excerpt: Im Vereinigten Königreich kommt Bewegung in die Solarpolitik: Eine vorgezogene CfD-Auktion soll große Erneuerbaren-Projekte schneller voranbringen, während Plug-in-Solar für Balkone kurz vor der Legalisierung steht. Dabei wird deutlich, dass mehr heimische Stromerzeugung nicht nur als Antwort auf unsichere Energiemärkte gilt, sondern auch den Zugang zur Energiewende für mehr Menschen öffnen soll.

Aktuelles aus dem Vereinigten Königreich

Meine britischen Kollegen wird es freuen. Aus London kommt endlich Bewegung in zwei Themen, die lange festhingen. Die nächste CfD-Auktion für große Erneuerbaren-Projekte wird vorgezogen. Und Plug-in-Solar für Balkone soll im Vereinigten Königreich legal werden.

Der Auslöser liegt auf der Hand: die angespannte Lage im Nahen Osten und die neue Unruhe an den Energiemärkten. Ed Miliband zieht daraus eine klare Konsequenz. Er koppelt Versorgungssicherheit an mehr heimische Stromerzeugung. Genau so muss man das angehen.

Vor allem die vorgezogene CfD-Runde dürfte schnell Wirkung zeigen. Die achte Ausschreibung soll schon im Juli starten. Darauf schaut die Branche. Dort entscheidet sich, wie rasch neue Solarparks und andere große Projekte wirklich gebaut werden. Solar Energy UK nennt das zu Recht den stärksten Hebel.

Der Zeitpunkt passt. Erst im Februar 2026 brachte die siebte CfD-Runde einen Solarrekord: 4,9 GW zugesicherte Kapazität zu einem Zuschlagspreis von 0,065 Pfund pro kWh. Das ist keine Randnotiz. Wenn die Regierung ihr Ziel von mindestens 45 GW Solar bis 2030 ernst meint, darf sie jetzt nicht nachlassen. Im Januar 2026 lag die installierte PV-Leistung erst bei 21,8 GW. Der Abstand ist deutlich.

Fast interessanter ist der zweite Teil der Ankündigung: Balkonsolar kommt. Oder sehr bald. In Deutschland ist das längst Alltag. Modul anbringen, einstecken, Strom direkt in der Wohnung nutzen. Die Rechnung sinkt ein Stück. Kein großer Wurf. Aber für viele ein einfacher Anfang. Genau dieser Einstieg fehlte in Großbritannien bisher.

Der Schritt ist überfällig. Wer mehr Menschen an der Energiewende beteiligen will, muss Hürden senken. Viele haben kein Eigenheim. Viele können keine Dachanlage mit Speicher finanzieren. Ein Plug-in-Modul am Balkon oder an der Fassade ist kleiner, günstiger, direkter. Man sieht sofort, was es bringt. Das macht einen Unterschied.

Der Hauptteil bleibt bei klassischen Dachanlagen und großen Solarprojekten. Dort kommen die größeren Mengen ins System. Dort sind auch die Einsparungen höher. Trotzdem wäre es ein Fehler, Balkonsolar als Nebensache abzutun. Solche Lösungen ändern den Blick auf Energie. Strom ist dann nicht mehr nur eine Abbuchung am Monatsende. Er kommt sichtbar vom eigenen Geländer.

Jetzt braucht es saubere Regeln. Standards, Zulassung, Netzanschluss, Gerätesicherheit. Das muss sitzen. Sonst wird aus einem einfachen Modell schnell ein zäher Verwaltungslauf. Deutschland hat gezeigt, wie groß die Nachfrage sein kann. Großbritannien muss die Umwege nicht alle selbst machen.

Ein Punkt geht dabei fast unter: Auch das Warm Homes-Programm soll vorgezogen werden. Im Raum stehen neue Zuschüsse und zinsfreie Kredite für Solar, Batteriespeicher und weitere Maßnahmen im Haus. Wenn das sauber aufgesetzt ist, kann das spürbar wirken. Bei Haushalten. Im Handwerk. Im Stromsystem.

Die Richtung stimmt. Mehr heimische Erzeugung. Schnellere Ausschreibungen. Niedrigere Einstiegshürden für Haushalte. So reagiert man sinnvoll auf geopolitischen Druck. Mit mehr Modulen auf Dächern, an Balkonen und auf Freiflächen.

Beim Thema Solar wirkte Großbritannien lange zögerlich. Diesmal nicht. Wurde auch Zeit.