische Belastbarkeit beschreibt, wie viel Strom ein Betriebsmittel unter bestimmten Bedingungen führen darf, bevor Material, Isolierung, Sicherheitsabstände oder Lebensdauer unzulässig beeinträchtigt werden. [Weiterlesen]
Glossar · T · Thermische Leistung, Wärme, Wärmepumpe, Fernwärme, Heizlast, Prozesswärme, Leistung Thermische Leistung bezeichnet die Wärmemenge, die pro Zeiteinheit bereitgestellt, übertragen, aufgenommen oder abgeführt wird. Sie beschreibt also einen Wärmestrom, keine gespeicherte Energiemenge. Angegeben wird sie in Watt, Kilowatt oder Megawatt. Ein Kilowatt thermische Leistung bedeutet, dass in jeder Sekunde eine Energiemenge von 1.000 Joule als Wärme übertragen wird. Läuft diese Leistung eine Stunde lang, entstehen daraus 1 Kilowattstunde Wärme. [Weiterlesen]
Glossar · T · Thermische Trägheit, Gebäude, Wärmepumpe, Flexibilität, Wärmebedarf, Lastverschiebung, Gebäudemasse, Temperatur, Speicherfähigkeit, Netzbetrieb Thermische Trägheit von Gebäuden bezeichnet die Fähigkeit eines Gebäudes, Wärme aufzunehmen, über eine gewisse Zeit zu speichern und verzögert wieder abzugeben. Sie entsteht aus der Wärmekapazität von Bauteilen, Raumluft, Estrich, Innenwänden, Decken, Möbeln und technischen Komponenten des Heizsystems. Ein thermisch träges Gebäude reagiert langsam auf Änderungen der Heizleistung oder der Außentemperatur. Wird die Heizung für kurze Zeit reduziert, sinkt die empfundenen Raumtemperatur nicht sofort. Wird zuvor etwas mehr Wärme eingebracht, steigt sie ebenfalls nicht sprunghaft. [Weiterlesen]
Glossar · T · Thermischer Speicher, Wärme, Speicher, Wärmepumpe, Fernwärme Ein thermischer Speicher ist eine Anlage oder ein Bauteil, das Wärme oder Kälte zeitlich verschiebt. Er nimmt thermische Energie auf, hält sie für eine bestimmte Dauer vor und gibt sie später wieder ab. Im Stromsystem ist er relevant, weil viele Stromanwendungen nicht unmittelbar elektrische Arbeit benötigen, sondern Wärme bereitstellen: Raumwärme, Warmwasser, Prozesswärme, Fernwärme oder Kälte. Wird diese Wärme zwischengespeichert, muss der dafür eingesetzte Strom nicht zwingend im selben Moment verbraucht werden, in dem die Wärme genutzt wird. [Weiterlesen]
Glossar · T · Topologie, Stromnetz, Netzbetrieb, Schaltzustand, Lastfluss, Netzplanung, Umspannwerk, Betriebsmittel Topologie bezeichnet im Stromnetz die konkrete Struktur der elektrischen Verbindungen. Sie beschreibt, welche Leitungen, Transformatoren, Sammelschienen, Schaltanlagen, Erzeuger, Speicher und Verbraucher elektrisch miteinander verbunden sind und über welche Wege elektrische Leistung fließen kann. Gemeint ist damit nicht nur die geografische Lage von Leitungen, sondern die wirksame Verschaltung des Netzes zu einem bestimmten Zeitpunkt. [Weiterlesen]
Glossar · T · Transformator, Stromnetz, Netzebene, Spannung, Umspannwerk, Verteilnetz, Netzbetrieb Ein Transformator ist ein elektrisches Betriebsmittel, das Wechselspannung in eine andere Spannungsebene umwandelt und dabei elektrische Leistung zwischen zwei oder mehreren Stromkreisen überträgt. Er erhöht oder senkt die Spannung, während die Frequenz gleich bleibt. Im Stromnetz verbindet der Transformator unterschiedliche Netzebenen, etwa Höchstspannung, Hochspannung, Mittelspannung und Niederspannung. Ohne Transformatoren wäre ein großräumiges Wechselstromnetz in seiner heutigen Form nicht betreibbar, weil Erzeugung, Transport, Verteilung und Verbrauch auf unterschiedlichen Spannungsniveaus stattfinden. [Weiterlesen]
Glossar · T · Treibhausgasemissionen, CO₂-Äquivalente, Klimaneutralität, Emissionsfaktor, Methan, Klimaschutz, Stromsystem Treibhausgasemissionen sind Freisetzungen von Gasen, die den Strahlungshaushalt der Erde verändern und dadurch zur Erwärmung der Atmosphäre beitragen. Zu den wichtigsten Treibhausgasen gehören Kohlendioxid (CO₂), Methan (CH₄), Lachgas (N₂O) sowie fluorierte Treibhausgase. Sie unterscheiden sich deutlich in ihrer Verweildauer in der Atmosphäre und in ihrer Klimawirkung pro ausgestoßener Menge. Deshalb werden sie für viele Bilanzen in CO₂ Äquivalente umgerechnet. [Weiterlesen]
Glossar · T · TYNDP, Ten-Year Network Development Plan, ENTSO-E, Netzentwicklungsplan, Übertragungsnetz, Europa, Netzausbau TYNDP steht für Ten Year Network Development Plan. Gemeint ist der europäische Zehnjahresplan für die Entwicklung des Stromübertragungsnetzes, der von ENTSO E, dem Verband der europäischen Übertragungsnetzbetreiber, erstellt wird. Der TYNDP beschreibt, welche überregionalen und grenzüberschreitenden Netzprojekte aus europäischer Sicht geprüft, bewertet oder weiterentwickelt werden sollen. Er ist damit kein Bauprogramm im engen Sinn, sondern ein koordinierter Planungs und Bewertungsrahmen für das europäische Übertragungsnetz. [Weiterlesen]
Glossar · U · Umspannwerk, Stromnetz, Netzebene, Transformator, Schaltanlage Ein Umspannwerk ist eine Anlage im Stromnetz, in der elektrische Energie zwischen unterschiedlichen Spannungsebenen übertragen, geschaltet, gemessen, geschützt und betrieblich überwacht wird. Sein sichtbarstes Bauteil ist meist der Transformator, der die Spannung erhöht oder senkt. Technisch besteht ein Umspannwerk aber nicht nur aus Transformatoren, sondern auch aus Schaltanlagen, Sammelschienen, Leistungsschaltern, Trennschaltern, Schutztechnik, Messwandlern, Leittechnik, Erdungsanlagen und häufig aus Einrichtungen zur Blindleistungskompensation. [Weiterlesen]
Glossar · U · Umwandlungsverluste, Energieumwandlung, Primärenergie, Endenergie, Nutzenergie, Abwärme, Wirkungsgrad, Energiekette, Stromsystem Umwandlungsverluste sind Energieanteile, die bei der Umwandlung von einer Energieform in eine andere nicht in der gewünschten nutzbaren Form verfügbar werden. In der Energiewirtschaft betrifft das etwa die Umwandlung von Kohle, Gas, Uran, Biomasse, Sonnenstrahlung oder Windbewegung in Strom, Wärme, mechanische Arbeit oder chemische Energieträger. Der Verlust bedeutet nicht, dass Energie physikalisch verschwindet. Nach dem Energieerhaltungssatz bleibt sie erhalten. Sie liegt nur in einer Form vor, die für den beabsichtigten Zweck nicht mehr oder nur noch eingeschränkt nutzbar ist, häufig als Abwärme auf einem niedrigen Temperaturniveau. [Weiterlesen]
Glossar · U · Unbundling, Entflechtung, Strommarkt, Netzbetreiber, Regulierung, Wettbewerb, Monopol Unbundling, auf Deutsch Entflechtung, bezeichnet die rechtliche, organisatorische oder eigentumsrechtliche Trennung des Netzbetriebs von den wettbewerblichen Bereichen der Energieversorgung. Im Stromsystem betrifft das vor allem die Trennung zwischen Stromnetz und Tätigkeiten wie Erzeugung, Handel und Vertrieb. Der Grund liegt in der unterschiedlichen ökonomischen Natur dieser Bereiche: Stromnetze sind natürliche Monopole, weil parallele Netzinfrastrukturen volkswirtschaftlich unsinnig und technisch kaum praktikabel wären. Stromerzeugung, Stromhandel und Stromlieferung können dagegen grundsätzlich im Wettbewerb stattfinden. [Weiterlesen]
Glossar · U · Ungeplanter Ausfall, Nichtverfügbarkeit, Kraftwerk, Stromnetz, Betriebssicherheit, Versorgungssicherheit Ein ungeplanter Ausfall ist der nicht vorgesehene Verlust der Verfügbarkeit einer technischen Einheit im Stromsystem. Betroffen sein können Kraftwerke, Netzleitungen, Transformatoren, Schaltanlagen, Speicher, Umrichter, Leittechnik oder einzelne Hilfssysteme, ohne die eine Anlage nicht oder nur eingeschränkt betrieben werden kann. Der Ausfall kann vollständig sein, wenn eine Einheit gar nicht mehr zur Verfügung steht, oder teilweise, wenn ihre nutzbare Leistung sinkt. [Weiterlesen]
Glossar · U · Unit Commitment, Kraftwerkseinsatzplanung, Kraftwerk, Mindestlast, Startkosten, Strommarkt, Optimierung, Dispatch, Flexibilität, Residuallast Unit Commitment bezeichnet die Entscheidung, welche konkreten Erzeugungseinheiten in einem bestimmten Zeitraum eingeschaltet, ausgeschaltet, angefahren, abgefahren oder betriebsbereit gehalten werden. Der Begriff stammt aus der Kraftwerkseinsatzplanung und beschreibt eine Optimierungsaufgabe, bei der technische Eigenschaften von Kraftwerken mit wirtschaftlichen Kosten und betrieblichen Anforderungen verbunden werden. [Weiterlesen]
Glossar · U · Unsymmetrie, Schieflast, Drehstrom, Spannung, Strom, Power Quality, Verteilnetz, Netzbetrieb Unsymmetrie bezeichnet im Stromnetz die Abweichung eines dreiphasigen Wechselstromsystems vom idealen Drehstromzustand. In einem symmetrischen Drehstromsystem haben die drei Phasen gleiche Spannungsbeträge oder Strombeträge und sind zeitlich um jeweils 120 elektrische Grad gegeneinander verschoben. Von Unsymmetrie spricht man, wenn diese Gleichmäßigkeit gestört ist: Eine Phase ist stärker belastet, eine Spannung fällt stärker ab, der Phasenwinkel weicht ab oder mehrere dieser Effekte treten gleichzeitig auf. [Weiterlesen]
Glossar · U · Unterfrequenz, Netzfrequenz, Frequenzhaltung, Wirkleistungsdefizit, Regelenergie, Lastabwurf, Netzstabilität Unterfrequenz bezeichnet einen Zustand, in dem die elektrische Netzfrequenz unter ihren Sollwert fällt. Im europäischen Verbundsystem liegt dieser Sollwert bei 50 Hertz. Hertz beschreibt Schwingungen pro Sekunde; bei 50 Hertz wechselt der Wechselstrom fünfzigmal pro Sekunde seine Richtung. Eine Unterfrequenz entsteht, wenn zu einem bestimmten Zeitpunkt weniger elektrische Wirkleistung in das Netz eingespeist wird, als Verbraucher, Speicher im Ladebetrieb, Netzverluste und Exporte gleichzeitig entnehmen. [Weiterlesen]
Glossar · U · Unterfrequenzlastabwurf, Lastabwurf, Netzfrequenz, Frequenzhaltung, Blackout, Schutztechnik, Versorgungssicherheit Unterfrequenzlastabwurf bezeichnet die automatische Abschaltung von elektrischen Verbrauchern, wenn die Frequenz eines Stromnetzes unter festgelegte Schwellenwerte fällt. Der Mechanismus reduziert schlagartig die Last, also die entnommene elektrische Leistung, damit sich Erzeugung und Verbrauch wieder annähern. Er gehört zur Schutztechnik des Netzbetriebs und dient dazu, einen großflächigen, unkontrollierten Zusammenbruch des Stromsystems zu verhindern. [Weiterlesen]
Glossar · V · Glossar, Wirtschaft, Strommarkt, Kraftwerkseinsatz, Kostenstruktur, Grenzkosten, Merit Order Variable Kosten sind Kosten, die mit der tatsächlich erzeugten, gelieferten oder verbrauchten Menge steigen oder fallen. Im Stromsystem beschreibt der Begriff vor allem jene Kosten, die entstehen, wenn eine Anlage tatsächlich Strom erzeugt, ein Speicher lädt oder entlädt oder ein Verbraucher zusätzliche elektrische Energie bezieht. Typisch angegeben werden variable Kosten in Euro pro Megawattstunde, also €/MWh. Diese Einheit verbindet eine Geldgröße mit einer Energiemenge und macht verschiedene Erzeugungsoptionen kurzfristig vergleichbar. [Weiterlesen]
Glossar · V · Vehicle-to-Building, V2B, Bidirektionales Laden, Elektromobilität, Gebäude, Lastmanagement, Speicher, Flottenmanagement, Eigenverbrauch Vehicle to Building, kurz V2B, bezeichnet die bidirektionale Nutzung von Elektrofahrzeugen als Stromquelle für ein Gebäude oder einen Standort. Eine Fahrzeugbatterie wird dabei nicht nur geladen, wenn Strom verfügbar oder günstig ist, sondern kann zeitweise Strom an die elektrische Anlage eines Gebäudes zurückgeben. Typische Anwendungsfälle liegen in Gewerbeimmobilien, Parkhäusern, Depots, Logistikstandorten, kommunalen Fuhrparks, Bürogebäuden oder Industriearealen mit mehreren Ladepunkten und planbaren Standzeiten. [Weiterlesen]
Glossar · V · Vehicle-to-Grid, Elektromobilität, Speicher, Flexibilität, Smart Charging Vehicle to Grid bezeichnet die Rückspeisung von Strom aus der Batterie eines Elektrofahrzeugs in das öffentliche Stromnetz. Das Fahrzeug wird dabei nicht nur als Verbraucher betrachtet, der beim Laden elektrische Energie aufnimmt, sondern zeitweise als steuerbarer Speicher, der Energie abgeben kann. Voraussetzung ist bidirektionales Laden: Fahrzeug, Ladepunkt, Messsystem, Steuerung und vertragliche Einbindung müssen so ausgelegt sein, dass Stromflüsse in beide Richtungen technisch möglich, messbar und abrechenbar sind. [Weiterlesen]
Glossar · V · Vehicle-to-Home, V2H, Bidirektionales Laden, Elektromobilität, Batteriespeicher, Eigenverbrauch, Resilienz Vehicle to Home, kurz V2H, bezeichnet die Nutzung der Batterie eines Elektrofahrzeugs zur Versorgung eines Hauses oder einzelner Verbraucher im Gebäude. Das Elektroauto wird dabei nicht nur geladen, sondern gibt bei Bedarf elektrische Energie an die Hausinstallation ab. Die Nutzung bleibt hinter dem Hausanschluss, also im Bereich des Gebäudes und seiner Verbraucher. Das unterscheidet V2H von Anwendungen, bei denen Strom aktiv in das öffentliche Netz vermarktet oder netzdienlich bereitgestellt wird. [Weiterlesen]
Glossar · V · Verbundnetz, Europäisches Verbundsystem, Synchrongebiet, Netzfrequenz, Übertragungsnetz, Stromhandel, Versorgungssicherheit Ein Verbundnetz ist ein elektrisch gekoppeltes Stromnetz, in dem mehrere regionale oder nationale Netze gemeinsam betrieben werden. Bei einem synchronen Verbundnetz sind die Wechselstromnetze so miteinander verbunden, dass sie mit derselben Netzfrequenz schwingen. In Kontinentaleuropa beträgt diese Frequenz 50 Hertz. Kraftwerke, große Verbraucher, Leitungen und Umspannwerke wirken darin nicht als voneinander getrennte Einheiten, sondern als Teile eines gemeinsamen elektrischen Zusammenhangs. [Weiterlesen]
Glossar · V · Verfügbarkeit, Kraftwerkspark, Versorgungssicherheit, Kapazitätswert, Wartung, ungeplanter Ausfall, Speicher Verfügbarkeit beschreibt, ob eine Anlage, eine Leitung, ein Speicher, ein Kraftwerksteil oder eine andere technische Ressource zu einem bestimmten Zeitpunkt einsatzbereit ist und die vorgesehene Funktion erfüllen kann. Im Stromsystem bezieht sich der Begriff meist darauf, ob eine Ressource elektrische Leistung bereitstellen, aufnehmen oder übertragen kann. Verfügbarkeit ist deshalb keine Eigenschaft der installierten Leistung allein, sondern eine zeitabhängige Größe: Eine Anlage kann vorhanden, bezahlt und bilanziell dem Kraftwerkspark zugerechnet sein, ohne in einer konkreten Stunde nutzbar zu sein. [Weiterlesen]
Glossar · V · Verfügbarkeitsfaktor, Verfügbarkeit, Kraftwerk, Kapazitätswert, Betriebssicherheit, Wartung, Nichtverfügbarkeit Der Verfügbarkeitsfaktor beschreibt, welcher Anteil eines betrachteten Zeitraums eine Anlage technisch einsatzbereit ist. Bei einem Kraftwerk bedeutet das: Die Anlage hätte innerhalb dieses Zeitraums Strom erzeugen können, sofern sie vom Markt, vom Netzbetreiber oder vom Betreiber abgerufen worden wäre. Gemessen wird damit technische Einsatzbereitschaft, nicht tatsächliche Stromproduktion. [Weiterlesen]
Glossar · V · Verlustenergiequote, Netzverlustenergie, Netzverluste, Stromnetz, Regulierung, Verteilnetz, Übertragungsnetz Die Verlustenergiequote beschreibt den Anteil der elektrischen Energie, der beim Transport, bei der Umspannung und bei der Verteilung im Stromnetz nicht als nutzbare elektrische Energie bei den angeschlossenen Verbrauchern oder nachgelagerten Netzen ankommt. Sie setzt die Netzverlustenergie ins Verhältnis zu einer Bezugsgröße, meist zur eingespeisten, transportierten oder abgegebenen Energiemenge, und wird in Prozent angegeben. [Weiterlesen]
Glossar · V · Versorgungsqualität, Versorgungssicherheit, SAIDI, SAIFI, Spannung, Stromqualität, Versorgungsunterbrechung Versorgungsqualität beschreibt, wie zuverlässig und in welcher technischen Beschaffenheit elektrische Energie an einem Netzanschluss bereitgestellt wird. Der Begriff umfasst die Dauer und Häufigkeit von Versorgungsunterbrechungen ebenso wie die Eigenschaften der gelieferten Spannung, etwa Spannungshöhe, Frequenz, Spannungseinbrüche, Flicker, Unsymmetrie oder Oberschwingungen. Gemeint ist damit nicht die abstrakte Frage, ob in einem Land insgesamt genügend Kraftwerksleistung vorhanden ist, sondern die konkrete Qualität der Stromversorgung am Anschluss eines Haushalts, Gewerbebetriebs, Rechenzentrums oder Industriewerks. [Weiterlesen]
Glossar · V · Versorgungssicherheit, Energiesystem, Kapazitäten, Netze, Speicher, Flexibilität, Resilienz, Marktregeln, Risiko Versorgungssicherheit bezeichnet die Fähigkeit eines Energiesystems, die nachgefragte Energie zu jedem Zeitpunkt in der benötigten Menge, am richtigen Ort und in der erforderlichen technischen Qualität bereitzustellen. Im Stromsystem heißt das: Erzeugung, Speicher, Netze, Verbrauchssteuerung und Betriebsführung müssen so zusammenwirken, dass elektrische Verbraucher zuverlässig versorgt werden, ohne dass Frequenz, Spannung oder Netzbetrieb außerhalb zulässiger Grenzen geraten. Versorgungssicherheit ist damit keine einzelne Eigenschaft eines Kraftwerks, eines Strommarkts oder eines Netzes. Sie entsteht aus dem Zusammenspiel technischer Reserven, wirtschaftlicher Anreize, organisatorischer Zuständigkeiten und politisch festgelegter Risikomaße. [Weiterlesen]
Glossar · V · Versorgungsunterbrechung, Stromausfall, Versorgungssicherheit, SAIDI, SAIFI, Verteilnetz, Netzbetrieb Eine Versorgungsunterbrechung liegt vor, wenn eine Anschlussstelle, ein Netzabschnitt oder ein größerer Versorgungsbereich vorübergehend nicht mit elektrischer Energie beliefert wird. Der Begriff beschreibt den Ausfall der Versorgungsfunktion aus Sicht des betroffenen Anschlusses, nicht automatisch einen Zusammenbruch des gesamten Stromsystems. Eine beschädigte Mittelspannungsleitung in einem Stadtteil, eine Schutzabschaltung nach einem Kurzschluss oder ein Ausfall eines Ortsnetztransformators sind ebenso Versorgungsunterbrechungen wie eine großräumige Störung im Übertragungsnetz. Der Umfang, die Dauer und die Ursache können sehr unterschiedlich sein. [Weiterlesen]
Glossar · V · Verteilnetz, Stromnetz, Mittelspannung, Niederspannung, Ortsnetztransformator, Dezentrale Erzeugung, Energiewende, Spannungsqualität, Netzbetrieb Das Verteilnetz ist der Teil des Stromnetzes, der elektrische Energie innerhalb von Regionen, Städten, Gemeinden, Gewerbegebieten und Wohnquartieren verteilt. Es verbindet die übergeordneten Netzebenen mit den einzelnen Anschlusspunkten von Haushalten, Gewerbe, Industrie, Ladepunkten, Wärmepumpen, Speichern und dezentralen Erzeugungsanlagen. Technisch umfasst es vor allem Mittelspannungsnetze, Niederspannungsnetze, Ortsnetztransformatoren, Schaltanlagen, Leitungen, Kabel, Schutztechnik, Messsysteme und zunehmend digitale Steuerungs und Überwachungstechnik. [Weiterlesen]
Glossar · V · Verteilnetzbetreiber, VNB, Verteilnetz, Netzanschluss, Niederspannung, Mittelspannung, Netzbetreiber, Netzentgelte, Energiewende Ein Verteilnetzbetreiber, kurz VNB, betreibt das regionale und lokale Stromnetz, über das Strom zu Haushalten, Gewerbebetrieben, kommunalen Einrichtungen und vielen Industriekunden gelangt. Zu seinem Verantwortungsbereich gehören vor allem Niederspannungsnetze, Mittelspannungsnetze und in vielen Fällen auch regionale Hochspannungsnetze. Der VNB sorgt dafür, dass Stromanschlüsse technisch möglich sind, dass Spannung und Frequenz innerhalb zulässiger Grenzen bleiben, dass Betriebsmittel wie Leitungen, Kabel, Schaltanlagen und Ortsnetztransformatoren verfügbar sind und dass Störungen behoben werden. [Weiterlesen]
Glossar · V · Virtueller Stromspeicher, Bilanzielle Speicherung, Speicher, Bilanzkreis, Virtuelles Kraftwerk, Flexibilität, Strommarkt Ein virtueller Stromspeicher ist keine einzelne Anlage, die Strom in eine andere Energieform umwandelt, aufbewahrt und später wieder einspeist. Der Begriff bezeichnet eine organisatorische, bilanzielle oder markttechnische Speicherwirkung: Erzeugung, Verbrauch, Handel und gegebenenfalls reale Speicher werden so koordiniert, dass ein Portfolio gegenüber Markt, Bilanzkreis oder Kunde ähnlich wirkt wie ein Speicher. Energie wird dabei nicht zwingend physisch gespeichert. Häufig wird sie zeitlich zugeordnet, kaufmännisch verrechnet, durch Lastverschiebung ersetzt oder über mehrere Anlagen verteilt bewirtschaftet. [Weiterlesen]
Glossar · V · Virtuelles Kraftwerk, VKW, Aggregator, Dezentrale Erzeugung, Speicher, Flexibilität, Regelenergie, Direktvermarktung, Lastmanagement Ein virtuelles Kraftwerk ist ein digital koordinierter Verbund vieler dezentraler Erzeuger, Speicher und steuerbarer Verbraucher, der nach außen wie eine gemeinsame technische und wirtschaftliche Einheit auftreten kann. Der Begriff beschreibt kein Kraftwerk an einem Ort, sondern eine Steuerungs und Vermarktungsstruktur: Viele einzelne Anlagen werden so zusammengefasst, dass sie gemeinsam Strom einspeisen, Strom aufnehmen, ihre Leistung verändern oder Systemdienstleistungen bereitstellen können. [Weiterlesen]
Glossar · V · Volatilität, Strompreis, Erzeugung, Strommarkt, Windenergie, Photovoltaik, Nachfrage, Risiko, Flexibilität, Residuallast Volatilität bezeichnet die Stärke, Häufigkeit und Geschwindigkeit von Schwankungen einer Größe. Im Stromsystem kann damit die Veränderlichkeit von Strompreisen, Einspeisung, Nachfrage, Residuallast, Brennstoffpreisen oder Netzbelastungen gemeint sein. Der Begriff beschreibt zunächst keine Ursache und keine Bewertung. Er sagt nur, dass eine Größe nicht gleichmäßig verläuft, sondern sich über die Zeit deutlich verändert. [Weiterlesen]
Glossar · V · Volt, Spannung, Spannungsebene, Niederspannung, Mittelspannung, Hochspannung, Höchstspannung Volt ist die Einheit der elektrischen Spannung. Spannung bezeichnet den elektrischen Potenzialunterschied zwischen zwei Punkten. Sie gibt an, welche elektrische „Antriebskraft“ für den Transport von Ladung vorhanden ist. Im Stromnetz beschreibt die Spannungsebene das Spannungsniveau, auf dem elektrische Energie transportiert, verteilt, eingespeist oder entnommen wird. [Weiterlesen]
Glossar · V · Vorlauftemperatur, Wärmepumpe, Heizung, Fernwärme, Niedertemperaturwärme, Effizienz, Heizlast Die Vorlauftemperatur ist die Temperatur des Heizwassers, das ein Wärmeerzeuger in einen Heizkreis oder ein Wärmenetz einspeist. Sie wird meist in Grad Celsius angegeben und beschreibt nicht die Temperatur im Raum, sondern das Temperaturniveau, mit dem Wärme über Heizkörper, Fußbodenheizungen, Wandheizungen oder Übergabestationen verteilt wird. Bei einer Zentralheizung verlässt das erwärmte Wasser den Wärmeerzeuger im Vorlauf, gibt über die Heizflächen Wärme an das Gebäude ab und fließt mit niedrigerer Rücklauftemperatur zurück. [Weiterlesen]
Glossar · W · Wallbox, Ladeinfrastruktur, Elektromobilität, Ladeleistung, Hausanschluss, Smart Charging, Verteilnetz Eine Wallbox ist ein fest installierter Ladepunkt für ein Elektrofahrzeug. Sie verbindet das Fahrzeug kontrolliert mit der elektrischen Anlage eines Gebäudes oder Grundstücks und stellt dabei Ladeleistung, Schutzfunktionen und je nach Ausstattung Kommunikations und Steuerungsmöglichkeiten bereit. Technisch ist sie kein Speicher und meist auch kein Ladegerät im engeren Sinn. Das eigentliche Ladegerät für Wechselstrom sitzt in vielen Elektroautos im Fahrzeug. Die Wallbox liefert den sicheren Anschluss, signalisiert dem Fahrzeug die verfügbare Stromstärke und überwacht den Ladevorgang. [Weiterlesen]
Glossar · W · Wandler, Messwandler, Stromwandler, Spannungswandler, Messung, Schutztechnik, Abrechnung Ein Messwandler ist ein elektrisches Betriebsmittel, das hohe Ströme oder hohe Spannungen in kleinere, standardisierte und sicher handhabbare Messgrößen übersetzt. Er macht elektrische Größen messbar, ohne dass Messgeräte, Zähler oder Schutzrelais direkt an den hohen Betriebswerten eines Netzes angeschlossen werden müssen. Stromwandler bilden einen Primärstrom proportional auf einen Sekundärstrom ab, häufig auf 5 Ampere oder 1 Ampere. Spannungswandler setzen eine Primärspannung proportional auf eine niedrigere Sekundärspannung um, häufig auf 100 Volt oder einen davon abgeleiteten Wert. [Weiterlesen]
Glossar · W · Warmstart, Kaltstart, Heißstart, Kraftwerk, Startzeit, Gaskraftwerk, Kraftwerkseinsatzplanung, Flexibilität Warmstart, Kaltstart und Heißstart bezeichnen den thermischen Zustand einer Kraftwerksanlage beim Wiederanfahren. Gemeint ist nicht die installierte Leistung eines Kraftwerks, sondern die Frage, wie stark Kessel, Turbine, Rohrleitungen, Generatorhilfssysteme und weitere Komponenten seit dem letzten Betrieb abgekühlt sind. Dieser Zustand bestimmt, wie schnell eine Anlage wieder Strom einspeisen kann, welche Brennstoffmengen für das Anfahren benötigt werden, welche Kosten entstehen und wie stark das Material beansprucht wird. [Weiterlesen]
Glossar · W · Warmwasserbedarf, Wärmebedarf, Trinkwarmwasser, Wärmepumpe, Gebäude, Speicher, Energieverbrauch Warmwasserbedarf bezeichnet die Energiemenge und die zeitweise benötigte Leistung, die erforderlich sind, um Trinkwasser für Duschen, Baden, Küche, Reinigung oder gewerbliche Anwendungen auf eine nutzbare Temperatur zu erwärmen. Gemeint ist dabei Trinkwarmwasser, also erwärmtes Wasser mit hygienischen Anforderungen, nicht Heizungswasser im geschlossenen Heizkreis. Der Warmwasserbedarf ist Teil des gesamten Wärmebedarfs eines Gebäudes, folgt aber anderen Einflussgrößen als der Raumwärmebedarf. [Weiterlesen]
Glossar · W · Wartbarkeit, Glossar, Energie, Stromsystem, Instandhaltung, Netzbetrieb, Versorgungssicherheit, Digitalisierung Wartbarkeit bezeichnet die Eigenschaft einer Anlage, eines technischen Systems oder einer digitalen Infrastruktur, mit vertretbarem Aufwand geprüft, instand gehalten, repariert, aktualisiert oder erweitert werden zu können. Im Stromsystem betrifft Wartbarkeit nicht nur einzelne Bauteile wie Transformatoren, Schaltanlagen, Wechselrichter oder Batteriespeicher, sondern auch die organisatorischen Verfahren, Datenmodelle, Ersatzteilketten, Zugangsrechte und Zuständigkeiten, die eine verlässliche Instandhaltung überhaupt ermöglichen. [Weiterlesen]
Glossar · W · Wartung, Verfügbarkeit, Kraftwerk, Stromnetz, Instandhaltung, Betriebssicherheit, Nichtverfügbarkeit Wartung bezeichnet geplante technische Maßnahmen, mit denen Anlagen, Netze, Schutzsysteme, Leittechnik oder einzelne Betriebsmittel funktionsfähig, sicher und regelkonform gehalten werden. Im Stromsystem betrifft das Kraftwerke, Umspannwerke, Leitungen, Transformatoren, Schaltanlagen, Batteriespeicher, Windenergieanlagen, Photovoltaik Wechselrichter, Messsysteme und digitale Steuerungstechnik. Wartung umfasst je nach Sprachgebrauch Inspektionen, Prüfungen, Reinigung, Schmierung, Kalibrierung, Austausch von Verschleißteilen, Softwarepflege und Funktionstests. [Weiterlesen]
Glossar · W · Wasserkraft, Erneuerbare Energien, Speicher, Pumpspeicher, Laufwasserkraft, Flexibilität, Versorgungssicherheit Wasserkraft bezeichnet die Nutzung der Bewegungsenergie oder Lageenergie von Wasser zur Stromerzeugung. Technisch wird dabei Wasser durch eine Turbine geführt, die einen Generator antreibt. Die Strommenge hängt vor allem von zwei Größen ab: der Wassermenge, die durch die Turbine fließt, und der Fallhöhe zwischen Oberwasser und Unterwasser. Je größer Durchfluss und Fallhöhe sind, desto höher kann die elektrische Leistung der Anlage sein. [Weiterlesen]
Glossar · W · Wasserstoff, Elektrolyse, Power-to-Gas, Langfristige Speicher, Industrie, Rückverstromung, Sektorkopplung, Energieträger Wasserstoff ist ein Energieträger und chemischer Grundstoff, der Energie aufnehmen, speichern, transportieren und in anderen Prozessen wieder abgeben kann. Er ist keine Primärenergiequelle wie Wind, Sonne, Kohle oder Erdgas, sondern muss hergestellt werden. Im klimaneutralen Energiesystem entsteht Wasserstoff vor allem durch Elektrolyse: Wasser wird mit Strom in Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt. Der Wasserstoff kann anschließend als Brennstoff, Reduktionsmittel, chemischer Ausgangsstoff oder Speicherform genutzt werden. [Weiterlesen]
Glossar · W · Wasserstoff-Importstrategie, Wasserstoff, Wasserstoffderivate, Ammoniak, LOHC, Pipeline, Energieimport, Industriepolitik, Versorgungssicherheit, Wasserstoffwirtschaft, Importinfrastruktur Eine Wasserstoff Importstrategie beschreibt, nach welchen Kriterien ein Staat, eine Staatengruppe oder ein Wirtschaftsraum künftig Wasserstoff und daraus hergestellte Energieträger aus dem Ausland beziehen will. Sie legt nicht nur mögliche Lieferländer fest, sondern betrifft Mengen, Zeitpfade, Transportwege, Hafen und Pipelineinfrastruktur, Zertifizierung, Finanzierung, industrielle Verwendung, Sicherheitsreserven und außenwirtschaftliche Abhängigkeiten. Eine solche Strategie entscheidet damit nicht allein über Energieimporte, sondern auch über die Frage, welche Teile der Industrie dekarbonisiert werden können, welche Infrastruktur gebaut wird und welche Risiken in neue Lieferketten verlagert werden. [Weiterlesen]
Glossar · W · Wasserstoffderivat, Wasserstoff, Ammoniak, Methanol, E-Fuels, Power-to-X, Transport, Industrie Ein Wasserstoffderivat ist ein chemischer Stoff, der mithilfe von Wasserstoff hergestellt wird und dessen Energie, Reaktionsfähigkeit oder stoffliche Funktion in eine andere Verbindung überführt. Zu den wichtigsten Wasserstoffderivaten gehören Ammoniak, Methanol, synthetisches Methan, flüssige synthetische Kraftstoffe und weitere Power to X Produkte. Der Begriff beschreibt also keinen Energieträger mit einer einheitlichen Eigenschaft, sondern eine Gruppe sehr unterschiedlicher Stoffe, die über Wasserstoff als Ausgangs oder Zwischenprodukt miteinander verbunden sind. [Weiterlesen]
Glossar · W · Wasserstoffnetz, Wasserstoff, Infrastruktur, Pipeline, Industrie, Speicher, Gasnetz, Energieträger, Elektrolyse, Versorgungssicherheit Ein Wasserstoffnetz ist eine leitungsgebundene Infrastruktur, über die Wasserstoff zwischen Erzeugungsanlagen, Importpunkten, Speichern und Verbrauchern transportiert wird. Es besteht aus Pipelines, Verdichtern, Mess und Regelstationen, Armaturen, Sicherheits und Überwachungstechnik sowie Anschlüssen an Speicher, Industrieanlagen, Elektrolyseure oder Kraftwerke. Ein solches Netz kann aus neu gebauten Leitungen entstehen oder aus Teilen des bestehenden Erdgasnetzes, die technisch umgerüstet und regulatorisch neu eingeordnet werden. [Weiterlesen]
Glossar · W · Weak Grid, Schwaches Netz, Kurzschlussleistung, Umrichter, Netzstabilität, Spannungshaltung, Verteilnetz, Netzanschluss Ein Weak Grid, auf Deutsch schwaches Netz, ist ein Stromnetz oder Netzabschnitt, dessen elektrische Stärke am betrachteten Anschlusspunkt gering ist. Elektrische Stärke meint dabei vor allem, wie stabil Spannung, Frequenzwinkel und Netzreferenz bleiben, wenn eine Anlage Leistung einspeist, Leistung bezieht oder schnell ihre Betriebsweise ändert. In der Praxis wird ein schwaches Netz häufig über eine niedrige Kurzschlussleistung im Verhältnis zur angeschlossenen Anlagenleistung beschrieben. [Weiterlesen]
Glossar · W · Weather-Dependent Generation, WDG, Fluktuierende Erzeugung, Windenergie, Photovoltaik, Erneuerbare Energien, Prognose, Stromsystem Weather Dependent Generation, abgekürzt WDG, bezeichnet Stromerzeugung, deren verfügbare elektrische Leistung unmittelbar von Wetterbedingungen abhängt. Gemeint sind vor allem Windenergieanlagen und Photovoltaikanlagen. Ihre Erzeugung folgt nicht einem Brennstoffeinsatz, der nach Bedarf erhöht oder gesenkt werden kann, sondern Windgeschwindigkeit, Sonneneinstrahlung, Bewölkung, Temperatur und großräumigen Wetterlagen. [Weiterlesen]
Glossar · W · Wechselrichter, Umrichter, Photovoltaik, Batteriespeicher, Wechselstrom, Gleichstrom, Netzanschluss, Leistungselektronik Ein Wechselrichter ist ein leistungselektronisches Gerät, das Gleichstrom in Wechselstrom umwandelt. Er verbindet Anlagen, die elektrische Energie als Gleichstrom bereitstellen oder speichern, mit einem Wechselstromnetz. Typische Anwendungen sind Photovoltaikanlagen, Batteriespeicher, Brennstoffzellen, Gleichstrom Zwischenkreise in Industrieanlagen und Antriebe, bei denen aus einer Gleichspannung eine geregelte Wechselspannung erzeugt wird. [Weiterlesen]
Glossar · W · Glossar, Elektrotechnik, Stromnetz, Spannung, Frequenz, Drehstrom, Leistungselektronik Wechselstrom ist elektrischer Strom, dessen Richtung und Stärke sich periodisch ändern. In den öffentlichen Stromnetzen Europas erfolgt dieser Wechsel mit einer Frequenz von 50 Hertz. Das bedeutet: Der Strom durchläuft 50 vollständige Schwingungen pro Sekunde. Die zugehörige elektrische Spannung wechselt ebenfalls periodisch ihre Polarität. In Haushalten wird diese Wechselspannung üblicherweise mit 230 Volt angegeben, wobei dieser Wert kein Spitzenwert der Sinuskurve ist, sondern ein Effektivwert. Er beschreibt jene Gleichspannung, die an einem ohmschen Verbraucher dieselbe Wärmeleistung erzeugen würde. [Weiterlesen]
Glossar · W · Wiederzuschaltung, Schutztechnik, Netzbetrieb, Störung, Netzwiederaufbau, Versorgungssicherheit, Schaltanlage Wiederzuschaltung bezeichnet das erneute Verbinden eines zuvor abgeschalteten Betriebsmittels, einer Leitung, eines Netzabschnitts oder einer Anlage mit dem Stromnetz. Abgeschaltet sein kann eine Freileitung, ein Kabel, ein Transformator, ein Sammelschienenabschnitt, ein Erzeuger, ein Verbraucher oder ein ganzer Netzbereich. Die Wiederzuschaltung kann automatisch durch Schutz und Leittechnik oder manuell durch das Betriebspersonal erfolgen. In beiden Fällen ist sie kein bloßes Zurückdrehen eines Schalters, sondern ein technischer Vorgang unter definierten Bedingungen. [Weiterlesen]
Glossar · W · Windenergie, Erneuerbare Energien, Fluktuierende Erzeugung, Kapazitätswert, Stromerzeugung, Residuallast, Flexibilität Windenergie bezeichnet die Nutzung der Bewegungsenergie von Luftströmungen zur Stromerzeugung. In modernen Stromsystemen geschieht das fast ausschließlich durch Windenergieanlagen, deren Rotoren die kinetische Energie des Windes in mechanische Drehbewegung und ein Generator diese anschließend in elektrische Energie umwandelt. Gemeint ist damit nicht nur die natürliche Ressource Wind, sondern die technisch erschlossene Stromerzeugung aus Wind an Land und auf See. [Weiterlesen]
Glossar · W · Windpark, Windenergie, Erneuerbare Energien, Netzanschluss, Repowering, Akzeptanz Ein Windpark ist ein räumlich, technisch oder wirtschaftlich zusammengehöriger Verbund mehrerer Windenergieanlagen. Die Anlagen werden nicht nur nebeneinander errichtet, sondern in der Regel gemeinsam geplant, genehmigt, erschlossen, an das Stromnetz angeschlossen, überwacht, gewartet und vermarktet. Ein Windpark kann an Land stehen oder als Offshore Windpark auf See betrieben werden. Zur gemeinsamen Infrastruktur gehören Zufahrtswege, Kranstellflächen, interne Kabeltrassen, Transformatoren, Umspannwerke, Leittechnik, Messsysteme, Kommunikationsanbindung und der Netzanschlusspunkt. [Weiterlesen]
Glossar · W · Wirkleistung, Blindleistung, Scheinleistung, Wechselstrom, Leistung, Stromnetz Wirkleistung ist die elektrische Leistung, die in einem Stromkreis tatsächlich in nutzbare Arbeit oder Wärme umgesetzt wird. Sie treibt einen Motor an, erwärmt eine Heizwendel, lädt eine Batterie oder versorgt die Elektronik eines Geräts. Gemessen wird Wirkleistung in Watt, in der Stromversorgung meist in Kilowatt, Megawatt oder Gigawatt. Ihr Formelzeichen ist üblicherweise P. [Weiterlesen]
Glossar · W · Wirkleistungsdefizit, Wirkleistung, Netzfrequenz, Frequenzhaltung, Kraftwerksausfall, Momentanreserve, Regelenergie, Systemstabilität Ein Wirkleistungsdefizit liegt vor, wenn in einem Stromsystem zu einem bestimmten Zeitpunkt weniger elektrische Wirkleistung eingespeist wird, als gleichzeitig durch Verbraucher, Netzverluste, Speicherbeladung und sonstige Entnahmen aufgenommen wird. Es geht um eine momentane Leistungsbilanz, nicht um eine Energiemenge über eine Stunde, einen Tag oder ein Jahr. Die maßgebliche Größe ist Leistung, gemessen in Watt, Kilowatt, Megawatt oder Gigawatt. In großen Stromsystemen wird meist in Megawatt oder Gigawatt gesprochen. [Weiterlesen]
Glossar · W · Wirkungsgrad, Energieumwandlung, Nutzenergie, Zugeführte Energie, Umwandlungsverluste, Systemgrenzen, Energiekette, Effizienz Der Wirkungsgrad beschreibt das Verhältnis zwischen nutzbarer abgegebener Energie und zugeführter Energie bei einer bestimmten Umwandlung. Er gibt an, welcher Anteil der eingesetzten Energie nach einem definierten technischen Prozess als gewünschte Energieform verfügbar ist. Mathematisch wird er häufig mit dem griechischen Buchstaben η angegeben: η = Nutzenergie geteilt durch zugeführte Energie. Ein Wirkungsgrad von 0,4 oder 40 Prozent bedeutet, dass von 100 Einheiten zugeführter Energie 40 Einheiten als gewünschte Nutzenergie bereitstehen und 60 Einheiten in anderen Energieformen auftreten, meist als Wärmeverluste. [Weiterlesen]
Glossar · W · Wirtschaftliche Lebensdauer, Investition, Stromgestehungskosten, LCOS, Abschreibung, Kraftwerk, Speicher, Infrastruktur Wirtschaftliche Lebensdauer bezeichnet den Zeitraum, über den eine Anlage, ein technisches System oder eine Investition unter den erwarteten Kosten, Erlösen, Risiken und Regeln sinnvoll genutzt wird. Sie beschreibt also keine rein physische Haltbarkeit. Eine Windenergieanlage, ein Gaskraftwerk, ein Batteriespeicher oder ein Netzbetriebsmittel kann technisch weiter funktionieren und trotzdem wirtschaftlich am Ende sein. Ebenso kann eine Anlage nach dem Ende ihrer buchhalterischen Abschreibung wirtschaftlich sehr wertvoll sein, wenn sie zuverlässig läuft, geringe laufende Kosten verursacht und am Markt oder im Netzbetrieb gebraucht wird. [Weiterlesen]
Glossar · W · Wärme, Energie, Stromsystem, Wärmewende, Fernwärme, Elektrifizierung Wärme ist Energie, die infolge eines Temperaturunterschieds von einem Körper, Medium oder System auf ein anderes übertragen wird. Im energiewirtschaftlichen Sprachgebrauch bezeichnet der Begriff meist die nutzbare thermische Energie für Raumheizung, Warmwasser, industrielle Prozesse, Trocknung, Dampf, Fernwärme oder Kühlung über thermische Verfahren. Wärme ist damit keine einzelne Technik und kein Energieträger, sondern eine Nutzungsform von Energie. [Weiterlesen]
Glossar · W · Wärmebedarf, Wärme, Wärmepumpe, Fernwärme, Gebäude, Heizlast, Wärmeplanung Wärmebedarf bezeichnet die Wärmemenge, die benötigt wird, um einen bestimmten Zweck zu erfüllen: Räume auf eine gewünschte Temperatur zu bringen, Trinkwasser zu erwärmen oder industrielle Prozesse mit Wärme zu versorgen. Er wird meist als Energiemenge in Kilowattstunden angegeben, häufig bezogen auf ein Jahr. Für den Betrieb von Energieanlagen reicht diese Jahreszahl jedoch nicht aus. Relevant ist auch, zu welchem Zeitpunkt die Wärme benötigt wird, auf welchem Temperaturniveau sie bereitgestellt werden muss und wie stark der Bedarf bei Kälte, Nutzungsschwankungen oder Produktionsänderungen ansteigt. [Weiterlesen]
Glossar · W · Wärmenetz, Fernwärme, Nahwärme, Wärme, Abwärme, Sektorkopplung, Wärmespeicher, Kraft-Wärme-Kopplung Ein Wärmenetz ist eine leitungsgebundene Infrastruktur, die Wärme von einer oder mehreren Erzeugungsquellen zu mehreren Gebäuden, Quartieren, Gewerbebetrieben oder Industrieabnehmern transportiert. Technisch besteht es aus Rohrleitungen, Pumpen, Übergabestationen, Mess und Regeltechnik sowie häufig aus Wärmespeichern. Transportiert wird in der Regel heißes Wasser, in älteren oder industriellen Netzen auch Dampf. Beim Kunden wird die Wärme über eine Hausstation an Heizungsanlagen, Warmwasserbereitung oder Prozesswärme übergeben. [Weiterlesen]
Glossar · W · Wärmeplanung, Kommunale Wärmeplanung, Wärmenetz, Wärmepumpe, Fernwärme, Gebäude, Dekarbonisierung Wärmeplanung bezeichnet die räumlich und zeitlich geordnete Planung, wie Gebäude, Quartiere, Gewerbegebiete oder ganze Kommunen künftig mit Raumwärme, Warmwasser und Prozesswärme versorgt werden sollen. Sie erfasst den heutigen Wärmebedarf, die Gebäudestruktur, vorhandene Heizsysteme, mögliche Wärmenetze, erneuerbare Wärmequellen, Abwärmepotenziale, Flächenrestriktionen und absehbare Veränderungen durch Sanierung, Neubau oder Elektrifizierung. Ihr Zweck liegt nicht darin, für jedes einzelne Gebäude sofort eine technische Lösung festzulegen, sondern belastbare Versorgungsoptionen für Gebiete sichtbar zu machen. [Weiterlesen]
Glossar · W · Wärmepumpe, Elektrifizierung, Exergie, Effizienz, Wärme, Lastverschiebung, Stromverbrauch, Niedertemperaturwärme, Sektorkopplung Eine Wärmepumpe ist ein Heiz oder Kühlsystem, das Wärme aus einer Quelle mit niedriger Temperatur aufnimmt und auf ein höheres Temperaturniveau bringt. Als Wärmequelle dienen meist Außenluft, Erdreich, Grundwasser, Abwasser, Abluft oder industrielle Abwärme. Der dafür benötigte Strom wird nicht einfach in Wärme umgewandelt, wie bei einem Heizstab, sondern treibt einen thermodynamischen Kreisprozess an. Deshalb kann eine Wärmepumpe aus einer Kilowattstunde Strom mehrere Kilowattstunden nutzbare Wärme bereitstellen. [Weiterlesen]
Glossar · W · Wärmequelle, Wärmepumpe, Umweltwärme, Geothermie, Abwärme, Temperaturhub, Effizienz Eine Wärmequelle ist das Medium, der Ort oder der technische Prozess, aus dem ein Wärmesystem Wärme entnimmt. Bei einer Wärmepumpe kann die Wärmequelle Außenluft, Erdreich, Grundwasser, Oberflächenwasser, Abwasser, industrielle Abwärme, ein Rechenzentrum, ein Wärmenetz oder ein saisonaler Speicher sein. Die Wärmequelle liefert dabei keine Wärme im Sinne eines Brennstoffs, der verbraucht wird. Sie stellt ein Temperaturniveau bereit, aus dem mit technischer Hilfe nutzbare Heizwärme erzeugt wird. [Weiterlesen]
Glossar · W · Wärmequellenanlage, Wärmepumpe, Wärmequelle, Geothermie, Abwasserwärme, Luftwärme, Flusswasser, Abwärme Eine Wärmequellenanlage ist die technische Einrichtung, mit der eine Wärmepumpe oder ein Wärmesystem Wärme aus einer Umwelt , Infrastruktur oder Abwärmequelle erschließt. Sie umfasst die baulichen, hydraulischen, thermischen und regelungstechnischen Komponenten, die dafür sorgen, dass Wärme aus Erdreich, Grundwasser, Außenluft, Abwasser, Flusswasser, Seewasser, industrieller Abwärme oder tiefer Geothermie verfügbar gemacht wird. Die Wärmequellenanlage erzeugt in der Regel keine Nutzwärme für Heizkörper, Fußbodenheizungen oder Warmwasser. Sie stellt der Wärmepumpe ein nutzbares Temperaturniveau und einen ausreichend stabilen Wärmefluss bereit. [Weiterlesen]
Glossar · W · Wärmespeicher, Thermischer Speicher, Wärme, Wärmenetz, Wärmepumpe, Lastverschiebung, Flexibilität Ein Wärmespeicher ist eine technische Einrichtung, die thermische Energie aufnimmt, über eine bestimmte Zeit hält und später wieder als nutzbare Wärme abgibt. Er speichert keine Elektrizität, sondern Temperaturunterschiede, meist in Wasser, Erdreich, Gestein, Salz, Beton oder speziellen Speichermaterialien. Typische Formen sind Warmwasserspeicher in Gebäuden, Pufferspeicher für Heizungsanlagen, große Heißwasserspeicher in Wärmenetzen, Erdsondenspeicher, Aquiferspeicher, Latentwärmespeicher und saisonale Speicher. [Weiterlesen]
Glossar · W · Wärmewende, Wärmeplanung, Wärmepumpe, Fernwärme, Gebäudesanierung, Sektorkopplung, Dekarbonisierung Wärmewende bezeichnet den Umbau der Wärmeversorgung von fossilen Brennstoffen wie Erdgas, Heizöl und Kohle auf emissionsarme, effiziente und langfristig tragfähige Lösungen. Sie umfasst Raumwärme, Warmwasser, Prozesswärme in Gewerbe und Industrie, Wärmenetze, Gebäudehüllen, Abwärmenutzung und die kommunale Planung der dafür nötigen Infrastruktur. [Weiterlesen]
Glossar · W · Wärmeübergabestation, Fernwärme, Wärmenetz, Wärme, Gebäude, Rücklauftemperatur, Vorlauftemperatur, Hausanschlussstation, Wärmetauscher Eine Wärmeübergabestation ist die technische Schnittstelle zwischen einem Wärmenetz und der Heizungs oder Warmwasseranlage eines Gebäudes. Sie nimmt Wärme aus dem Netz auf, überträgt sie auf die Kundenanlage und regelt, welche Wärmeleistung dem Gebäude zu welchem Zeitpunkt bereitgestellt wird. In vielen Anlagen geschieht die Übertragung über einen Wärmeübertrager. Dabei bleibt das Wasser des Wärmenetzes vom Heizungswasser im Gebäude getrennt. Das ist die indirekte Einbindung. Bei direkter Einbindung fließt Netzheizwasser unmittelbar durch Teile der Kundenanlage; diese Variante ist heute seltener und stellt höhere Anforderungen an Druckhaltung, Wasserqualität und Sicherheit. [Weiterlesen]
Glossar · Z · Zeitvariable Netzentgelte, Netzentgelt, Flexibilität, Verteilnetz, Lastverschiebung, Strompreis, Netzdienlichkeit, Regulierung, Smart Meter Zeitvariable Netzentgelte sind Entgelte für die Nutzung des Stromnetzes, deren Höhe vom Zeitpunkt der Netznutzung abhängt. Wer Strom zu einer Zeit bezieht, in der das Netz stark belastet ist, zahlt dann ein höheres Netzentgelt als zu Zeiten mit geringer Netzbelastung. Der Zweck liegt nicht darin, Strom als Ware billiger oder teurer zu machen, sondern die Nutzung einer knappen Netzinfrastruktur zeitlich besser zu steuern. [Weiterlesen]
Glossar · Z · Zellulares Energiesystem, Energiesystem, Verteilnetz, Inselnetz, Resilienz, Sektorkopplung, Dezentrale Erzeugung, Flexibilität, Netzbetrieb Ein zellulares Energiesystem ist ein Organisationskonzept, bei dem das Energiesystem in räumlich oder funktional abgegrenzte Einheiten gegliedert wird. Eine solche Zelle kann ein Gebäude, ein Quartier, ein Gewerbegebiet, ein Industrienetz, eine Gemeinde, ein Verteilnetzabschnitt oder eine Region sein. Innerhalb dieser Zelle werden Erzeugung, Verbrauch, Speicher und steuerbare Anlagen möglichst koordiniert betrieben. Überschüsse und Defizite werden weiterhin mit benachbarten Zellen oder übergeordneten Netzebenen ausgetauscht. [Weiterlesen]
Glossar · Z · Zertifikatehandel, EU-Emissionshandel, CO2-Bepreisung, Cap, Auktionierung, kostenlose Zuteilung, Carbon Leakage, Klimaschutz, Strommarkt Zertifikatehandel bezeichnet ein System, in dem bestimmte Emissionen nur erlaubt sind, wenn dafür handelbare Berechtigungen vorliegen. Im Klimaschutz meint der Begriff meist den Handel mit Emissionszertifikaten. Eine Anlage, die unter ein solches System fällt, muss für jede ausgestoßene Tonne CO₂ oder CO₂ Äquivalent ein Zertifikat abgeben. CO₂ Äquivalent bedeutet, dass auch andere Treibhausgase nach ihrer Klimawirkung in eine vergleichbare CO₂ Menge umgerechnet werden können. [Weiterlesen]
Glossar · Z · Zusätzlichkeit, Grünstrom, Herkunftsnachweis, PPA, Klimaneutralität, Erneuerbare Energien, Investition Zusätzlichkeit beschreibt, ob eine Maßnahme eine Wirkung auslöst, die ohne diese Maßnahme nicht eingetreten wäre. Im Stromsystem geht es meist um die Frage, ob eine Zahlung, ein Vertrag oder eine Beschaffungsentscheidung zu zusätzlicher erneuerbarer Stromerzeugung führt oder lediglich vorhandene Erzeugung bilanziell einer bestimmten Kundin, einem Unternehmen oder einem Produkt zuordnet. [Weiterlesen]
Glossar · Z · Zusätzlichkeitskriterium, Grüner Wasserstoff, Elektrolyse, Erneuerbare Energien, EU-Regeln, Power-to-X, Stromsystem Das Zusätzlichkeitskriterium für grünen Wasserstoff bezeichnet die Anforderung, dass der Strom für die Herstellung von Wasserstoff per Elektrolyse aus zusätzlichen erneuerbaren Erzeugungsanlagen stammen soll. Zusätzliche Anlagen sind Wind oder Solaranlagen, die wegen des neuen Strombedarfs der Elektrolyse errichtet werden und nicht lediglich bereits vorhandenen erneuerbaren Strom umwidmen. Der Begriff gehört zu den zentralen Regeln, mit denen bestimmt wird, wann Wasserstoff als erneuerbar oder „grün“ anerkannt werden kann. [Weiterlesen]
Glossar · Z · Zuverlässigkeit, Glossar, Energie, Stromsystem, Versorgungssicherheit, Netzbetrieb Zuverlässigkeit bezeichnet die Fähigkeit eines technischen Systems, einer Anlage oder eines Stromversorgungssystems, seine vorgesehene Funktion über einen bestimmten Zeitraum unter festgelegten Bedingungen zu erfüllen. Im Stromsystem meint der Begriff nicht einfach, dass „immer Strom da ist“, sondern beschreibt eine überprüfbare Eigenschaft: Erzeugung, Netze, Schutztechnik, Steuerung, Kommunikation und Betriebsführung müssen so zusammenwirken, dass elektrische Energie mit der benötigten Leistung, Spannung, Frequenz und Qualität bereitgestellt werden kann. [Weiterlesen]
Glossar · Z · Begriff, Glossar, Energie, Stromsystem, Speicher, Batterie, Flexibilität Zyklenalterung bezeichnet den Verschleiß eines Speichers, der durch Lade und Entladevorgänge entsteht. Der Begriff wird vor allem bei Batteriespeichern verwendet, insbesondere bei Lithium Ionen Batterien. Jede Nutzung verändert den Speicher physikalisch und chemisch ein wenig: Materialien dehnen sich aus und ziehen sich zusammen, Grenzschichten wachsen, aktive Bestandteile werden teilweise dauerhaft gebunden, Innenwiderstände steigen. Die Folge ist meist ein Verlust an nutzbarer Speicherkapazität und teilweise auch ein Rückgang der abrufbaren Leistung. [Weiterlesen]
Glossar · Z · Zyklenfestigkeit, Batteriespeicher, Speicher, Alterung, Ladezyklen Zyklenfestigkeit beschreibt, wie viele Lade und Entladevorgänge ein Speicher durchlaufen kann, bevor seine nutzbare Leistungsfähigkeit unter eine definierte Grenze fällt. Bei Batteriespeichern meint der Begriff meist die Zahl der Vollzyklen oder äquivalenten Vollzyklen bis zu einem bestimmten Restwert der Speicherkapazität, häufig 80 Prozent der ursprünglichen Kapazität. Ein Zyklus ist dabei kein bloßer Kalendertag und auch kein beliebiger Ladevorgang, sondern eine Energiemenge: Wird eine Batterie zweimal um jeweils 50 Prozent ihrer nutzbaren Kapazität entladen und wieder geladen, entspricht das näherungsweise einem äquivalenten Vollzyklus. [Weiterlesen]
Glossar · Ä · Äquivalenter Vollzyklus, Batteriespeicher, Zyklenfestigkeit, Degradation, Entladetiefe, Ladezustand, Speicher Ein äquivalenter Vollzyklus ist eine rechnerische Größe, mit der mehrere Teilzyklen eines Batteriespeichers auf vollständige Lade und Entladevorgänge umgerechnet werden. Ein vollständiger Zyklus bedeutet dabei vereinfacht: Die nutzbare Batteriekapazität wird einmal vollständig entladen und wieder geladen. Wird eine Batterie zweimal um jeweils 50 Prozent ihrer nutzbaren Kapazität entladen und anschließend wieder geladen, entspricht das näherungsweise einem äquivalenten Vollzyklus. [Weiterlesen]
Glossar · Ü · Überfrequenz, Netzfrequenz, Frequenzhaltung, Wirkleistung, Erzeugung, Lastabwurf, Netzstabilität Überfrequenz bezeichnet einen Betriebszustand, in dem die Netzfrequenz über ihrem Sollwert liegt. Im europäischen Verbundsystem beträgt dieser Sollwert 50 Hertz. Steigt die Frequenz darüber, zeigt das an, dass im synchron verbundenen Stromsystem in diesem Moment mehr Wirkleistung eingespeist als entnommen wird. Die Abweichung kann sehr klein sein und trotzdem relevant, weil sie die laufende Leistungsbilanz des gesamten Verbundsystems abbildet. [Weiterlesen]
Glossar · Ü · Übertragungsnetz, Stromnetz, Hochspannungsnetz, Höchstspannung, HGÜ, Systemstabilität, Erzeugung, Verbrauchszentren, Internationaler Ausgleich, Netzbetrieb, Redispatch Das Übertragungsnetz ist der Teil des Stromnetzes, der elektrische Energie mit sehr hoher Spannung über große Entfernungen transportiert und dabei große Erzeugungsräume, Verbrauchszentren, Verteilnetze und benachbarte Stromsysteme miteinander verbindet. In Deutschland meint der Begriff vor allem das Höchstspannungsnetz mit 220 Kilovolt und 380 Kilovolt Wechselspannung. Ergänzend kommen Leitungen der Hochspannungs Gleichstrom Übertragung, kurz HGÜ, hinzu, wenn große Leistungen besonders verlustarm über lange Strecken oder als Seekabel transportiert werden sollen. [Weiterlesen]
Glossar · Ü · Übertragungsnetzbetreiber, ÜNB, Übertragungsnetz, Systemverantwortung, Regelenergie, Redispatch, Netzbetrieb, Versorgungssicherheit Ein Übertragungsnetzbetreiber, kurz ÜNB, betreibt das Höchstspannungsnetz und trägt die operative Verantwortung dafür, dass Stromerzeugung und Stromverbrauch im überregionalen Verbund jederzeit technisch zusammenpassen. In Deutschland arbeiten vier ÜNB: 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW. Sie betreiben Netze auf den höchsten Spannungsebenen, typischerweise 220 Kilovolt und 380 Kilovolt, koordinieren den sicheren Netzbetrieb, beschaffen Regelenergie, organisieren Redispatch und planen den Ausbau des Übertragungsnetzes. [Weiterlesen]